Dienstag, 14. August 2018

Über alles, nur nicht Klimawandel


Ich möchte nicht über den Klimawandel schreiben. Es ist viel zu heiß. Lieber schreibe ich über Ernährung. Rein pflanzliche, versteht sich. 

Rund zwei Drittel aller vom Menschen genutzten Flächen dienen der Tierhaltung. Wussten sie das? Beginnend mit dem Anbau von Futtermitteln – 40 Prozent der Weltgetreideernte und 85 Prozent der Sojaernte gehen an Nutztiere –, endend mit dem Flächenverbrauch für die Tierhaltung. Bei der Recherche fiel mir ins Auge, dass landwirtschaftlich genutzte Flächen weit weniger CO2 aus der Atmosphäre binden als die natürliche Vegetation. Rund sieben Kilo pflanzliches Protein benötigen wir im Schnitt, um ein Kilogramm tierisches Protein zu erhalten. Die nötigen Anbauflächen bringen einen extremen Flächenverbrauch mit sich, um überwiegend eine Geschmacksfrage zu befriedigen. Eine Studie von Schmidinger und Kollegen, bereits 2012 im  International Journal of Life Cycle Assessment veröffentlicht, kam zum Ergebnis, dass beispielsweise brasilianisches Rindfleisch unter Einberechnung des Flächenverbrauchs gut 25mal klimaschädlicher ist, als bisher angenommen. Eine niederländische Studie kam drei Jahre zuvor zu dem Ergebnis, dass wir uns bis zum Jahr 2050 80 Prozent der Klimastabilisierungskosten - 32 Billionen US-Dollar - sparen könnten, wenn wir auf die Nutztierhaltung verzichteten. 

Oh, jetzt schreibe ich doch über das Klima. Möchte ich nicht. Ich habe gerade 33 Grad Celsius in meiner Dachgeschosswohnung. Dann schreibe ich eben über ökologische Ernährung, wenn die Ernährung mit Fleisch offenbar doch ein Klimathema ist. Die ist zwar etwas teurer, aber dadurch, dass ich am Tierischen spare, kann ich mir das wie jede und jeder andere auch leisten. Wussten Sie, dass rund 80 Prozent der Lachgas-Emissionen in Deutschland aus der Landwirtschaft stammen? Sie war nach Daten des Umweltbundesamtes im Jahr 2016 mit einem Anteil 7,2 Prozent der zweitgrößte Verursacher von Treibhausgasen. Das Lachgas stammt aus der Verwendung mineralischer Stickstoffdünger und Wirtschaftsdünger, die beim ökologischen Landbau keinen Einsatz finden. Bio-Lebensmittel sind daher deutlich klimafreundlicher. Ein Kilogramm Kartoffeln aus konventionellem Anbau trägt nach Rahmann und Kollegen, „Klimarelevanz des ökologischen Landbaus – Stand des Wissens“, Agriculture and Forestry Research 1/2 2008, 197 g CO2-Äquivalente in die Klimabilanz ein, ein Kilogramm aus ökologischem nur 136 g (-31 %); ein Kilogramm konventionelles Rindfleisch übrigens 13.303 g und ökologisches 11.371 g – unter Einberechnung des Landverbrauchs vermutlich sogar das Doppelte.

Jetzt bin ich ja schon wieder beim Klima. Die Sonne schlägt ganz schon aufs Hirn. Ich sollte mich in den Flieger setzen und ins Kühle Island flüchten. Die Lufthansa bietet glücklicherweise vegane Mahlzeiten an und hat vor einigen Jahren als erste Fluggesellschaft weltweit den Einsatz von Biotreibstoff im regulären Flugbetrieb erprobt. Nach Daten des Umweltbundesamtes emittiert eine Flugreise übrigens 214 g Treibhausgase pro Personenkilometer (Reisebus: 32 g, Fernverkehr/Bahn: 37 g; PKW: 140 g). Wussten Sie das? Bis nach Reykjavik sind es 3.250 Kilometer und damit 695,5 Kilogramm CO2-Äquivalente pro Person. Das ist so viel wie bei 26 Kilogramm konventionellem Rindfleisch oder fünf Tonnen Kartoffeln aus ökologischem Anbau freigesetzt wird.

Vielleicht bleibe ich doch lieber zuhause, esse entspannt eine fleischlose Bio-Gemüse-Mahlzeit und schreibe etwas über das Klima. Einfacher geht es wohl nicht, etwas fürs Klima zu tun.

Samstag, 11. August 2018

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Heute ist ein sehr schöner Bericht über meinen "plastikfreien" Weg in der FAZ 
Habt ihr ihn lesen können? ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀

Ein schönes Wochenende euch allen!

#faz #frankfurterallgemeinezeitung #frankfurterallgemeine #frankfurt #zerowaste #lesswaste #lowwaste #müllfrei #keinmüll #unverpackt #plasticfree #plastikfrei #gogreen #nachhaltig #nachhaltigkeit #nachhaltigleben #sustainable #sustainability #sustainableLifestyle #zerowastelifestyle #eco #selbstversuch #saveourplanet #savetheplanet #ourplanetourhome #waronwaste #motherearth  #goingzerowaste #refuse #reuse

Mittwoch, 8. August 2018

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Ihr Lieben, am 16. und 17. August, je 17:00 Uhr, gestalten Leo Gärtner und ich zwei vegane Kochabende. Würde mich freuen, euch Menschen dort zu sehen ❤️

Anmeldung im Biomarkt in Bad Nauheim unter kontakt@biomarkt-badnauheim.de

#vegankochen #kochkurs #badnauheim #bio #food #foodpics #foodie #heresmyfood #eeeeeats #feedfeed #vegan #veganism #whatveganseat #veganfood #veganfoodporn #veganfoodshare #bestofvegan #letscookvegan #veganlife #veganeats #cleaneats #cleaneating #healthyfood #dairyfree #plantbased #veggie #idonteatanimals #meatless #meatfree #nomeat

Freitag, 3. August 2018

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Ich hatte gerade ein großartiges veganes Eis: Spinat-Birne, Physalis und Stachel-Anone ☺️ Wenn ihr in der Nähe seid, dann schaut mal bei Heisszeit in der Gießener Plockstraße vorbei... und fragt für mich, was eine oder ein Anone ist 😂 @heisszeit.giessen #eis #Eiscreme #ice #icecream #food #foodpics #foodie #heresmyfood #eeeeeats #feedfeed #vegan #veganism #whatveganseat #veganfood #veganfoodporn #veganfoodshare #bestofvegan #letscookvegan #veganlife #veganeats #cleaneats #cleaneating #healthyfood #dairyfree #plantbased #veggie #idonteatanimals #meatless #giessen #heisszeit

Dienstag, 31. Juli 2018

Gefillte Fisch gefällig? Plastikmüll in Meer und Strand


Vor einiger Zeit las ich, dass die Müllbelastung an den deutschen Küsten besorgniserregend sei. Ist sie das nicht weltweit? Fünf große Plastikmüllstrudel in den Weltmeeren, der größte davon, der „great pacific garbage patch“ so groß wie Mitteleuropa. Da hilft es auch nicht, die Größenverhältnisse schön zu rechen. Es stimmt zwar, dass 140 Millionen Tonnen Plastikmüll von den Weltmeeren auf das Usa-Wellenbad umgerechnet nur ein bis zwei Teilchen pro Schwimmbecken sind, aber was hilft das dem Strand? In unserem Stadtbad gibt es Filter, und der Müll verschwindet. Am Meer filtert der Sandstrand, und der Müll bleibt am Strand. Das sind dann 389 Müllteile pro 100 Meter Küstenlinie allein an den deutschen Küsten. Wir schimpfen über die Anreinerstaaten der südasiatischen Meere, denn die waren immer öfter mal wegen verschmutzter Strände in den Nachrichten. 

„Ja, ja, die da drüben, die haben‘s nicht so mit der Müllentsorgung!“, hört man sich dann sagen, während man ruhigen Gewissens seine Chipstüte öffnet und ein Schlückchen Cola aus der PET-Flasche trinkt. „Wir recyceln ja! Und an die Nordsee müssen wir ja nicht. Wir fliegen im Urlaub nach Ägypten! Da sind die Strände sauber!“ Stimmt! Sind sie aber nur, weil allmorgendlich große Räumfahrzeuge verkehren, die den Sandstrand filtern. Ein Bisschen wie im Usa-Wellenbad, nur im großen Stil. Danach muss man schon genau hinschauen, um festzustellen, dass der Sand schon längst eine untrennbar gewordene Mischung aus Silicium und Plastikkügelchen geworden ist. Plastik baut sich erst nach Hunderten von Jahren ab, aber immerhin wird es Jahr für Jahr kleiner, während es im Meer der Witterung und der Reibung ausgesetzt ist. So klein, dass es sich vom Sandkorn in der Größe nicht mehr unterscheidet, und so klein, dass Fische es nicht mehr von Plankton unterscheiden können. Wäre es also eine Lösung, mehr Fisch zu essen? Dann käme das Plastik zu uns zurück. „Return to sender!“, singt da der Friedberger und Bad Nauheimer in Erinnerung an den King. 

Wenn man den Müll an unseren Stränden auf die Herkunft untersuchte, würde man vermutlich feststellen, dass ein Großteil davon nicht durch den Wind vom Festland eingetragen oder durch die Nord- und Ostseeschiffahrt eingebracht wurde, sondern vermutlich auch schon in Ägypten am Strand gelegen hat - vor den Räumfahrzeugen und uns quasi. Ein weiterer Teil wird aus Indonesien stammen, wo es den schmutzigsten Fluss der Welt gibt, oder war zuvor zu Besuch auf der Insel Henderson, nahe Neuseeland, die es mit 38 Millionen Plastikteilen zum Titel der verschmutztesten Insel der Welt brachte, bevor die Reise mit Wind und Wasser weiterging. Auf den unbewohnten Inseln gibt es halt kein Interesse an Räumfahrzeugen. Es liegt ja auch niemand an den Stränden. Bis auf die Tiere der Insel natürlich, aber die haben sich bislang noch nicht beschwert. 

Was bedeutet das für uns? Wir können nicht so viel Fisch essen, dass das ganze Plastik wieder aus den Meeren herauskommt. Insbesondere weil jährlich 13 Millionen Tonnen Plastikmüll hinzukommen und die Fischbestände ohnehin immer stärker schrumpfen. Was geht es uns an, wenn wir doch unseren Müll recyceln? Viel! Wenn die großen Industrienationen ihre Innovationskraft nutzen, um den Konsumentenwunsch nach mehr Verpackungsfreiheit zu erfüllen, werden diese Techniken sich weltweit etablieren. Ich persönlich mag keinen gefillten Fisch, und das sagt nicht der Veganer, sondern der Mensch, der will, dass auch seine Enkelkinder keinen Plastikfisch essen müssen. 

Sonntag, 29. Juli 2018

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Mein Rezept für einen guten Start in den Tag. Gerade bei der Hitze 😎 Tee aus Ingwer, Kurkuma und Pfeffer. Fünfzehn Minuten ziehen lassen, dann den Saft einer halben Zitrone dazu, und der Tag kann kommen ☺️ Gerade für Sportler toll, da es eine entzündungshemmende Wirkung hat 😉 #ingwer #ginger #curcuma #kurkuma #pfeffer #pepper #tea #tea #food #foodpics #foodie #heresmyfood #eeeeeats #feedfeed #vegan #veganism #whatveganseat #veganfood #veganfoodporn #veganfoodshare #bestofvegan #letscookvegan #veganlife #veganeats #cleaneats #cleaneating #healthyfood #dairyfree #plantbased #veggie

Mittwoch, 25. Juli 2018

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Bei meinem Umzug vor zwei Jahren hatte ich mich bewusst gegen den Kauf einer eigenen Waschmaschine entschieden. Eine Maschine, die nur alle zwei Wochen genutzt wird, zu kaufen, erschien mir so unglaublich unökologisch und eine solche Ressourcenverschwendung zu sein 😮 Seitdem wasche ich bei Freunden und bezahle mit mitgebrachten Brötchen für ein entspanntes, gemeinsames Frühstück, währenddessen deren Maschine für mich läuft, oder ich suche wie heute einen Waschsalon auf... und sitze derweil mit einem Buch im Café 😊 Das Ökoleben führt offenbar zu sehr viel Müßiggang 😉 Übrigens wasche ich dadurch nur noch alle drei Wochen einmal und trage meine Sachen länger. Doppelter Gewinn für die Umwelt 🤗 #minimalismus #minimalism #ökologisch #öko #eco #ecologic #ecolife #bewusstleben #waschmaschine #waschsalon #shareconomy #sharing #teilen #wenigeristmehr #einfachleben #nachhaltigkeit #nachhaltig #nachhaltigleben #sustainable #sustainability #sustainableliving #sustainableLifestyle #reduce #reduzieren #environment #umwelt #umweltschutz #ressourcenschonung #wohlstandsrückbau #postwachstumsökonomie

Sonntag, 22. Juli 2018

Detox für die Psyche: Sieben Tage ohne Smartphone (7)


Freitag hatte ich meinen siebten Tag ohne Smartphone und ohne Soziale Netzwerke. Als ich abends zu Bett ging, war ich gespannt, was nach dem Erwachen passieren würde, wenn meine selbst auferlegte Abstinenz enden würde. 
Morgens schnappte ich mir erwartungsgemäß gleich mein Smartphone, ging ins Hotelrestaurant und fotografierte sofort mein Frühstück. und dann ... dann ... dann steckte ich es wieder ein. Kein Instagram-Post, nichts auf Facebook und auch Whatsapp habe ich ruhen lassen.

Die überraschende Antwort auf die spannende Frage: Nichts ist passiert! Ich hatte nicht einmal den Drang, meine verpassten Nachrichten der letzten sieben Tage sofort zu checken. Der Drang setzte auch zur Mittagszeit nicht ein, und auch am Abend war da kein Bedürfnis zu spüren. Um sieben Uhr siegte aber dann zumindest die Neugierde, wie viele Nachrichten es dann wohl in dieser Woche gewesen sein mögen. 471 (215 Instagram*, 98 Facebook, 85 Whatsapp, 73 Emails) Nachrichten und Benachrichtigungen durfte ich am Rechner checken und gegebenenfalls beantworten; also auf die Woche bezogen fast 70 (!) pro Tag. Gebraucht habe ich ... weniger als drei Stunden (164 Minuten). 
Angenommen meine im ersten Post geschätzten vier Stunden, die ich täglich mit Smartphone und Sozialen Netzwerken beschäftigt bin, treffen zu, dann wäre das eine Zeitersparnis von über 90 Prozent. Damit hätte ich nie gerechnet!


Die Frage ist natürlich, ob die Nachrichten auch außerhalb der besonderen Bedingungen der Urlaubszeit so lange unbeantwortet bleiben können. Auch hier gab es spannende Erkenntnisse. Ich habe die vier genannten Kommunikationsformen/Sozialen Netzwerke einzeln nach Bearbeitungszeit und Relevanz ausgewertet . 
Die Bearbeitungszeit war die Zeit, die ich benötigte, um alle Nachrichten und Benachrichtigungen eines Mediums zu sichten und gegebenenfalls zu beantworten. Relevant war eine Nachricht oder Benachrichtigung in einem Medium, wenn sie an mich persönlich gerichtet war oder Informationen enthielt, die mich interessierten. Nicht relevant waren solche wie Spam oder Systembenachrichtigungen über Likes und Follower.

Die geringste Relevanz hatten Instagram (13,6 %, mehrheitlich Systembenachrichtigungen, keine persönlichen Nachrichten) und Emails (38 %, viel Spam), gefolgt von Facebook (52 %, viele Systembenachrichtigungen und Benachrichtigungen von Facebook mit dem Ziel, mich als Werbekunden zu mehr Absatz zu bringen) und Whatsapp (72 % Relevanz).


Interessanterweise lag jedoch die Bearbeitungszeit bei Instagram am niedrigsten (1,8  Sekunden pro Nachricht/Benachrichtigung), was daran liegt, dass Instagram Likes und Follower zusammenzufassen beginnt, wenn man einige Zeit keine Aktualisierungen abgerufen hat.

Die Bearbeitungszeit von Whatsapp und Facebook lagen mit durchschnittlich 30 Sekunden pro Benachrichtigung/Nachricht gleich, was bei Facebook teils auch der Zusammenfassung geschuldet ist ("20 Personen gefällt dein Beitrag ...") und bei Whatsapp an der schnellen Lesbarkeit liegt.
Am längsten brauchte ich für meine Emails (im Schnitt 50 Sekunden) - Schuld ist hier natürlich, dass Emails ausformuliert sind und zumeist deutlich gehaltvoller als die Nachrichten in den Sozialen Netzwerken.

Ich habe daraus folgenden künftigen Umgang für mich herauskristallisiert:
  • Instagram rufe ich nur noch einmal die Woche ab, da die Relevanz niedrig ist und auch die Bearbeitungszeit gering.
  • Facebook reicht es, zwei- oder dreimal pro Woche abzurufen, jedenfalls an Tagen, an denen ich etwas gepostet habe. Die Relevanz liegt nur unwesentlich über 50 % und die Bearbeitungszeit im Mittelfeld.
  • Whattsapp rufe ich zweimal täglich ab, da die Relevanz die höchste ist. Dringende Angelegenheiten können ja per Telefon erledigt werden.
  • Emails rufe ich künftig einmal täglich abends ab, wenn ich sie am Rechner statt auf dem Smartphone bearbeiten kann, was schneller geht. Die Relevanz ist zwar relativ niedrig, dafür ist die Wichtigkeit der relevanten Nachrichten in der Regel deutlich größer gewesen, als die der Benachrichtigungen und Nachrichten der sozialen Netzwerke.

Dadurch sollte ich weiterhin eine große Zeitersparnis haben und mir viel Energie und Fokussierung für kreative Prozesse bewahren können.

Zum Schluss kann ich jedem empfehlen, so eine Urlaubswoche ohne Smartphone und ohne Facebook & Co. zu machen. Nicht nur um vielleicht auch festzustellen, wie wenig Relevanz viele der Banachrichtigungen haben (das mag individuell verschieden sein), sondern gerade um sich vor Augen zu führen, wie es um die Wichtigkeit mancher Nachrichten bestellt ist. Viele erledigten sich mit der Liegezeit von selbst und manche ließen mich schmunzeln: Einige stellten mir Fragen, deren Antworten zeitkritisch waren. Nur einer von jenen kam auf die Idee anzurufen, um die Frage zu klären. Verlernt oder war die Frage doch nicht so wichtig?

Das heißt natürlich nicht, dass ich ab jetzt nicht mehr schaue, was auf anderen Kanälen/Profilen/Status so los ist. Ich lasse mir nur nicht mehr von den Apps diktieren, wann ich etwas abzurufen habe - Klingeltöne, Vibrationen und LED-Licht sind zu Benachrichtigungen der Apps nun deaktiviert. Herr meines Surfverhaltens bin ich zum Glück noch.
Und natürlich werde ich auch weiterhin mein Essen fotografieren und posten, so wie ich es oben heimlich gemacht habe und frech behauptet, ich hätte es nicht gemacht. GRINS!



* 1.177 Benachrichtigungen aus einer Werbeanzeige für Fionrirs Reise habe ich ausgeklammert, da sie zu einer Verzerrung geführt hätten.

Donnerstag, 19. Juli 2018

Detox für die Psyche: Sieben Tage ohne Smartphone (6)


Seit ich vor fast drei Jahren beschlossen hatte, meine Smartphonenutzung Regeln zu unterwerfen, hat sich viel getan. Ich blogge häufiger und bin mit Facebook stärker und seit einem halben Jahr auch mit Instagram vernetzt. Zudem bewerbe ich mein Buch über die Sozialen Netzwerke und auch Hilfsaktionen, die ich unterstütze, wie Projekt200Plus, verlangen nach Betreuung der Accounts.

Leider zeigt sich hier, dass das, was ich 2015 noch als Vorteil angesehen hatte, nämlich abends keine Nachrichten mehr beantworten zu müssen, da ich das ja unterwegs in der Bahn machen könne, ein Trugschluss war. Mitnichten hat mein mobiler Smartphone-Büro-Betrieb dazu geführt, dass ich mehr Freizeit habe - im Gegenteil: Es hat dazu geführt, dass ich heute sehr viel mehr in meiner Freizeit an freiwilliger und ehrenamtlicher Arbeit bewältige als noch vor drei Jahren. Mit der Folge, dass sich Kopf und Körper nie wirklicher Pausen hingeben können.

In diesen Urlaubstagen ohne aktiviertes Smartphone habe ich gelernt, wie viel Freizeit ich eigentlich habe. Nun gilt es, langsam wieder in den Normalbetrieb überzugehen, und die gewonnenen Erkenntnisse auch nachhaltig zu archivieren. Ich habe heute mein Smartphone wieder ein-, dafür die Benachrichtigungen ausgeschaltet. Damit bleibe ich Herr meines Smartphones, und ich bin es, der den Impuls setzt, wann ich Nachrichten abrufe - und kein Blinken, Klingeln oder Vibrieren. Abrufen werde ich die Nachrichten erst in zwei Tagen, und dann bin ich gespannt, wie viele der Nachrichten tatsächlich wichtig waren und wie viel Zeit ich brauche, um die Benachrichtigungen von einer Woche zu sichten und zu beantworten, wo es noch nötig ist. Weit über 250 Benachrichtigungen sind es inzwischen, die mein Smartphone mir anzeigt.

Meiner Abschlussarbeit am zweiten Band von Fionrirs Reise hat es jedenfalls sehr gut getan, das Smartphone auszulassen. Ich habe nur noch zwei Kapitel übrigen, bis mein Manuskript zum Reimheim-Verlag gehen kann.

Mittwoch, 18. Juli 2018

Detox für die Psyche: Sieben Tage ohne Smartphone (5)


Ich muss feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, Langeweile nicht nur auszuhalten, sondern als Möglichkeit zur Regeneration wieder zu schätzen zu lernen. In den Phasen, in denen ich nicht konzentriert genug war, um einer sinnvollen Arbeit nachzugehen, hatte ich bislang immer das Smartphone in die Hand genommen. Ich komme gut voran, mein zweites Kinderbuch final zu überarbeiten. Heute bin ich immerhin bei Kapitel 20 angelangt. Das ist eine Arbeit, die voller Aufmerksamkeit bedarf, schließlich sollen übersehene Fehler, logische Brüche oder ungelenke Sätze nicht das Lesevergnügen mindern. Ich habe mir Bücher für die Zeiten der Zerstreuung mitgenommen, doch zu lesen, während ich gerade gelesen und korrigiert habe, ist nicht wirklich ein probates Mittel der Erholung. 

Ich habe mich darin geübt, nur zu sitzen und nichts zu tun. Erstaunlicherweise hat das den Drang geweckt, zum Smartphone zu greifen, und das obwohl ich nun schon den fünften Tag ohne bin und es konsequent im Flugmodus habe. Zur Sicherheit habe ich es im Hotelzimmer gelassen, als ich mich in den Garten begeben hatte. Nun war das Verlangen noch größer. Ich war verwirrt. Wie konnte das sein, obwohl ich doch inzwischen hunderte von Benachrichtigungen erfolgreich ignoriert haben musste? Es dauerte etwas, bis ich dahintergekommen war: Die Uhr! Irgendwie hatte mein verfressener Gastralbereich Angst in mir gepflanzt, ich könnte eine Mahlzeit im Hotel verpassen (ist sehr lecker hier!). 
Kaum, dass ich wiederentdeckt hatte, dass auch mein Ebook-Reader in der Lage ist, die Uhrzeit anzuzeigen, war das Verlangen nach dem Smartphone weg. Dadurch wurde mir wieder in Erinnerung gerufen, wie viele Funktionen das Smartphone neben Kommunikation und Unterhaltung erfüllt: Uhr, Wecker, Navigator, Kalender, Notizbuch, Lexikon, Wörterbuch ... 

Das erklärt auch die Szene, die ich gestern in einem Diner erlebt hatte. Am Nachbartisch saß eine Frau in meinem Alter, ihr gegenüber offenbar ihre Mutter. Sie holte ihr Smartphone aus der Handtasche hervor und hielt es ihrer Mutter mit den Worten "Schau mal, wie heiß!" entgegen. Ihre Mutter hielt die Hand daran und fast hatte ich geglaubt, sie würde "Oh, das Kleine hat Fieber!" antworten. So schlimm wurde es nicht, aber ich glaube, es steckte ernste Sorge dahinter. Was macht man, wenn der heiße Akku, das Gerät in die Funktionsunfähigkeit zwängt. Weg wären Navigation, Kalender und all die Annehmlichkeiten dieses kleinen Wunders.
Das Schlimmste, das passieren könnte, wäre aus meiner Sicht von geradezu lebensbedrohlicher Fatalität: Ich könnte eine Mahlzeit verpassen!