Donnerstag, 17. Oktober 2019

Workshop am 19. Oktober in Bad Nauheim

Workshop am 19. Oktober in Bad Nauheim

Gestern war unser vorletzter öffentlicher Workshop für diesen Monat im Wetteraukreis. Wer ihn in Rosbach verpasst hat, aber gerne teilgenommen hätte, muss aber nicht grummelig werden.

Am Dienstag, den 29. Oktober findet der wirklich letzte des Monats mit Svenja Preuster aka Fräulein Öko und mir statt.
Wir freuen uns, euch bei "Bad Nauheim fair wandeln e. V.", im Weltladen, In den Kolonaden 9, 61231 Bad Nauheim, zu sehen. Um acht geht es los. Der Eintritt ist frei.


Dienstag, 15. Oktober 2019

Trotz Greta Thunberg und Fridays for Future steigen die Passagierzahlen - Hamsterkäufe in der Luft?

Hamsterkäufe in der Luft

Eigentlich will ich in aller Ruhe einen Klassiker auf meinem Laptop schauen: Steven Soderberghs Katastrophenfilm Contagion. Leider vergesse ich die Benachrichtigungsfunktion meines Browsers zu deaktivieren, und gerade als ein das ganze Leben auf der Welt bedrohendes Virus ausbricht, poppt eine Meldung auf, der ich nicht widerstehen kann: Die Fluggesellschaften konnten sich trotz Greta Thunberg, Fridays-for-Future und all der Medienpräsenz des Themas Klimawandel gestiegener Passagierzahlen erfreuen. Ich blicke zum Fenster hinaus, und die Aussicht scheint das zu bejahen.  Die weitläufigen Cirruswolkenlinien zeigen, dass all das wohl zwar eine Wirkung auf die Bundesregierung hatte – wenn auch, gemessen am minimalinvasiven Klimapaket, nicht allzu viel –, aber offenbar auf den Bundesbürger nicht merklich. Woran liegt das?, frage ich mich, während Gwyneth Paltrow vor mir um ihr Leben kämpft. 

Ein Freund erzählte kürzlich von jemandem, der unbedingt noch eine Kreuzfahrt buchen wolle, solange es noch möglich sei, und während der logische Bruch seiner Entscheidung vor meinem geistigen Auge Gestalt anzunehmen beginnt, wird auf dem Monitor ein Supermarkt geplündert. Die Menschheit steht vor ihrem Virus-Ende, und Hamsterkäufe unter Umgehung des Bezahlvorgangs setzen ein. Da fällt es mir wie CO2 aus den Flugzeugturbinen! Was die Rheinische Post da beschreibt, sind nichts Anderes als Hamsterkäufe in der Luft. Jedem Fluggast ist so klar wie die Sicht in zehntausend Metern Höhe, dass wir uns in einer lebensbedrohlichen Situation befinden. Also kaufen sie sich rasch noch das, was es bald nicht mehr geben wird. Flugscham wird mit aller Gewalt in eine verstaubte Ecke des Gewissens gedrückt. Wir alle wollen ja, dass wir auch in fünfzig Jahren noch in dieser einen Welt leben können, und es wäre töricht anzunehmen, dass wir nicht auch noch das Letzte, was in unserer Macht steht, tun würden, um das zu erreichen. Nun ist es aber so, dass all diese Flugzeuge immer noch fliegen und bald vielleicht nicht mehr, denn die CO2-Steuer macht das Fliegen alsbald unwirtschaftlich – zugegeben: Nicht durch dieses Klimapaket, aber wer weiß –, also kaufen wir rasch noch den Supermarkt der Lüfte leer, denn wenn sich erst der Vorhang aus Kondensstreifen gelichtet hat, wer weiß, ob der klare Himmel dahinter in Zukunft je wieder ein Flugzeug zieren wird. Ja, natürlich setzten wir dadurch eklatante Mengen an CO2-Äquivalenten frei und heizen den Klimawandel weiter an, aber wer möchte denn seinen Enkeln später im warmen Sommer berichten, dass man ebenso wie sie nie in einem Flugzeug geflogen ist. Da fliegen wir doch lieber rasch noch ein paar Mal, und können im glutheißen Sommer unseren Enkeln mal erzählen, dass wir in letzter Sekunde beispielsweise am Nordpol vorbeigeflogen waren. „Mensch, Hannes!“, sagen wir dann. „Das war ein großer Eisbrocken damals, und da waren sogar Eisbären drauf!“ „Eisbären?“, fragt der Enkel dann, während er noch etwas 100er-Sunblocker, Marke „Mitteleuropäischer Standard“, aufträgt. „Ach, armes Enkelchen!“, sagen wir uns dann. „Wie gut, dass ich noch geflogen war und dir berichten kann!“

Entspannt lehne ich mich zurück und schaue wieder Kate Winslet und dem Virus zu. Der Supermarkt dort ist inzwischen leergeräumt. Ich muss also nur warten, bis auch hier die Flughäfen leergeräumt sind und es sich ausgehamstert hat. Condor ist vielleicht schon Vorbote. Und dann beginnt sich ein Bild vor meinem geistigen Auge zu formen. Es ist wieder der logische Bruch vom Anfang.

Montag, 14. Oktober 2019

Erste Friedberger Kulturnacht ein voller Erfolg

Erste Friedberger Kulturnacht ein voller Erfolg
Samstagabend fand die erste Friedberger Kulturnacht statt. 24 Veranstaltungen an 19 ausgewählten Orten zwischen Bahnhof und Burg. Ich selbst durfte im Adolfsturm der Burg drei Slots füllen, habe erst für Kinder aus Fionrirs Reise und dann zweimal für Erwachsene eine Auswahl meiner Gruselgeschichten gelesen. Alle Lesungen waren voll besetzt und zwischendurch hatte ich sogar Stehgäste - kein Wunder bei dieser Unmenge an Menschen, die der Friedberger Kulturrat ins Städtchen gezogen hat. Großartige Leistung, die definitiv nach einer Wiederholung schreit 😃
Danke an den Friedberger Geschichtsverein für die Einladung und die gute Betreuung an dieser schönen und außergewöhnlichen Lesestätte 👍

Vortrag und Workshop - Plastikfrei & Zerowaste

Vortrag und Workshop - Plastikfrei & Zerowaste am 16.10. in Rosbach
Am 16. Oktober 2019, ab 20:00 Uhr, sind Svenja aka Fr. Öko und ich auf Einladung des Rosbacher Forums in der Wasserburg in Nieder-Rosbach (Haingraben 16, 61169 Rosbach). Der Geschäftsführer vom BUND-Landesverband, Michael Rothkegel, leitet ein, dann darf ich etwas über meine Wandlung zum Plastik- und Müllsparer erzählen und anschließend gibt es eine Vorführung von Svenja, mit wie wenigen Hausmitteln und kaum Arbeit ihr ganz viel Umverpacktes ersetzen und so Ressourcen und auch den Geldbeutel schonen könnt. Schaut vorbei - der Eintritt ist frei :-)


Sonntag, 13. Oktober 2019

Ausmisten im Oktober - #Freetober (2/5)

Ausmisten im Oktober - #Freetober (2/5)
Die zweite Woche, in der ich mich der Ausmiste-Challenge mit dem schönen Namen #freetober angeschlossen habe, hat mich von weiteren fast fünfzig ungenutzten Gegenständen meines Haushalts befreit.

Intensiv hatte ich mich meinem Schrank mit den Sportgeräten der Kategorie "Vielleicht werde ich ja mal wieder ..." gewidmet. Um ehrlich zu sein: Nein, ich kam in den letzten Jahren nicht auf die Idee - und werde es in den kommenden Jahren auch nicht - Fußball zu spielen, einen der drei Tischtennisschläger in die Hand zu nehmen oder den Rückenprojektor umzuschnallen und wilde Abfahren mit dem Mountainbike zu absolvieren. Also wandert alles in den Unverpacktladen, und vielleicht freuen sich ein paar Kinder oder Wagemutige im Falle des Rückenprotektors. 

Weiter wanderten einige zigmal gelesene Bücher aus Badezimmer (klassische Klolektüre) und Schlafzimmer (klassische Einschlaflektüre) in die Kiste für den Büchertausch. Das ist kein Qualitätsmerkmal, das sie meinen Haushalt verlassen. Vielmehr würde ich mich freuen, anderen an den Werken zu erfreuen, und das kann ich nicht, wenn sie hier bei mir rumliegen und nur von mir gelesen werden. Insbesondere empfehle ich drei Kurzgeschichten-Sammlungen von Kishon. Wer sie möchte, nur melden!
Als die Bücher aus dem Schlafzimmer-Nachttischschränkchen weg waren, verblieb darin nur noch eine Wärmflasche, die ich nie genutzt hatte, seit sie mir vor bestimmt acht Jahren als Werbegeschenk vermacht wurde. Auch sie kam in die Kiste und damit auch der leere Schrank weg. Verrückt!

Zuletzt habe ich mich meiner Schreibtischschubladen gewidmet, und es kamen ein Zirkel und ein Zirkelset (beide ungenutzt), ein Stempelkissen (ich habe keinen Stempel), mehrere SD-Karten (ich habe nur noch zwei Geräte, die sie aufnehmen, und für die habe ich je zwei), zwei Einhandmesser (seit das Führungsverbot besteht, machen sie nicht mehr wirklich viel Sinn), ein USB-Stick mit 1 GB (habe noch zwei weitere) und ein Golfball (ich habe keinen Schläger und spiele weder Golf, noch kann ich mir einen Reim darauf machen, weshalb ich einen solchen in meiner Schublade finde) in die Kiste.

In Summe sind das 48 Gegenstände, und irgendwie wirkt es unheimlich aufgeräumt, gerade in Badezimmer und Schlafzimmer. Bin zufrieden und bin gespannt, wie kommende Woche läuft.
Und ihr? Auch was die Woche "ausgemistet"?

Samstag, 12. Oktober 2019

Eröffnung des Unverpacktladens "Honighalle" in Friedrichsdorf

Eröffnung des Unverpacktladens "Honighalle" in Friedrichsdorf
Mit der Honighalle hat heute ein Unverpacktladen in Friedrichsdorf, also nur zehn Minuten mit dem Auto von mir entfernt, eröffnet. Anfang des Jahres lief ein Crowdfunding über Startnext, an dem ich mich natürlich - aus nicht gänzlich altruistischen Gründen - beteiligt hatte. Heute durfte ich das Ergebnis meiner Investition bewundern und den großzügig bemessenen Laden in der Köpperner Straße 84 besuchen.

Schütten mit loser Ware zum Selbstabfüllen
Wie auch das gramm.genau in Frankfurt Bockenheim hat es einen Café-Betrieb angeschlossen, der am heutigen Tage voll besetzt war, was das Kuchen- und Kaffeeangebot augenscheinlich an seine Grenzen brachte. Der restliche Teil der Fläche wird vom Ladengeschäft ausgeschöpft. Es befinden sich eine Abteilung mit Waren in Glas wie Milchprodukte, aber auch verschiedenen Honigprodukten aus der Imkerei Schiesser, die den zentral gelegenen Unverpacktladen betreibt. Daneben gibt es eine Auswahl an Essigen und Ölen, die abgefüllt werden können. In einer weiteren Ecke befinden sich Drogerieprodukte wie lose Seifen und Zahnputztabletten. Gleich links neben dem Eingang sind Zutaten für das morgendliche Müsli sowie Süßwaren zu finden, die selbst portioniert werden können. Die Waage zum Ausmessen der mitgebrachten Glasbehältnisse befindet sich in unmittelbarer Nähe - natürlich können auch Pfandgläser von dort genutzt werden. Bis dahin ähnelt es dem Gießener Unverpacktladen, der nunmehr ebenso geräumig ist.

Süßwaren, Nüsse und mehr!
Das in meinen Augen Besondere ist, dass man sich sowohl Waren an der Theke abfüllen lassen kann - was ein Kolonialwarenladen-Gefühl mit sich bringt -, sie selbst an den Schütten befüllen kann, aber auch bereits in Pfandgläsern vorgefüllte Waren vorfindet. Wer nicht viel Zeit hat und nur schnell rein will, um sich ein Glas Nüsse oder Haferflocken zu holen, findet dort neben zahlreichen anderen ansonsten losen Waren, alles vorverpackt, was für den täglichen Ernährungsbedarf nötig ist.

Vorgefüllte Pfandgläser mit Haferflocken, Quinoa und Cashew
Ich habe heute das erste Viertel meines Startnext-Gutscheins ausgegeben und sehe den nächsten drei Besuchen entgegen. Bestimmt ergibt sich dann auch die Gelegenheit, mich mit dem sehr sympatischen Julius Schiesser (Bild unten, mitte) länger auszutauschen. Vielleicht bei einem Kaffee und einem (hoffentlich veganen) Kuchen aus der Theke, die dann nicht vom glücklicherweise großen Ansturm an Interessierten geplündert wurde. Ich freue mich darauf.

Kassenbereich mit meinen vier Litern Dinkel

Sonntag, 6. Oktober 2019

Ausmisten im Oktober - #Freetober (1/5)

Ausmisten im Oktober - #Freetober (1/5)
Das ist nun meine vierte monatlange Ausmisteaktion, die ich mitmache - wobei Ausmisten tatsächlich der falsche Begriff ist. Es ist kein Mist, den ich aussortiere, höchstens Mist, dass ich das meiste davon solange bei mir ungenutzt verwahrte, wenn es doch Menschen gibt, die es nutzen könnten, ohne sich Neues kaufen zu müssen. Ich mache bei der Aktion von Regina mit, die sie mit dem schönen Hashtag #freetober begonnen hat. Und so befreie ich mich im Oktober ebenfalls von etwas Besitz. Macht doch mit! Ganz ohne Stress! Schaut, was ihr nicht mehr nutzt, und dann weg damit: Ebay, Umsonstladen, Free-Your-Stuff-Gruppen, Umsonstläden, Sozialkaufhäuser, Rotes-Kreuz-Kleidersammlung, euer Freundeskreis ... freuen sich. Ich poste nun jeden Sonntag im Oktober, was ich die Tage zuvor aussortiert habe, und dann bin ich mal gespannt, was am Monatsletzten übrig bleibt. Mit 1.392 Dingen in meinem Besitz war ich gestartet.

Im Laufe der Woche habe ich 33 Kleidungsstücke aussortiert, was ich einigermaßen erstaunlich finde. Nach den drei Monatsaktionen sowie dreimaligem zusätzlichem intensiven Wüten in meinen ehemals sieben (sic) Kleiderschrankhälften, die ich allein mit meiner Kleidung gefüllt hatte, war ich bei meiner letzten solchen Challenge im Mai, nach sechs Jahren des Aussortierens und Reduzierens, der festen Überzeugung, ich wäre jetzt bei meinem persönlichen Minimum angelangt. Ich musste jedoch feststellen, dass ich drei meiner fünf Jackets nicht ein einziges Mal getragen hatte, den ganzen Sommer nicht eines meiner ärmellosen Shirts - obwohl es so heiß war - und auch manch ein anderes Kleidungsstück in größeren Anzahlen im Schrank war, als es mein Waschzyklus nötig machte. Ab zum Roten Kreuz damit.

Dann habe ich die vier Bücher der Tetralogie "Die Zwerge" von Markus Heitz an Freunde verschenkt. Ich liebe Heitz als Autoren, und diese vierbändige Chronik über den Zwerg Tungdil Goldhand fand ich großartig. Daher wäre es doch schade, wenn diese tollen Bücher ungelesen in meinem Schrank verharrten. Zudem sagte mir ein Freund: Wenn du stets nur dasselbe liest, bekommst du auch keine neuen Impulse. Schon umgesetzt, denn kaum war der Satz verhallt, hatte ich mir die Enyador-Saga von Mira Valentin auf den Ebook-Reader gezogen, sogleich verschlungen und nun mit Greg Walters Bestien-Chroniken begonnen.

Neun weitere Sachen verließen mich darüber hinaus: Ein kleiner Kleiderständer (stattdessen haben meine Freundin und ich je einen Stuhl aus der Küche im Schlafzimmer stehen, auf denen wir unsere Kleidung für den nächsten Tag zurechtlegen), eine Kühlbox und ein Koffer (die ich beide gut zehn Jahre ungenutzt auf dem Speicher stehen hatte), zwei Entkorker-Sets für Weinflaschen (beide mal geschenkt bekommen und nur selten mal die Korkenzieher genutzt - den Ausgießer mit Pfropfen nie ... ich habe Gäste, keine Reste!), drei Geschenkverpackungen für Weinflaschen (leer - Erklärung siehe oben) und eine externe Festplatte (befreit von zig Gigabyte ungehörter MP3s, ungesehener Videos und fürchterlicher Schnappschüsse - nur die schönsten habe ich behalten und zwar vernünftig beschriftet, um sie endlich auch mal wiederzufinden) - die sind jetzt erstmal bei Ebay-Kleinanzeigen, und ich bin gespannt, was die nächste Woche bringt. Allein in den Kleiderschrank zu schauen, lässt mich schon lächeln.


Dienstag, 1. Oktober 2019

Die Tuareg und der Besitz

Die Tuareg und der Besitz
Im Internet finde ich eine Zusammenfassung des Vortrages „Wie viele Dinge braucht der Mensch?“ - vom Ethnologen Prof. Spittler. Der Spezialist für die Tuareg erklärt, dass Mitglieder dieses Berbervolkes im Schnitt etwa 24-mal weniger besitzen als Deutsche. In verschiedenen anderen Quellen ist zu lesen, dass wir zwischen acht- und zehntausend Dinge besitzen; der Nomade, von dem Herr Dr. Spittler spricht, also offenbar nur zwischen 330 und 420 Dinge, darunter zum Beispiel nur 18 Kleidungsstücke. Und dabei macht es keinen Unterschied, ob der Tuareg reich oder arm ist, denn seinen Reichtum zu zeigen, ist traditionell verpönt. Der Wohlhabendste im Dorf ist also rein äußerlich vom Viehhirten, der für ihn arbeitet, kaum zu unterscheiden. Respekt, denke ich mir und erinnere mich daran, als ich vor vielen Jahren mit Hardrock-Café-Shirt und Löcherjeans zum Juwelier ging. Ich wurde völlig anders behandelt als wenige Tage später, als ich „zufällig“ nach der Arbeit und mit Hemd und Jacket in den Laden gegangen war. Ich weiß nicht, ob es bei den Tuareg Juweliere gibt, aber die dürften es wesentlich schwerer haben, jemanden abfällig zu behandeln. Immerhin verbergen sie ihren einzigen Reichtumsmarker, die Zahl ihres Viehs, ebenso gut, und selbst wenn nicht, wer würde sein Vieh schon mit sich führen, wenn er beispielsweise eine filigrane Halskette für die Liebste erwerben möchte? Ich sage nur: Elefant im Porzellanladen! Ich weiß natürlich, dass Tuareg Rinder- und keine Elefantenherden haben, die jedoch mit Sicherheit nicht weniger Arbeit machen. Und Arbeit ist ein gutes Stichwort. Ich wollte wissen, wie viel Besitz ich angehäuft habe. Ja, ich habe alle Dinge gezählt, die mir gehören. So etwas macht man an Samstagabenden, wenn man keinen Fernseher hat.

Bereits als ich mit dem ersten Raum fertig war, dem Schlafzimmer, hatte ich meine nomadische Vergleichsgruppe fast eingeholt, und das obwohl ich seit Jahren meinen Besitz um Ungenutztes reduziere. Schon drei einmonatige Ausmisteaktionen habe ich hinter mich gebracht, davor dreimal ausschließlich den Kleiderschrank reduziert. Immer noch mag ich mich nicht Minimalist nennen, doch dass ich noch so viel in meinen Schränken habe, überrascht mich dann doch. 1.392 Dinge sind es, die ich besitze, hat die Zählung ergeben. Das sind vier Tuaregs. Gerade der Kleiderschrank hat es in sich, nämlich Kleidung von stolzen elf Tuaregs. Rechnerisch versteht sich, meine Winterkleidung wäre in der Sahara ebenso fehl am Platz, wie meine Sportkleidung unpraktisch.

Das vergleichende Zählen meiner Besitztümer hat vor allem zwei Sachen bewirkt: Festzustellen, wie wenig es für ein erfülltes Leben braucht, aber vor allem zu merken, wie viele ich habe, von denen ich nicht wusste, dass ich sie besitze, geschweige denn weshalb. Ich glaube nicht, dass es eine bestimmte Zahl maximaler in Besitz befindlicher Dinge gibt, die den Minimalismus ausmachen. Jeder muss selbst definieren, was und wie viel man braucht, um glücklich zu sein, doch ich bin mir sicher, glücklicher wird man leichter, wenn man nicht mehr für so viel ungenutzten Besitz Raum, Zeit und Geld verschwenden muss. Ich jedenfalls „miste“ im Oktober wieder aus. Ebaykunden, die Besucher der Umsonstläden und meine Freunde werden sich freuen über das, was in ihren Händen wieder genutzt wird. Das macht mich nicht zum Tuareg, vielleicht nicht einmal zum Minimalisten, doch passt erst einmal alles in ein Tiny House on Wheels bin ich ja quasi auch ein wenig Nomade. Oder Minimalist. Oder beides.

Bildrechte: GarrondoCC BY-SA 3.0

Dienstag, 17. September 2019

Das vegane Steak

Das vegane Steak
Es ist das Jahr 2013. Ich sitze mit Freunden in einem Landgasthof nahe Fulda. Ich hatte mich entschlossen, ein 600 Gramm schweres Schnitzel zu bestellen und bekomme Angst, als der riesige Teller auf den Tisch gestellt wird. Dass ich es nicht packe, freut einen meiner Begleiter. Er hatte nur ein 400 Gramm schweres Rumpsteak und beäugt bereits seit Minuten meine immer mühsamer werdenden Kaubewegungen. Hätte mir an diesem Abend jemand gesagt, dass ich ein halbes Jahr später vegan leben werde, ich hätte vor Lachen Fleischstückchen geprustet.

Rund sechzig Kilogramm Fleisch isst der Bundesbürger jährlich. Von daher bin ich mir sicher, dass meine Ernährung von damals mindestens einen Menschen in den Veganismus getrieben hat! Und dieser arme Zwangs-Pflanzenköstler wäre dann genötigt gewesen, Fleischersatzprodukte zu essen. „Warum lebst du vegan und legst dann nachgemachte Wurst auf dein Brötchen?“, würde er von seinen Freunden ertragen müssen. „Weil sie schmeckt!“, hätte ich ihm seiner Zeit gerne als Antwort soufflieren wollen, doch das wäre eine Lüge gewesen. Damals gab es für meinen Gaumen nur einzige Geschmacksrichtung: Bluthochdruck. Der Markt kannte nur traurige, überwürzte Surrogate von etwas, das nicht einmal ein verliebter Metzger in die Auslage gelegt hätte. „Vegan wäre mir zu extrem!“, habe ich tatsächlich vor vielen Jahren mal gesagt. Ich frühstücke morgens Brot mit Aufstrichen, Paprikastreifen und Tomaten darauf, mittags Haferflocken mit Nüssen, Samen und Obst und mache mir abends eine Gemüsepfanne mit Bohnen. Ob ich mir 2013 mein Leben als Extremist so vorgestellt hatte? Wahrscheinlich nicht! Ich dachte vielmehr, ein Veganer könne ja fast gar nichts mehr essen. Aber so denkt man halt, wenn man wie ich mit Fleisch zu allen Hauptmahlzeiten und gerne mal zwischendurch einer Salami auf die Hand großgeworden ist – und es hatte mir gemundet. Wenn mir Menschen erzählen, sie würden ja gerne weniger Fleisch essen – denn letztlich ist jedem klar, dass 60 Kilogramm Fleisch pro Jahr weder für das Klima, noch für die Tiere und am allerwenigsten für die Gesundheit gut sind –, aber es schmecke viel zu gut, dann kann ich das verstehen. Doch es ist nur Gewöhnung. Der Spruch „Du isst nicht, was dir schmeckt, sondern dir schmeckt, was du oft genug gegessen hast!“ greift.  

Heute sieht es anders aus. Beyond Meat, Wiesenhof und seit letzten Monat sogar Aldi und Lidl führen pflanzliche Alternativen, die zumindest meiner vagen Erinnerung daran, wie Fleisch schmeckt, sehr nahe kommen. Doch die Zukunft wird eine andere sein. Das niederländische Startup Mosa Meat hat bereits 2013 den ersten Hamburger aus Stammzellen hergestellt. Drei Jahre später präsentierte das US-Unternehmen Memphis Meats ein Fleischbällchen aus Rinderstammzellen. Das israelische Unternehmen Aleph Farms arbeitet seit Anfang 2017 an einem in vitro produzierten Rindersteak samt Fettzellen, Blutgefäßen, Muskeln und Stützzellen. Potentaten wie Google-Mitbegründer Sergey Brin unterstützen die Projekte. In wenigen Jahren sind die Erzeugnisse marktreif, in Konsistenz, Geschmack und Bratgeruch von gewachsenem Fleisch kaum mehr zu unterschieden, und in zehn bis fünfzehn Jahren wird es nur diesen einen Unterschied mehr geben: Den niedrigeren Preis. Selbst Massentierhalter werden auf lange Sicht nicht konkurrieren können. Wenn Geschmack und Kosten dann keine Argumente mehr sind, wird es schwer, sich noch für „echtes“ Fleisch zu entscheiden. Ich bleibe allerdings bei Gemüse – Gewöhnung, ihr wisst ja!

Bildrechte: The image was originally posted to Flickr by avlxyz It was reviewed on 24 March 2010 by FlickreviewR and was confirmed to be licensed under the terms of the cc-by-sa-2.0.

Dienstag, 3. September 2019

Gut Holz!



Kürzlich sorgte eine Studie der ETH Zürich für Aufsehen: Das Wirksamste gegen den Klimawandel sei es, die Wälder aufzuforsten. Verrückt!, dachte ich. Wer hätte gedacht, dass Bäume, deren Holz eine Kohlenstoffverbindung ist, Kohlendioxyd (CO2) binden? Dass Bäume CO2 aus der Luft aufnehmen, mittels Photosynthese in Traubenzucker umwandeln, dessen Sauerstoff abgeben und Kohlenstoff zum Wachsen nutzen, war, seit wir im Biologieunterricht „Mein Freund, der Baum!“ gemeinsam geträllert hatten, kein wirkliches Geheimnis mehr. Spannend ist aber, dass Bäume zu pflanzen das Potenzial hat, zwei Drittel der bislang von Menschen verursachten klimaschädlichen CO2-Emissionen aufzunehmen. Von einer Milliarde Hektar – etwas mehr als die Größe der USA – sprechen wir hier. Der Raum wäre da! Bedenkt man, dass wir bereits nahezu die Hälfte der Waldfläche, die es gab, bevor der Mensch die Axt erfand, zerstört haben, käme das nahezu einer globalen Wiederaufforstung auf den Stand gleich, bevor die Römer ihre Classis-Germanica-Flotte aus unserem Baumbestand gezimmert hatten. Drei Billionen Bäume zählt die Erde, bis zu vier Billionen bräuchten wir. Schleswig-Holstein hat die Zeichen erkannt und will zum Tag der Deutschen Einheit eine neue Tradition ins Leben rufen: Jeder Deutsche soll am 3. Oktober einen Baum pflanzen.

Im Durchschnitt können wir mit zehn Kilogramm CO2-Bindung pro Baum und Jahr rechnen. In den Tropen liegt dieser Wert um ein Vielfaches höher, und gerade dort, speziell in Brasilien, wird gerodet, was die Säge hergibt. Da der Bestand des Regenwaldes die ganze Welt betrifft, wurde der Amazonas-Fonds eingerichtet. Dennoch ist die Abholzungsrate, seit Bolsonaro an der Macht ist, dramatisch gestiegen. Pro Minute geht die Fläche von drei Fußballfeldern verloren. Für dieses Jahr wird ein Anstieg der Rate um 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwartet. Während Bolsonaro „Fake-News“ ruft und sich zum Opfer von Umweltverbänden stilisiert, haben Deutschland und Norwegen ihre Mittel im Fonds eingefroren. Brasiliens kontert, Norwegen jage dafür Wale, und ich sage: Willkommen im Kindergarten! Wir verlieren weltweit fünfzehn Milliarden Bäume pro Jahr durch Abholzung. Doch es geht nicht nur um CO2: Pro Tag kann ein großer Baum bis zu 370 Liter Wasser aus dem Boden aufnehmen, in die Atmosphäre freisetzen und so für Niederschläge sorgen. Durch das Verdampfen von Regenwasser auf den Blättern wird weitere Wolkenbildung und neuer Niederschlag verursacht – bereits das verursacht rund 40 Prozent unseres Regens. Bäume kühlen zudem die Erde, indem sie durch die Bildung von Aerosolen die Entstehung von Wolken fördern, die einfallende Sonnenstrahlen reflektieren. Ein Teufelskreis für die Erderwärmung, wenn der Waldbestand weiter schrumpft.

Was hat der Wald mit unserer Lebensweise zu tun? Zwei Beispiele: Bei der Rinderhaltung entstehen für ein Kilogramm Fleisch Gase mit einer Treibhauswirkung von etwa 36 Kilogramm CO2. Gut neun Kilogramm essen wir im Schnitt jährlich – das sind 324 Kilogramm. Eine 250 Kilometerstrecke mit einem durchschnittlichen Auto führt zu einer Emission von gut vierzig Kilogramm CO2. Etwa 12.000 Kilometer legen wir jährlich im Schnitt mit dem Auto zurück – das sind 1.920 Kilogramm. 224 Bäume bräuchte es folglich allein zum Ausgleich von Rindersteaks und Individualverkehr. Das ergibt viel Arbeit am 3. Oktober – oder wir essen zwischendurch mal vegetarisch und fahren öfter mal mit der Bahn. Dann muss man zumindest etwas weniger Erde unter den Nägeln entfernen!

Dienstag, 20. August 2019

Helene Fischer auf Wacken?


Seit letzter Woche ist für die meisten hier die Urlaubszeit zu Ende. Für die Kinder hat das neue Schuljahr begonnen, die Eltern sind wieder in den Büros. Auch ich arbeite wieder und sitze erholt von meinen drei Wochen Camping-Urlaub, beginnend mit dem Heavy-Metal-Festival in Wacken, wieder vor dem Rechner. Ich schreibe diesen Text. Wie verbringt man seinen Urlaub möglichst umweltverträglich?

Meine letzte Flugreise liegt neun Jahre zurück, danach begann die Zeit, in der ich mir über meinen ökologischen Fußabdruck Gedanken zu machen begann. Ich verreiste ab da fast nur noch mit der Bahn, denn Flugreisen, da sind sich meine Kreise einig, sind der Klimakiller schlechthin im Verkehrssektor. Doch wie schlimm sind sie? Wie viel CO2 emittieren sie überhaupt? Die Gäste bei meinem monatlichen Stammtisch sind sich einig: Mit dem Flugzeug in den Urlaub zu fliegen, ist ähnlich schädlich für die Reputation, wie mit einem Helene-Fischer-Shirt beim Wacken-Festival zu sein. Meine ganzen Gäste? Nein! Ein von unwiderlegbaren Argumenten erfüllter Einzelner hört nicht auf, dem Postulat Widerstand zu leisten. Er ist Pilot und rechnet vor, wie viel Kerosin pro Flug getankt wird, wie viele Passagiere an Bord sind und welche Co2-Mengen verursacht werden. Verwirrung macht sich breit. Atemlos durch die Nacht geht es nach Hause. Ich recherchiere.

Tatsächlich rechnet Michael Müller-Görnert, Sprecher des Verkehrsclubs Deutschland e. V. (VCD), im Artikel „Verkehrsmittel im Vergleich - Intelligent mobil“ vor, dass ein Flugzeug für die Strecke Berlin-Frankfurt am Main nur 81,2 kg CO2 pro Fluggast emittiert, bei einem PKW sind es 94,2 kg. Als ich die Tabelle sehe, bin ich irritiert. Ich erinnere mich an Wacken zurück, wo an einer der Festival-Theken zu lesen war: „Wer kein Trinkgeld gibt, ist Helene-Fischer-Fan!“ Sind wir all die Jahre einem Phantom aufgesessen? Hätten wir lieber mit unserem Piloten zum Festival fliegen sollen, statt mit dem Camper zu fahren? Waren wir durch unseren Flugverzicht die Umweltsünder, die wir nie sein wollten? „Wer nicht mit dem Flugzeug fliegt, ist Donald-Trump-Fan!“, sehe ich schon an meiner Stammtisch-Kneipe in Holz geschnitzt an der Wand hängen. Zu der Emissionszahl existiert jedoch auch ein Klammervermerk: Ohne RFI-Faktor! Was ist das nun wieder? Nicht nur der VCD, auch das Umweltbundesamt, erläutern dazu, dass der RFI, also der Radiative Forcing Index, zu deutsch die Strahlungsantriebszahl, ein Faktor ist, der eine Vergleichbarkeit der Auswirkung von in großer Höhe erfolgenden Emissionen mit denen am Boden herstellt, denn der Flugverkehr wirkt nicht allein durch die Produktion von Klimagasen. Auch die Bildung von Ozon, der Ausstoß von Rußpartikeln, die Kondensstreifenbildung wirken beispielsweise erderwärmend. Im Ergebnis stellt das Amt fest, dass der gesamte Strahlungsantrieb der Emissionen und Effekte des Luftverkehrs etwa zweimal so groß ist wie der der CO2-Emissionen allein. Bezieht man in diese Berechnung mit ein, dass sich aus den Kondensstreifen auch ebenfalls erderwärmende Zirruswolken bilden können, erhöht sich der Faktor auf drei bis fünf. Das vergleichbare Ergebnis wäre also 94,2 kg für den PKW und 243,6 bis 406,0 kg CO2 für das Flugzeug. Uff!

Seit diesem Jahr ist Helene Fischers Best-of-Kompilation übrigens das am längsten in den deutschen Albumcharts platzierte Album. Vielleicht kommt sie ja auch mal nach Wacken. Immerhin war Heino 2013 auch dort, und trinkgeldförderlich wäre es obendrein. Natürlich nicht mit dem Flugzeug!

Bildquelle: Von Roger Green from BEDFORD, UK, derivative work Lämpel - Airbus A380, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=65623145

Dienstag, 6. August 2019

Ich bin e(h) schneller

Ich bin e(h) schneller

Das sagt der Hesse, wenn er sich auf einen Wettlauf einlässt und selbstsicher seinen Sieg vorankündigt. Schaue ich derzeit auf die Straßen und Bürgersteige, bin ich geneigt, das h wegzulassen. Was bleibt, ist ein e wie elektrisch. Vor wenigen Jahren musste ich bereits aufgeben, nach Gehör die Straße zu überqueren, weil ich eine Ahnung hatte, wie meine Zukunft sonst enden würde: Mit einer Schlagzeile in der Art von „Ironie des Schicksals: Streiter für die CO2-Reduktion von E-Auto überfahren!“ Als Friedberger Kaiserstraßen-Anrainer wäre ich zwar froh, wenn die nächtlichen PS-Boliden-Rennen auf der Viertelmeile zwischen der Burg und meinem Schlafzimmerfenster lautlos würden, aber das ist gar nicht das Thema, über das ich schreiben will.

Ich bin ein Freund des Elektro-Antriebs. Er kann helfen, CO2 einzusparen und damit ein Schwert im Kampf gegen den Klimawandel sein. Natürlich nur unter folgenden Bedingungen: Der Strom darf nicht aus Kohleenergie stammen. Knapp vierzig Prozent des Strommixes in Deutschland kommen aus den Bereichen Stein- und Braunkohle, zwar ebenfalls 40 Prozent aus regenerativen Quellen, doch bei einem Primärenergieverbrauch im Verkehrssektor von gut 3.400 Petajoule würde das bedeuten, dass wir mehr als zweieinhalb mal so viel Strom aus Solar, Wind- und Wasserenergie sowie Biomasse gewinnen müssen wie heute. Zusammen mit dem Bedarf für den Ausstieg aus der Kohle- und Atomenergie wären wir vermutlich bei dem fünffachen. Die zweite Bedingung wird dadurch offenbar. Das geht nicht, ohne eine Mobilitätswende. Der Individualverkehr muss drastisch reduziert werden. Gerade das Gegenteil ist der Fall.

Der Fahrzeugbestand hat sich von 2017 auf 2018 um 1,1 Millionen Fahrzeuge erhöht. Die Bestandmehrung brachte zwar auch 29.000 Elektrofahrzeuge mit sich, aber ohne Reduktion bedeutet die Mehrung einen Zusatzverbrauch. 80 Prozent der Besitzer von Fahrzeugen mit Elektroantrieb besitzen zwei und mehr Fahrzeuge. Es scheint, als würde es mehrheitlich nicht der Ersatzbeschaffung dienen, sondern zum Freizeitauto avancieren. Schön, wenn der Benziner oder der Diesel dafür stehen gelassen werden, doch der Benefit wird von den Produktionskosten des E-Autos gefressen. In der Wirtschaftstheorie nennt man das Rebound-Effekt. Er lässt uns mehr Lampen im Haus anschalten und sie länger anlassen, weil LEDs so viel weniger verbrauchen, lässt uns mehr essen, weil der Kauf von Bio-Fleisch unser Gewissen beruhigt, und eben auch ein E-Auto als Zweitwagen zulegen oder mehr damit fahren, weil ja kein CO2 emittiert wird. Und dabei macht er den potentiellen Spareffekt zu Gunsten der Umwelt nicht nur zunichte, sondern erhöht den Verbrauch sogar.

Augenblicklich wähne ich nicht nur die Umwelt, auch mich selbst in großer Gefahr! Insbesondere eine dieser Schlagzeilen zu produzieren wie: „Rebound zum Opfer gefallen: E-Roller prallt auf Umweltaktivisten!“ Tausende von schlanken Menschen bewegen sich lautlos auf den Rücken überall in den Großstädten stehender Leih-Elektroroller durch die Innenstädte Deutschlands. Smart lächelnd bewegen sie schlanke Körper, die sich vormals durch Körperkraft von selbst fortbewegten, durch die Alleen und Avenuen zwischen Berlin und München. Die lauernde Gefahr: Nahrungsenergie bleibt unverbraucht, die Rollerfahrer werden mit der Zeit immer schwerer, die Energieverbräuche der Gefährte immer höher, und das Schlimmste ist, dass das auch für die Aufprallenergie auf den Fußgänger Arnold gilt. Das ist kein Teufelskreis – es ist ein Teufelsball! 

Dienstag, 23. Juli 2019

Im Schatten der Sparsamkeit

Im Schatten der Sparsamkeit
Im September hatte ich in meiner Kolumne Frugalismus zum Thema, also die Philosophie jener Gruppe an sparsamen Menschen, deren Konsumreduktion nicht primär Umweltaspekten oder der inneren Ruhe zuzuschreiben ist wie bei den Minimalisten, sondern dem Wunsch, möglichst viel des Ersparten anzulegen, um schon viel früher, als vom Gesetzgeber vorgesehen, in Rente gehen können. Damals hatte ich mich entschlossen, einem Frugalisten gleich, eine Tabelle mit meinen Einnahmen und Ausgaben zu führen – mit grafischen Auswertungen und allem Schnick-Schnack und Bling-Bling, die mir ein modernes Tabellenkalkulationsprogramm bietet. Dadurch konnte ich viele Ausgabenherde identifizieren und reduzieren. „Was? Der Kostengraf meiner Restaurantbesuche ist höher als der meiner Nahrungsmittelausgaben?“ Kaum festgestellt, schon optimiert!

Dann hatte ich gelesen, dass Oliver Noelting, wohl der deutsche Pionier dieser wie so oft aus den USA stammenden Bewegung, teils über 70 Prozent seiner Einkünfte spart. Ich bin Sportler! Challenge accepted, dachte ich mir. Tatsächlich hatte ich es geschafft, in den knapp zwölf Monaten, in denen ich meine Ausgaben bislang monitore, im Schnitt fast 20 Prozent zurückzulegen. Allerdings musste ich auch feststellen, dass wir zwar das gleiche Spiel spielen, doch in anderen Ligen. Während er auf Bundesliganiveau unterwegs ist, mühe ich mich in der Kreisliga ab. Mit zwei Kindern kämpft es sich ein weniger anders um Platz eins als kinderlos. Trotz der ungleichen Voraussetzungen fand ich eine Lösung. Ich musste, um nicht einmal annähernd denselben Wert zu erreichen, in zwei der Monate lediglich doppelt so viel arbeiten. Okay, das war gemogelt, denn der Sinn ist ja, sein Konsumverhalten umzustellen und dadurch zum Zurücklegen für die Frührente zu kommen. Nur möchte ich ja eigentlich gar kein Privatier werden, und außerdem, mal ehrlich, wo im Sport auf diesem Niveau wird denn nicht gedopt? Genau hier liegt aber der Hund begraben! Um eine Idee zu kopieren, muss man das Konzept verinnerlichen. Um jemandem nachzueifern, muss man die unterschiedlichen Voraussetzungen würdigen und seine Ziele entsprechend anpassen.

Meine Ausgaben auf diese Weise im Blick zu haben, war und ist gut. Es schult meinen nachhaltigen Umgang mit dem eigenen Konsumverhalten, und mir hat es immens geholfen, ein paar Rücklagen zu bilden, obwohl ich fest im Glauben war, das gar nicht zu können. Und das gegen Ende sogar kontinuierlich, denn wer will schon einen Monat für Monat nach oben gehenden Grafen unterbrechen? Selbst wenn es nur ein paar zurückgelegte Euro am Monatsende sind. Da spart man sich allein wegen der Ästhetik eines Charts mal ein Stückchen vom Bäcker unterwegs ab und isst den mitgenommenen Apfel von zuhause. Frustrierend wird es nur, wenn man versucht, auf Euro komm raus, Vorgaben zu erreichen, die mit den persönlichen Voraussetzungen nicht zu erreichen sind. 
Juli ist Urlaubsmonat. Ich bin schon seit zwei Wochen über das hinaus, das ich mir mal im Monatsschnitt als maximale tägliche Ausgabe festgelegt hatte. Ist das schlimm? Ja, dachte ich noch vor einigen Tagen. Dann schaute ich mir meine Grafik an und widersprach mir. Wenn ich diesen Monat nichts zurücklegen kann, dann stimmt vielleicht der Quartalsschnitt wieder, und wenn selbst der nicht, dann bestimmt der Jahresschnitt. Meine Rücklage dient dem kleinen Eigenheim, und dem komme ich auch trotz Urlaub näher. Selbst wenn ich dafür die Skalierung meiner Grafik ändern muss, um mich in die nächste Liga zu mogeln.

Dienstag, 9. Juli 2019

Aber was ist mit China?

Aber was ist mit China?
Kürzlich führte ich parallel zwei Diskussionen in den Sozialen Netzwerken, und es dauerte nicht lange, bis ich den Eindruck gewann, meine Antworten in der einen in die andere kopieren zu können. Sie liefen beide auf dasselbe hinaus: Was ist mit China? Das Thema war unser Kohlendioxid-(CO2)- verbrauch und die Frage hinter allem: Was bringt es, wenn wir das Verbrennen fossiler Brennstoffe reduzieren, wenn in Fernost neue Kohlekraftwerke gebaut werden. Das sind durchaus berechtigte Fragen, schließlich ist der Klimawandel ein globales Problem und Deutschland kann nicht einfach eine Glasglocke über sich ziehen, im Sinne von: Bei uns haben wir jetzt wieder gemäßigtes Klima, sollen die Chinesen doch unter ihrer noch gigantischeren Glasglocke selbst sehen, was sie davon haben! 

Zunächst ist es wichtig, das Thema einmal losgelöst von der Physik aus den Augen der Moralphilosophie zu betrachten. Einigkeit besteht, hoffe ich, darin, dass es nicht erstrebenswert ist, den Folgegenerationen die Lebensgrundlage zu entziehen, indem wir im Heute über das uns zustehende Maß Ressourcen verbrauchen, die dann im Morgen mangeln oder, noch schlimmer, die klimatischen Bedingungen drastisch verschlimmern. Das vorausgesetzt, muss sich die Frage anschließen, ob uns ein unmoralisch Handelnder von unserer eigenen Verpflichtung entbinden kann. Um es zu versinnbildlichen: Der Hund ist des Deutschen liebstes Tier. Konsens dürfte darin bestehen, dass man sein Haustier keiner Gewalt aussetzt. Wenn mein Nachbar seinen Hund tritt, ist das moralisch verwerflich. Wenn ich meinen flauschigen Vierbeiner nun unter Verweis auf das nachbarliche Verhalten ebenfalls zu treten beginne, bleibt es eine moralische Verwerfung. Ähnlich verhält es sich moralisch auch mit dem Umgang mit unseren Ressourcen. Ersetze Hund durch fossile Ressourcen und Nachbar durch China!

Nun ist es allerdings so, dass der arme Hund des Nachbarn die Lebensqualität meines Hundes, nennen wir ihn Bello, nicht beeinträchtigt. Bello ist ein glücklicher Hund, und Hasso hat eben Pech. Was uns moralisch ebenso verpflichtet, ist, das Gespräch mit Hassos Frauchen oder Herrchen zu suchen, weil wir ja schließlich nicht wollen, dass der echt goldige Hasso mit seinen großen braunen Kulleraugen weiter so traurig am Zaun steht. Vielleicht hat sein Besitzer Gründe, ihn zu treten. Vielleicht bellt er zu viel. Das macht es nicht weniger verwerflich, aber nur durch Reden kommen wir weiter. Gegenüber wohnt vielleicht ein Hundetrainer. Zusammen mit ihm, bei einem leckeren Bier in der Mittagssonne sitzen wir nun im Garten. Unsere Hunde tollen ausgelassen umher, während im Kopf des Hundehalters langsam die Ideen eures gemeinsamen Nachbarn reifen. Es dauert zwar eine Weile, aber bald lebt auch Hasso gewaltfrei und glücklich, weil sein Halter nun ganz viele Optionen zur Hand hat, wie sein Hund, den er tatsächlich nicht weniger gern hat als ich Bello, weniger bellt, ohne ihn zu treten. Ersetze Hundetrainer durch Staatengemeinschaft, Mittagssonne durch Klimagipfel und Bier durch wirtschaftliche Anreize! 

Ganz nüchtern betrachtet, ist unsere persönliche Verantwortung größer als in China. Immerhin liegt unsere CO2-Emission nach dem Konsumprinzip bei gut 18 Tonnen pro Person und Jahr, und die Chinas bei unter neun. Das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie in Summe tendenziell steigt und China der weltweit größte Emittent ist. Doch wie Kästner schon schrieb: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Und nun: Aus, Hasso, und Platz!

Freitag, 5. Juli 2019

Nominiert für den Slam 2019 in Berlin


Als ich zum Highlander des Poetry Slams im kuenstlerhaus43 aufbrach, witzelte ich vorher, dass man bereits mit dem dritten Platz eine Chance auf den Startplatz für den Slam2019 hätte - immerhin waren zwei der großartigen Slammer*Innen im Line-up bereits nominiert. Einer von beiden wurde krank, und ich landete auf Platz 1. Krass! 🤗😀

Nun fahre ich Ende Oktober nach Berlin und darf einen der Slams der Landeshauptstadt bei der deutschsprachigen Meisterschaft vertreten 🤓

Dienstag, 25. Juni 2019

Vegan ist ungesund


VEGAN IST UNGESUND!

Diesen Satz liest man immer häufiger. Der Headline zugrunde liegt dann meist eine Studie zu auf Herz und Nieren geprüfte Veggie-Bratwürste und Konsorten, wenn man das bei veganer Kost überhaupt so sagen darf. Zu viel Salz, zu viele Bindemittel und obendrein Geschmacksverstärker. Leider ist die Überschrift irreführend, denn es wird ja nicht die vegane Ernährung mit einer anderen verglichen, sondern schlicht ein hochverarbeitetes Lebensmittel herausgepickt. Ebenso wenig jedoch wie sich der durchschnittliche Bundesbürger nur von Nürnbergern mit Senf ernährt, isst der Veganer tagein tagaus nur Sojaweißwurschterl. Das ist ein wenig so, als würde man bei einem Crashtest mit einem Elektromobil und einem Diesel feststellen, dass beide Autos danach kaputt sind. Der Satz müsste also heißen: „Die getesteten Fertigprodukte sind ungesund!“ 
Die Schlagzeile wäre dann aber nicht so bewegend. Letztlich ist ihr Zweck nur, Emotionen zu wecken, die zum Weiterlesen bewegen. Habe ich auch gemacht, und wenn Sie bis hierhin gelesen haben, hatte ich bereits einen Teilerfolg.

Diese Veganer, die selbst dann scheinbar missionieren und versuchen, einem die Wurst unschmackhaft zu machen, wenn sie den Mund bloß zum Essen aufmachen, erhitzen die Gemüter. Wer liest denn da nicht gerne, dass deren Ernährung trotz dieses über uns allen geschwungenen Damoklesschwerts, geschmiedet aus Tierwohl und sozialer sowie ökologischer Überlegenheit, zumindest nicht gesund ist. Es beruhigt doch zu erfahren, dass man, wenn man schon nicht alles richtig, dann doch zumindest nicht alles falsch macht. „Ja, ihr Veganer, ihr schwingt zwar die moralische Keule, aber eure Keule besteht aus Salz und Chemie!“ Es ist ein wenig Schützenhilfe im permanenten Drang des Normalköstlers, sich verteidigen zu müssen, sobald ein Veganer Teil der Gruppe ist. Dieser alte Witz: „Woran erkennt man einen Veganer? Keine Angst, er wird es dir sagen!“ ist jedoch schon lange nicht mehr real. Vegan ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. An kaum einer Tafel findet sich nicht mindestens einer, der  auf Tierisches verzichtet, viele Restaurants bieten Veganes an, und die Supermärkte haben inzwischen ein so großes veganes Programm, dass Ketten wie die rein veganen Veganz-Märkte mancherorts Filialen schließen mussten. 

Der Veganer muss sich inzwischen nicht mehr outen. Er kann an der Tafel essen, wie jeder andere, bestellt im Restaurant einfach, ohne sich erklären zu müssen, und kauft im Supermarkt ein, als wäre er ein ganz normaler Kunde - nur halt offensichtlich ein ungesunder. Den Einkaufswagen voller veganer Würstchen, fleischfreier Schnitzel und versalzener Veggi-„Fleisch“-Bällchen steht er kränkelnd und verschämt an der Kasse unter den mitleidigen Blicken der übrigen kränklichen Schlangesteher, die das Förderband mit Rindswurst, Bratwurst und Fertigfrikadellen vollgeladen haben. In der Realität kommt auf beiden Seiten zur Wurst, gleich ob fleischlich oder fleischlos, Gemüse auf den Teller und vielleicht ein paar Kartöffelchen. Das gleicht den Fettgehalt genauso wie den Salzgehalt auf beiden Seiten aus – wenn auch auf der veganen in der Regel etwas stärker. Und schon sind beide nicht mehr ganz so ungesund. Was also bleibt, sind Tierwohl und die soziale wie ökologische Seite.

Kann man nur hoffen, dass niemand auf die Idee kommt, die gesundheitsfördernden Aspekte von Pfefferbeißern und Möhren zu vergleichen. Denn diese Headline wäre dann auch wieder emotionalisierend. Schön, dass Sie zu Ende gelesen haben.

Bildrechte: Randal B, under Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Dienstag, 11. Juni 2019

Der Umwelt-Killer E-Auto



Die Klimadebatte ist aufgeheizt – ganz passend zum Klima. Immer öfter sieht man Fotos von chilenischen Bauern vor leeren Brunnen, Videos von verheerten Landstrichen in Argentinien und bekommt chinesische Minenarbeiter im Kindesalter präsentiert. Es geht um den Lithium-Abbau, und über den Bildern steht sinngemäß dieselbe Überschrift: „Das Elektro-Auto zerstört die Umwelt!“ Schließlich werden für den Betrieb Akkus benötigt, in denen Lithium enthalten ist. 
Ganz fair ist das natürlich nicht, denn es erweckt den Anschein, als hätte ein pseudo-grüner Ökoteufel den Abbau für sein diabolisches Gefährt überhaupt erst in Gang gesetzt. Tatsächlich werden nur gut 37 Prozent für Akkumulatoren genutzt, der Rest für zahlreiche andere Zwecke, von der Produktion von Glas und Keramik bis hin zum Einsatz in Antidepressiva. Auch werden die Akkumulatoren nicht zur Gänze von der Autoindustrie genutzt. Tablets, Smartphones, PCs, Akkuschrauber bis hin zur E-Zigarette nutzen Lithium-Ionen-Akkus. Gerade die drei Erstgenannten muss man natürlich im Bildtext ausklammern, denn wie soll man dann noch mit gutem Gewissen ein Like für das Lithium-Abbau-Bashing vergeben. Der kleine Exkurs soll natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Bedarf für Fahrzeugakkus steigt. 2008 lag deren Anteil am Lithium-Abbau noch bei unter 20 Prozent. Das wird die eingangs geschilderten Phänomene noch verstärken, und das finde ich schrecklich. 

Doch wer glaubt, dass die alternative Überschrift „Der Otto-Motor rettet unsere Umwelt!“ zutreffend wäre, irrt. Da muss man sich nur die zahlreichen Ölunfälle in Erinnerung rufen, die ganze Meeresregionen und Landstriche verheert haben. Wer glaubt, dass die Einflüsse der Erdölnutzung auf die Umwelt nur bei Katastrophen auftreten, sollte nach Nigeria in Verbindung mit dem Suchbegriff Erdöl googeln, um einen Eindruck zu gewinnen. Allein die vor über 15 Jahren gebaute Kamerun-Tschad-Ölpipeline hat so viel unberührte Waldregionen und Wasserquellen der ansässigen Bevölkerung zerstört und beeinflusst sie noch immer, dass das durchaus ein paar Videos und Bilder parallel zu denen des Lithium-Abbaus wert wäre. Was ist das Fazit aus allem? Es ist nicht das E-Auto, das die Umwelt zerstört. Es ist auch nicht der Benziner oder Diesel. Es sind unser Konsumverhalten und die Verwechselung von Fahrzeugbesitz mit Freiheit. 64,8 Millionen Fahrzeuge sind allein in Deutschland zugelassen. Das sind 692 Kfz je 1.000 Einwohner. Vor zehn Jahren waren es noch 55,4 Millionen, und die Fahrzeugdichte lag bei 503. Ich sage nicht, dass der Besitz eines Fahrzeuges abzulehnen ist. Ich habe selbst viele Jahre auf dem Land gelebt, und auch vom Städtchen Friedberg ins Land zu kommen, ist manchmal ohne Auto ein Abenteuer. 

Im Durchschnitt steht ein Fahrzeug jedoch 95% der Zeit, das sind 23 Stunden am Tag. Es ist an der Zeit, das zu überdenken! Die Förderung von Carsharing-Systemen mit Keyless Vehicle Entry kann die Lösung sein. Fahrzeuge, die per App lokalisiert, schlüssellos mit einem Code geöffnet und genutzt und dann einfach am Zielort abgestellt werden können, wo sie anderen zur Verfügung stehen. Kein persönlicher Besitz, nur bedarfsgerechte Nutzung. Das würde den privaten Fahrzeugbestand massiv reduzieren, ohne Freiheiten einzuschränken. Ressourcenschonung ohne Mobilitätseinschränkung. Dann wäre es auch gleich, ob ich einen Otto- oder einen E-Motor im Fahrzeug habe. Und keine Sorge: Das Smartphone zur Buchung zu nutzen, fällt nicht ins Gewicht. Von denen gibt es fast so viele wie Autos.

Bildquelle: Von Nissan_LEAF_got_thirsty.jpg: evgonetwork (eVgo Network). Original image was trimmed and retouched (lighting and color tones) by User:Mariordoderivative work: Mariordo (talk) - Diese Datei wurde von diesem Werk abgeleitet: Nissan LEAF got thirsty.jpg:, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18091826

Freitag, 31. Mai 2019

Aktionstag Nachhaltigkeit an der Goethe-Uni Frankfurt, 03.06.2019


Am 03.06.2019 darf ich gleich zweimal in meinem grünen Kernbereich aktiv sein. Um vier gibt es im Grünen Hörsaal des Campus Westend an der Goethe-Uni in Frankfurt einen DIY-Workshop, in dem ich mit euch das eine oder andere selbst mache, das hilft Umverpackungen zu sparen, und um 19:30 Uhr findet ein Science Slam statt. Schaut vorbei 😊

Dienstag, 28. Mai 2019

Zeugen für die Umweltzerstörung

 

Empörung! Da sagt doch ausgerechnet eine Lehrerin, ein Kind in die Welt zu setzen, sei „das Schlimmste, was man der Umwelt antun kann“, und – noch schlimmer – sie hält diese menschenfeindliche These auch noch in einem Buch für die Nachwelt fest. Gut, in diesem Kontext von Nachwelt zu sprechen, hat schon ironische Züge. Sagen wir besser: Für die Nachwelt derer, die das Buch nicht verstanden haben. Die Autorin heißt Verena Brunschweiger, und das Buch trägt den Titel "Kinderfrei statt Kinderlos". Die These lautet, dass jedes nicht in die Welt gesetzte Kind eine CO2-Einsparung von rund 50 Tonnen im Jahr bedeute. Bei mehr als elfeinhalb Millionen Familien in Deutschland, ausschließlich derer, für die „Regretting Parenthood“ kein Fremdwort ist (laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Yougov immerhin jeder Fünfte), kann man sich schon vorstellen, wie laut der Aufschrei ist. Ganz zu schweigen von dreizehneinhalb Millionen Kindern, die sich denken: „Was? Ich? Das Schlimmste für die Umwelt? Aber ich engagiere mich doch bei Fridays for Future!“

Im Kern ist das Buch zum einen ein feministisches, das sich mit dem pronatalistischen Druck auf Frauen befasst, und gar kein ökologisches und zum anderen ist die These weder revolutionär, noch neu, noch ihre eigene. Das stört jedoch nicht dabei, sich über diesen einzigen Satz aus einem Interview zu echauffieren. Frau Brunschweiger bezieht sich auf die im Jahr 2017 erschienene Metastudie der schwedischen Universität Lund, die zum Ergebnis kam, dass weniger Kinder in die Welt zu setzen, die führende der vier effektivsten Klimaschutzmaßnahmen sei. Mit dem Verzicht auf ein Auto könne ein Mensch jährlich 2,4 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid einsparen, der Verzicht auf Flugreisen spare durchschnittlich 1,6 Tonnen, eine Ernährung ohne Fleisch 0,8 Tonnen, und – the winner ist – jedes nicht in die Welt gesetzte Kind reduziere die persönliche Jahresemission um 58,6 Tonnen des Klimagases. Von damals habe ich gar keinen Aufschrei in Erinnerung. Nun erfolgt er plötzlich. Der geneigte Bürger, der seine Existenz schon bei „Deutschland schafft sich ab“ in Gefahr sah, wird nun auch noch von dieser unheilvollen Kombination aus Feminismus und Öko-Terrorismus bedroht. Oh, Schreck! Was hinter der These steckt, fällt nicht sofort ins Auge, denn wenn ein Neugeborenes zur Bedrohung wird, dann nur, weil es die elterliche Lebensweise kopiert. Ein neuer Erdenbürger in Zentralafrika ist nicht das Problem, denn seine Erzeuger leben weit unterhalb der Erschöpfungsgrenze ihrer landeseigenen Ressourcen. Das macht der Deutsche beispielsweise nicht und dessen Spross auch nicht – es sei denn, er engagiert sich freitags außerschulisch. Deutschland müsste laut Daten des Global Footprint Networks zweieinhalbmal so groß sein, damit wir von unseren Ressourcen leben könnten. Es ist nicht das afrikanische Kind, das mit dem Auto zum Bäcker um die Ecke fahren, mit dem Flieger in den Urlaub fliegen oder 60 Kilo Fleisch pro Jahr verzehren wird, wenn es groß ist. Der logische Schluss hätte also sein können: „Oh je, wir müssen unseren Überfluss reduzieren, wenn solche drastischen Thesen formuliert werden.“ Doch sich zu empören ist einfacher, wenn man dafür im Ferienflieger Schnitzel essen kann.

Übrigens: Wen interessiert, wie Teile unserer Gesellschaft mit der Meinung anderer umgehen, dem empfehle ich einen Ausflug auf die Bestellseite des Buchs bei dem großen Internet-Buchhändler mit A.  Offenbar ist die Geburtenrate nicht unser größtes Problem.

Montag, 27. Mai 2019

Tiny House Ausstellung in Worms // Wohin mit dem Bett?


Vor acht Tagen waren wir auf der Tiny-House-Ausstellung in Worms, um uns etwas zu inspirieren, und vor allen Dingen, damit insbesondere ich mir die Dimensionen wieder in Erinnerung rufe. Schließlich ist es zwei Jahre her, dass ich eines besichtigt hatte, und die Saat gesetzt wurde 😊


Was ich beispielsweise als gar nicht so unbequem in Erinnerung hatte, wie ich es dann bei der Ausstellung erfahren musste, waren die Lofts, in denen für gewöhnlich die Schlafstätten eingerichtet sind. Jahrelang auf den Knien ins Bett zu gehen, ist mir tatsächlich suspekt. In den meisten der ausgestellten Häusern, konnte ich nicht einmal sitzen, ohne dass mein Kopf an die Decke stieß. Da muss also eine Lösung her. Vielleicht ein ausfahrbares Oberdeck, um etwas Raum zu gewinnen, wenn man zu Bett geht, aber kein höheres Volumen heizen muss, wenn man die anderen "Räume" nutzt.
Die Alternative wäre ein ebenerdiges Bett 👇


Dann sollte das Tiny House allerdings auch länger sein als die üblichen auf dem für 3.500 kg ausgelegten Chassis. Das wird wohl ohnehin nötig, um zu zweit einzuziehen, denke ich. Wenngleich ich auch dafür gewiss noch eine zweite und dritte Ausmiste-Aktion einplanen werden muss 😉




Sonntag, 26. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 28)


Heute ist der letzte Tag meiner fünften Degrowth-Challenge, und - bevor ich ins Wahllokal zur Europawahl aufbreche - sucht mein Kochbuchhalter ein neues Zuhause, den ich mangels Kochbüchern nun nicht mehr brauche. Es melde sich, wer ihn gerne hätte. Vielleicht eine derer, die nun meine Kochbücher haben? 😂

Es ist einigermaßen verrückt. Als ich vor einem halben Jahr das letzte Mal einen Monat lang "ausgemistet" hatte, war es mir in den letzten Tagen wirklich schwer gefallen, noch etwas zu finden, und dennoch - sechs Monate später - sortiere ich wieder vier Wochen lang Dinge aus meinem Besitz aus, und zwar ohne dass es mir schwer gefallen wäre. Tatsächlich ist es so, dass es noch weitere Dinge gibt, die ich mir vorstellen könnte loszulassen. Eine sechste Challenge wird also gewiss Ende des Jahres folgen 💪

Seit meinem ersten Aussortieren konnte ich meine Wohnung um mehrere dadurch leer gewordene Schränke entlasten, die Hälfte meines Kleiderschrankes beherbergt nur noch Luft, und eine von zwei dreischubladigen Kommoden würde umfallen, wenn ich die obere Schublade aufzöge, weil das Gegengewicht des fehlenden Inhalts nicht mehr gegeben ist. Krass! Wie es mir damit geht? Es befreit. Nichts um mich herum, das ungenutzt Ressourcen bindet, nichts, das schlicht nur Wert verliert, während es bei mir verstaubt. Es beruhigt zu wissen, dass die meisten Dinge ja nicht weg sind, sondern einfach nur woanders. Wenn ich wieder etwas davon brauche, kann ich vergleichbares jederzeit in einem Umsonstladen oder gebraucht auf Ebay finden, in der Stuff Cloud. Das ist eine tolle Art des Teilens. Was ich nicht nutze, verkaufe ich oder gebe es einfach weiter, und wenn ich es wieder brauche, hole ich mit das Gleiche wieder zurück. Beispiel: Wenn ich ein oder zwei Wochen im Jahr sommers Fahrrad fahre, muss ich nicht unbedingt auch die anderen 50 Wochen ein Fahrrad besitzen. Ich kann mir rechtzeitig auf dem Gebrauchtmarkt eins kaufen, damit zwei Wochen fahren und es dann wieder verkaufen. Weil es gebraucht und nicht neu ist, hat es eine gewisse Wertstabilität - ganz im Gegensatz zu Neuwaren, die rasant an Wert verlieren, manchmal die Hälfte und mehr binnen weniger Monate. Mit etwas Glück verkaufe ich mein Gebrauchtrad sogar zu einem höheren Preis, und selbst wenn ich mit Verlust verkaufe - der entspräche dann meiner Nutzungsgebühr, und die ist mit Sicherheit deutlich günstige als eine Fahrradleihe für zwei Wochen 🚲

Danke, dass ihr die vier Wochen meine Begleiter wart. Ich hoffe, ich konnte etwas inspirieren oder wenigstens unterhalten 😉

Samstag, 25. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 27)


Bevor jetzt wieder jemand ruft: "Hätte ich so viel in der Küche wie du, könnte ich auch monatelang täglich etwas aussortieren!", komme ich dem zuvor und packe alles am selben Tag weg 😉
Heute verlässt meine dritte Grillzange das Haus (ich habe noch eine aus Edelstahl für den Grill und eine "griffigere" für Nudeln), ein Fonduetopf mitsamt der Spieße (macht als Veganer nicht mehr viel Sinn, und veganes Käsefondue, na ja, es gibt Dinge, die selbst ich nicht nochmal "nachbaue") sowie ein paar Ringe mit Stößel zum hübschen Anrichten von Reis und ähnlichem (was auch immer mich damals geritten hatte). Wer also plant, Gegrilltes zum Fondue an Klebereis zu servieren ... einfach melden 🤪

Seit fast vier Wochen und noch bis morgen habe ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber gepostet. Steigt noch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Freitag, 24. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 26)


Tatsächlich mag ich Brettspiele – auch wenn ich im Rahmen dieser einmonatigen Besitz-Befreiungs-Challenge bereits mein altes Hotel-Spiel ausgesondert habe; meine Kinder haben es übernommen, und nun wird es auch wieder gespielt 😊 Dennoch gebe ich mein Herr-der-Ringe-Brettspiel nun auch weg. Gekauft hatte ich es während des HdR-Booms vor – Achtung! – 19 Jahren, und gespielt hatte ich es in dieser Zeit – Hochachtung! – ein einziges Mal. Nicht nur, dass man fünf Menschen braucht, um es zu spielen, es bringt auch jede Menge Diskussionsbedarf mit sich, da jeder Schritt neue Möglichkeiten mit sich bringt, und es ist kein Spiel für Egoisten– bei Herr der Ringe ist es das Team, das das Ziel gemeinsam erreichen muss. Auf dem Brett wird kein Boromir den Orks überlassen 😉
Das macht es allerdings auch zu einem Spiel, das wirklich nichts zur Entspannung nach einem 10-Stunden-Arbeitstag ist, und noch dazu braucht es Gleichgesinnte, die solche kooperativen, strategischen Spielkonzepte mögen. Und zuletzt: Es war vor zwanzig Jahren noch einfacher, sich zum Spielen zu treffen: Niemand hatte Kinder, jeder Zeit. Apropos Kinder, ihr zwei,wollt ihr’s haben? 🤣
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Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Donnerstag, 23. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 25)


Diese Feder habe ich wohl seit ich fünfzehn bin - für die jüngeren Leserinnen und Leser: Das war noch im letzten Jahrtausend 😉 -, und wohl aus noch älterer Zeit stammen diese sandgefüllten Manschetten. Damals war beides der letzte Schrei im Home Fitness Training. Kaum ein Jugendlicher damals, der nicht einen Expander oder eben eine solche Feder zuhause gehabt hätte, um sich in die optische Form griechischer Götterstatuen zu bringen. Aus vermutlich ebenso historischen Zeiten stammen die Manschetten. Wer damit lief oder am Sandsack arbeitete, hatte - kaum dass sie abgenommen waren - den Eindruck, die Geschwindigkeit eines Tachyons ließe sich am besten nach dem Überholen rückblickend einschätzen. Faktisch war beides aus sportwissenschaftlicher Sicht - in normaler Geschwindigkeit zurückblickend - eher kritisch zu bewerten.
Beide standen sie daher jahrelang und völlig zurecht immer irgendwo in der Nähe der anderen Eisenkumpels rum und langweilten sich. Sollen sie sich nun woanders langweilen oder etwas anderes aus Metall oder Sand werden 💪

Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Mittwoch, 22. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 24)


Heute gebe ich mein Backup-Handy frei. Tatsächlich hatte ich es nicht einmal gekauft, sondern gefunden. Es war vor einigen Jahren mal vom Radkasten eines Anhängers gefallen, auf dem es gelegen hatte, als das ziehende Fahrzeug an mir vorbeigefahren war. Winken half nichts, um darauf aufmerksam zu machen. Nachdem ich das 12-Euro-Handy zum Fundbüro gebracht hatte, durfte ich es nach einigen Monaten wieder abholen. Es war in meinen Besitz übergegangen. Wie erfreulich dachte ich mir, organisierte mir ein Ladekabel und bekam obendrein noch Kopfhörer dazu. Nun hatte ich ein Handy, auf das ich zurückgreifen konnte, falls mein Smartphone überraschend kaputt gehen sollte. Das tat es auch, und zwar dreimal - also nicht immer dasselbe, sondern das, welches ich bei Fund des Backup-Handy nutzte und dessen beide Nachfolger. Dennoch nutzte ich es nicht ein einziges Mal, weil ich, kaum dass ich jeweils auf Facebook gepostet hatte, dass eines zerstört war, binnen weniger Stunden ein neues gebrauchtes übereignet bekommen hatte. Einmal - geschätzt - hatte ich es sicherheitshalber zum Wandern bei mir, da ich währenddessen nicht durch Internet-Apps gestört werden wollte, aber im Notfall gerettet werden wollte. Als ich entdeckte, dass es einfacher, ist die Datenverbindung zu kappen, und ich dann dennoch den Vorzug genießen kann, mich, nachdem ich mich verlaufen habe, wieder zurück in die Zivilisation retten kann, hatte es seinen Sinn gänzlich eingebüßt 🤷‍♂️

Habt ihr auch nicht mehr genutzte Handys, Smartphone, Phablets, Tablets etc. zu Hause? Ich möchte gerne wieder sammeln. Ihr könnt sie  bis Ende des Monats bei mir abgeben. Ein Freund sammelt Altgeräte für das Regenwald-Projekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt von 1858 e. V.. Die Einnahmen aus dem Recycling fließen in den Schutz der Berggorillas. Mit "Ein Handy für den Gorilla" 🐵 (Stellvertreter-Affen-Emoji)  habt ihr gleich doppelt etwas für die Umwelt getan: Ressourcen liegen nicht mehr ungenutzt in den Schubladen, und dafür tollen mehr Gorillas in den Wäldern herum 😉

Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Dienstag, 21. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 23)


Beim letzten Reduzieren hatte ich meine nicht bespielte E-Gitarre freigesetzt. Kurz vorher hatte ich Saiten für sie geschenkt bekommen, die ich sinnvollerweise hätte beigeben sollen. Den Jammer-Haken hatte ich vergessen, in das Paket einzupacken, und warum ich den Umhängegurt nicht mit hineingelegt habe, ist mir auch ein Rätsel. Vielleicht schlägt lautes Metal doch nicht nur aufs Hirn 🤷‍♂️

Mein Stimmgerät kann ebenfalls weg, denn es ist viel bequemer, die Gitarre mit dem Handy zu stimmen, was ich schon lange mache. Also weg damit und Platz für Staub auf dem Regal geschaffen 😉

Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Montag, 20. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 22)


Käsemesser und Käsehobel passen zu einem plastikmüllfreien, veganen Haushalt ebenso gut wie ein mit Butterschmalz gefülltes Aquarium zu einem Grottenolm. Ich hatte mir beide aufbewahrt für den Fall, dass ich einmal Gäste habe, die gerne über Käseplatten herfallen. Früher aß ich sie natürlich selbst (den Käse, nicht die Gäste), doch heute kaufe ich nur noch vegan ein. Es kam, seit ich im Jahr 2016 in die neue Wohnung gezogen war, nicht ein einziges Mal Käse auf den Tisch, und das, obwohl ich Gäste hatte, die früher über selbigen hergefallen wären (den Käse, nicht den Tisch). Ich gebe sie nun frei, auf das sich eine Käsefreundin oder ein Käsefreund daran erfreuen möge 👌
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Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊


Sonntag, 19. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 21)


Heute verlässt mich meine zweite Pfeffermühle. Ich möchte mich unabhängig von externen Energiequellen machen, denn sie ist der batteriebetriebene Tech-König unter den Mühlen. Nicht nur, dass sie auf Knopfdruck mahlt, nein, sie beleuchtet zusätzlich noch die Stelle, auf die das Mahlgut fein hinabrieselt. Gab es vor gefühlten hundert Jahren mal bei Tchibo und tut nach wie vor den erwarteten Dienst. Damals hatten mal wohl noch keine Ahnung von geplanter Obsoleszenz und davon, dass das ein Gerät nach zwei Jahren gefälligst kaputt gehen muss, um zum Konsum zu bewegen (an dieser Stelle hoffe ich allerdings, dass der beliebte Kaffeeröster da nicht mit der Zeit gegangen ist). Tolle Sache jedenfalls, so ein beleuchteter Pfeffi! Falls jemand neben dem beliebten Nackt-Putzen auch dem Nacht-Kochen frönen sollte, bitte melden! Ich nutze jetzt nur noch meine manuellen Pfeffermühle, denn dem Trend zur Zweitmühle war ich in meinen Otto-Normal-Verbraucher-Zeiten auch gefolgt. Die zu drehen, gibt dicke Unterarme und macht Kochen männlich 😎
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Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊