Donnerstag, 26. April 2018

30-Tage-Challenge: Loslassen-Ausmisten-Reduzieren (#26)

Heute habe ich mal geschaut, was so an Tragetaschen bei mir rumfliegt. Ich habe vier große Einkaufstaschen und sieben Stoffbeutel gefunden. Das wäre selbst dann eine ordentliche Menge, wenn ich eine Großfamilie zu versorgen hätte - habe ich aber nicht. Auch ist so eine Thermo-Tasche dabei, mit der man Gefriergut vom Supermarkt nachhause transportieren kann, was im Besitz von jemandem, der nicht einmal einen Kühlschrank nutzt, irgendwie absurd erscheint.

Ich werde sie zum Reformhaus oder unserem Bio-Laden bringen. Dort ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass sie jemand mitnimmt und auch regelmäßig nutzt, hoffe ich.


Mittwoch, 25. April 2018

Daily Insta


Die Zahlen stammen zwar aus 2015. Mittlerweile sind wir dank des Endes der kostenlosen Abgabe auf 45 Plastiktüten Verbrauch pro Kopf und Jahr - obgleich ich nirgendwo finden konnte, wie sich der Verbrauch der kostenlosen Obst- und Gemüsetüten entwickelt hat (ein Schelm, der böses dabei denkt). Aber ich finde es gut, den Kunden auf seinen Anteil an der Verbesserung des Systems hinzuweisen. Die einzig funktionierende Lösung ist meines Erachtens, den Verkauf von Einwegtüten grundsätzlich sein zu lassen und den Kunden so zur konsequenten Verwendung von Dauertüten zu führen. Auf dünnere Plastiktüten auszuweichen oder Papiertüten anzubieten, ist keine Lösung, sondern Teil des Problems. #noplastic #plastikfrei #plastiktüten #plasticbags #banplasticbags #plasticpollution #umweltschutz #Nachhaltigkeit #sustainability

30-Tage-Challenge: Loslassen-Ausmisten-Reduzieren (#25)

Ein ganzes Fach eines Einbauschrankes belagern sie: Gesellschaftsspiele, für die mir die Gesellschaft fehlt. Tatsächlich mag ich es, mit Freunden zusammen in Brettspiele- oder Kartenspielewelten einzutauchen, aber die Auswahl an Spielen, die sich in diesem Schrank befindet, habe ich tatsächlich teils jahrelang nicht mehr gespielt - eines sogar im zweistelligen Bereich an Jahren. Das ist schade, denn es sind eigentlich schöne Spiele. Meist scheitert es daran, dass wir alle so beschäftigt sind. Axis & Allies braucht beispielsweise fünf Teilnehmer, was bei meinem überwiegend kinderreichen, vollberufstätigen, mittelbealterten Freundeskreis kaum möglich ist zusammenzutrommeln.

Ich habe jedoch eine Idee. Einige Kneipen hier in Friedberg haben ein Spieleregal. Es treffen sich dort sicher regelmäßig Menschen, um zu spielen. Ich werde sie dort hinbringen, und vielleicht ergibt sich so auch für mich die Möglichkeit, sie wieder zu spielen. Immerhin finde ich so einen größeren Kreis potentieller Mitspieler. Selbst wenn nicht, dann werden sie zumindest öfter genutzt als wenn sie in meinem Schrank lagern. Warum nicht über unsere sozialen Netze ankündigen, wenn man in der Kneipe zu spielen gedenkt? Das wird bestimmt gut: Brettspiele und kühles Guinness.
Und was nicht brauchbar ist, kommt in unsere Free your Stuff-Gruppe oder unseren Umsonstladen.

Dienstag, 24. April 2018

30-Tage-Challenge: Loslassen-Ausmisten-Reduzieren (#24)

Nachdem ich gestern schon etwas aussortiert habe, das meinem veganen Lebensstil zuwiderläuft, hier das nächste. Weshalb ich die Sachen so lange in meiner Küche aufbewahrt habe, ist mir selbst ein Rätsel. Weder muss ich die Kerntemperatur von Zucchini messen, noch Burger-Patties aus Saitan formen, geschweige denn, irgend etwas mit einer Spritze in eine Aubergine injizieren. Vielleicht liegt es einfach daran, dass mein Platz in der Küche mit den zwei Küchenzeilen so riesig ist, dass ich es in einer der abgelegenen Schubladen lagern konnte, ohne dass es im Weg war. Die Sachen waren im Ostflügel meiner Küche, und wer möchte schon minutenlang laufen, um zu prüfen, was in den hintersten Schubladen alles sein mag, solange die Dinge, die man täglich benötigt vorne greifbar sind.

Ich denke, ich werde nochmal tiefer in meine Schränke und Schubladen schauen. Sicher lässt sich da auch noch das eine oder andere weg- und umräumen. Morgen nehme ich mir jedoch meine Spielesammlung vor. Da gibt es auch zahlreiche Ladenhüter. Der Nachteil eines Einbauschranks im Schlafzimmer. Ich sage nur Westflügel ...


Jäger und Sammler oder Warum alte Smartphones recycelt werden sollten

„Wir sind eben Jäger und Sammler!“, höre ich immer wieder. Mich macht das traurig. Ich esse kein Fleisch. Dadurch fühle ich mich ausgegrenzt. Während die modernen Wild- und Feldbeuter täglich in den Supermärkten erfolgreich jagen, frage ich mich bei einem mageren Salatblatt, das nicht davonlaufen kann, was einem dürren Veganer bleibt, um seinem stammesgeschichtlichen Erbe gerecht werden zu können? Definitionsgemäß ist ein Veganer jemand, der zu dumm zum Jagen ist. Das will ich nicht akzeptieren. 

Ein Blick in meine Schreibtischschublade erweckt in mir den Verdacht, ich könnte bereits ein adäquates Substitut gefunden haben: Smartphones. Im Gegensatz zu Salatblättern können sie sich bewegen. Sie fliegen – meistens aus der Hand – und sind danach kaputt. Erst im Herbst vorletzten Jahres, als ich meine alten Druckerpatronen zum Recycling zu geldfuermuell.de eingesandt hatte, wanderten fünf defekte Handys mit ins Paket. Trotz meiner neuen, durch leidvolle Finanzeinbußen entstandenen Devise, grundsätzlich nur noch gebrauchte Mobiltelefone zu kaufen, haben sich seitdem überraschenderweise wieder vier Geräte angesammelt. Bin ich vielleicht so erfolgreich bei der Jagd, dass ich nicht einmal mehr registriere, dass ich Beute mache? Stimmt die Veganer-Definition etwa gar nicht. Andererseits könnte es möglicherweise dumm sein, sie in einer Schublade anzuhäufen. 
Im Jahr 2017 sollen in Deutschland rund 23,6 Millionen Smartphones verkauft worden sein. Im Schnitt benutzen wir unsere Smartphones circa eineinhalb Jahre lang, bevor wir neue kaufen oder turnusmäßig mit der Vertragsverlängerung erhalten. Die alten kommen in den Schrank. Man weiß ja nie, ob man sie nochmal braucht. Dadurch schlummern einigen Quellen zufolge circa 100 Millionen Handys in den Schubladen und Schränken der Nation, und die sind nicht nur goldwert. Auch Rohstoffe wie Silber, Kupfer, Nickel, Palladium und Seltene Erden sind in ihnen verbaut und können zurückgewonnen werden – weiter Tantal in den Kondensatoren, Wolfram in den Vibrationsmotoren und, wenn sich der Akku entfernen lässt, auch Kobalt. 

Zurück zum Gold: Durch Verhüttung können aus einem Smartphone nach einer Untersuchung des Öko-Instituts ungefähr 30 Milligramm Gold recycelt werden. Lohnt sich der Aufwand überhaupt? Definitiv! In einer Tonne alter Handys oder Smartphones befinden sich 250 Gramm Gold. In einer Tonne Golderz hingegen nur vier Gramm. Es müssten also 62,5 Tonnen Golderz abgebaut werden, um dieselbe Menge Gold zu gewinnen wie aus dem Recycling. Und nicht nur das! Wir hätten unsere Goldreserven gar nicht zurück nach Deutschland und in den Keller der Bundesbank bringen müssen. 130 Gramm wiegt ein Smartphone im Schnitt. Bei 100 Millionen Stück sind das 13 Kilotonnen Elektroschrott und nach der Verhüttung 3.250 Kilogramm Gold. Bei einem Handelspreis von 35.000 Euro für das Kilogramm Gold liegen in den Schubladen Deutschlands daher in Summe 113,8 Millionen Euro einfach so herum – die anderen Rohstoffe nicht eingerechnet. 

Der geneigte Jäger und Sammler würde das vielleicht in Hack umrechnen (es sind 22,6 Kilotonnen beim Discounter), doch was macht derjenige, der zu dumm zum Jagen ist? Vielleicht mit anderen Handy-Nutzern gemeinsam sammeln? Ich versuch’s! Bis Ende des Monats nehme ich alle Altgeräte aus euren Schubladen, die ich bekommen kann, und lasse sie der Aktion der Deutschen Umwelthilfe zukommen. Selbst wenn wir alle nicht mehr wirklich jagen, sind wir doch vielleicht immerhin erfolgreiche Sammler. Fast 30 habe ich schon!


Dieser Beitrag steht als Podcast zur Verfügung:

Montag, 23. April 2018

30-Tage-Challenge: Loslassen-Ausmisten-Reduzieren (#23)

So eine Challenge ist ja nicht nur ein einfaches Ausmisten. Das wäre einfach. Ich würde einen regnerischen Sonntag durch die Wohnung gehen, alles weggeben, dass ich offensichtlich nicht mehr benötige, und am nächsten Tag ginge alles wieder den gewohnten Gang. Meine Challenge dahingegen zwingt mich, einen Monat lang täglich über meinem Besitz nachzudenken, und viele Dinge, die in den ersten Tagen noch einen ganz klaren "Das brauche ich noch!"-Stempel bekommen hatten, werden in meinem Unterbewusstsein in einen Reifeprozess zu neuen Bewertungen gezwungen. Manches hielt ich in den letzten drei Wochen mehrfach in der Hand und legte es wieder zurück.

Vor vielen Jahren hatte ich eine Lederphase. Diese Weste und auch der Australian Leather Hat sind Zeugnisse dieser Zeit. Die Weste trug ich oft, wenn ich abends unterwegs war, manchmal auch auf der Arbeit, und da ich ein absoluter Huttyp bin, war dieser oft mein Begleiter, wenn ich auf Festivals war. Es hängen besonders an ihm viele Erinnerungen, aber es ist nun einmal so, dass Leder zu tragen, nicht mehr zu meinem Lebensstil passt. Ich lebe nun das fünfte Jahr vegan. Inzwischen ist es nicht nur das Essen, sondern immer mehr auch das, was ich trage, das meine Lebenseinstellung widerspiegeln soll. Für mich passt es einfach nicht mehr, zu sagen, dass ich keine Tiere essen möchte, aber Teile von ihnen zu tragen irgendwie rechtfertigen muss. Das Argument passt für mich nicht, dass das Tier ja schon tot ist. Das ist  auch bei den Tieren der Fall, deren Teile in den Kühlregalen liegen. Es gibt viele Gründe, sich kein Leder mehr zu kaufen, und es kommt für mich nicht mehr in Frage. Nun habe ich den Schritt vollzogen, auch keines mehr zu tragen. Ich möchte niemanden animieren, sich eine Lederweste zu kaufen, weil sie an mir vielleicht gut aussehen mag oder weil so ein Lederhut möglicherweise praktisch erscheint. Ich trage jetzt meine Stoffweste und meinen Panama-Hut. Das gibt auch schöne, zudem tierleidfreie Festivalerinnerungen.




Sonntag, 22. April 2018

30-Tage-Challenge: Loslassen-Ausmisten-Reduzieren (#22)

Ein Boxsack. Ein kleiner. Genau genommen einer, der nicht mit Stoffresten oder gar Sand gefüllt ist, sondern ein Kinderboxsack. Er gehörte mal meinem Sohn, bis er den Besitz aufgab und das gute Stück herrenlos in meine Obhut stellte. Kinderfitnessgegenstände sollte nicht bei Erwachsenen in Schränken versteckt sein, während sich die armen Kleinen vor ihren Spielekonsolen und Computern langweilen. Ich mag mir gar nicht ausrechnen, wie viele junge Menschen kein ADHS hätten diagnostiziert bekommen, Ritalin verschrieben oder epileptische Anfälle durch das flackernde Farbspiel ihrer Bildschirme in Kauf nehmen müssen, wenn ich diesen Boxsack schon früher freigegeben hätte.

Liest sich ein wenig radikal, sarkastisch - möglicherweise -, ironisch - ganz gewiss -, was ich da geschrieben habe, aber ich sehe das mit Sorge. Seit meiner Kindheit treibe ich täglich Sport. Wir waren mit Rollschuhen und Hockeyschlägern auf der Straße, ich war in Sportvereinen, habe in der Gartenhütte meiner Eltern Liegestütz und Klimmzüge gemacht, hatte mich zum Joggen verabredet. So etwas prägt. Noch heute vergeht kein Tag ohne Sport und Bewegung. Ich schwöre: Körperlich wirke ich keinen Tag älter als 40 Jahre!

Heute sehe ich Kinder, die schwer atmen, wenn sie eine Treppe hoch steigen, die nicht einmal eine  einzige Kniebeuge können, geschweige denn, dass sie auf einem Bein stehen könnten, ohne sich mich zwei Händen festzuhalten. Das macht mich traurig.

Mein Sohn treibt seit Anfang das Jahres Sport mit mir. Das macht mich dahingegen glücklich. Inzwischen kann er sogar Kniebeugen. Wahrscheinlich nur, damit er tief genug runter kommt, um unauffällig unter meinem Bett nach seinem Kinderboxsack zu schauen - er ist ja schließlich kein Kind mehr. Ich hoffe nicht, dass er ihn eines Tages zurückfordert, denn der geht jetzt wieder an ein Kind. Eines, das gerettet werden mag. Wer hat eins?


Daily Insta


Tolles Fotoshooting heute mit Inge Kohrmann. Ihr lebt vegan und in der Wetterau? Meldet euch bei ihr. Wenn zehn, zwanzig zusammenkommen, gibt es vielleicht sogar eine Ausstellung. Ganz im Sinne der Sache 😍
© Inge Kohrmann

#portrait #porträt #fotoshooting #vegan #veganer #veganos #vegansofinstagram #vegansofig #vegansofwetterau #butzbach #wetterau #wetteraukreis #Hessen

Samstag, 21. April 2018

Daily Insta


Sie sind bereit. Heute dürfen sie das erste Mal im Freien sein. Sie freuen sich. Ich mich auch 😊 Aus Resten gebautes Gewächshaus, upgecycelte Töpfe und alte Tomatensorten... ÖKO-Triumphirat 😂 #gewächshaus #dachterrasse #urbangardening #tomaten #tomato #homegrown #diy #upcycling #reuse #wiederverwendbar #plastic #begreen #eco #öko #nachhaltig

30-Tage-Challenge: Loslassen-Ausmisten-Reduzieren (#21)

Noch etwas vom Dachboden: Seit meinem Umzug steht es ungenutzt herum. Es ist hübsch. Sehr schön. Schon allein dieser - zugegeben ähnlich beinhalteten - Attribute wegen sollte es täglich einer Nutzerin oder eines Nutzers Augen erfreuen: Mein Regal!

Zwar besuchte ich es regelmäßig, wenn ich meine Wäsche zum Trocknen nach oben brachte, aber Regale brauchen eine sinnvolle Beschäftigung. In der alten Wohnung hatte es eine solche. Es war im Küchendienst beschäftigt und trug Tag ein, Tag aus sämtliche Gewürze, die ein normaler Haushalt von jemandem der seinerzeit gut 100 Kochbücher besaß, benötigt: Ajowan, Anis, Annatto, Asant, Bärlauch, Bärwuz, Basilikum, Beifuß, Berbere, Bergkümmel, Bertram, Bockshornklee, Bohnenkraut, Borretsch, Brotklee, Brunnenkresse, Cardamom, Cayennepfeffer, Chili, Cilantro, Cumin, Curkuma, Curryblätter, Currykraut, Corrypulver (indisch und britisch), Dill, Dost, Eberraute, Engelwurz, Epazote, Essigbaum, Estragon, Färberdistel, Fenchel, Fetthenne (vollfett, fettreduziert und light), Galgant, Gewürznelken, Harissa, Huflattich, Ingwer, Kaffernlimette, Kalmus, Kerbel, Knoblauch, Koriander, Kubebenpfeffer, Kümmel, Lavendel, Liebstöckel, Lorbeer, Löffelkraut (Ess-, Tee- und Espressolöffel), Muskat, Majoran, Minze, Nelke, Nelkenpfeffer, Oregano, Paradieskörper, Paprika (edelsüß und Rosen-), Petersilie, Pfeffer, Piment, Pimpinelle, Ras el-Hanout, Rosmarin, Safran, Salbei, Sambal, Schwarzkümmel, Senfkörner, Sternanis, Szechuanpfeffer, Thymian, Vanille, Wasabi, Wacholder, Zimt, Zwiebelpulver, um nur die wichtigsten in alphabetischer Reihenfolge zu nennen. Von den verschiedenen Salz- und Zuckerarten möchte ich gar nicht erst anfangen.

Derzeit verfüge ich jedoch über zwei gegenüberliegende Küchenzeilen und somit ausreichend Platz für Gewürze, zudem eben durch die zwei Küchenzeilen allerdings auch nicht über Platz an der Wand, um das Regel anzubringen, selbst wenn ich das wollte. Das Regel ist also ohne Beschäftigung. Wer Bedarf hat, kann sich gerne melden. Ich würde auch ein paar Gewürze und gut 30 Kochbücher beisteuern.