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Sonntag, 30. April 2023

Lesung aus "Arnold hält nach" zum ProVeg-Brunch in der Kräuterpension


Heute durfte ich in der Kräuterpension am Wald von Heidrun Quintino in Hanau-Großauheim aus den erst Montag vollständig als Taschenbuch erschienenen drei Bänden von "Arnold hält nach" lesen. Anlass war das Pro-Veg-vor-Ort-Treffen. Der vegane Mitbring-Brunch findet schon seit über elf Jahren dort statt. Flexitarisch, vegetarisch und vegan lebende Menschen treffen sich dort einmal monatlich zum Austausch und gemeinsamen Essen. Natürlich haben wir auch etwas zum Buffet beigetragen: Meine Medaillons und dazu die vegane Käsesoße, aber je ohne Nüsse und die Medaillons stattdessen mit Haferflocken, da ich derzeit an meiner Körpermitte arbeite. Tut mir leid, dass die anderen darunter leiden mussten 😉

Das Buffet war großartig, auch wenn ich durch drei Wochen Nachrungsmengenrestriktion nicht so viel essen konnte, wie meine Augen mir dringend nahegelegt hatten.



Ich habe aus den drei Bänden je drei Texte ausgewählt, die, wie immer humorvoll und faktenbasiert, Themen wie Müllvermeidung, Ernährung, Klimawandel, Konsumkritik oder Mobilität zum Kern hatten. Mein Grinsen ist ein gutes Zeichen, dass ich Spaß hatte. Hinterlasst gerne einen Kommentar, wenn es bei euch auch so war, und abonniert meinen Newsletter, wenn ihr die neuen Texte immer frisch jeden zweiten Dienstag per E-Mail bekommen wollt. Danke 😀





Freitag, 28. April 2023

Nachhaltigkeitssprechstunde Stadtbücherei Bad Nauheim

Tolles Angebot der Stadt Bad Nauheim: Nachhaltigkeitssprechstunde in der Stadtbibliothek in der Zanderstraße. Am 10. Mai, 17:00 Uhr, geht es um das Thema "Plastikfrei in Bad und Haushalt". Der Eintritt ist frei.





Samstag, 1. Oktober 2022

Kultur auf der Spur - Vortrag über Minimalismus im Alltag

Am Montag, dem 3. Oktober 2022 bin ich im Rahmen der Reihe "Kultur auf der Spur" eingeladen, einen Vortrag über Minimalismus im Alltag zu halten. Ich freue mich schon.

Kommt doch auch vorbei. Los geht es um 19:30 Uhr im Bibliothekszentrum Klosterbau (Augustiner Gasse 8, 61169 Friedberg). Eintritt an der Abendkasse: 7 €, Mitglieder: 5 €, Schüler*innen und Auszubildende: 2 €




Freitag, 14. Februar 2020

Buchvorstellung: Fräulein Ökos "Projekt Plastikfrei"

Buchvorstellung: Fräulein Ökos "Projekt Plastikfrei"

Vor einem Monat hat meine Workshop-Partnerin und Freundin Svenja ihr Buch "Projekt Plastikfrei" herausgebracht. Heute komme ich endlich dazu, hier im Blog ein wenig davon zu erzählen - gelesen habe ich es natürlich direkt nach Erscheinen. Svenjas 112-seitiger Ratgeber, der im Frech-Verlag erschienen ist, verspricht, in nur sechs Wochen auf einen Zero-Waste-Lebensweg zu führen, indem jede Woche ein anderer Lebensbereich entmüllt wird. "Dein Zero-Waste-Neustart: Zimmer für Zimmer in 6 Wochen" ist daher der vielversprechende Untertitel.

Der Inhalt ist eingeteilt in Einkaufen, Badezimmer, Wohn- und Arbeitszimmer, Schlaf- und Kinderzimmer sowie Unterwegs und auf Reisen. Was gleich ins Auge fällt ist, dass Svenjas Buch zwar auf eine Reise durch die Wohnung einlädt, aber den Einstieg auch in jedem anderen Bereich zulässt, geradezu dazu einlädt. Die Reihenfolge ist jedoch schlüssig gewählt - es sind die einfachsten Schritte, die zu Anfang gegangen werden. Die Erfolge ermutigen und erlauben es, auch die späteren Räume mit viel Mut zur Veränderung zu betreten. Erstaunlicherweise hat meine Reise mit "Plastic Diary" auf demselben Weg begonnen, was mich bestätigt - immerhin konnte ich durch diese Reise-Route dabei bleiben.


Svenja aka Fräulein Öko hat keine Drogerieartikel- und Kochrezept-Sammlung in der Art von "Und als nächstes nehme man ..." geschrieben. Zwar verliert das Buch nie die nötige Sachlichkeit, um die Lust am Nachmachen der vielen Rezepte nicht zu verwässern, doch es bleibt immer ein Reiseführer durch die Wohnung. Svenja nimmt mich als Leser mit und ich habe den Eindruck, als höre ich sie Dinge sagen wie: "Schau mal, hier kannst du dies machen!" und "Guck mal! Das funktioniert bei mir gut!" Es ist kein Buch zur Belehrung, es ist eins, das freundlich zu Nachahmung animiert! Dieser Stil wird nicht nur durch den Aufbau und Svenjas freundschaftliche Art zu schreiben gestützt, sondern auch durch die sehr schönen Illustrationen, die dem Buch einen noch sympatischeren Charakter geben.


Abgerundet wird das Buch durch Checklisten, die es mir als Leser einfach machen, Svenjas Weg zu folgen. Seifenstück zum Händewaschen benutzt? Check! Deocreme selbst gemacht? Check! Holzzahnbürste gekauft? Check! Nach und nach schleichen sich so immer mehr ökologische Alternativen in den Haushalt und plötzlich greift man beim Müll-Rausbringen ins Leere. Auch dass Svenja im Buch nicht grob von Möglichkeiten spricht, wie "Kauf dir Zahnpastaersatz!", sondern konkret ihre Marken nennt und auch Bezugsquellen angibt, zeigt, dass hier eine Autorin am Werk war, die nicht lediglich auf den fahrenden Zug des inzwischen durchaus rentablen Öko-Ratgeber-Zuges aufspringt, sondern schlichtweg teilhaben lässt an dem ökologischen Leben, das ihr eigenes ist.


Svenjas Buch gibt es überall im Buchhandel unter der ISBN978-3-7724-4950-5. Sie stellt ihr Buch unter anderem am 28. Februar im Nix-Drum-Rum in Bad Nauheim vor. Sollten hier schon alle Plätze belegt sein, findet ihr sie und ihr Buch (zusammen mit mir) auch am 21. März, 18:00-20:00 Uhr, in der Honighalle in Friedrichsdorf oder am 4. April, 14:00-15:00 Uhr, zur Ernst-Ludwig-Buchmesse im Kleinen Hörsal des Max-Planck-Institituts, Parkstraße 1 in Bad Nauheim. 
Ein schönes Interview, das ich mit Fräulein Öko führen durfte findet ihr bei der Wetterauer Zeitung:
https://www.wetterauer-zeitung.de/wetterau/friedberg-ort28695/youtuberin-fraeulein-erklaert-laesst-sich-plastik-alltag-vermeiden-13448812.html
Viel Spaß beim Lesen!

Montag, 14. Oktober 2019

Vortrag und Workshop - Plastikfrei & Zerowaste

Vortrag und Workshop - Plastikfrei & Zerowaste am 16.10. in Rosbach
Am 16. Oktober 2019, ab 20:00 Uhr, sind Svenja aka Fr. Öko und ich auf Einladung des Rosbacher Forums in der Wasserburg in Nieder-Rosbach (Haingraben 16, 61169 Rosbach). Der Geschäftsführer vom BUND-Landesverband, Michael Rothkegel, leitet ein, dann darf ich etwas über meine Wandlung zum Plastik- und Müllsparer erzählen und anschließend gibt es eine Vorführung von Svenja, mit wie wenigen Hausmitteln und kaum Arbeit ihr ganz viel Umverpacktes ersetzen und so Ressourcen und auch den Geldbeutel schonen könnt. Schaut vorbei - der Eintritt ist frei :-)


Freitag, 31. Mai 2019

Aktionstag Nachhaltigkeit an der Goethe-Uni Frankfurt, 03.06.2019


Am 03.06.2019 darf ich gleich zweimal in meinem grünen Kernbereich aktiv sein. Um vier gibt es im Grünen Hörsaal des Campus Westend an der Goethe-Uni in Frankfurt einen DIY-Workshop, in dem ich mit euch das eine oder andere selbst mache, das hilft Umverpackungen zu sparen, und um 19:30 Uhr findet ein Science Slam statt. Schaut vorbei 😊

Samstag, 27. April 2019

Dienstag, 23. April 2019

Kleidertauschparty und Vortrag im Kupferdächle in Pforzheim | 24.04.2019, 19:00 Uhr


Falls ihr morgen Abend noch nichts vorhabt, schaut doch mal im Kupferdächle in Pforzheim vorbei. Bringt Kleidung mit, tauscht nach Lust und Laune, und ich freue mich, euch währenddessen ein wenig zum Thema Nachhaltige Lebensführung erzählen zu dürfen.

Dienstag, 26. März 2019

Vorankündigung: "Plastik in den Weltmeeren" mit Christian Weigand, 3. April 2019, Friedberg


Nächste Woche Mittwoch darf ich die Veranstaltung "PLASTIK IN DEN WELTMEEREN" mit Christian Weigand einleiten und moderieren. Sie findet um 19:00 Uhr im Albert-Stohr-Haus, Ludwigstraße 34, in Friedberg statt. Kommt vorbei :-)

Mehr unter:
http://www.gruene-friedberg.de/plastik-in-den-weltmeeren

Mittwoch, 8. August 2018

Daily Insta



Ihr Lieben, am 16. und 17. August, je 17:00 Uhr, gestalten Leo Gärtner und ich zwei vegane Kochabende. Würde mich freuen, euch Menschen dort zu sehen ❤️

Anmeldung im Biomarkt in Bad Nauheim unter kontakt@biomarkt-badnauheim.de

#vegankochen #kochkurs #badnauheim #bio #food #foodpics #foodie #heresmyfood #eeeeeats #feedfeed #vegan #veganism #whatveganseat #veganfood #veganfoodporn #veganfoodshare #bestofvegan #letscookvegan #veganlife #veganeats #cleaneats #cleaneating #healthyfood #dairyfree #plantbased #veggie #idonteatanimals #meatless #meatfree #nomeat

Montag, 7. Mai 2018

Daily Insta


Nächste Woche darf ich mal wieder über mein Öko-Leben berichten. Vielleicht mögt ihr ja vorbeischauen 🤗 #zerowaste #lesswaste #lowwaste #müllfrei #keinmüll #unverpackt #plasticfree #plastikfrei #gogreen #nachhaltig #nachhaltigkeit #nachhaltigleben #sustainable #sustainability #sustainableLifestyle #zerowastelifestyle #eco #selbstversuch #saveourplanet #savetheplanet #ourplanetourhome #waronwaste #motherearth  #goingzerowaste #refuse #reuse #friedberg #wetterau #hessen #weltfairänderer

Dienstag, 20. März 2018

Science Slam "Wissenschaftsgeschichten im Anthropozän" am 15.11.2017 im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main

Letztes Jahr durfte ich als einziger Poetry Slammer unter lauter Wissenschaftlern mit meinem Lieblingsthema an einem Science Slam teilnehmen. Es war eine spannende Erfahrung, auch wenn ich im Nachhinein sagen muss, dass ich mich als Nichtforschender unter all den Praktikern, die mein Wissen an diesem Abend in so vielen Bereichen erweiterten, etwas verloren gefühlt habe. Ich konnte es durch Bühnenerfahrung etwas ausgleichen :-)
Hier ist jedenfalls das Video, und ich freue mich auf euer Feedback.

Andreas Arnold: Individuelle Wege in die Postwachstumsökonomie from ISOE on Vimeo.

Mittwoch, 20. September 2017

Dreiundsiebzigster Schritt: Fortbewegungs- statt Stillstandsmittel

Weil mein Auto (links) genutzt wird,
muss rechts keins gekauft werden!
Weert Canzler vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) wird in einem Artikel der Zeit zitiert, dass ein Auto im Schnitt 23 Stunden am Tag nur ungenutzt herumstehe. Schaue ich mir die Standzeiten meines Fahrzeugs an, glaube ich, dass ich den einen oder anderen Vielfahrer ausgleiche. Es steht oft tagelang ungenutzt auf meinem Parkplatz. Oder besser: Es stand ungenutzt. Dazu weiter unten mehr. Nun hole ich erst einmal etwas aus. Bereits letztes Jahr rechnete ich mir aus, was es kosten würde, die Wegstrecken, die ich mit dem Auto zurücklegen muss, beispielsweise weil ich Veranstaltungsequipment mit mir führe oder an Orten auftrete, die mit den Öffentlichen nicht oder in nicht vertretbarer Zeit erreichbar sind, per Carsharing abzudecken, und ich kam zum Schluss, dass tatsächlich die gleichen Kosten aufkämen. Dazu müsste ich jedoch die permanente Verfügbarkeit eines ungebundenen Fortbewegungsmittels aufgeben. Wobei, bei 23 Stunden Unbeweglichkeit im Mittel sollte ich es lieber Stillstandsmittel nennen. Jedenfalls verwarf ich den Gedanken daraufhin. Als nächstes machte ich mir Gedanken, wie ich mein Stillstandsmittel wieder zu einem Fortbewegungsmittel machen könnte. Das einfachste wäre, ich suche mir Menschen ohne Auto und teile meins mit ihnen. Das ist natürlich Vertrauenssache, weshalb ich in meinem Freundeskreis suchte. Inzwischen sind wir fünf Menschen. Wer auch immer es braucht, schreibt eine Gruppennachricht in der Messenger-App, die wir nutzen. Wer zuerst schreibt, fährt zuerst! Meinen Schlüssel habe ich zentral für alle zugänglich gelagert (unter einem Stein im Park). Dass wir befreundet sind, erleichtert die Abrechnung. Ich mag keinen Bürokratiequatsch! Fahrtenbücher mit akribischen Kilometerabrechnungen, Rechnungsstellung oder gar Abbuchungen am Monatsende? Nein, es soll doch das Leben erleichtern, aber vor allem mein Auto zu einem nützlicheren Gebrauchsgegenstand machen. Ich tanke weiterhin, zahle Steuer und Versicherung und kümmere mich um die Inspektionen und Reparaturen. All diese Kosten habe ich auf den Kilometer umgelegt, und welcher meiner ausgewählten Freunde auch immer mit dem Auto fährt, wirft das Kilometergeld in den ungenutzten Aschenbecher, der damit umgangssprachlich sogar wieder zu einem Aschenbecher wird. Meine Freundin hat ihr Auto im Februar verkauft, und die anderen drei müssen sich weder eines kaufen, noch eines für teures Geld mieten. Gute Idee für Geldbeutel und Umwelt!

Eines dieser Fahrten, die ohne Auto nicht zu machen sind, ist beispielsweise die zu meinem letzten Workshop, den ich in Bad Nauheim abhalten durfte. Ich hatte das Auto voll mit Salz, Natron, Zitronensäure, Essig, Kokosöl sowie Mörser, Mixer und weiterem Werkzeug zur Zubereitung günstiger und plastikmüllbefreiter Haushalts- und Hygienemittel. Das hätte ich mit Bus oder Bahn nicht schleppen wollen. Über 30 Gäste waren in den Weltladen gekommen und rührten mit mir zusammen Peelings, Spülmittel, Zahnsalz und Deocreme an, während ich mich über Müllreduktion und „Degrowth“ auslies. Das war ein toller Nachmittag – parallel war das Elvis-Festival. Auch Tolle! 
Für alle, die nicht dabei sein konnten: Am 1. Oktober, 16:00 Uhr, bin ich auf Einladung der Brauch-Bar im Gemeindehaus der evangelischen Gemeinde in Büdingen (Vorstadt 9, 63654 Büdingen)und am 12. Oktober, 20:00 Uhr, auf Einladung der Landfrauen Bruchenbrücken im dortigen evangelischen Gemeindehaus (Am Pfarrgarten 1, 61169 Friedberg). Ich freue mich, euch dort zu sehen.
Ach ja, der Weltladen in Bad Nauheim unterstützt übrigens auch Carsharing. Was für ein Zufall!

Mittwoch, 15. Juni 2016

Vierundfünfzigster Schritt: Schneeeruptionen mit Seife auslösen

Nur zwei Zutaten und zwei Arbeitsgeräte bis zur Flüssigseife
Okay, ich selbst bin da völlig entspannt, doch ich redete mir ein, dass die Gäste auf dem mit gleichem Namen beginnenden WC vielleicht nicht unbedingt dasselbe Stück Seife nehmen wollen würden, dass wir alle nehmen. Ihr wisst schon, so ein vormals einfarbig helles Stück duftender Seife, das nach ein paar Tagen aussieht, als sei sie ein Stück Marmor. Also nahm ich einen alten Handcremespender und mir die Zeit, Flüssigseife zu machen. Ich hatte verschiedene Quellen im Internet gesichtet, aber was wäre ich für ein Mensch, wenn ich eine Vorlage bräuchte. Seife und Wasser sowie Raspel und Mixer, was sonst sollte ich benötigen? Ich raspelte einen 100g-Seifenblock, gab einen Liter Wasser aus dem Wasserkocher heiß hinzu und verquirlte das Ganze mit dem Schneebesen . Bis hierhin ging alles gut. Ich hatte nun einen Liter Wasser, in dem 100 g Seifenflocken schwammen. Toll! Nur leider sehr fern von Flüssigseife! Sollte ich doch nach einem Rezept schauen? Bob, der Baumeister erschien auf meiner linken Schulter, Luigi und Mario auf meiner rechten. Alle drei schüttelten energisch mit dem Kopf. Dann kam mir die Idee, jenen Liter Wasser mit den arglos darin herumschwimmenden Seifenflocken in den Mixer zu geben. Nun folgt auch die ersehnte Erklärung zur Überschrift dieses Blogeintrags. Die Seifenflocken fanden
Flüssigseife eruptiert wie weiße Lava
das toll. Sie umschlossen nun in einem wilden Tanz, den ich sonst nur von Derwischen erwarten würde, alle Luftblasen, die der Mixer einsog, und natürlich auch - das dahingegen erwünscht - auch das heiße Wasser. Ich konnte zuschauen, wie sich das Volumen vergrößerte. Allerdings nicht lang, denn wenige Sekunden später wisch die Verwunderung dem Entsetzen, als die Schneeeruption aus dem Mixer ausbrach und versuchte, über die Arbeitsplatte der Küche und den Boden in die Freiheit zu gelangen. Mit Mühe gelang es mir, den glitschigen Weg zum Mixer zu überwinden und ihn auszuschalten. Luigi und Mario schüttelten mit dem Kopf und verließen lachend meine Schulter. Ich rettete, was ich retten konnte, und was ich retten konnte, hatte eine wirklich tolle cremige Konsistenz. Ich rührte für die Rückfettung noch etwas Olivenöl unter, was nun auch noch einen angenehmen Geruch hinzusteuerte. Für meinen kleinen ehemaligen Handcremespender war es natürlich knapp zehnmal zu viel, was ich mit einer einfachen Berechnung auch vorher hätte feststellen können. Ich füllte es ab, stellte es ins Badezimmer und freute mich auf die Reaktion meiner Liebsten, der ich mein Ergebnis zu präsentieren mich ereiferte. "Frau", legte ich mir auf die Zunge, "frohlocke, dein Mann hat sich wieder handwerklich betätigt." Bevor ich das sagen konnte, kam bereits ihre Stimme aus dem Gäste-WC: "Schatz, ist das Flüssigseife?"
Flüssigseife: Jede Mühe wert
Ich hob meine Brauen, verdrehte fachmännisch die Augen, natürlich alles hinter ihrem Rücken, und sagte: "Ja, Frau, Flüssigseife! Selbstgemacht! Fachmännisch! Plastikfrei!" Ja, das sagte ich, mit den Armen in die Hüften gestützt, wie ich das von Bob, dem Baumeister, kannte, der noch immer meine linke Schulter besetzte und grinste. Warum, konnte ich mir nicht erklären.
"Sollte sie nicht flüssig sein?", antwortete meine Holde augenzwinkernd und gab mir mein Produkt zur Prüfung in die Hand. Jetzt erklärte sich mir Bobs Grinsen. Dieser Verräter! Zugegeben, meine Flüssigseife ließ sich nicht durch den Spender pumpen. Tatsächlich ließ sie sich nicht einmal im Spender bewegen. Auch Schütteln ließ sie völlig unbeeindruckt an ihrem Aggregatzustand festhalten. Aber es war Flüssigseife. Zumindest flüssigere als der Seifenblock, als den ich sie gekauft hatte. Nachdem ich die Seife mühsam mit einem Stöckchen überzeugt hatte, aus dem Spender und aus meiner Vorratsglasflasche herauszukommen und sich bereit zu erklären, eine Emulsion mit der doppelten Menge an Wasser einzugehen, sind wir Freunde geworden. Sie steht jetzt - plastikfrei und selbstgemacht - im Gäste-WC und harrt der Gäste, die sich zwar nie beschwert hatten, ein und dieselbe Seife gemeinsam zu nutzen, aber Bob hinterfragte ja auch nie sein Tun.
In seinem Sinne: "Können wir das schaffen? Ja, wir schaffen das!"

Dem Dino knapp entgangen, entpuppte sich als Veganer
Übrigens hier ein Bild von meinem letzten Vortrag im Rahmen der Nachhaltigkeitswochen im Foyer der Frankfurter Commerzbank-Zentrale. Eine tolle Stunde mit vielen aufmerksamen Menschen. Gerade die Diskussion im Anschluss fand ich sehr anregend. Viele schöne Impulse. Vielen Dank, dass ihr da wart. Auch vielen Dank dem Dino. War vermutlich der älteste Zuhörer an diesem Tag! Immerhin hatte er miterlebt, wie das Erdöl entstand, das die Quelle des Vortragsgegenstands ist. Der nächste Vortrag wird wohl wieder in Friedberg sein. Vielleicht im Herbst. Mal schauen.


Dienstag, 24. Mai 2016

Zweiundfünfzigster Schritt: Mal wieder Ideen multiplizieren

Für den 3. Juni bin ich eingeladen, im Rahmen der "Deutschen Aktionstage Nachhaltigkeit" einen kleinen Vortrag zu halten. Er ist kostenlos und findet ab 11:00 Uhr in der Lobby der Commerzbank-Zentrale, Kaiserstraße 16, 60311 Frankfurt am Main, statt. Vielleicht habt ihr ja Zeit und Lust vorbeizuschauen. Ich erzähle ein Wenig vom meinem Weg zum plastikfreien Haushalt und gebe ein paar Tipps, wie auch ihr euren Plastikmüll einfach reduzieren könnt. Ich freue mich auf euch.

Donnerstag, 17. März 2016

Neunundvierzigster Schritt: Chancen nutzen und Ideen verbreiten

Was für eine hübsche plastikfreie Baumwollmütze!
Am Montag war der Hessische Rundfunk bei mir zuhause und hat mich einen halben Tag begleitet: Wir waren plastikfrei in meinem Bioladen und bei meinem Kaffeeröster einkaufen, und zum Abschluss drehten* wir noch eine Runde durch Küche, Badezimmer und Blog. Das war eine tolle Erfahrung, und ich hoffe, ich konnte damit etwas inspirieren und die Einfachheit müllreduzierten Einkaufens ein wenig greifbar machen.
Die Sendung wurde gestern Abend im Rahmen des Magazins "Service: Trends" ausgestrahlt. Es ist eine sehr informative Sendung zum Thema Plastik, die ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte. Sie ist in der Mediathek des HR abrufbar.

* wieder so ein doppeldeutiges Wortspiel. Wie mache ich das bloß immer? ;-)

Dienstag, 29. Dezember 2015

Vierundvierzigster Schritt: Plastikgräber graben und grün frühstücken

Ein wenig wie das Abendmal - nur mit weniger Haaren
Letzten Monat war ich zum Grünen Frühstück ins „La Dolce Vita“ in der Friedberger Bismarckstraße eingeladen. Das Grüne Frühstück findet an jedem dritten Sonntag im Monat statt und freut sich auf jeden Frühstücksgast, der an grünen Themen interessiert ist. Die Gäste letzten Sonntags waren primär daran interessiert, was ich an Erfahrungen im Umgang mit Plastik zu berichten hatte. So durfte ich eine gute Stunde darüber erzählen, welche Schritte ich bislang auf meinem Weg zum plastik- und müll(be)frei(t)en Haushalt gehen könnte. Um kurz nach elf Uhr sprach ich das erste Wort, und mit anschließender Fragerunde wurden es über zwei Stunden, die wir uns bei unterschiedlichen Frühstücksspezialitäten austauschten. Ich bekam sogar ein veganes Frühstück, das gar nicht auf der Speisekarte stand. Das Grüne Frühstück war eine schöne Erfahrung, insbesondere da der Großteil der Besucher auch in der Lokalpolitik tätig war. So kamen viele Ansätze zur Diskussion, die weit über den Privathaushalt hinausgingen, aber dennoch nicht minder greifbar waren. Ich denke, das wird nicht meine letzte Teilnahme am Grünen Frühstück gewesen sein.


Ruhe in Frieden, Bioplastikfolie
Im Spätsommer hatte ich ein kleines Experiment gestartet. Ich wollte wissen, wie lange es dauert, bis eine kompostierbare Bio-Plastikfolie tatsächlich verrottet ist. Einige Lebensmittel werden inzwischen in diese Folien verpackt, die aus pflanzlicher Stärke hergestellt werden und laut Herstellerversprechen zu 100% kompostierbar sein sollen. Die Crux an der Sache ist jedoch, dass die Folien nicht in die Bio-Tonne dürfen. Dort würden sie in den Kompostieranlagen durch Scanner als Plastikfolien identifiziert und automatisch aussortiert. Die Müllentsorger empfehlen daher, die Bioplastikverpackungen (Achtung: Es gibt auch welche, die zwar nicht mineralölbasiert, aber auch nicht kompostier- und recyclebar sind, die tatsächlich in den Restmüll gehören) im Restmüll zu entsorgen. Hiermit ist der Sache jedoch nicht gedient, da die kompostierbare Folie damit der Müllverbrennung zugeführt wird. Eine Alternative ist, diese Folien in den Komposthaufen zu werfen oder, falls kein Komposthaufen vorhanden ist, sie im Garten zu vergraben. Das war mein Experiment, das ich – zugegebenermaßen - etwas aus den Augen verloren hatte. Deshalb vergräbt man Dinge ja auch für gewöhnlich. Jedenfalls ist die Folie nunmehr zersetzt. Der Hersteller sprach von sechs Wochen. Die sechs Wochen liegen deutlich innerhalb der drei Monate, die die Folie nun vergraben war. Es funktioniert also. Ich habe im Garten ein Bioplastikgrab. Es befindet sich zweite Reihe, links, direkt neben dem Grab für meine Holzzahnbürsten mit Bioplastikborsten.

Sonntag, 2. August 2015

Sechsunddreißigster Schritt: Reden schwingen und Haare wringen

Ein Schnappschuss, fast wie gestellt!
Wieder einmal durfte ich einen Vortrag über Plastiksparen halten. Eingeladen hatte der Umsonstladen in Friedberg. Es wurde zu einem wirklich überraschenden Abend, denn die Resonanz war überwältigend. Die Veranstalter hatten mit zwanzig Gästen gerechnet. Das war in etwa die Zahl, die ich, in Erinnerung an meinen Petcha-Kucha-Vortrag im März, auch erwartet hatte, doch es kam anders: Fünf Minuten vor Beginn brandete die erste Welle weiterer Stühle in den Vortragsraum des Erasmus-Alberus-Hauses, und dann zur offiziellen Startzeit wurde auch der letzte freie Platz noch mit Bestuhlung geflutet, die sogar die angedachten Tische wegspülte. Um bei der maritimen Metaphorik zu bleiben: Ahoi, ihr etwas mehr als 50 ZuhörerInnen! Nach einer dreiviertel Stunde, in der ich im Prinzip "Plastic-Diary - Das Live-Hörbuch" gab, entstanden noch gut 30 Minuten Diskussion und gegenseitige Inspiration, und vorbei war ein wirklich toller Abend, der uns alle ein bisschen ökologischer und nachhaltiger gemacht haben mag. Zumindest von einem weiß ich, der nun Zähne mit Salz putzt ;-)

Gähnende Leere, wo seinerzeit Seifen sich suhlten
Auch im März testete ich die Shampoo Bar (das Shampoo Bar? Den? What ever!) und versprach den nächsten Eintrag über Schuppen. Hier ist er! Weder Haarseifen, noch Shampoo Bars schaffen es bei meiner Kopfhaut keine Schuppen zu produzieren. Die ersten Filmproduzenten haben zwischenzeitlich bei mir angeklingelt, um mich als Requisit für die winterlichen Szenen bei "Dr. Schiwago 2" zu gewinnen. Zweimal sprang mir Reinhold Messner in den Rücken und rief, mit einer Träne im linken Auge: "Yeti, Yeti!" Das musste ein Ende haben! Unabhängig voneinander berichteten mir zwei Freundinnen von Bekannten, die sich nun schon seit Monaten bzw. Jahren die Haare nur noch mit Wasser waschten. Nach wenigen Wochen widerwärtig fettigen Haars hätten beide nun normale, das nicht anders wirke als mit Shampoo gewaschenes. Auch diverse Fundstücke im Internet stimmten hoffnungsvoll (Stichwort: "No Poo" ... wer diesen Namen verbrochen hat, gehört drei Tage in Folge shampooniert!). Umsetzen, Käptn! Seit fünf Wochen wasche ich nun mein Haar morgens nur noch mit Wasser. Die ersten drei Wochen waren tatsächlich etwas "Hallo-ich-arbeite-in-einer-Frittenbude"-mäßig, doch seit zwei Wochen ist mein Haar wie zuvor, als ich mit teurem Anti-Schuppen-Shampoo zu waschen gezwungen war. Schuppen kann ich bislang nicht erkennen. Doch die bisherige Plastikmüllfreie-Haarwasch-Odyssee hat mich gelehrt, den haarigen Tag nicht vor dem schuppigen Abend zu loben. Ich warte ab, bevor ich jubiliere. Abschließend noch ein Dialog zwischen meiner Mutter und mir:

Ich: "Wie sehen meine Haare aus?"
Mutter: "Durcheinander?"
Ich: "Nein, ich meine sehen sie gepflegt aus?"
Mutter: "Ich denke schon!"
Ich: "Also nicht fettig oder so?"
Mutter: "Nein!"
Ich: "Ich teste gerade aus, meine Haare nur noch mit Wasser zu reinigen. Habe von zwei Leuten gehört, dass das funktioniert. Könnte so wieder etwas Plastikmüll sparen."
Mutter: "Sind meine Haare ungepflegt?"
Ich: "Nö! Warum?"
Mutter: "Ich mache das seit Jahren schon!"

Soviel zur Innovationskraft unserer Generation, was? Und Mutter wusste nicht mal, dass sie Teil der No-Poo-Bewegung ist!

Montag, 13. Juli 2015

Ich darf vortragen: Kritisches Konsumieren!

Vielleicht mögt ihr ja auch kommen: Am Donnerstag kommender Woche bin ich im Erasmus-Alberus-Haus in Friedberg und darf ein wenig über die letzten knapp zwei Jahre berichten. Es gibt sogar eine Powerpoint-Präsentation ;-)

Ich freue mich auf euch.