Dienstag, 20. August 2019

Helene Fischer auf Wacken?


Seit letzter Woche ist für die meisten hier die Urlaubszeit zu Ende. Für die Kinder hat das neue Schuljahr begonnen, die Eltern sind wieder in den Büros. Auch ich arbeite wieder und sitze erholt von meinen drei Wochen Camping-Urlaub, beginnend mit dem Heavy-Metal-Festival in Wacken, wieder vor dem Rechner. Ich schreibe diesen Text. Wie verbringt man seinen Urlaub möglichst umweltverträglich?

Meine letzte Flugreise liegt neun Jahre zurück, danach begann die Zeit, in der ich mir über meinen ökologischen Fußabdruck Gedanken zu machen begann. Ich verreiste ab da fast nur noch mit der Bahn, denn Flugreisen, da sind sich meine Kreise einig, sind der Klimakiller schlechthin im Verkehrssektor. Doch wie schlimm sind sie? Wie viel CO2 emittieren sie überhaupt? Die Gäste bei meinem monatlichen Stammtisch sind sich einig: Mit dem Flugzeug in den Urlaub zu fliegen, ist ähnlich schädlich für die Reputation, wie mit einem Helene-Fischer-Shirt beim Wacken-Festival zu sein. Meine ganzen Gäste? Nein! Ein von unwiderlegbaren Argumenten erfüllter Einzelner hört nicht auf, dem Postulat Widerstand zu leisten. Er ist Pilot und rechnet vor, wie viel Kerosin pro Flug getankt wird, wie viele Passagiere an Bord sind und welche Co2-Mengen verursacht werden. Verwirrung macht sich breit. Atemlos durch die Nacht geht es nach Hause. Ich recherchiere.

Tatsächlich rechnet Michael Müller-Görnert, Sprecher des Verkehrsclubs Deutschland e. V. (VCD), im Artikel „Verkehrsmittel im Vergleich - Intelligent mobil“ vor, dass ein Flugzeug für die Strecke Berlin-Frankfurt am Main nur 81,2 kg CO2 pro Fluggast emittiert, bei einem PKW sind es 94,2 kg. Als ich die Tabelle sehe, bin ich irritiert. Ich erinnere mich an Wacken zurück, wo an einer der Festival-Theken zu lesen war: „Wer kein Trinkgeld gibt, ist Helene-Fischer-Fan!“ Sind wir all die Jahre einem Phantom aufgesessen? Hätten wir lieber mit unserem Piloten zum Festival fliegen sollen, statt mit dem Camper zu fahren? Waren wir durch unseren Flugverzicht die Umweltsünder, die wir nie sein wollten? „Wer nicht mit dem Flugzeug fliegt, ist Donald-Trump-Fan!“, sehe ich schon an meiner Stammtisch-Kneipe in Holz geschnitzt an der Wand hängen. Zu der Emissionszahl existiert jedoch auch ein Klammervermerk: Ohne RFI-Faktor! Was ist das nun wieder? Nicht nur der VCD, auch das Umweltbundesamt, erläutern dazu, dass der RFI, also der Radiative Forcing Index, zu deutsch die Strahlungsantriebszahl, ein Faktor ist, der eine Vergleichbarkeit der Auswirkung von in großer Höhe erfolgenden Emissionen mit denen am Boden herstellt, denn der Flugverkehr wirkt nicht allein durch die Produktion von Klimagasen. Auch die Bildung von Ozon, der Ausstoß von Rußpartikeln, die Kondensstreifenbildung wirken beispielsweise erderwärmend. Im Ergebnis stellt das Amt fest, dass der gesamte Strahlungsantrieb der Emissionen und Effekte des Luftverkehrs etwa zweimal so groß ist wie der der CO2-Emissionen allein. Bezieht man in diese Berechnung mit ein, dass sich aus den Kondensstreifen auch ebenfalls erderwärmende Zirruswolken bilden können, erhöht sich der Faktor auf drei bis fünf. Das vergleichbare Ergebnis wäre also 94,2 kg für den PKW und 243,6 bis 406,0 kg CO2 für das Flugzeug. Uff!

Seit diesem Jahr ist Helene Fischers Best-of-Kompilation übrigens das am längsten in den deutschen Albumcharts platzierte Album. Vielleicht kommt sie ja auch mal nach Wacken. Immerhin war Heino 2013 auch dort, und trinkgeldförderlich wäre es obendrein. Natürlich nicht mit dem Flugzeug!

Bildquelle: Von Roger Green from BEDFORD, UK, derivative work Lämpel - Airbus A380, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=65623145

Dienstag, 6. August 2019

Ich bin e(h) schneller

Ich bin e(h) schneller

Das sagt der Hesse, wenn er sich auf einen Wettlauf einlässt und selbstsicher seinen Sieg vorankündigt. Schaue ich derzeit auf die Straßen und Bürgersteige, bin ich geneigt, das h wegzulassen. Was bleibt, ist ein e wie elektrisch. Vor wenigen Jahren musste ich bereits aufgeben, nach Gehör die Straße zu überqueren, weil ich eine Ahnung hatte, wie meine Zukunft sonst enden würde: Mit einer Schlagzeile in der Art von „Ironie des Schicksals: Streiter für die CO2-Reduktion von E-Auto überfahren!“ Als Friedberger Kaiserstraßen-Anrainer wäre ich zwar froh, wenn die nächtlichen PS-Boliden-Rennen auf der Viertelmeile zwischen der Burg und meinem Schlafzimmerfenster lautlos würden, aber das ist gar nicht das Thema, über das ich schreiben will.

Ich bin ein Freund des Elektro-Antriebs. Er kann helfen, CO2 einzusparen und damit ein Schwert im Kampf gegen den Klimawandel sein. Natürlich nur unter folgenden Bedingungen: Der Strom darf nicht aus Kohleenergie stammen. Knapp vierzig Prozent des Strommixes in Deutschland kommen aus den Bereichen Stein- und Braunkohle, zwar ebenfalls 40 Prozent aus regenerativen Quellen, doch bei einem Primärenergieverbrauch im Verkehrssektor von gut 3.400 Petajoule würde das bedeuten, dass wir mehr als zweieinhalb mal so viel Strom aus Solar, Wind- und Wasserenergie sowie Biomasse gewinnen müssen wie heute. Zusammen mit dem Bedarf für den Ausstieg aus der Kohle- und Atomenergie wären wir vermutlich bei dem fünffachen. Die zweite Bedingung wird dadurch offenbar. Das geht nicht, ohne eine Mobilitätswende. Der Individualverkehr muss drastisch reduziert werden. Gerade das Gegenteil ist der Fall.

Der Fahrzeugbestand hat sich von 2017 auf 2018 um 1,1 Millionen Fahrzeuge erhöht. Die Bestandmehrung brachte zwar auch 29.000 Elektrofahrzeuge mit sich, aber ohne Reduktion bedeutet die Mehrung einen Zusatzverbrauch. 80 Prozent der Besitzer von Fahrzeugen mit Elektroantrieb besitzen zwei und mehr Fahrzeuge. Es scheint, als würde es mehrheitlich nicht der Ersatzbeschaffung dienen, sondern zum Freizeitauto avancieren. Schön, wenn der Benziner oder der Diesel dafür stehen gelassen werden, doch der Benefit wird von den Produktionskosten des E-Autos gefressen. In der Wirtschaftstheorie nennt man das Rebound-Effekt. Er lässt uns mehr Lampen im Haus anschalten und sie länger anlassen, weil LEDs so viel weniger verbrauchen, lässt uns mehr essen, weil der Kauf von Bio-Fleisch unser Gewissen beruhigt, und eben auch ein E-Auto als Zweitwagen zulegen oder mehr damit fahren, weil ja kein CO2 emittiert wird. Und dabei macht er den potentiellen Spareffekt zu Gunsten der Umwelt nicht nur zunichte, sondern erhöht den Verbrauch sogar.

Augenblicklich wähne ich nicht nur die Umwelt, auch mich selbst in großer Gefahr! Insbesondere eine dieser Schlagzeilen zu produzieren wie: „Rebound zum Opfer gefallen: E-Roller prallt auf Umweltaktivisten!“ Tausende von schlanken Menschen bewegen sich lautlos auf den Rücken überall in den Großstädten stehender Leih-Elektroroller durch die Innenstädte Deutschlands. Smart lächelnd bewegen sie schlanke Körper, die sich vormals durch Körperkraft von selbst fortbewegten, durch die Alleen und Avenuen zwischen Berlin und München. Die lauernde Gefahr: Nahrungsenergie bleibt unverbraucht, die Rollerfahrer werden mit der Zeit immer schwerer, die Energieverbräuche der Gefährte immer höher, und das Schlimmste ist, dass das auch für die Aufprallenergie auf den Fußgänger Arnold gilt. Das ist kein Teufelskreis – es ist ein Teufelsball! 

Dienstag, 23. Juli 2019

Im Schatten der Sparsamkeit

Im Schatten der Sparsamkeit
Im September hatte ich in meiner Kolumne Frugalismus zum Thema, also die Philosophie jener Gruppe an sparsamen Menschen, deren Konsumreduktion nicht primär Umweltaspekten oder der inneren Ruhe zuzuschreiben ist wie bei den Minimalisten, sondern dem Wunsch, möglichst viel des Ersparten anzulegen, um schon viel früher, als vom Gesetzgeber vorgesehen, in Rente gehen können. Damals hatte ich mich entschlossen, einem Frugalisten gleich, eine Tabelle mit meinen Einnahmen und Ausgaben zu führen – mit grafischen Auswertungen und allem Schnick-Schnack und Bling-Bling, die mir ein modernes Tabellenkalkulationsprogramm bietet. Dadurch konnte ich viele Ausgabenherde identifizieren und reduzieren. „Was? Der Kostengraf meiner Restaurantbesuche ist höher als der meiner Nahrungsmittelausgaben?“ Kaum festgestellt, schon optimiert!

Dann hatte ich gelesen, dass Oliver Noelting, wohl der deutsche Pionier dieser wie so oft aus den USA stammenden Bewegung, teils über 70 Prozent seiner Einkünfte spart. Ich bin Sportler! Challenge accepted, dachte ich mir. Tatsächlich hatte ich es geschafft, in den knapp zwölf Monaten, in denen ich meine Ausgaben bislang monitore, im Schnitt fast 20 Prozent zurückzulegen. Allerdings musste ich auch feststellen, dass wir zwar das gleiche Spiel spielen, doch in anderen Ligen. Während er auf Bundesliganiveau unterwegs ist, mühe ich mich in der Kreisliga ab. Mit zwei Kindern kämpft es sich ein weniger anders um Platz eins als kinderlos. Trotz der ungleichen Voraussetzungen fand ich eine Lösung. Ich musste, um nicht einmal annähernd denselben Wert zu erreichen, in zwei der Monate lediglich doppelt so viel arbeiten. Okay, das war gemogelt, denn der Sinn ist ja, sein Konsumverhalten umzustellen und dadurch zum Zurücklegen für die Frührente zu kommen. Nur möchte ich ja eigentlich gar kein Privatier werden, und außerdem, mal ehrlich, wo im Sport auf diesem Niveau wird denn nicht gedopt? Genau hier liegt aber der Hund begraben! Um eine Idee zu kopieren, muss man das Konzept verinnerlichen. Um jemandem nachzueifern, muss man die unterschiedlichen Voraussetzungen würdigen und seine Ziele entsprechend anpassen.

Meine Ausgaben auf diese Weise im Blick zu haben, war und ist gut. Es schult meinen nachhaltigen Umgang mit dem eigenen Konsumverhalten, und mir hat es immens geholfen, ein paar Rücklagen zu bilden, obwohl ich fest im Glauben war, das gar nicht zu können. Und das gegen Ende sogar kontinuierlich, denn wer will schon einen Monat für Monat nach oben gehenden Grafen unterbrechen? Selbst wenn es nur ein paar zurückgelegte Euro am Monatsende sind. Da spart man sich allein wegen der Ästhetik eines Charts mal ein Stückchen vom Bäcker unterwegs ab und isst den mitgenommenen Apfel von zuhause. Frustrierend wird es nur, wenn man versucht, auf Euro komm raus, Vorgaben zu erreichen, die mit den persönlichen Voraussetzungen nicht zu erreichen sind. 
Juli ist Urlaubsmonat. Ich bin schon seit zwei Wochen über das hinaus, das ich mir mal im Monatsschnitt als maximale tägliche Ausgabe festgelegt hatte. Ist das schlimm? Ja, dachte ich noch vor einigen Tagen. Dann schaute ich mir meine Grafik an und widersprach mir. Wenn ich diesen Monat nichts zurücklegen kann, dann stimmt vielleicht der Quartalsschnitt wieder, und wenn selbst der nicht, dann bestimmt der Jahresschnitt. Meine Rücklage dient dem kleinen Eigenheim, und dem komme ich auch trotz Urlaub näher. Selbst wenn ich dafür die Skalierung meiner Grafik ändern muss, um mich in die nächste Liga zu mogeln.

Dienstag, 9. Juli 2019

Aber was ist mit China?

Aber was ist mit China?
Kürzlich führte ich parallel zwei Diskussionen in den Sozialen Netzwerken, und es dauerte nicht lange, bis ich den Eindruck gewann, meine Antworten in der einen in die andere kopieren zu können. Sie liefen beide auf dasselbe hinaus: Was ist mit China? Das Thema war unser Kohlendioxid-(CO2)- verbrauch und die Frage hinter allem: Was bringt es, wenn wir das Verbrennen fossiler Brennstoffe reduzieren, wenn in Fernost neue Kohlekraftwerke gebaut werden. Das sind durchaus berechtigte Fragen, schließlich ist der Klimawandel ein globales Problem und Deutschland kann nicht einfach eine Glasglocke über sich ziehen, im Sinne von: Bei uns haben wir jetzt wieder gemäßigtes Klima, sollen die Chinesen doch unter ihrer noch gigantischeren Glasglocke selbst sehen, was sie davon haben! 

Zunächst ist es wichtig, das Thema einmal losgelöst von der Physik aus den Augen der Moralphilosophie zu betrachten. Einigkeit besteht, hoffe ich, darin, dass es nicht erstrebenswert ist, den Folgegenerationen die Lebensgrundlage zu entziehen, indem wir im Heute über das uns zustehende Maß Ressourcen verbrauchen, die dann im Morgen mangeln oder, noch schlimmer, die klimatischen Bedingungen drastisch verschlimmern. Das vorausgesetzt, muss sich die Frage anschließen, ob uns ein unmoralisch Handelnder von unserer eigenen Verpflichtung entbinden kann. Um es zu versinnbildlichen: Der Hund ist des Deutschen liebstes Tier. Konsens dürfte darin bestehen, dass man sein Haustier keiner Gewalt aussetzt. Wenn mein Nachbar seinen Hund tritt, ist das moralisch verwerflich. Wenn ich meinen flauschigen Vierbeiner nun unter Verweis auf das nachbarliche Verhalten ebenfalls zu treten beginne, bleibt es eine moralische Verwerfung. Ähnlich verhält es sich moralisch auch mit dem Umgang mit unseren Ressourcen. Ersetze Hund durch fossile Ressourcen und Nachbar durch China!

Nun ist es allerdings so, dass der arme Hund des Nachbarn die Lebensqualität meines Hundes, nennen wir ihn Bello, nicht beeinträchtigt. Bello ist ein glücklicher Hund, und Hasso hat eben Pech. Was uns moralisch ebenso verpflichtet, ist, das Gespräch mit Hassos Frauchen oder Herrchen zu suchen, weil wir ja schließlich nicht wollen, dass der echt goldige Hasso mit seinen großen braunen Kulleraugen weiter so traurig am Zaun steht. Vielleicht hat sein Besitzer Gründe, ihn zu treten. Vielleicht bellt er zu viel. Das macht es nicht weniger verwerflich, aber nur durch Reden kommen wir weiter. Gegenüber wohnt vielleicht ein Hundetrainer. Zusammen mit ihm, bei einem leckeren Bier in der Mittagssonne sitzen wir nun im Garten. Unsere Hunde tollen ausgelassen umher, während im Kopf des Hundehalters langsam die Ideen eures gemeinsamen Nachbarn reifen. Es dauert zwar eine Weile, aber bald lebt auch Hasso gewaltfrei und glücklich, weil sein Halter nun ganz viele Optionen zur Hand hat, wie sein Hund, den er tatsächlich nicht weniger gern hat als ich Bello, weniger bellt, ohne ihn zu treten. Ersetze Hundetrainer durch Staatengemeinschaft, Mittagssonne durch Klimagipfel und Bier durch wirtschaftliche Anreize! 

Ganz nüchtern betrachtet, ist unsere persönliche Verantwortung größer als in China. Immerhin liegt unsere CO2-Emission nach dem Konsumprinzip bei gut 18 Tonnen pro Person und Jahr, und die Chinas bei unter neun. Das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie in Summe tendenziell steigt und China der weltweit größte Emittent ist. Doch wie Kästner schon schrieb: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Und nun: Aus, Hasso, und Platz!

Freitag, 5. Juli 2019

Nominiert für den Slam 2019 in Berlin


Als ich zum Highlander des Poetry Slams im kuenstlerhaus43 aufbrach, witzelte ich vorher, dass man bereits mit dem dritten Platz eine Chance auf den Startplatz für den Slam2019 hätte - immerhin waren zwei der großartigen Slammer*Innen im Line-up bereits nominiert. Einer von beiden wurde krank, und ich landete auf Platz 1. Krass! 🤗😀

Nun fahre ich Ende Oktober nach Berlin und darf einen der Slams der Landeshauptstadt bei der deutschsprachigen Meisterschaft vertreten 🤓

Dienstag, 25. Juni 2019

Vegan ist ungesund


VEGAN IST UNGESUND!

Diesen Satz liest man immer häufiger. Der Headline zugrunde liegt dann meist eine Studie zu auf Herz und Nieren geprüfte Veggie-Bratwürste und Konsorten, wenn man das bei veganer Kost überhaupt so sagen darf. Zu viel Salz, zu viele Bindemittel und obendrein Geschmacksverstärker. Leider ist die Überschrift irreführend, denn es wird ja nicht die vegane Ernährung mit einer anderen verglichen, sondern schlicht ein hochverarbeitetes Lebensmittel herausgepickt. Ebenso wenig jedoch wie sich der durchschnittliche Bundesbürger nur von Nürnbergern mit Senf ernährt, isst der Veganer tagein tagaus nur Sojaweißwurschterl. Das ist ein wenig so, als würde man bei einem Crashtest mit einem Elektromobil und einem Diesel feststellen, dass beide Autos danach kaputt sind. Der Satz müsste also heißen: „Die getesteten Fertigprodukte sind ungesund!“ 
Die Schlagzeile wäre dann aber nicht so bewegend. Letztlich ist ihr Zweck nur, Emotionen zu wecken, die zum Weiterlesen bewegen. Habe ich auch gemacht, und wenn Sie bis hierhin gelesen haben, hatte ich bereits einen Teilerfolg.

Diese Veganer, die selbst dann scheinbar missionieren und versuchen, einem die Wurst unschmackhaft zu machen, wenn sie den Mund bloß zum Essen aufmachen, erhitzen die Gemüter. Wer liest denn da nicht gerne, dass deren Ernährung trotz dieses über uns allen geschwungenen Damoklesschwerts, geschmiedet aus Tierwohl und sozialer sowie ökologischer Überlegenheit, zumindest nicht gesund ist. Es beruhigt doch zu erfahren, dass man, wenn man schon nicht alles richtig, dann doch zumindest nicht alles falsch macht. „Ja, ihr Veganer, ihr schwingt zwar die moralische Keule, aber eure Keule besteht aus Salz und Chemie!“ Es ist ein wenig Schützenhilfe im permanenten Drang des Normalköstlers, sich verteidigen zu müssen, sobald ein Veganer Teil der Gruppe ist. Dieser alte Witz: „Woran erkennt man einen Veganer? Keine Angst, er wird es dir sagen!“ ist jedoch schon lange nicht mehr real. Vegan ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. An kaum einer Tafel findet sich nicht mindestens einer, der  auf Tierisches verzichtet, viele Restaurants bieten Veganes an, und die Supermärkte haben inzwischen ein so großes veganes Programm, dass Ketten wie die rein veganen Veganz-Märkte mancherorts Filialen schließen mussten. 

Der Veganer muss sich inzwischen nicht mehr outen. Er kann an der Tafel essen, wie jeder andere, bestellt im Restaurant einfach, ohne sich erklären zu müssen, und kauft im Supermarkt ein, als wäre er ein ganz normaler Kunde - nur halt offensichtlich ein ungesunder. Den Einkaufswagen voller veganer Würstchen, fleischfreier Schnitzel und versalzener Veggi-„Fleisch“-Bällchen steht er kränkelnd und verschämt an der Kasse unter den mitleidigen Blicken der übrigen kränklichen Schlangesteher, die das Förderband mit Rindswurst, Bratwurst und Fertigfrikadellen vollgeladen haben. In der Realität kommt auf beiden Seiten zur Wurst, gleich ob fleischlich oder fleischlos, Gemüse auf den Teller und vielleicht ein paar Kartöffelchen. Das gleicht den Fettgehalt genauso wie den Salzgehalt auf beiden Seiten aus – wenn auch auf der veganen in der Regel etwas stärker. Und schon sind beide nicht mehr ganz so ungesund. Was also bleibt, sind Tierwohl und die soziale wie ökologische Seite.

Kann man nur hoffen, dass niemand auf die Idee kommt, die gesundheitsfördernden Aspekte von Pfefferbeißern und Möhren zu vergleichen. Denn diese Headline wäre dann auch wieder emotionalisierend. Schön, dass Sie zu Ende gelesen haben.

Bildrechte: Randal B, under Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Dienstag, 11. Juni 2019

Der Umwelt-Killer E-Auto



Die Klimadebatte ist aufgeheizt – ganz passend zum Klima. Immer öfter sieht man Fotos von chilenischen Bauern vor leeren Brunnen, Videos von verheerten Landstrichen in Argentinien und bekommt chinesische Minenarbeiter im Kindesalter präsentiert. Es geht um den Lithium-Abbau, und über den Bildern steht sinngemäß dieselbe Überschrift: „Das Elektro-Auto zerstört die Umwelt!“ Schließlich werden für den Betrieb Akkus benötigt, in denen Lithium enthalten ist. 
Ganz fair ist das natürlich nicht, denn es erweckt den Anschein, als hätte ein pseudo-grüner Ökoteufel den Abbau für sein diabolisches Gefährt überhaupt erst in Gang gesetzt. Tatsächlich werden nur gut 37 Prozent für Akkumulatoren genutzt, der Rest für zahlreiche andere Zwecke, von der Produktion von Glas und Keramik bis hin zum Einsatz in Antidepressiva. Auch werden die Akkumulatoren nicht zur Gänze von der Autoindustrie genutzt. Tablets, Smartphones, PCs, Akkuschrauber bis hin zur E-Zigarette nutzen Lithium-Ionen-Akkus. Gerade die drei Erstgenannten muss man natürlich im Bildtext ausklammern, denn wie soll man dann noch mit gutem Gewissen ein Like für das Lithium-Abbau-Bashing vergeben. Der kleine Exkurs soll natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Bedarf für Fahrzeugakkus steigt. 2008 lag deren Anteil am Lithium-Abbau noch bei unter 20 Prozent. Das wird die eingangs geschilderten Phänomene noch verstärken, und das finde ich schrecklich. 

Doch wer glaubt, dass die alternative Überschrift „Der Otto-Motor rettet unsere Umwelt!“ zutreffend wäre, irrt. Da muss man sich nur die zahlreichen Ölunfälle in Erinnerung rufen, die ganze Meeresregionen und Landstriche verheert haben. Wer glaubt, dass die Einflüsse der Erdölnutzung auf die Umwelt nur bei Katastrophen auftreten, sollte nach Nigeria in Verbindung mit dem Suchbegriff Erdöl googeln, um einen Eindruck zu gewinnen. Allein die vor über 15 Jahren gebaute Kamerun-Tschad-Ölpipeline hat so viel unberührte Waldregionen und Wasserquellen der ansässigen Bevölkerung zerstört und beeinflusst sie noch immer, dass das durchaus ein paar Videos und Bilder parallel zu denen des Lithium-Abbaus wert wäre. Was ist das Fazit aus allem? Es ist nicht das E-Auto, das die Umwelt zerstört. Es ist auch nicht der Benziner oder Diesel. Es sind unser Konsumverhalten und die Verwechselung von Fahrzeugbesitz mit Freiheit. 64,8 Millionen Fahrzeuge sind allein in Deutschland zugelassen. Das sind 692 Kfz je 1.000 Einwohner. Vor zehn Jahren waren es noch 55,4 Millionen, und die Fahrzeugdichte lag bei 503. Ich sage nicht, dass der Besitz eines Fahrzeuges abzulehnen ist. Ich habe selbst viele Jahre auf dem Land gelebt, und auch vom Städtchen Friedberg ins Land zu kommen, ist manchmal ohne Auto ein Abenteuer. 

Im Durchschnitt steht ein Fahrzeug jedoch 95% der Zeit, das sind 23 Stunden am Tag. Es ist an der Zeit, das zu überdenken! Die Förderung von Carsharing-Systemen mit Keyless Vehicle Entry kann die Lösung sein. Fahrzeuge, die per App lokalisiert, schlüssellos mit einem Code geöffnet und genutzt und dann einfach am Zielort abgestellt werden können, wo sie anderen zur Verfügung stehen. Kein persönlicher Besitz, nur bedarfsgerechte Nutzung. Das würde den privaten Fahrzeugbestand massiv reduzieren, ohne Freiheiten einzuschränken. Ressourcenschonung ohne Mobilitätseinschränkung. Dann wäre es auch gleich, ob ich einen Otto- oder einen E-Motor im Fahrzeug habe. Und keine Sorge: Das Smartphone zur Buchung zu nutzen, fällt nicht ins Gewicht. Von denen gibt es fast so viele wie Autos.

Bildquelle: Von Nissan_LEAF_got_thirsty.jpg: evgonetwork (eVgo Network). Original image was trimmed and retouched (lighting and color tones) by User:Mariordoderivative work: Mariordo (talk) - Diese Datei wurde von diesem Werk abgeleitet: Nissan LEAF got thirsty.jpg:, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18091826

Freitag, 31. Mai 2019

Aktionstag Nachhaltigkeit an der Goethe-Uni Frankfurt, 03.06.2019


Am 03.06.2019 darf ich gleich zweimal in meinem grünen Kernbereich aktiv sein. Um vier gibt es im Grünen Hörsaal des Campus Westend an der Goethe-Uni in Frankfurt einen DIY-Workshop, in dem ich mit euch das eine oder andere selbst mache, das hilft Umverpackungen zu sparen, und um 19:30 Uhr findet ein Science Slam statt. Schaut vorbei 😊

Dienstag, 28. Mai 2019

Zeugen für die Umweltzerstörung

 

Empörung! Da sagt doch ausgerechnet eine Lehrerin, ein Kind in die Welt zu setzen, sei „das Schlimmste, was man der Umwelt antun kann“, und – noch schlimmer – sie hält diese menschenfeindliche These auch noch in einem Buch für die Nachwelt fest. Gut, in diesem Kontext von Nachwelt zu sprechen, hat schon ironische Züge. Sagen wir besser: Für die Nachwelt derer, die das Buch nicht verstanden haben. Die Autorin heißt Verena Brunschweiger, und das Buch trägt den Titel "Kinderfrei statt Kinderlos". Die These lautet, dass jedes nicht in die Welt gesetzte Kind eine CO2-Einsparung von rund 50 Tonnen im Jahr bedeute. Bei mehr als elfeinhalb Millionen Familien in Deutschland, ausschließlich derer, für die „Regretting Parenthood“ kein Fremdwort ist (laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Yougov immerhin jeder Fünfte), kann man sich schon vorstellen, wie laut der Aufschrei ist. Ganz zu schweigen von dreizehneinhalb Millionen Kindern, die sich denken: „Was? Ich? Das Schlimmste für die Umwelt? Aber ich engagiere mich doch bei Fridays for Future!“

Im Kern ist das Buch zum einen ein feministisches, das sich mit dem pronatalistischen Druck auf Frauen befasst, und gar kein ökologisches und zum anderen ist die These weder revolutionär, noch neu, noch ihre eigene. Das stört jedoch nicht dabei, sich über diesen einzigen Satz aus einem Interview zu echauffieren. Frau Brunschweiger bezieht sich auf die im Jahr 2017 erschienene Metastudie der schwedischen Universität Lund, die zum Ergebnis kam, dass weniger Kinder in die Welt zu setzen, die führende der vier effektivsten Klimaschutzmaßnahmen sei. Mit dem Verzicht auf ein Auto könne ein Mensch jährlich 2,4 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid einsparen, der Verzicht auf Flugreisen spare durchschnittlich 1,6 Tonnen, eine Ernährung ohne Fleisch 0,8 Tonnen, und – the winner ist – jedes nicht in die Welt gesetzte Kind reduziere die persönliche Jahresemission um 58,6 Tonnen des Klimagases. Von damals habe ich gar keinen Aufschrei in Erinnerung. Nun erfolgt er plötzlich. Der geneigte Bürger, der seine Existenz schon bei „Deutschland schafft sich ab“ in Gefahr sah, wird nun auch noch von dieser unheilvollen Kombination aus Feminismus und Öko-Terrorismus bedroht. Oh, Schreck! Was hinter der These steckt, fällt nicht sofort ins Auge, denn wenn ein Neugeborenes zur Bedrohung wird, dann nur, weil es die elterliche Lebensweise kopiert. Ein neuer Erdenbürger in Zentralafrika ist nicht das Problem, denn seine Erzeuger leben weit unterhalb der Erschöpfungsgrenze ihrer landeseigenen Ressourcen. Das macht der Deutsche beispielsweise nicht und dessen Spross auch nicht – es sei denn, er engagiert sich freitags außerschulisch. Deutschland müsste laut Daten des Global Footprint Networks zweieinhalbmal so groß sein, damit wir von unseren Ressourcen leben könnten. Es ist nicht das afrikanische Kind, das mit dem Auto zum Bäcker um die Ecke fahren, mit dem Flieger in den Urlaub fliegen oder 60 Kilo Fleisch pro Jahr verzehren wird, wenn es groß ist. Der logische Schluss hätte also sein können: „Oh je, wir müssen unseren Überfluss reduzieren, wenn solche drastischen Thesen formuliert werden.“ Doch sich zu empören ist einfacher, wenn man dafür im Ferienflieger Schnitzel essen kann.

Übrigens: Wen interessiert, wie Teile unserer Gesellschaft mit der Meinung anderer umgehen, dem empfehle ich einen Ausflug auf die Bestellseite des Buchs bei dem großen Internet-Buchhändler mit A.  Offenbar ist die Geburtenrate nicht unser größtes Problem.

Montag, 27. Mai 2019

Tiny House Ausstellung in Worms // Wohin mit dem Bett?


Vor acht Tagen waren wir auf der Tiny-House-Ausstellung in Worms, um uns etwas zu inspirieren, und vor allen Dingen, damit insbesondere ich mir die Dimensionen wieder in Erinnerung rufe. Schließlich ist es zwei Jahre her, dass ich eines besichtigt hatte, und die Saat gesetzt wurde 😊


Was ich beispielsweise als gar nicht so unbequem in Erinnerung hatte, wie ich es dann bei der Ausstellung erfahren musste, waren die Lofts, in denen für gewöhnlich die Schlafstätten eingerichtet sind. Jahrelang auf den Knien ins Bett zu gehen, ist mir tatsächlich suspekt. In den meisten der ausgestellten Häusern, konnte ich nicht einmal sitzen, ohne dass mein Kopf an die Decke stieß. Da muss also eine Lösung her. Vielleicht ein ausfahrbares Oberdeck, um etwas Raum zu gewinnen, wenn man zu Bett geht, aber kein höheres Volumen heizen muss, wenn man die anderen "Räume" nutzt.
Die Alternative wäre ein ebenerdiges Bett 👇


Dann sollte das Tiny House allerdings auch länger sein als die üblichen auf dem für 3.500 kg ausgelegten Chassis. Das wird wohl ohnehin nötig, um zu zweit einzuziehen, denke ich. Wenngleich ich auch dafür gewiss noch eine zweite und dritte Ausmiste-Aktion einplanen werden muss 😉




Sonntag, 26. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 28)


Heute ist der letzte Tag meiner fünften Degrowth-Challenge, und - bevor ich ins Wahllokal zur Europawahl aufbreche - sucht mein Kochbuchhalter ein neues Zuhause, den ich mangels Kochbüchern nun nicht mehr brauche. Es melde sich, wer ihn gerne hätte. Vielleicht eine derer, die nun meine Kochbücher haben? 😂

Es ist einigermaßen verrückt. Als ich vor einem halben Jahr das letzte Mal einen Monat lang "ausgemistet" hatte, war es mir in den letzten Tagen wirklich schwer gefallen, noch etwas zu finden, und dennoch - sechs Monate später - sortiere ich wieder vier Wochen lang Dinge aus meinem Besitz aus, und zwar ohne dass es mir schwer gefallen wäre. Tatsächlich ist es so, dass es noch weitere Dinge gibt, die ich mir vorstellen könnte loszulassen. Eine sechste Challenge wird also gewiss Ende des Jahres folgen 💪

Seit meinem ersten Aussortieren konnte ich meine Wohnung um mehrere dadurch leer gewordene Schränke entlasten, die Hälfte meines Kleiderschrankes beherbergt nur noch Luft, und eine von zwei dreischubladigen Kommoden würde umfallen, wenn ich die obere Schublade aufzöge, weil das Gegengewicht des fehlenden Inhalts nicht mehr gegeben ist. Krass! Wie es mir damit geht? Es befreit. Nichts um mich herum, das ungenutzt Ressourcen bindet, nichts, das schlicht nur Wert verliert, während es bei mir verstaubt. Es beruhigt zu wissen, dass die meisten Dinge ja nicht weg sind, sondern einfach nur woanders. Wenn ich wieder etwas davon brauche, kann ich vergleichbares jederzeit in einem Umsonstladen oder gebraucht auf Ebay finden, in der Stuff Cloud. Das ist eine tolle Art des Teilens. Was ich nicht nutze, verkaufe ich oder gebe es einfach weiter, und wenn ich es wieder brauche, hole ich mit das Gleiche wieder zurück. Beispiel: Wenn ich ein oder zwei Wochen im Jahr sommers Fahrrad fahre, muss ich nicht unbedingt auch die anderen 50 Wochen ein Fahrrad besitzen. Ich kann mir rechtzeitig auf dem Gebrauchtmarkt eins kaufen, damit zwei Wochen fahren und es dann wieder verkaufen. Weil es gebraucht und nicht neu ist, hat es eine gewisse Wertstabilität - ganz im Gegensatz zu Neuwaren, die rasant an Wert verlieren, manchmal die Hälfte und mehr binnen weniger Monate. Mit etwas Glück verkaufe ich mein Gebrauchtrad sogar zu einem höheren Preis, und selbst wenn ich mit Verlust verkaufe - der entspräche dann meiner Nutzungsgebühr, und die ist mit Sicherheit deutlich günstige als eine Fahrradleihe für zwei Wochen 🚲

Danke, dass ihr die vier Wochen meine Begleiter wart. Ich hoffe, ich konnte etwas inspirieren oder wenigstens unterhalten 😉

Samstag, 25. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 27)


Bevor jetzt wieder jemand ruft: "Hätte ich so viel in der Küche wie du, könnte ich auch monatelang täglich etwas aussortieren!", komme ich dem zuvor und packe alles am selben Tag weg 😉
Heute verlässt meine dritte Grillzange das Haus (ich habe noch eine aus Edelstahl für den Grill und eine "griffigere" für Nudeln), ein Fonduetopf mitsamt der Spieße (macht als Veganer nicht mehr viel Sinn, und veganes Käsefondue, na ja, es gibt Dinge, die selbst ich nicht nochmal "nachbaue") sowie ein paar Ringe mit Stößel zum hübschen Anrichten von Reis und ähnlichem (was auch immer mich damals geritten hatte). Wer also plant, Gegrilltes zum Fondue an Klebereis zu servieren ... einfach melden 🤪

Seit fast vier Wochen und noch bis morgen habe ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber gepostet. Steigt noch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Freitag, 24. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 26)


Tatsächlich mag ich Brettspiele – auch wenn ich im Rahmen dieser einmonatigen Besitz-Befreiungs-Challenge bereits mein altes Hotel-Spiel ausgesondert habe; meine Kinder haben es übernommen, und nun wird es auch wieder gespielt 😊 Dennoch gebe ich mein Herr-der-Ringe-Brettspiel nun auch weg. Gekauft hatte ich es während des HdR-Booms vor – Achtung! – 19 Jahren, und gespielt hatte ich es in dieser Zeit – Hochachtung! – ein einziges Mal. Nicht nur, dass man fünf Menschen braucht, um es zu spielen, es bringt auch jede Menge Diskussionsbedarf mit sich, da jeder Schritt neue Möglichkeiten mit sich bringt, und es ist kein Spiel für Egoisten– bei Herr der Ringe ist es das Team, das das Ziel gemeinsam erreichen muss. Auf dem Brett wird kein Boromir den Orks überlassen 😉
Das macht es allerdings auch zu einem Spiel, das wirklich nichts zur Entspannung nach einem 10-Stunden-Arbeitstag ist, und noch dazu braucht es Gleichgesinnte, die solche kooperativen, strategischen Spielkonzepte mögen. Und zuletzt: Es war vor zwanzig Jahren noch einfacher, sich zum Spielen zu treffen: Niemand hatte Kinder, jeder Zeit. Apropos Kinder, ihr zwei,wollt ihr’s haben? 🤣
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Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Donnerstag, 23. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 25)


Diese Feder habe ich wohl seit ich fünfzehn bin - für die jüngeren Leserinnen und Leser: Das war noch im letzten Jahrtausend 😉 -, und wohl aus noch älterer Zeit stammen diese sandgefüllten Manschetten. Damals war beides der letzte Schrei im Home Fitness Training. Kaum ein Jugendlicher damals, der nicht einen Expander oder eben eine solche Feder zuhause gehabt hätte, um sich in die optische Form griechischer Götterstatuen zu bringen. Aus vermutlich ebenso historischen Zeiten stammen die Manschetten. Wer damit lief oder am Sandsack arbeitete, hatte - kaum dass sie abgenommen waren - den Eindruck, die Geschwindigkeit eines Tachyons ließe sich am besten nach dem Überholen rückblickend einschätzen. Faktisch war beides aus sportwissenschaftlicher Sicht - in normaler Geschwindigkeit zurückblickend - eher kritisch zu bewerten.
Beide standen sie daher jahrelang und völlig zurecht immer irgendwo in der Nähe der anderen Eisenkumpels rum und langweilten sich. Sollen sie sich nun woanders langweilen oder etwas anderes aus Metall oder Sand werden 💪

Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Mittwoch, 22. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 24)


Heute gebe ich mein Backup-Handy frei. Tatsächlich hatte ich es nicht einmal gekauft, sondern gefunden. Es war vor einigen Jahren mal vom Radkasten eines Anhängers gefallen, auf dem es gelegen hatte, als das ziehende Fahrzeug an mir vorbeigefahren war. Winken half nichts, um darauf aufmerksam zu machen. Nachdem ich das 12-Euro-Handy zum Fundbüro gebracht hatte, durfte ich es nach einigen Monaten wieder abholen. Es war in meinen Besitz übergegangen. Wie erfreulich dachte ich mir, organisierte mir ein Ladekabel und bekam obendrein noch Kopfhörer dazu. Nun hatte ich ein Handy, auf das ich zurückgreifen konnte, falls mein Smartphone überraschend kaputt gehen sollte. Das tat es auch, und zwar dreimal - also nicht immer dasselbe, sondern das, welches ich bei Fund des Backup-Handy nutzte und dessen beide Nachfolger. Dennoch nutzte ich es nicht ein einziges Mal, weil ich, kaum dass ich jeweils auf Facebook gepostet hatte, dass eines zerstört war, binnen weniger Stunden ein neues gebrauchtes übereignet bekommen hatte. Einmal - geschätzt - hatte ich es sicherheitshalber zum Wandern bei mir, da ich währenddessen nicht durch Internet-Apps gestört werden wollte, aber im Notfall gerettet werden wollte. Als ich entdeckte, dass es einfacher, ist die Datenverbindung zu kappen, und ich dann dennoch den Vorzug genießen kann, mich, nachdem ich mich verlaufen habe, wieder zurück in die Zivilisation retten kann, hatte es seinen Sinn gänzlich eingebüßt 🤷‍♂️

Habt ihr auch nicht mehr genutzte Handys, Smartphone, Phablets, Tablets etc. zu Hause? Ich möchte gerne wieder sammeln. Ihr könnt sie  bis Ende des Monats bei mir abgeben. Ein Freund sammelt Altgeräte für das Regenwald-Projekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt von 1858 e. V.. Die Einnahmen aus dem Recycling fließen in den Schutz der Berggorillas. Mit "Ein Handy für den Gorilla" 🐵 (Stellvertreter-Affen-Emoji)  habt ihr gleich doppelt etwas für die Umwelt getan: Ressourcen liegen nicht mehr ungenutzt in den Schubladen, und dafür tollen mehr Gorillas in den Wäldern herum 😉

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Dienstag, 21. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 23)


Beim letzten Reduzieren hatte ich meine nicht bespielte E-Gitarre freigesetzt. Kurz vorher hatte ich Saiten für sie geschenkt bekommen, die ich sinnvollerweise hätte beigeben sollen. Den Jammer-Haken hatte ich vergessen, in das Paket einzupacken, und warum ich den Umhängegurt nicht mit hineingelegt habe, ist mir auch ein Rätsel. Vielleicht schlägt lautes Metal doch nicht nur aufs Hirn 🤷‍♂️

Mein Stimmgerät kann ebenfalls weg, denn es ist viel bequemer, die Gitarre mit dem Handy zu stimmen, was ich schon lange mache. Also weg damit und Platz für Staub auf dem Regal geschaffen 😉

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Montag, 20. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 22)


Käsemesser und Käsehobel passen zu einem plastikmüllfreien, veganen Haushalt ebenso gut wie ein mit Butterschmalz gefülltes Aquarium zu einem Grottenolm. Ich hatte mir beide aufbewahrt für den Fall, dass ich einmal Gäste habe, die gerne über Käseplatten herfallen. Früher aß ich sie natürlich selbst (den Käse, nicht die Gäste), doch heute kaufe ich nur noch vegan ein. Es kam, seit ich im Jahr 2016 in die neue Wohnung gezogen war, nicht ein einziges Mal Käse auf den Tisch, und das, obwohl ich Gäste hatte, die früher über selbigen hergefallen wären (den Käse, nicht den Tisch). Ich gebe sie nun frei, auf das sich eine Käsefreundin oder ein Käsefreund daran erfreuen möge 👌
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Sonntag, 19. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 21)


Heute verlässt mich meine zweite Pfeffermühle. Ich möchte mich unabhängig von externen Energiequellen machen, denn sie ist der batteriebetriebene Tech-König unter den Mühlen. Nicht nur, dass sie auf Knopfdruck mahlt, nein, sie beleuchtet zusätzlich noch die Stelle, auf die das Mahlgut fein hinabrieselt. Gab es vor gefühlten hundert Jahren mal bei Tchibo und tut nach wie vor den erwarteten Dienst. Damals hatten mal wohl noch keine Ahnung von geplanter Obsoleszenz und davon, dass das ein Gerät nach zwei Jahren gefälligst kaputt gehen muss, um zum Konsum zu bewegen (an dieser Stelle hoffe ich allerdings, dass der beliebte Kaffeeröster da nicht mit der Zeit gegangen ist). Tolle Sache jedenfalls, so ein beleuchteter Pfeffi! Falls jemand neben dem beliebten Nackt-Putzen auch dem Nacht-Kochen frönen sollte, bitte melden! Ich nutze jetzt nur noch meine manuellen Pfeffermühle, denn dem Trend zur Zweitmühle war ich in meinen Otto-Normal-Verbraucher-Zeiten auch gefolgt. Die zu drehen, gibt dicke Unterarme und macht Kochen männlich 😎
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Samstag, 18. Mai 2019

Lesung Fionrirs Reise in der Gemeindebücherei Ranstadt, 24.05.2019


Schaut mal vorbei in Ranstadt. Am 24. Mai, 15:00 Uhr, lese ich aus Fionrirs Reise und aus Fionrirs Reise geht weiter. Ich freue mich auf euch 😊

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 20)


Zu was ist ein Samstag besser geeignet, als sich zu früher Morgenstunde seinem Gewürzregal zu widmen. Wie sieht es in euren aus? Bei mir ist - beziehungsweise nunmehr war - es wie folgt: Mit jedem Rezept kamen exotische Gewürze hinzu, die ich exakt einmal brauchte. Diese wanderten dann in die Untiefen des Regals, wurden immerhin beim sporadischen Saubermachen mal abgestaubt, aber dann doch nur selten und eher sparsam weitere Male benutzt. Tatsächlich sind es nur eine handvoll Gewürze, die ich wirklich regelmäßig nutze. Mein "neuer" Gewürzschrank ist jetzt auf diese beschränkt, und die alten habe ich entsorgt. Übrigens ... the Winner ist: Eine Packung "Beifuß, gemahlen" mit Mindesthaltbarkeitsdatum "Dezember 2011" 🤷‍♀️

Übrig habe ich neben Pfeffer und Salz noch Curry und Paprika für die warme Küche, Liebstöckel und Dill für Salate, Zimt, Vanille, Nelke und Wacholder für sommerliche und winterliche Nachspeisen und natürlich Muskat für Kartoffeln und die vertraute Armada mediterraner Gewürze: Lorbeer, Rosmarin, Thymian, Majoran, Salbei und Oregano. Passt! 😁


Freitag, 17. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 19)


Heute wandern meine einzigen drei Espressotassen außer Haus oder zumindest in meine Aussortierkiste. Ich hatte meine Bacchi-Espressomaschine schließlich schon am zweiten Tag ebenfalls wandern lassen. Gleiches Recht für alle Beteiligte 😋
Langsam muss ich mich mal zu unserem Friedberger Umsonstladen aufmachen, denn mein Flur sieht nach fast zwanzig Tagen des Aussortierens aus, als sei ich im Umzug begriffen. Vieles konnte ich bereits in die Hände neuer Nutzer geben. Meine Bacchi und meine Dörre habe ich auf Ebay-Kleinanzeigen veräußern können, einige Kochbücher habe ich an andere geben können - sogar einen Gutschein über Kaffee und Kuchen hatte ich als Dankeschön bekommen. Und heute wanderten meine beiden Paravents in den Nachbarort - gegen ein Glas mit Bio-Kakao-Nibs. Ist das nicht toll? 💓

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Donnerstag, 16. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 18)


Im Januar habe ich mir einen neuen Laptop gekauft. Das Captiva, das ihr auf dem Bild seht, zu erstehen, war zwar eine grundsätzlich gute Idee, und es war mir immerhin zwei Jahre dienlich, doch konnte ich damit nicht ohne Tisch in der Bahn arbeiten. Es kostete mich so wertvolle Zeit, und wenn ich an einem neuen Buch schreibe, mag ich mich durch nichts bremsen lassen. 
Ein zweiter Grund für das Captiva, das meinen alten PC ersetzte, der immerhin von 2009 bis 2017 gehalten hatte, war die Tablet-Funktion. Das war für die Füße. Ganz selbstkritisch muss ich sagen, dass es ein Fehlschluss war, zu glauben, eines zu nutzen, wenn man es vorher schon nicht vermisst hat. Und alle die Argumente, mit denen ich mich selbst überzeugt hatte, waren letztlich Luftschlösser. Nicht einmal habe ich es als "Kochbuch" in meinem Kochbuchhalter in der Küche genutzt, allenthalben einmal im Notenständer beim Gitarrespielen und schon gar nicht, um bequem auf der Couch online zu shoppen - ich shoppe halt nicht wirklich 😄

Geholt hatte ich mir ein gebrauchtes Laptop bei Refurbed. Für mein aufbereitetes Lenovo Thinkpad gab es obendrein einen Baum, den sie mir irgendwo gepflanzt haben. Ein schönes grünes Gimmick, und vielleicht besuche ich meinen Baum mal. Viel wichtiger ist, dass ich mit dem neuen Laptop, das ich endlich auch in der S-Bahn nutzen konnte, ohne dass mich ein fragiler Faltrücken sorgen ließ, dass meine Technik auf dem Boden zerschellt oder ständig den Kontakt zwischen Tatstatur und Tablet einbüßt, meinen dritten Roman binnen zwei Monaten schreiben ließ. Das hat mir jede Menge Zeit gespart, die ich nun unter anderem dazu nutze, den Zeiträuber in neue nutzende Hände zu geben 😀

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Vortrag: Plastic Diary - Tagebuch eines Müllvermeiders (23. Mai, Mörfelden-Walldorf)


Am 23. Mai, 20:00 Uhr, darf ich im Kulturbahnhof Mörfelden, Bahnhofstraße 38, 64546 Mörfelden-Walldorf, sein. Kommt doch auch 😊

Mittwoch, 15. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 17)


Auch dich gebe ich nun frei, Sandwichmaker, der du einst zwei weitere wechselbare Platten hattest: Eine, die deinen Namen bestimmte und eine Panini-Platte. Beide Platten hatte einerseits ihr Gebrauch gezeichnet, so dass die einst einfarbige Beschichtung nunmehr die Färbung schwarzen Marmors angenommen und gleichzeitig ihre Anti-Haft-Funktion eingebüßt hatte, und andererseits meine käse- und plastikverpackungsfreie Ernährung überflüssig gemacht. Übrig blieb die Waffelplatte - ich bin allerdings eher so der Kaiserschmarrn-Typ 😉
Meine Tochter und angehende Lieblingsbäckerin hat sich jedenfalls darüber gefreut und ich freue mich auf die ersten veganen Waffeln bei ihr 😁
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Dienstag, 14. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 16)


Ich besitze nun keine DVDs und CDs mehr! Die Musik ist auf Laptop und Smartphone, damit ich nicht zwangsläufig streamen muss, um während der Bahnfahrten, etwas anderes als Rattern und Schnattern zu hören, und den einen oder anderen Film habe ich mir auch auf die Festplatte gezogen. Ich habe zwei Kisten an Rebuy verschickt und den Großteil jedoch verschenkt. Es war erschreckend, dass die ganze Menge, die mal dreitausend Euro und mehr gekostet haben mag, gerade mal mehr hundert Euro einbrachte, und dass der ganze große Rest, den Rebuy, Momox und Co. nicht einmal mehr ankaufen wollten, selbst auf Ebay nur zu wenigen Euro Restwert gehandelt werden, wie mir die zahlreichen Angebote, die augenscheinlich nicht erfolgreich abgeschlossen würden, verrieten. Und während ich das Tal des Jammers im Begriff war zu betreten, kam mir die Erkenntnis: Es ist nicht die Summe an Plastikscheiben, die tausende von Euro an Wert hatte - dahingehend wurde ich mit hundert Euro noch fürstlich belohnt -, sondern der Inhalt. Ich habe das Geld bezahlt, um bis dahin jederzeit die kreativen Früchte eines Musikers, Schauspielers, Regisseurs, Kameramanns, Bild- oder Tontechnikers (weibliche Form je impliziert 🤦‍♀️) kosten zu dürfen. Es ist der Inhalt, für den ich bezahlt habe. Ich habe ihn genutzt - den Wert habe ich also bereits erhalten. Produzent und Konsument sind quitt. Nun mag ein anderer in den Genuss kommen, für den ich bereits bezahlt habe. Ist irgendwie doch ein schöner Gedanke - auch dass die Regale nun freigegeben werden können, um vielleicht anderenorts die Centbeträge an Plastik tragen dürfen, die dort für so viele Stunden deutlich wertvollerer Unterhaltung sorgen 😎
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Besitz und Glück - Macht Konsum glücklicher?


„Wie kommst du mit dem Verzicht zurecht?“, wurde ich gefragt und konnte erst gar nicht antworten. Nicht, weil ich nicht gewusst hätte, wie ich zurechtkomme, sondern weil ich zunächst einmal den Verzicht suchen musste. Ich versuchte es mit einer Gegenfrage: „Ist es Verzicht oder einfach nur Rückbau von Überfluss?“ Wohlstand hat sicherlich individuelle Definitionen. Ein hoher Lebensstandard mag für jemanden mit niedrigem Einkommen vielleicht schon mit dem Besitz eines Autos beginnen, während ein Top-Manager ihn möglicherweise erst dann gekommen sieht, wenn sich noch ein Cabriolet für das Wochenende geleistet werden kann. Deutschland ist immerhin weltweit auf Platz 18 der Länder mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen. 

Natürlich hilft es den vielen Geringverdienern nicht, dass das Bruttoinlandsprodukt durch wenige Bestverdiener lediglich rechnerisch auf gut 45.000 Euro pro Kopf und Jahr gehoben wird, aber die Frage ist eine andere: Brauche ich diesen Konsum? Bin ich dann zufriedener? Ist das Leben mit dem Erst- oder gar Zweitauto ein glücklicheres? Die Glücksforschung ist eine noch sehr junge Disziplin, doch die Empirie ist eindeutig: Sobald die Grundbedarfsdeckung überschritten ist, steigt die Lebenszufriedenheit nicht mehr parallel zu Einkommen und Besitz an. Wer auf dem Land lebt, eine schlechte Anbindung und keine örtliche Einkaufsmöglichkeit hat, wird mit einem eigenen Auto glücklicher sein. Ich selbst wohne zentral, habe eine gute Anbindung an Bus und Bahn und den Marktplatz direkt vor der Haustür. Ein Auto steigert meine Zufriedenheit nicht. 

Steigert das Freizeitauto das Lebensglück eines Managers? Die Glücksforschung sagt Nein. Der Kauf wird zwar Glückshormone ausschütten, auch der Geruch des neuen Fahrzeugs, das erste Mal den Motor zu starten oder durch die Landschaft zu cruisen. Nach wenigen Wochen ist das jedoch verflogen, und es ist auch nur noch ein Auto wie das erste. Allerdings verschlingt es Geld: Steuer, Versicherung, Serviceintervalle, und es braucht einen zweiten Stellplatz, vielleicht sogar eine zweite Garage, die Kosten verursachen. Noch schlimmer: Es verschlingt Zeit, denn ich muss es pflegen, mich um die Instandhaltung kümmern. Um auch nach dem Fahrzeugkauf noch denselben Standard zu leben, muss ich mehr arbeiten, obwohl ich bereits durch die Anschaffung weniger Zeit zur Verfügung habe. In einer repräsentativen Umfrage für die Bertelsmann-Stiftung gaben die Befragten im Jahr 2010 an, dass Gesundheit (80 %) sowie eine intakte Familie und Partnerschaft (72 %) für sie die wichtigsten Quellen für Lebensqualität sind; „Geld und Besitz zu mehren“ nannten nur zwölf Prozent als Quelle. Hier klaffen, was wir uns wünschen und was wir leben, auseinander. Während wir uns durch Konsum und Besitzmehrung in immer mehr Arbeit zwängen, fehlt uns die Zeit, unsere zwei höchsten Güter für unser Lebensglück zu pflegen. 

Bevor mir jetzt jemand vorwirft, Top-Verdiener belehren zu wollen, zurück zu Menschen wie Sie und ich. Bei uns ist es nicht das Freizeitauto, aber vielleicht das nächste Smartphone, eine andere Spielekonsole oder ein weiteres Kleidungsstück. Ich selbst versuche, mich dem Konsum zu enthalten, und ich nutze absichtlich nicht das Wort „Verzicht“. Mit weniger Konsum und dafür mehr Zeit für einen gesunden Lebensstil und die Pflege meiner sozialen Kontakte komme ich gut zurecht. „Zurechtkommen“ nutze ich im Gegensatz zu „Verzicht“ absichtlich, den so kommen die wichtigen Dinge des Lebens zu ihrem Recht, und das war auch meine Antwort.

Bildquelle: de:Benutzer:Igelball - Image copied and source information extracted from de:Bild:Smart fortwo.jpg, uploaded to commons: Milkmandan 15:07, 21 Apr 2005 (UTC), CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=115439

Montag, 13. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 15)


Heute wanderte die kleine mobile Kochplatte in nutzende Hände. Ich hatte sie mir zugelegt, um Espresso zu kochen, da meine Bacchi, die ich bereits freigegeben habe, deutlich kleiner als meine Herdplatte ist und mir das zu viel Verschwendung war. Zudem fand ich die Idee irgendwie gut, jederzeit, zum Beispiel beim Grillen, eine Herdplatte draußen nutzen zu können, was ich exakt - lasst mich nachdenken - kein Mal gemacht habe. Vielleicht macht das jemand anders? 🧐

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Sonntag, 12. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 14)


Halbzeit! Noch zwei Wochen lang werde ich meinen Besitz noch während dieser Aktion reduzieren. Es ist erstaunlich, denn was ich alles tatsächlich nicht brauche, zeigt sich offenbar erst mit der Zeit. Das ist jetzt die vierte "Challenge", mit der ich mich selbst herausfordere, über meinen Besitz nachzudenken. Nach der letzten dachte ich, ich sei nun am Ende der Reduktionsmöglichkeiten angelangt, doch seit Oktober hat sich vieles in meinen Ansichten geändert. Allein seitdem ein halbes Jahr reduzierter gelebt zu haben, hat so viel Ordnung in meinem Lebensumfeld geschaffen, dass sich der Fokus wieder neu richten konnte. Es entspannt mich zu wissen, dass mich nur Dinge umgeben, die ich nutze, die mir Freude bereiten und dass ich keine Ressourcen blockiere, indem ich ungenutztes horte. Wie wirkt das auf euch? Habt ihr dieselben Erfahrungen gemacht?
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Heute sortiere ich meine alte Brille aus. Ich habe sie aufbewahrt, falls mit der anderen etwas passieren sollte, sodass ich eine Ersatzbrille habe, bis jene in meiner Sehstärke gefunden, repariert oder neu vor mir liegt. Doch das wird nicht passieren und wenn, dann ist es nicht tragisch. Ich bin ja ohne Brille nicht aufgeschmissen. Lediglich darf ich nicht Autofahren (ich fahre ohnehin fast nur Bahn) und kann nicht, wie gewohnt, am Computer arbeiten (bin ich halt mal drei Tage näher dran am Bildschirm. Und?).
Ich spende sie an https://brillenweltweit.de. Mag jemand mitspenden? Bis zum Ende meiner Challenge nehme ich eure alten Brillen gerne entgegen und sende sie gemeinsam mit meiner ein 😊
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Samstag, 11. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 13)


Wieder so eine Idee, die ich hatte. So eine Idee, die echt öko war. Und total gut gemeint. Ebenso gut gemeint wie unüberlegt. Ich hatte mir diese Dörre geholt, um Lebensmittelretter zu werden. Ich wollte die Bioläden meiner Umgebung abgrasen und all das Obst und Gemüse vor dem Wegwerfen retten, indem ich es durch Dörren haltbar mache. Die Dörre war schnell gekauft und auch gleich getestet - ich hatte mit meiner Tochter Fruchtleder aus Mangopürree gemacht. Legga! 👌😍

Dann habe ich die Bioläden in Friedberg und Bad Nauheim aufgesucht, und musste feststellen, dass der eine Laden jene noch guten, aber nicht mehr ansehnlichen Früchte seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mitgibt und der Besitzer des anderen, sie an seine Ziegen verfüttert. Toll! So viel zu meinem Plan! Bei den Supermärkten war ebenso wenig zu holen, da sie entweder grundsätzlich nichts abgeben oder glücklicherweise den Tafeln. 😃

Der Plan B musste her und war schnell entwickelt. Ich würde zur Erntezeit heimisches Obst in größeren Mengen einkaufen und so haltbar machen. Nun, das habe ich in den knapp drei Jahren auch gemacht. Einmal! Und die größeren Mengen waren drei Äpfel! 🤔

Manchmal muss man sich einfach eingestehen, dass man Fehler machen darf. Und danke, Christian, dass du mich heute beim Kaffee so schonungslos davon abgehalten hast, mich in Plan C zu vertiefen, der ebenso gescheitert wäre. Du hast Recht: Ich bin Autor und sollte meine Zeit mit dem Schreiben, nicht mit dem Dörren verbringen. Vielleicht findet sich jemand, der die Dörre nutzen mag. Die- oder Derjenige kann dann gerne etwas, das ich geschrieben habe, lesen, während sie oder er das, was mit eigenen Händen gedörrt wurde, dabei schmaust 😉

Freitag, 10. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 12)


Zugegeben, ich hatte eine Erwartungshaltung, die vom Ergebnis deutlich abwich. Ich hatte mir zum Ziel gesetzt, mindestens fünf Kleidungsstücke auszusortieren, die ich selten bis gar nicht mehr trage. Ich dachte mir: "Du hast vier Jackets, zwei Anzüge, gut zehn Hemden und immer noch mindestens 30 T-Shirts. Da geht doch was!" Tatsächlich habe ich sechs Teile aussortiert, und darunter ist sogar eine Socke, die nicht einmal mir gehört - wem auch immer sie gehören mag und wie sie in meine Schublade gekommen mag? Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer würde. Nichts von dem, was in meinem Schrank hängt, möchte ich hergeben, und das obwohl ich viele Sachen für Monate nicht mehr getragen habe. Heute hatte ich ein fünftes Mal in vier Jahren meinen Schrank mit dem Ziel geöffnet, etwas auszusortieren. Das letzte Mal im Oktober hatte ich bereits festgestellt, mein persönliches Minimum erreicht zu haben. Offenbar hatte ich damals schon recht 😉

Immerhin kann ich noch ein paar Schuhe darauf legen und ein paar abgelaufene Mullbinden aus dem Erste-Hilfe-Kasten - vielleicht kann sie das Rote-Kreuz für ihre Kurse zum Üben gebrauchen. Was macht ihr damit? 🧐

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Donnerstag, 9. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 11)


Das zweite Drittel meines Frühjahrsputzes inmitten der Zeugnisse meines vorangegangenen Konsums ist angebrochen. Ja, ich räume ein, ich hatte eine Neigung zum Besitz von allem, was irgendwie in der Küche zu gebrauchen sein könnte. Nicht alles hatte sich als sinnvoll erwiesen oder ist es noch immer. Darunter auch der Dampfgarer, den ich heute freigebe. Es klang damals irgendwie toll: Drei Etagen, in jeder etwas anderes, das gegart werden konnte, und am Ende war zeitgleich eine Mahlzeit fertig. Es war auch toll. Irgendwie! Nur heute halt nicht mehr. Zumindest nicht für mich. Heute esse ich lieber Rohkost, und Fisch brauche ich auch nicht mehr zu dünsten. Natürlich nicht, weil ich ihn heute roh äße - ich bin ja nicht Smeagol 😜

Zuletzt hatte ich ihn noch genutzt, um Reis zu kochen, doch um ehrlich zu sein: Wenn schon Reis, dann lieber ein Risotto, und das lässt sich nur in der Pfanne bereiten. Selbst mein Gemüse, das ich nicht roh esse, landet heute eher kurz in der Pfanne als lang im Dampfgarer. Vielleicht ist es so, dass im Dampf gegartes Gemüse mehr Vitamine enthält, als gebratenes und mehr als in Wasser gekochtes sowieso, doch bei dem vielen Obst und Gemüse, das ich roh und angebraten esse, kann ich mir vorstellen, dass es überhaupt nicht ins Gewicht fällt, wie das einzelne Gemüse je nach Zubereitungsart abschneidet. 

Langer Rede kurzer Sinn: Braucht jemand einen Dampfgarer? 😉

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Mittwoch, 8. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 10)


Das Spiel hat mich viele Jahre begleitet, und ich hatte tatsächlich lange überlegt, ob ich es weggebe, da viele Erinnerungen an schönen Stunden mit meinem Kindern daranhingen. Letztlich hängen die Erinnerungen jedoch in meinem Kopf und nicht am Spiel. Nötigenfalls kann ich mir die Momente auch mit dem Foto dieses Posts wieder in Erinnerung rufen oder noch besser beim gemeinsamen Schwelgen in Erinnerung. Das Spiel selbst hat sich ausgespielt. Nach knapp drei Dekaden erfolgreichen Bestehens im Hotelgewerbe wissen alle Spieler, welche beiden Hotels man unbedingt haben muss, und ab dann ist es nur noch ein verzweifeltes Hinauszögern, bis der Besitzer eben jener beider Hotels unvermeidlich gewonnen hat. Ich gebe es für die oder den nächsten angehenden Hotel-Tycoon frei 😀

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Dienstag, 7. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 9)


Diese Töpfe und Eimer stehen fast seit meinem Einzug vor über zwei Jahren dort auf der Dachterrasse. Da stehen sie gut, denn sie sind nicht im Weg. Auch optisch haben sie mich nie gestört, denn direkt daneben steht meine Box, in der ich die Polster für die Gartenstühle aufbewahre und verdeckt die Ansammlung an Behältnissen, deren Existenz sicherlich wieder einen Nutzen hätte, wenn Blumen anstelle anderer Töpfe in ihnen steckten 🌹🌱🌷

Sie kommen jetzt weg und finden bestimmt Menschen, die sie gerne bepflanzt sehen, und dann bin ich gespannt, was das mit mir macht. Auch wenn ich sie nicht bewusst als störend empfunden habe, nahm ich sie unterbewusst sicherlich jedes Mal, wenn ich die Terrasse betrat, wahr. Gleiches war damals auch mit "meinem Papiermüll" passiert. Vielleicht bin ich dann noch lieber auf der Terrasse 😎

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Montag, 6. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 8)


These boots are made for walking, heißt es. Denke ich auch! Auch lebe ich das Motto meines Vaters, dass man ein Geschenk nicht zurückweist. Dieses hatte ich von einem alten und sehr guten Freund bekommen. Tatsächlich dachte ich erst, ich könne die gebrauchten wasserdichten Schneestiefel irgendwann nutzen - schließlich habe ich ja auch eine Regenhose und eine Regenjacke. Der Unterschied ist: Eine Regenhose packe ich in meinen Wanderrucksack, falls es überraschend regnen sollte - diese Stiefel nicht, denn es sind keine Wanderstiefel!👞👞

Seit ich sie geschenkt bekommen habe, wanderten sie nicht einen Meter. Sie walkten nicht einmal. Nun sortiere ich sie aus und hoffe, sie kommen an die Füße von jemandem, der regelmäßig in den Schnee muss. Also nicht jetzt, sondern in einem dreiviertel Jahr. Größe 45, übrigens 😉

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Sonntag, 5. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 7)


Als ich vor knapp drei Jahren in meine neue Wohnung gezogen war, hatte ich mein Wohnzimmer, das mit 25 Quadratmetern recht groß ist, in drei Zonen eingeteilt: Je ein Viertel Büro und Trainingsraum sowie eine Hälfte reiner Wohnbereich. Dazu hatte ich gebraucht zwei Spanische Wände geholt und als Raumteiler genutzt. Das erschien bis dahin eine gute Idee, allerdings hatte ich mir nie Gedanken gemacht, die das Wohnzimmer wirken würde, ohne die Paravents. Es erschien einfach sinnvoll, die verschiedenen Bereiche abzutrennen 🙆

Als ich vor Kurzem eine größere Gruppe Frühstücksgäste hatte und meinen Küchentisch zur Bewirtung ins Wohnzimmer stellen musste, waren die beiden Raumteiler natürlich im Weg. Als ich sie zur Seite gestellt hatte, fiel mir auf, wie viel heller und freundlicher mein Wohnzimmer plötzlich wirkt. Seitdem stehen sie an der Seite, und ich gebe sie jetzt frei. Offenbar muss man seine Ideen regelmäßig hinterfragen. Wie lange hätte ich schon auf der Seite des Lichts leben können 😅

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Samstag, 4. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 6)


Heute habe ich meine Küchenmaschine aussortiert. Ich hatte sie jetzt gut zehn Jahre, doch seit dem letzten Ausmisten hatte ich sie nicht mehr genutzt, allenthalben ein oder zwei Mal abgestaubt. Als ich noch regelmäßig gebacken hatte, war sie oft im Einsatz, doch seit ich morgens auf Haferflocken umgestiegen bin und nur noch selten morgens Brot und Brötchen esse, war sie kaum mehr im Gebrauch. Zudem habe ich Zubehör, wie eine Citrus-Presse und einen Mixer-Aufsatz, die ich beide nicht mehr nutze, seit ich meinen Omniblend habe, und einen isolierte Schüssel zum Eismachen, die ich nicht einmal mehr nutzen könnte, da ich keinen Eisschrank habe, in dem ich sie vorkühlen müsste. Also wandert das komplette funktionsfähige Paket nun in einer Free-Your-Stuff-Gruppe auf Facebook, damit sie jemand in Besitz nehmen kann, der sie auch nutzt 👍
Das Schönste ist: die "Cloud of Things" wird mir immer die Möglichkeit geben, ein gebrauchtes Küchengerät günstig zu bekommen, wenn ich doch wieder Brot backe, oder mir eine Maschine von Freunden zu leihen. Die Dinge sind ja nicht weg, nur bis dahin woanders 😍

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Freitag, 3. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 5)


Dieser dekorative Artikel wurde auch Opfer meines heimischen Degrowth 😉
Ohne auch nur einmal ernsthaft genutzt worden zu sein, hing das Dartboard fast drei Jahre in meiner Wohnung. Nun ist es weg und hat Platz geschaffen für ein Bild, das mangels Platz an der Wand bislang nur auf dem Schrank gestanden hatte. Kurios, denn das Bild hatte ich öfter betrachtet als die Dartscheibe 🙌
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Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen, befreit, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊