Dienstag, 11. Juni 2019

Der Umwelt-Killer E-Auto



Die Klimadebatte ist aufgeheizt – ganz passend zum Klima. Immer öfter sieht man Fotos von chilenischen Bauern vor leeren Brunnen, Videos von verheerten Landstrichen in Argentinien und bekommt chinesische Minenarbeiter im Kindesalter präsentiert. Es geht um den Lithium-Abbau, und über den Bildern steht sinngemäß dieselbe Überschrift: „Das Elektro-Auto zerstört die Umwelt!“ Schließlich werden für den Betrieb Akkus benötigt, in denen Lithium enthalten ist. 
Ganz fair ist das natürlich nicht, denn es erweckt den Anschein, als hätte ein pseudo-grüner Ökoteufel den Abbau für sein diabolisches Gefährt überhaupt erst in Gang gesetzt. Tatsächlich werden nur gut 37 Prozent für Akkumulatoren genutzt, der Rest für zahlreiche andere Zwecke, von der Produktion von Glas und Keramik bis hin zum Einsatz in Antidepressiva. Auch werden die Akkumulatoren nicht zur Gänze von der Autoindustrie genutzt. Tablets, Smartphones, PCs, Akkuschrauber bis hin zur E-Zigarette nutzen Lithium-Ionen-Akkus. Gerade die drei Erstgenannten muss man natürlich im Bildtext ausklammern, denn wie soll man dann noch mit gutem Gewissen ein Like für das Lithium-Abbau-Bashing vergeben. Der kleine Exkurs soll natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Bedarf für Fahrzeugakkus steigt. 2008 lag deren Anteil am Lithium-Abbau noch bei unter 20 Prozent. Das wird die eingangs geschilderten Phänomene noch verstärken, und das finde ich schrecklich. 

Doch wer glaubt, dass die alternative Überschrift „Der Otto-Motor rettet unsere Umwelt!“ zutreffend wäre, irrt. Da muss man sich nur die zahlreichen Ölunfälle in Erinnerung rufen, die ganze Meeresregionen und Landstriche verheert haben. Wer glaubt, dass die Einflüsse der Erdölnutzung auf die Umwelt nur bei Katastrophen auftreten, sollte nach Nigeria in Verbindung mit dem Suchbegriff Erdöl googeln, um einen Eindruck zu gewinnen. Allein die vor über 15 Jahren gebaute Kamerun-Tschad-Ölpipeline hat so viel unberührte Waldregionen und Wasserquellen der ansässigen Bevölkerung zerstört und beeinflusst sie noch immer, dass das durchaus ein paar Videos und Bilder parallel zu denen des Lithium-Abbaus wert wäre. Was ist das Fazit aus allem? Es ist nicht das E-Auto, das die Umwelt zerstört. Es ist auch nicht der Benziner oder Diesel. Es sind unser Konsumverhalten und die Verwechselung von Fahrzeugbesitz mit Freiheit. 64,8 Millionen Fahrzeuge sind allein in Deutschland zugelassen. Das sind 692 Kfz je 1.000 Einwohner. Vor zehn Jahren waren es noch 55,4 Millionen, und die Fahrzeugdichte lag bei 503. Ich sage nicht, dass der Besitz eines Fahrzeuges abzulehnen ist. Ich habe selbst viele Jahre auf dem Land gelebt, und auch vom Städtchen Friedberg ins Land zu kommen, ist manchmal ohne Auto ein Abenteuer. 

Im Durchschnitt steht ein Fahrzeug jedoch 95% der Zeit, das sind 23 Stunden am Tag. Es ist an der Zeit, das zu überdenken! Die Förderung von Carsharing-Systemen mit Keyless Vehicle Entry kann die Lösung sein. Fahrzeuge, die per App lokalisiert, schlüssellos mit einem Code geöffnet und genutzt und dann einfach am Zielort abgestellt werden können, wo sie anderen zur Verfügung stehen. Kein persönlicher Besitz, nur bedarfsgerechte Nutzung. Das würde den privaten Fahrzeugbestand massiv reduzieren, ohne Freiheiten einzuschränken. Ressourcenschonung ohne Mobilitätseinschränkung. Dann wäre es auch gleich, ob ich einen Otto- oder einen E-Motor im Fahrzeug habe. Und keine Sorge: Das Smartphone zur Buchung zu nutzen, fällt nicht ins Gewicht. Von denen gibt es fast so viele wie Autos.

Bildquelle: Von Nissan_LEAF_got_thirsty.jpg: evgonetwork (eVgo Network). Original image was trimmed and retouched (lighting and color tones) by User:Mariordoderivative work: Mariordo (talk) - Diese Datei wurde von diesem Werk abgeleitet: Nissan LEAF got thirsty.jpg:, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18091826

Freitag, 31. Mai 2019

Aktionstag Nachhaltigkeit an der Goethe-Uni Frankfurt, 03.06.2019


Am 03.06.2019 darf ich gleich zweimal in meinem grünen Kernbereich aktiv sein. Um vier gibt es im Grünen Hörsaal des Campus Westend an der Goethe-Uni in Frankfurt einen DIY-Workshop, in dem ich mit euch das eine oder andere selbst mache, das hilft Umverpackungen zu sparen, und um 19:30 Uhr findet ein Science Slam statt. Schaut vorbei 😊

Dienstag, 28. Mai 2019

Zeugen für die Umweltzerstörung

 

Empörung! Da sagt doch ausgerechnet eine Lehrerin, ein Kind in die Welt zu setzen, sei „das Schlimmste, was man der Umwelt antun kann“, und – noch schlimmer – sie hält diese menschenfeindliche These auch noch in einem Buch für die Nachwelt fest. Gut, in diesem Kontext von Nachwelt zu sprechen, hat schon ironische Züge. Sagen wir besser: Für die Nachwelt derer, die das Buch nicht verstanden haben. Die Autorin heißt Verena Brunschweiger, und das Buch trägt den Titel "Kinderfrei statt Kinderlos". Die These lautet, dass jedes nicht in die Welt gesetzte Kind eine CO2-Einsparung von rund 50 Tonnen im Jahr bedeute. Bei mehr als elfeinhalb Millionen Familien in Deutschland, ausschließlich derer, für die „Regretting Parenthood“ kein Fremdwort ist (laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Yougov immerhin jeder Fünfte), kann man sich schon vorstellen, wie laut der Aufschrei ist. Ganz zu schweigen von dreizehneinhalb Millionen Kindern, die sich denken: „Was? Ich? Das Schlimmste für die Umwelt? Aber ich engagiere mich doch bei Fridays for Future!“

Im Kern ist das Buch zum einen ein feministisches, das sich mit dem pronatalistischen Druck auf Frauen befasst, und gar kein ökologisches und zum anderen ist die These weder revolutionär, noch neu, noch ihre eigene. Das stört jedoch nicht dabei, sich über diesen einzigen Satz aus einem Interview zu echauffieren. Frau Brunschweiger bezieht sich auf die im Jahr 2017 erschienene Metastudie der schwedischen Universität Lund, die zum Ergebnis kam, dass weniger Kinder in die Welt zu setzen, die führende der vier effektivsten Klimaschutzmaßnahmen sei. Mit dem Verzicht auf ein Auto könne ein Mensch jährlich 2,4 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid einsparen, der Verzicht auf Flugreisen spare durchschnittlich 1,6 Tonnen, eine Ernährung ohne Fleisch 0,8 Tonnen, und – the winner ist – jedes nicht in die Welt gesetzte Kind reduziere die persönliche Jahresemission um 58,6 Tonnen des Klimagases. Von damals habe ich gar keinen Aufschrei in Erinnerung. Nun erfolgt er plötzlich. Der geneigte Bürger, der seine Existenz schon bei „Deutschland schafft sich ab“ in Gefahr sah, wird nun auch noch von dieser unheilvollen Kombination aus Feminismus und Öko-Terrorismus bedroht. Oh, Schreck! Was hinter der These steckt, fällt nicht sofort ins Auge, denn wenn ein Neugeborenes zur Bedrohung wird, dann nur, weil es die elterliche Lebensweise kopiert. Ein neuer Erdenbürger in Zentralafrika ist nicht das Problem, denn seine Erzeuger leben weit unterhalb der Erschöpfungsgrenze ihrer landeseigenen Ressourcen. Das macht der Deutsche beispielsweise nicht und dessen Spross auch nicht – es sei denn, er engagiert sich freitags außerschulisch. Deutschland müsste laut Daten des Global Footprint Networks zweieinhalbmal so groß sein, damit wir von unseren Ressourcen leben könnten. Es ist nicht das afrikanische Kind, das mit dem Auto zum Bäcker um die Ecke fahren, mit dem Flieger in den Urlaub fliegen oder 60 Kilo Fleisch pro Jahr verzehren wird, wenn es groß ist. Der logische Schluss hätte also sein können: „Oh je, wir müssen unseren Überfluss reduzieren, wenn solche drastischen Thesen formuliert werden.“ Doch sich zu empören ist einfacher, wenn man dafür im Ferienflieger Schnitzel essen kann.

Übrigens: Wen interessiert, wie Teile unserer Gesellschaft mit der Meinung anderer umgehen, dem empfehle ich einen Ausflug auf die Bestellseite des Buchs bei dem großen Internet-Buchhändler mit A.  Offenbar ist die Geburtenrate nicht unser größtes Problem.

Montag, 27. Mai 2019

Tiny House Ausstellung in Worms // Wohin mit dem Bett?


Vor acht Tagen waren wir auf der Tiny-House-Ausstellung in Worms, um uns etwas zu inspirieren, und vor allen Dingen, damit insbesondere ich mir die Dimensionen wieder in Erinnerung rufe. Schließlich ist es zwei Jahre her, dass ich eines besichtigt hatte, und die Saat gesetzt wurde 😊


Was ich beispielsweise als gar nicht so unbequem in Erinnerung hatte, wie ich es dann bei der Ausstellung erfahren musste, waren die Lofts, in denen für gewöhnlich die Schlafstätten eingerichtet sind. Jahrelang auf den Knien ins Bett zu gehen, ist mir tatsächlich suspekt. In den meisten der ausgestellten Häusern, konnte ich nicht einmal sitzen, ohne dass mein Kopf an die Decke stieß. Da muss also eine Lösung her. Vielleicht ein ausfahrbares Oberdeck, um etwas Raum zu gewinnen, wenn man zu Bett geht, aber kein höheres Volumen heizen muss, wenn man die anderen "Räume" nutzt.
Die Alternative wäre ein ebenerdiges Bett 👇


Dann sollte das Tiny House allerdings auch länger sein als die üblichen auf dem für 3.500 kg ausgelegten Chassis. Das wird wohl ohnehin nötig, um zu zweit einzuziehen, denke ich. Wenngleich ich auch dafür gewiss noch eine zweite und dritte Ausmiste-Aktion einplanen werden muss 😉




Sonntag, 26. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 28)


Heute ist der letzte Tag meiner fünften Degrowth-Challenge, und - bevor ich ins Wahllokal zur Europawahl aufbreche - sucht mein Kochbuchhalter ein neues Zuhause, den ich mangels Kochbüchern nun nicht mehr brauche. Es melde sich, wer ihn gerne hätte. Vielleicht eine derer, die nun meine Kochbücher haben? 😂

Es ist einigermaßen verrückt. Als ich vor einem halben Jahr das letzte Mal einen Monat lang "ausgemistet" hatte, war es mir in den letzten Tagen wirklich schwer gefallen, noch etwas zu finden, und dennoch - sechs Monate später - sortiere ich wieder vier Wochen lang Dinge aus meinem Besitz aus, und zwar ohne dass es mir schwer gefallen wäre. Tatsächlich ist es so, dass es noch weitere Dinge gibt, die ich mir vorstellen könnte loszulassen. Eine sechste Challenge wird also gewiss Ende des Jahres folgen 💪

Seit meinem ersten Aussortieren konnte ich meine Wohnung um mehrere dadurch leer gewordene Schränke entlasten, die Hälfte meines Kleiderschrankes beherbergt nur noch Luft, und eine von zwei dreischubladigen Kommoden würde umfallen, wenn ich die obere Schublade aufzöge, weil das Gegengewicht des fehlenden Inhalts nicht mehr gegeben ist. Krass! Wie es mir damit geht? Es befreit. Nichts um mich herum, das ungenutzt Ressourcen bindet, nichts, das schlicht nur Wert verliert, während es bei mir verstaubt. Es beruhigt zu wissen, dass die meisten Dinge ja nicht weg sind, sondern einfach nur woanders. Wenn ich wieder etwas davon brauche, kann ich vergleichbares jederzeit in einem Umsonstladen oder gebraucht auf Ebay finden, in der Stuff Cloud. Das ist eine tolle Art des Teilens. Was ich nicht nutze, verkaufe ich oder gebe es einfach weiter, und wenn ich es wieder brauche, hole ich mit das Gleiche wieder zurück. Beispiel: Wenn ich ein oder zwei Wochen im Jahr sommers Fahrrad fahre, muss ich nicht unbedingt auch die anderen 50 Wochen ein Fahrrad besitzen. Ich kann mir rechtzeitig auf dem Gebrauchtmarkt eins kaufen, damit zwei Wochen fahren und es dann wieder verkaufen. Weil es gebraucht und nicht neu ist, hat es eine gewisse Wertstabilität - ganz im Gegensatz zu Neuwaren, die rasant an Wert verlieren, manchmal die Hälfte und mehr binnen weniger Monate. Mit etwas Glück verkaufe ich mein Gebrauchtrad sogar zu einem höheren Preis, und selbst wenn ich mit Verlust verkaufe - der entspräche dann meiner Nutzungsgebühr, und die ist mit Sicherheit deutlich günstige als eine Fahrradleihe für zwei Wochen 🚲

Danke, dass ihr die vier Wochen meine Begleiter wart. Ich hoffe, ich konnte etwas inspirieren oder wenigstens unterhalten 😉

Samstag, 25. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 27)


Bevor jetzt wieder jemand ruft: "Hätte ich so viel in der Küche wie du, könnte ich auch monatelang täglich etwas aussortieren!", komme ich dem zuvor und packe alles am selben Tag weg 😉
Heute verlässt meine dritte Grillzange das Haus (ich habe noch eine aus Edelstahl für den Grill und eine "griffigere" für Nudeln), ein Fonduetopf mitsamt der Spieße (macht als Veganer nicht mehr viel Sinn, und veganes Käsefondue, na ja, es gibt Dinge, die selbst ich nicht nochmal "nachbaue") sowie ein paar Ringe mit Stößel zum hübschen Anrichten von Reis und ähnlichem (was auch immer mich damals geritten hatte). Wer also plant, Gegrilltes zum Fondue an Klebereis zu servieren ... einfach melden 🤪

Seit fast vier Wochen und noch bis morgen habe ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber gepostet. Steigt noch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Freitag, 24. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 26)


Tatsächlich mag ich Brettspiele – auch wenn ich im Rahmen dieser einmonatigen Besitz-Befreiungs-Challenge bereits mein altes Hotel-Spiel ausgesondert habe; meine Kinder haben es übernommen, und nun wird es auch wieder gespielt 😊 Dennoch gebe ich mein Herr-der-Ringe-Brettspiel nun auch weg. Gekauft hatte ich es während des HdR-Booms vor – Achtung! – 19 Jahren, und gespielt hatte ich es in dieser Zeit – Hochachtung! – ein einziges Mal. Nicht nur, dass man fünf Menschen braucht, um es zu spielen, es bringt auch jede Menge Diskussionsbedarf mit sich, da jeder Schritt neue Möglichkeiten mit sich bringt, und es ist kein Spiel für Egoisten– bei Herr der Ringe ist es das Team, das das Ziel gemeinsam erreichen muss. Auf dem Brett wird kein Boromir den Orks überlassen 😉
Das macht es allerdings auch zu einem Spiel, das wirklich nichts zur Entspannung nach einem 10-Stunden-Arbeitstag ist, und noch dazu braucht es Gleichgesinnte, die solche kooperativen, strategischen Spielkonzepte mögen. Und zuletzt: Es war vor zwanzig Jahren noch einfacher, sich zum Spielen zu treffen: Niemand hatte Kinder, jeder Zeit. Apropos Kinder, ihr zwei,wollt ihr’s haben? 🤣
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Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Donnerstag, 23. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 25)


Diese Feder habe ich wohl seit ich fünfzehn bin - für die jüngeren Leserinnen und Leser: Das war noch im letzten Jahrtausend 😉 -, und wohl aus noch älterer Zeit stammen diese sandgefüllten Manschetten. Damals war beides der letzte Schrei im Home Fitness Training. Kaum ein Jugendlicher damals, der nicht einen Expander oder eben eine solche Feder zuhause gehabt hätte, um sich in die optische Form griechischer Götterstatuen zu bringen. Aus vermutlich ebenso historischen Zeiten stammen die Manschetten. Wer damit lief oder am Sandsack arbeitete, hatte - kaum dass sie abgenommen waren - den Eindruck, die Geschwindigkeit eines Tachyons ließe sich am besten nach dem Überholen rückblickend einschätzen. Faktisch war beides aus sportwissenschaftlicher Sicht - in normaler Geschwindigkeit zurückblickend - eher kritisch zu bewerten.
Beide standen sie daher jahrelang und völlig zurecht immer irgendwo in der Nähe der anderen Eisenkumpels rum und langweilten sich. Sollen sie sich nun woanders langweilen oder etwas anderes aus Metall oder Sand werden 💪

Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Mittwoch, 22. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 24)


Heute gebe ich mein Backup-Handy frei. Tatsächlich hatte ich es nicht einmal gekauft, sondern gefunden. Es war vor einigen Jahren mal vom Radkasten eines Anhängers gefallen, auf dem es gelegen hatte, als das ziehende Fahrzeug an mir vorbeigefahren war. Winken half nichts, um darauf aufmerksam zu machen. Nachdem ich das 12-Euro-Handy zum Fundbüro gebracht hatte, durfte ich es nach einigen Monaten wieder abholen. Es war in meinen Besitz übergegangen. Wie erfreulich dachte ich mir, organisierte mir ein Ladekabel und bekam obendrein noch Kopfhörer dazu. Nun hatte ich ein Handy, auf das ich zurückgreifen konnte, falls mein Smartphone überraschend kaputt gehen sollte. Das tat es auch, und zwar dreimal - also nicht immer dasselbe, sondern das, welches ich bei Fund des Backup-Handy nutzte und dessen beide Nachfolger. Dennoch nutzte ich es nicht ein einziges Mal, weil ich, kaum dass ich jeweils auf Facebook gepostet hatte, dass eines zerstört war, binnen weniger Stunden ein neues gebrauchtes übereignet bekommen hatte. Einmal - geschätzt - hatte ich es sicherheitshalber zum Wandern bei mir, da ich währenddessen nicht durch Internet-Apps gestört werden wollte, aber im Notfall gerettet werden wollte. Als ich entdeckte, dass es einfacher, ist die Datenverbindung zu kappen, und ich dann dennoch den Vorzug genießen kann, mich, nachdem ich mich verlaufen habe, wieder zurück in die Zivilisation retten kann, hatte es seinen Sinn gänzlich eingebüßt 🤷‍♂️

Habt ihr auch nicht mehr genutzte Handys, Smartphone, Phablets, Tablets etc. zu Hause? Ich möchte gerne wieder sammeln. Ihr könnt sie  bis Ende des Monats bei mir abgeben. Ein Freund sammelt Altgeräte für das Regenwald-Projekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt von 1858 e. V.. Die Einnahmen aus dem Recycling fließen in den Schutz der Berggorillas. Mit "Ein Handy für den Gorilla" 🐵 (Stellvertreter-Affen-Emoji)  habt ihr gleich doppelt etwas für die Umwelt getan: Ressourcen liegen nicht mehr ungenutzt in den Schubladen, und dafür tollen mehr Gorillas in den Wäldern herum 😉

Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Dienstag, 21. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 23)


Beim letzten Reduzieren hatte ich meine nicht bespielte E-Gitarre freigesetzt. Kurz vorher hatte ich Saiten für sie geschenkt bekommen, die ich sinnvollerweise hätte beigeben sollen. Den Jammer-Haken hatte ich vergessen, in das Paket einzupacken, und warum ich den Umhängegurt nicht mit hineingelegt habe, ist mir auch ein Rätsel. Vielleicht schlägt lautes Metal doch nicht nur aufs Hirn 🤷‍♂️

Mein Stimmgerät kann ebenfalls weg, denn es ist viel bequemer, die Gitarre mit dem Handy zu stimmen, was ich schon lange mache. Also weg damit und Platz für Staub auf dem Regal geschaffen 😉

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Montag, 20. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 22)


Käsemesser und Käsehobel passen zu einem plastikmüllfreien, veganen Haushalt ebenso gut wie ein mit Butterschmalz gefülltes Aquarium zu einem Grottenolm. Ich hatte mir beide aufbewahrt für den Fall, dass ich einmal Gäste habe, die gerne über Käseplatten herfallen. Früher aß ich sie natürlich selbst (den Käse, nicht die Gäste), doch heute kaufe ich nur noch vegan ein. Es kam, seit ich im Jahr 2016 in die neue Wohnung gezogen war, nicht ein einziges Mal Käse auf den Tisch, und das, obwohl ich Gäste hatte, die früher über selbigen hergefallen wären (den Käse, nicht den Tisch). Ich gebe sie nun frei, auf das sich eine Käsefreundin oder ein Käsefreund daran erfreuen möge 👌
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Sonntag, 19. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 21)


Heute verlässt mich meine zweite Pfeffermühle. Ich möchte mich unabhängig von externen Energiequellen machen, denn sie ist der batteriebetriebene Tech-König unter den Mühlen. Nicht nur, dass sie auf Knopfdruck mahlt, nein, sie beleuchtet zusätzlich noch die Stelle, auf die das Mahlgut fein hinabrieselt. Gab es vor gefühlten hundert Jahren mal bei Tchibo und tut nach wie vor den erwarteten Dienst. Damals hatten mal wohl noch keine Ahnung von geplanter Obsoleszenz und davon, dass das ein Gerät nach zwei Jahren gefälligst kaputt gehen muss, um zum Konsum zu bewegen (an dieser Stelle hoffe ich allerdings, dass der beliebte Kaffeeröster da nicht mit der Zeit gegangen ist). Tolle Sache jedenfalls, so ein beleuchteter Pfeffi! Falls jemand neben dem beliebten Nackt-Putzen auch dem Nacht-Kochen frönen sollte, bitte melden! Ich nutze jetzt nur noch meine manuellen Pfeffermühle, denn dem Trend zur Zweitmühle war ich in meinen Otto-Normal-Verbraucher-Zeiten auch gefolgt. Die zu drehen, gibt dicke Unterarme und macht Kochen männlich 😎
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Samstag, 18. Mai 2019

Lesung Fionrirs Reise in der Gemeindebücherei Ranstadt, 24.05.2019


Schaut mal vorbei in Ranstadt. Am 24. Mai, 15:00 Uhr, lese ich aus Fionrirs Reise und aus Fionrirs Reise geht weiter. Ich freue mich auf euch 😊

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 20)


Zu was ist ein Samstag besser geeignet, als sich zu früher Morgenstunde seinem Gewürzregal zu widmen. Wie sieht es in euren aus? Bei mir ist - beziehungsweise nunmehr war - es wie folgt: Mit jedem Rezept kamen exotische Gewürze hinzu, die ich exakt einmal brauchte. Diese wanderten dann in die Untiefen des Regals, wurden immerhin beim sporadischen Saubermachen mal abgestaubt, aber dann doch nur selten und eher sparsam weitere Male benutzt. Tatsächlich sind es nur eine handvoll Gewürze, die ich wirklich regelmäßig nutze. Mein "neuer" Gewürzschrank ist jetzt auf diese beschränkt, und die alten habe ich entsorgt. Übrigens ... the Winner ist: Eine Packung "Beifuß, gemahlen" mit Mindesthaltbarkeitsdatum "Dezember 2011" 🤷‍♀️

Übrig habe ich neben Pfeffer und Salz noch Curry und Paprika für die warme Küche, Liebstöckel und Dill für Salate, Zimt, Vanille, Nelke und Wacholder für sommerliche und winterliche Nachspeisen und natürlich Muskat für Kartoffeln und die vertraute Armada mediterraner Gewürze: Lorbeer, Rosmarin, Thymian, Majoran, Salbei und Oregano. Passt! 😁


Freitag, 17. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 19)


Heute wandern meine einzigen drei Espressotassen außer Haus oder zumindest in meine Aussortierkiste. Ich hatte meine Bacchi-Espressomaschine schließlich schon am zweiten Tag ebenfalls wandern lassen. Gleiches Recht für alle Beteiligte 😋
Langsam muss ich mich mal zu unserem Friedberger Umsonstladen aufmachen, denn mein Flur sieht nach fast zwanzig Tagen des Aussortierens aus, als sei ich im Umzug begriffen. Vieles konnte ich bereits in die Hände neuer Nutzer geben. Meine Bacchi und meine Dörre habe ich auf Ebay-Kleinanzeigen veräußern können, einige Kochbücher habe ich an andere geben können - sogar einen Gutschein über Kaffee und Kuchen hatte ich als Dankeschön bekommen. Und heute wanderten meine beiden Paravents in den Nachbarort - gegen ein Glas mit Bio-Kakao-Nibs. Ist das nicht toll? 💓

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Donnerstag, 16. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 18)


Im Januar habe ich mir einen neuen Laptop gekauft. Das Captiva, das ihr auf dem Bild seht, zu erstehen, war zwar eine grundsätzlich gute Idee, und es war mir immerhin zwei Jahre dienlich, doch konnte ich damit nicht ohne Tisch in der Bahn arbeiten. Es kostete mich so wertvolle Zeit, und wenn ich an einem neuen Buch schreibe, mag ich mich durch nichts bremsen lassen. 
Ein zweiter Grund für das Captiva, das meinen alten PC ersetzte, der immerhin von 2009 bis 2017 gehalten hatte, war die Tablet-Funktion. Das war für die Füße. Ganz selbstkritisch muss ich sagen, dass es ein Fehlschluss war, zu glauben, eines zu nutzen, wenn man es vorher schon nicht vermisst hat. Und alle die Argumente, mit denen ich mich selbst überzeugt hatte, waren letztlich Luftschlösser. Nicht einmal habe ich es als "Kochbuch" in meinem Kochbuchhalter in der Küche genutzt, allenthalben einmal im Notenständer beim Gitarrespielen und schon gar nicht, um bequem auf der Couch online zu shoppen - ich shoppe halt nicht wirklich 😄

Geholt hatte ich mir ein gebrauchtes Laptop bei Refurbed. Für mein aufbereitetes Lenovo Thinkpad gab es obendrein einen Baum, den sie mir irgendwo gepflanzt haben. Ein schönes grünes Gimmick, und vielleicht besuche ich meinen Baum mal. Viel wichtiger ist, dass ich mit dem neuen Laptop, das ich endlich auch in der S-Bahn nutzen konnte, ohne dass mich ein fragiler Faltrücken sorgen ließ, dass meine Technik auf dem Boden zerschellt oder ständig den Kontakt zwischen Tatstatur und Tablet einbüßt, meinen dritten Roman binnen zwei Monaten schreiben ließ. Das hat mir jede Menge Zeit gespart, die ich nun unter anderem dazu nutze, den Zeiträuber in neue nutzende Hände zu geben 😀

Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Vortrag: Plastic Diary - Tagebuch eines Müllvermeiders (23. Mai, Mörfelden-Walldorf)


Am 23. Mai, 20:00 Uhr, darf ich im Kulturbahnhof Mörfelden, Bahnhofstraße 38, 64546 Mörfelden-Walldorf, sein. Kommt doch auch 😊

Mittwoch, 15. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 17)


Auch dich gebe ich nun frei, Sandwichmaker, der du einst zwei weitere wechselbare Platten hattest: Eine, die deinen Namen bestimmte und eine Panini-Platte. Beide Platten hatte einerseits ihr Gebrauch gezeichnet, so dass die einst einfarbige Beschichtung nunmehr die Färbung schwarzen Marmors angenommen und gleichzeitig ihre Anti-Haft-Funktion eingebüßt hatte, und andererseits meine käse- und plastikverpackungsfreie Ernährung überflüssig gemacht. Übrig blieb die Waffelplatte - ich bin allerdings eher so der Kaiserschmarrn-Typ 😉
Meine Tochter und angehende Lieblingsbäckerin hat sich jedenfalls darüber gefreut und ich freue mich auf die ersten veganen Waffeln bei ihr 😁
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Dienstag, 14. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 16)


Ich besitze nun keine DVDs und CDs mehr! Die Musik ist auf Laptop und Smartphone, damit ich nicht zwangsläufig streamen muss, um während der Bahnfahrten, etwas anderes als Rattern und Schnattern zu hören, und den einen oder anderen Film habe ich mir auch auf die Festplatte gezogen. Ich habe zwei Kisten an Rebuy verschickt und den Großteil jedoch verschenkt. Es war erschreckend, dass die ganze Menge, die mal dreitausend Euro und mehr gekostet haben mag, gerade mal mehr hundert Euro einbrachte, und dass der ganze große Rest, den Rebuy, Momox und Co. nicht einmal mehr ankaufen wollten, selbst auf Ebay nur zu wenigen Euro Restwert gehandelt werden, wie mir die zahlreichen Angebote, die augenscheinlich nicht erfolgreich abgeschlossen würden, verrieten. Und während ich das Tal des Jammers im Begriff war zu betreten, kam mir die Erkenntnis: Es ist nicht die Summe an Plastikscheiben, die tausende von Euro an Wert hatte - dahingehend wurde ich mit hundert Euro noch fürstlich belohnt -, sondern der Inhalt. Ich habe das Geld bezahlt, um bis dahin jederzeit die kreativen Früchte eines Musikers, Schauspielers, Regisseurs, Kameramanns, Bild- oder Tontechnikers (weibliche Form je impliziert 🤦‍♀️) kosten zu dürfen. Es ist der Inhalt, für den ich bezahlt habe. Ich habe ihn genutzt - den Wert habe ich also bereits erhalten. Produzent und Konsument sind quitt. Nun mag ein anderer in den Genuss kommen, für den ich bereits bezahlt habe. Ist irgendwie doch ein schöner Gedanke - auch dass die Regale nun freigegeben werden können, um vielleicht anderenorts die Centbeträge an Plastik tragen dürfen, die dort für so viele Stunden deutlich wertvollerer Unterhaltung sorgen 😎
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Besitz und Glück - Macht Konsum glücklicher?


„Wie kommst du mit dem Verzicht zurecht?“, wurde ich gefragt und konnte erst gar nicht antworten. Nicht, weil ich nicht gewusst hätte, wie ich zurechtkomme, sondern weil ich zunächst einmal den Verzicht suchen musste. Ich versuchte es mit einer Gegenfrage: „Ist es Verzicht oder einfach nur Rückbau von Überfluss?“ Wohlstand hat sicherlich individuelle Definitionen. Ein hoher Lebensstandard mag für jemanden mit niedrigem Einkommen vielleicht schon mit dem Besitz eines Autos beginnen, während ein Top-Manager ihn möglicherweise erst dann gekommen sieht, wenn sich noch ein Cabriolet für das Wochenende geleistet werden kann. Deutschland ist immerhin weltweit auf Platz 18 der Länder mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen. 

Natürlich hilft es den vielen Geringverdienern nicht, dass das Bruttoinlandsprodukt durch wenige Bestverdiener lediglich rechnerisch auf gut 45.000 Euro pro Kopf und Jahr gehoben wird, aber die Frage ist eine andere: Brauche ich diesen Konsum? Bin ich dann zufriedener? Ist das Leben mit dem Erst- oder gar Zweitauto ein glücklicheres? Die Glücksforschung ist eine noch sehr junge Disziplin, doch die Empirie ist eindeutig: Sobald die Grundbedarfsdeckung überschritten ist, steigt die Lebenszufriedenheit nicht mehr parallel zu Einkommen und Besitz an. Wer auf dem Land lebt, eine schlechte Anbindung und keine örtliche Einkaufsmöglichkeit hat, wird mit einem eigenen Auto glücklicher sein. Ich selbst wohne zentral, habe eine gute Anbindung an Bus und Bahn und den Marktplatz direkt vor der Haustür. Ein Auto steigert meine Zufriedenheit nicht. 

Steigert das Freizeitauto das Lebensglück eines Managers? Die Glücksforschung sagt Nein. Der Kauf wird zwar Glückshormone ausschütten, auch der Geruch des neuen Fahrzeugs, das erste Mal den Motor zu starten oder durch die Landschaft zu cruisen. Nach wenigen Wochen ist das jedoch verflogen, und es ist auch nur noch ein Auto wie das erste. Allerdings verschlingt es Geld: Steuer, Versicherung, Serviceintervalle, und es braucht einen zweiten Stellplatz, vielleicht sogar eine zweite Garage, die Kosten verursachen. Noch schlimmer: Es verschlingt Zeit, denn ich muss es pflegen, mich um die Instandhaltung kümmern. Um auch nach dem Fahrzeugkauf noch denselben Standard zu leben, muss ich mehr arbeiten, obwohl ich bereits durch die Anschaffung weniger Zeit zur Verfügung habe. In einer repräsentativen Umfrage für die Bertelsmann-Stiftung gaben die Befragten im Jahr 2010 an, dass Gesundheit (80 %) sowie eine intakte Familie und Partnerschaft (72 %) für sie die wichtigsten Quellen für Lebensqualität sind; „Geld und Besitz zu mehren“ nannten nur zwölf Prozent als Quelle. Hier klaffen, was wir uns wünschen und was wir leben, auseinander. Während wir uns durch Konsum und Besitzmehrung in immer mehr Arbeit zwängen, fehlt uns die Zeit, unsere zwei höchsten Güter für unser Lebensglück zu pflegen. 

Bevor mir jetzt jemand vorwirft, Top-Verdiener belehren zu wollen, zurück zu Menschen wie Sie und ich. Bei uns ist es nicht das Freizeitauto, aber vielleicht das nächste Smartphone, eine andere Spielekonsole oder ein weiteres Kleidungsstück. Ich selbst versuche, mich dem Konsum zu enthalten, und ich nutze absichtlich nicht das Wort „Verzicht“. Mit weniger Konsum und dafür mehr Zeit für einen gesunden Lebensstil und die Pflege meiner sozialen Kontakte komme ich gut zurecht. „Zurechtkommen“ nutze ich im Gegensatz zu „Verzicht“ absichtlich, den so kommen die wichtigen Dinge des Lebens zu ihrem Recht, und das war auch meine Antwort.

Bildquelle: de:Benutzer:Igelball - Image copied and source information extracted from de:Bild:Smart fortwo.jpg, uploaded to commons: Milkmandan 15:07, 21 Apr 2005 (UTC), CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=115439

Montag, 13. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 15)


Heute wanderte die kleine mobile Kochplatte in nutzende Hände. Ich hatte sie mir zugelegt, um Espresso zu kochen, da meine Bacchi, die ich bereits freigegeben habe, deutlich kleiner als meine Herdplatte ist und mir das zu viel Verschwendung war. Zudem fand ich die Idee irgendwie gut, jederzeit, zum Beispiel beim Grillen, eine Herdplatte draußen nutzen zu können, was ich exakt - lasst mich nachdenken - kein Mal gemacht habe. Vielleicht macht das jemand anders? 🧐

Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Sonntag, 12. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 14)


Halbzeit! Noch zwei Wochen lang werde ich meinen Besitz noch während dieser Aktion reduzieren. Es ist erstaunlich, denn was ich alles tatsächlich nicht brauche, zeigt sich offenbar erst mit der Zeit. Das ist jetzt die vierte "Challenge", mit der ich mich selbst herausfordere, über meinen Besitz nachzudenken. Nach der letzten dachte ich, ich sei nun am Ende der Reduktionsmöglichkeiten angelangt, doch seit Oktober hat sich vieles in meinen Ansichten geändert. Allein seitdem ein halbes Jahr reduzierter gelebt zu haben, hat so viel Ordnung in meinem Lebensumfeld geschaffen, dass sich der Fokus wieder neu richten konnte. Es entspannt mich zu wissen, dass mich nur Dinge umgeben, die ich nutze, die mir Freude bereiten und dass ich keine Ressourcen blockiere, indem ich ungenutztes horte. Wie wirkt das auf euch? Habt ihr dieselben Erfahrungen gemacht?
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Heute sortiere ich meine alte Brille aus. Ich habe sie aufbewahrt, falls mit der anderen etwas passieren sollte, sodass ich eine Ersatzbrille habe, bis jene in meiner Sehstärke gefunden, repariert oder neu vor mir liegt. Doch das wird nicht passieren und wenn, dann ist es nicht tragisch. Ich bin ja ohne Brille nicht aufgeschmissen. Lediglich darf ich nicht Autofahren (ich fahre ohnehin fast nur Bahn) und kann nicht, wie gewohnt, am Computer arbeiten (bin ich halt mal drei Tage näher dran am Bildschirm. Und?).
Ich spende sie an https://brillenweltweit.de. Mag jemand mitspenden? Bis zum Ende meiner Challenge nehme ich eure alten Brillen gerne entgegen und sende sie gemeinsam mit meiner ein 😊
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Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Samstag, 11. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 13)


Wieder so eine Idee, die ich hatte. So eine Idee, die echt öko war. Und total gut gemeint. Ebenso gut gemeint wie unüberlegt. Ich hatte mir diese Dörre geholt, um Lebensmittelretter zu werden. Ich wollte die Bioläden meiner Umgebung abgrasen und all das Obst und Gemüse vor dem Wegwerfen retten, indem ich es durch Dörren haltbar mache. Die Dörre war schnell gekauft und auch gleich getestet - ich hatte mit meiner Tochter Fruchtleder aus Mangopürree gemacht. Legga! 👌😍

Dann habe ich die Bioläden in Friedberg und Bad Nauheim aufgesucht, und musste feststellen, dass der eine Laden jene noch guten, aber nicht mehr ansehnlichen Früchte seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mitgibt und der Besitzer des anderen, sie an seine Ziegen verfüttert. Toll! So viel zu meinem Plan! Bei den Supermärkten war ebenso wenig zu holen, da sie entweder grundsätzlich nichts abgeben oder glücklicherweise den Tafeln. 😃

Der Plan B musste her und war schnell entwickelt. Ich würde zur Erntezeit heimisches Obst in größeren Mengen einkaufen und so haltbar machen. Nun, das habe ich in den knapp drei Jahren auch gemacht. Einmal! Und die größeren Mengen waren drei Äpfel! 🤔

Manchmal muss man sich einfach eingestehen, dass man Fehler machen darf. Und danke, Christian, dass du mich heute beim Kaffee so schonungslos davon abgehalten hast, mich in Plan C zu vertiefen, der ebenso gescheitert wäre. Du hast Recht: Ich bin Autor und sollte meine Zeit mit dem Schreiben, nicht mit dem Dörren verbringen. Vielleicht findet sich jemand, der die Dörre nutzen mag. Die- oder Derjenige kann dann gerne etwas, das ich geschrieben habe, lesen, während sie oder er das, was mit eigenen Händen gedörrt wurde, dabei schmaust 😉

Freitag, 10. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 12)


Zugegeben, ich hatte eine Erwartungshaltung, die vom Ergebnis deutlich abwich. Ich hatte mir zum Ziel gesetzt, mindestens fünf Kleidungsstücke auszusortieren, die ich selten bis gar nicht mehr trage. Ich dachte mir: "Du hast vier Jackets, zwei Anzüge, gut zehn Hemden und immer noch mindestens 30 T-Shirts. Da geht doch was!" Tatsächlich habe ich sechs Teile aussortiert, und darunter ist sogar eine Socke, die nicht einmal mir gehört - wem auch immer sie gehören mag und wie sie in meine Schublade gekommen mag? Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer würde. Nichts von dem, was in meinem Schrank hängt, möchte ich hergeben, und das obwohl ich viele Sachen für Monate nicht mehr getragen habe. Heute hatte ich ein fünftes Mal in vier Jahren meinen Schrank mit dem Ziel geöffnet, etwas auszusortieren. Das letzte Mal im Oktober hatte ich bereits festgestellt, mein persönliches Minimum erreicht zu haben. Offenbar hatte ich damals schon recht 😉

Immerhin kann ich noch ein paar Schuhe darauf legen und ein paar abgelaufene Mullbinden aus dem Erste-Hilfe-Kasten - vielleicht kann sie das Rote-Kreuz für ihre Kurse zum Üben gebrauchen. Was macht ihr damit? 🧐

Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Donnerstag, 9. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 11)


Das zweite Drittel meines Frühjahrsputzes inmitten der Zeugnisse meines vorangegangenen Konsums ist angebrochen. Ja, ich räume ein, ich hatte eine Neigung zum Besitz von allem, was irgendwie in der Küche zu gebrauchen sein könnte. Nicht alles hatte sich als sinnvoll erwiesen oder ist es noch immer. Darunter auch der Dampfgarer, den ich heute freigebe. Es klang damals irgendwie toll: Drei Etagen, in jeder etwas anderes, das gegart werden konnte, und am Ende war zeitgleich eine Mahlzeit fertig. Es war auch toll. Irgendwie! Nur heute halt nicht mehr. Zumindest nicht für mich. Heute esse ich lieber Rohkost, und Fisch brauche ich auch nicht mehr zu dünsten. Natürlich nicht, weil ich ihn heute roh äße - ich bin ja nicht Smeagol 😜

Zuletzt hatte ich ihn noch genutzt, um Reis zu kochen, doch um ehrlich zu sein: Wenn schon Reis, dann lieber ein Risotto, und das lässt sich nur in der Pfanne bereiten. Selbst mein Gemüse, das ich nicht roh esse, landet heute eher kurz in der Pfanne als lang im Dampfgarer. Vielleicht ist es so, dass im Dampf gegartes Gemüse mehr Vitamine enthält, als gebratenes und mehr als in Wasser gekochtes sowieso, doch bei dem vielen Obst und Gemüse, das ich roh und angebraten esse, kann ich mir vorstellen, dass es überhaupt nicht ins Gewicht fällt, wie das einzelne Gemüse je nach Zubereitungsart abschneidet. 

Langer Rede kurzer Sinn: Braucht jemand einen Dampfgarer? 😉

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Mittwoch, 8. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 10)


Das Spiel hat mich viele Jahre begleitet, und ich hatte tatsächlich lange überlegt, ob ich es weggebe, da viele Erinnerungen an schönen Stunden mit meinem Kindern daranhingen. Letztlich hängen die Erinnerungen jedoch in meinem Kopf und nicht am Spiel. Nötigenfalls kann ich mir die Momente auch mit dem Foto dieses Posts wieder in Erinnerung rufen oder noch besser beim gemeinsamen Schwelgen in Erinnerung. Das Spiel selbst hat sich ausgespielt. Nach knapp drei Dekaden erfolgreichen Bestehens im Hotelgewerbe wissen alle Spieler, welche beiden Hotels man unbedingt haben muss, und ab dann ist es nur noch ein verzweifeltes Hinauszögern, bis der Besitzer eben jener beider Hotels unvermeidlich gewonnen hat. Ich gebe es für die oder den nächsten angehenden Hotel-Tycoon frei 😀

Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen; das befreit, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Dienstag, 7. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 9)


Diese Töpfe und Eimer stehen fast seit meinem Einzug vor über zwei Jahren dort auf der Dachterrasse. Da stehen sie gut, denn sie sind nicht im Weg. Auch optisch haben sie mich nie gestört, denn direkt daneben steht meine Box, in der ich die Polster für die Gartenstühle aufbewahre und verdeckt die Ansammlung an Behältnissen, deren Existenz sicherlich wieder einen Nutzen hätte, wenn Blumen anstelle anderer Töpfe in ihnen steckten 🌹🌱🌷

Sie kommen jetzt weg und finden bestimmt Menschen, die sie gerne bepflanzt sehen, und dann bin ich gespannt, was das mit mir macht. Auch wenn ich sie nicht bewusst als störend empfunden habe, nahm ich sie unterbewusst sicherlich jedes Mal, wenn ich die Terrasse betrat, wahr. Gleiches war damals auch mit "meinem Papiermüll" passiert. Vielleicht bin ich dann noch lieber auf der Terrasse 😎

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Montag, 6. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 8)


These boots are made for walking, heißt es. Denke ich auch! Auch lebe ich das Motto meines Vaters, dass man ein Geschenk nicht zurückweist. Dieses hatte ich von einem alten und sehr guten Freund bekommen. Tatsächlich dachte ich erst, ich könne die gebrauchten wasserdichten Schneestiefel irgendwann nutzen - schließlich habe ich ja auch eine Regenhose und eine Regenjacke. Der Unterschied ist: Eine Regenhose packe ich in meinen Wanderrucksack, falls es überraschend regnen sollte - diese Stiefel nicht, denn es sind keine Wanderstiefel!👞👞

Seit ich sie geschenkt bekommen habe, wanderten sie nicht einen Meter. Sie walkten nicht einmal. Nun sortiere ich sie aus und hoffe, sie kommen an die Füße von jemandem, der regelmäßig in den Schnee muss. Also nicht jetzt, sondern in einem dreiviertel Jahr. Größe 45, übrigens 😉

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Sonntag, 5. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 7)


Als ich vor knapp drei Jahren in meine neue Wohnung gezogen war, hatte ich mein Wohnzimmer, das mit 25 Quadratmetern recht groß ist, in drei Zonen eingeteilt: Je ein Viertel Büro und Trainingsraum sowie eine Hälfte reiner Wohnbereich. Dazu hatte ich gebraucht zwei Spanische Wände geholt und als Raumteiler genutzt. Das erschien bis dahin eine gute Idee, allerdings hatte ich mir nie Gedanken gemacht, die das Wohnzimmer wirken würde, ohne die Paravents. Es erschien einfach sinnvoll, die verschiedenen Bereiche abzutrennen 🙆

Als ich vor Kurzem eine größere Gruppe Frühstücksgäste hatte und meinen Küchentisch zur Bewirtung ins Wohnzimmer stellen musste, waren die beiden Raumteiler natürlich im Weg. Als ich sie zur Seite gestellt hatte, fiel mir auf, wie viel heller und freundlicher mein Wohnzimmer plötzlich wirkt. Seitdem stehen sie an der Seite, und ich gebe sie jetzt frei. Offenbar muss man seine Ideen regelmäßig hinterfragen. Wie lange hätte ich schon auf der Seite des Lichts leben können 😅

Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen; das befreit, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Samstag, 4. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 6)


Heute habe ich meine Küchenmaschine aussortiert. Ich hatte sie jetzt gut zehn Jahre, doch seit dem letzten Ausmisten hatte ich sie nicht mehr genutzt, allenthalben ein oder zwei Mal abgestaubt. Als ich noch regelmäßig gebacken hatte, war sie oft im Einsatz, doch seit ich morgens auf Haferflocken umgestiegen bin und nur noch selten morgens Brot und Brötchen esse, war sie kaum mehr im Gebrauch. Zudem habe ich Zubehör, wie eine Citrus-Presse und einen Mixer-Aufsatz, die ich beide nicht mehr nutze, seit ich meinen Omniblend habe, und einen isolierte Schüssel zum Eismachen, die ich nicht einmal mehr nutzen könnte, da ich keinen Eisschrank habe, in dem ich sie vorkühlen müsste. Also wandert das komplette funktionsfähige Paket nun in einer Free-Your-Stuff-Gruppe auf Facebook, damit sie jemand in Besitz nehmen kann, der sie auch nutzt 👍
Das Schönste ist: die "Cloud of Things" wird mir immer die Möglichkeit geben, ein gebrauchtes Küchengerät günstig zu bekommen, wenn ich doch wieder Brot backe, oder mir eine Maschine von Freunden zu leihen. Die Dinge sind ja nicht weg, nur bis dahin woanders 😍

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Freitag, 3. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 5)


Dieser dekorative Artikel wurde auch Opfer meines heimischen Degrowth 😉
Ohne auch nur einmal ernsthaft genutzt worden zu sein, hing das Dartboard fast drei Jahre in meiner Wohnung. Nun ist es weg und hat Platz geschaffen für ein Bild, das mangels Platz an der Wand bislang nur auf dem Schrank gestanden hatte. Kurios, denn das Bild hatte ich öfter betrachtet als die Dartscheibe 🙌
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Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 4)



Gestern habe ich meine DVDs aussortiert. Ich weiß nicht, was mich so lange an sie gebunden hat? Schauen konnte ich sie schon fast drei Jahre nicht mehr, denn seitdem habe ich weder Fernseher noch DVD-/Bluerayplayer.
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Was gab den Ausschlag? Ich hatte Sonntag Besuch von Freunden und erzählte halbherzig, sie nun endlich aussortieren zu wollen. Daraufhin nahmen sie sich gleich zwei handvoll mit. Thats what friends are there for 😉
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Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein. Seinen Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen, befreit, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Mittwoch, 1. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 3)


Ich hatte letztes Jahr bei meiner vorletzten Aktion bereits gut 30 Kochbücher aussortiert. Seitdem waren nur noch die veganen Teil meiner Küchenbibliothek. Ich war der festen Überzeugung: Das war's jetzt, ich ernähre mich vegan, habe vegane Kochbücher, was soll ich noch reduzieren?

Ein Jahr ist seitdem vergangen, und gekocht habe ich in etwa ebenso viele Rezepte daraus, wie ich in welche von ihnen hereingeschaut habe. Ja, es sind tolle Kochbücher, es stehen wunderbare Rezepte drinnen, und ich hatte viel Freude dabei, einige davon nachzukochen. Im sechsten Jahr der veganen Ernährung und nach zwei veganen Kochkursen, die ich selbst durchführen durfte, habe ich inzwischen meine eigene vegane Küche entwickelt und brauche die Kochbücher nicht mehr zur Inspiration.

Ich werde sie jetzt sukzessive in offene Bücherschränke stellen, damit sie jemand nutzt, der sich vielleicht dafür interessiert, seine Ernährung umzustellen oder einfallsreicher zu machen. Oder mag jemand von euch eins haben? 😉 

Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein. Seinen Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen, befreit, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Dienstag, 30. April 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 2)


Vor einigen Jahren hatte ich mir zum Geburtstag eine Bacchi Carioca Espressomaschine ☕ gewünscht. Die Idee Espresso zuzubereiten, ohne eine große elektrische Maschine herumstehen zu haben, erschien mir irgendwie erstrebenswert 🤔
In diesen Jahren habe ich sie leider nicht wirklich oft benutzt. Ich musste feststellen, dass ich zu selten Espresso trinken, als dass ich das nötige Pulver aromaschonend hätte aufbewahren können. Zudem war die Maschine toll, um zwei Espressi zuzubereiten, bei mehr als zwei Gästen war es unmöglich zusammen welchen zu trinken. Sie musste erst abkühlen – der Behälter steht ja unter Druck 🙄
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Lange Zeit habe ich sie dennoch aufbewahrt, obwohl ich meinen Espresso lieber im Café um die Ecke trank. Vielleicht, weil ich mir nicht eingestehen wollte, dass ich mir von meinem Vater ein teures Geschenk gewünscht hatte, das ich nicht richtig überdacht hatte. Ich hoffe, es findet sich jemand, der die schöne Maschine öfter nutzt 😊
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Habt ihr auch solche Dinge im Haushalt? Vielleicht findet ihr auch dafür einen emsigeren Nutzer ;-)
Wenn ihr mitmachen wollt, postet doch unter #freiindenMai 😎, was ihr freigeben wollt. Bis Ende Mai geht meine Challenge, in der ich meinen Besitz jeden Tag etwas reduziere 🤗

Prima Klimaschüler


Die sollten mal lieber in die Schule gehen, statt zu schwänzen, oder wenigstens ins Internet. Dann würden die sehen, dass es gar keinen Beweis für den Klimawandel gibt. Die Wissenschaftler sind sich nämlich selbst nicht einig. Das Klima hat sich ja schon immer verändert, und daran ist nicht der Mensch Schuld. Wir könnten also gar nichts gegen den Klimawandel machen. Und Schüler schon gar nicht. Wer zahlt denn die CO2-Steuer der Klimadikatur? Die Schüler? Bestimmt nicht. Das sind wir.

So und so ähnlich klingt das bei einigen, wenn „Fridays for future“ zur Sprache kommt. Dann versuchen Menschen, die im Internet lesen, das, was sie von Menschen, die im Internet schreiben, gelesen haben, denen zu beschreiben, die zu diesem Zeitpunkt eigentlich nur sagen wollten, wie stolz sie auf ihr engagiertes Kind sind.

Laie trifft auf Laie und verschießt, was ein anderer Laie im Internet aus allen möglichen Quellen zusammengesucht hat, um seine Meinung vom nicht menschgemachten Klimawandel zu stützen. Im besten Fall liest er auf der Seite eines echten Klimaforschers, der aber eine Mindermeinung vertritt oder zumindest ein Studienergebnis präsentiert, das weiterer Forschung bedarf. Wissenschaft existriert durch Theorien, die immer wieder Überprüfungen ausgesetzt sind. Absolute Wahrheit ist nicht ihr Anspruch – den gibt es nur in der Theologie. Ich bin ebenfalls Laie, wenn es um Klimaforschung geht. Ich muss jedoch nicht alle Fakten des Klimawandels kennen, um die Argumente eines Klimaleugners zu entkräften. Ich muss ja auch kein Wasserkraftwerk bauen können, um zu wissen, dass es mir saubere Energie liefert. Wichtig ist: Der Klimawandel findet unstrittig statt, daran zweifeln auch die Seriösen unter den Klimaleugnern nicht, und das unerwartete Ausmaß ist aller Wahrscheinlichkeit nach menschgemacht. Davon ist die erdrückende Mehrheit der Forscherinnen und Forscher überzeugt, und ihre Arbeiten sprechen dieselbe Sprache.

Wenn der Klimaleugner nun sagt, es handele sich um eine Verschwörung, und er sei Teil jener, die einzig die Wahrheit erkennen – also Teil jenes Kreises von wenigen Prozent der Wissenschaftler ist, der den Menschen nicht für verantwortlich erachtet –, dann stellt sich die Frage, die sich jeder Skeptiker stellen sollte: Cui bono! Wer profitierte von der vermeintlichen Lüge der menschgemachten Klimaerwärmung dermaßen, dass er es schafft, mit Gewinn fast die gesamte Forscherwelt zu bestechen. Hersteller von Solartechnik und E-Autos? Oder gar diese weltverbessernden Veganer? Unwahrscheinlich! Wem die Leugnung dahingegen etwas nützte, das wären die mächtigen Ölkonzerne, und ich bin mir sicher, die wären erfolgreicher, wenn es darum ginge, ihre Billiarden zu sichern.

Für die Folgen des Klimawandels zahlen wir auf jeden Fall – entweder heute kalkuliert oder in der Zukunft in unberechnenbarer Höhe, weshalb ich als Poetry Slammer auch gerne mit einem Zitat des zweifachen Siegers der deutschsprachigen Poetry-Slam-Meisterschaften Marc-Uwe Kling abschließen möchte: „Ja, wir könnten jetzt was gegen den Klimawandel tun, aber wenn wir dann in 50 Jahren feststellen würden, dass sich alle Wissenschaftler doch vertan haben und es gar keine Klimaerwärmung gibt, dann hätten wir völlig ohne Grund dafür gesorgt, dass man selbst in den Städten die Luft wieder atmen kann, dass die Flüsse nicht mehr giftig sind, dass Autos weder Krach machen noch stinken und dass wir nicht mehr abhängig sind von Diktatoren und deren Ölvorkommen. Da würden wir uns schön ärgern.“ 

Montag, 29. April 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 1)


Die nächsten vier Wochen nutzte ich für meine nächste Ausmiste-Challenge. Schon meine vierte auf dem Weg in ein ressourcenbewusstes Leben - Stichwort: Zu kritischem Konsum gehört auch kritischer Besitz ✌️😉
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Jeden Tag werde ich bis zum Ende der Challenge etwas aus meinem Besitz freisetzen, das ich nicht oder nicht oft genug nutze. Wenn ihr mitmachen wollt, postet doch mit unter #freiindenMai 😎
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Angefangen habe ich mit zwei Büchern. Das eine habe ich gelesen und werde es - gleichwohl es gut war - kein zweites Mal lesen, und das andere habe ich doppelt. Ich habe die Aktion #wildesbuch des Börsenvereins des deutschen Buchhandels gleich mitgenutzt und sie in der S-Bahn ausgelegt 😊

Samstag, 27. April 2019

Dienstag, 23. April 2019

Kleidertauschparty und Vortrag im Kupferdächle in Pforzheim | 24.04.2019, 19:00 Uhr


Falls ihr morgen Abend noch nichts vorhabt, schaut doch mal im Kupferdächle in Pforzheim vorbei. Bringt Kleidung mit, tauscht nach Lust und Laune, und ich freue mich, euch währenddessen ein wenig zum Thema Nachhaltige Lebensführung erzählen zu dürfen.

Dienstag, 16. April 2019

Ein Haus im Grünen - ein Tiny House



Derzeit sinniere ich darüber, ein Tiny House zu beziehen, also in Übersetzung ein „winziges Haus“, oft auch als Mikrohaus bezeichnet. Diese haben ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten zur Zeit der Wirtschaftskrise 2007. Aus der Not – Wohnungsmieten wurden für einen Teil der Bevölkerung unerschwinglich und Tiny Houses zu einer Alternative – ist heute eine Tugend geworden. Wer auf Youtube den Begriff eingibt, wird feststellen, dass die USA ein wahrer Pionierstaat des auf das Minimum reduzierten Wohnens geworden sind. Make America great again, but houses tiny! Es ist nicht mehr nur die traurige Domäne von gesellschaftlich abgehängten Menschen – die trotz der Trumpschen Phrase nicht weniger geworden sind –, sondern inzwischen auch eine Chance für Freischaffende, Künstler und Umweltbewusste, sich freiwillig von Besitz zu befreien und sich voll dem wirklich Wichtigen widmen zu können: Der gewonnenen Zeit! 

Gut ein Dutzend Anbieter gibt es auch in Deutschland, die auf zwei Handvoll Quadratmetern und wenig mehr mit Hilfe multifunktional nutzbaren Interieurs und architektonischen Kniffen einen Wohnraum schaffen, der für ein bis zwei Personen an nichts mangeln lässt – ganz im Gegensatz zu den Tiny Houses der erstgenannten Gruppe. Ein Gartengrundstück zu erschließen, das für den Eigenbedarf bewirtschaftet und gleichzeitig mit geringem Flächenverbrauch bewohnt werden kann, klingt toll. Die Frage ist natürlich, ob es wirklich eine ökologischere Variante ist. 

Die durchschnittliche Wohnfläche pro Bundesbürger lag im Jahr 2017 bei 46,5 Quadratmetern. Da wir es zu zweit beziehen wollen, wird es in der Grundfläche vermutlich auf etwas weniger als dreißig Quadratmeter hinauslaufen – pro Person also nur ein Drittel des Bundesdurchschnitts. Zwei Drittel weniger Raum pro Person, der beheizt werden muss und somit bereits aus energetischer Sicht ökologischer ist – aus stofflicher ohnehin. 

Doch wie steht es mit dem Flächenverbrauch? Die Fläche je Wohnung betrug im Jahr 2017 im Durchschnitt 91,8 Quadratmeter. Ein- und Zweifamilienhäusern, die immerhin 82 Prozent der 18 Millionen Wohngebäude in Deutschland ausmachen, schlüge das angestrebte Tiny House dann ebenfalls um den Faktor eins zu drei. Lediglich dem Flächenverbrauch von Häusern mit sieben und mehr Wohnungen, die aber fast ein Drittel aller Wohnungen enthalten, müsste sich das Tiny House geschlagen geben. Theoretisch! Denn die meisten Tiny Houses stehen nicht auf versiegeltem Grund, sondern auf Rädern. 

In Berlin stehen Tiny Houses nicht nur darauf, sondern auch auf Dächern. Um dem städtischen Wohnraumproblem zu begegnen, haben zwei Architekten das Projekt „Cabin Spacey“ entwickelt, ein Tiny House mit 25 Quadratmetern Fläche für das Hochhausdach. Natürlich ohne Räder! Mit und ohne findet man im Fichtelgebirge im Tiny House Village eine Community von Mikrohausbesitzern – sogar mit einem Tiny-House-Hotelbetrieb zum Probewohnen. Auch in den Tiny-House-Dörfern Weißer Brunnen in Schleswig-Holstein sowie Großenkneten und Brietlingen in Niedersachen kann dauerhaft im kleinen Häuschen gewohnt werden. Etwas näher sind die Freizeitparks Rodenbach und Kinzigsee in Langenselbold, die ebenfalls die Möglichkeit des ganzjährigen Wohnens in einem Tiny House bieten. 

Es scheint in Deutschland angekommen, und ich hoffe, die Gründe sind nicht dieselben wie in den USA. Ohne Sozialleistungen wäre knapp jede vierte Person in Deutschland armutsgefährdet. Die Zahlen sprechen gegen die Hoffnung, doch die stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Dienstag, 2. April 2019

Smarte Rendezvous


Ein typisches Rendezvous: Restaurant, Kerzen, Abgeschiedenheit. „Ich bin sehr gerne mit dir zusammen“, flötet er. Und schaut auf das Handy. WhatsApp signalisiert. „Oh, ja!“, haucht sie, will beide Hände zärtlich herüberreichen, doch Donald Trump twittert. Der Weltfrieden ist in Gefahr. Zumindest die USA. In jedem Fall die Zweisamkeit. 

Der Friedberger Dichter Thorsten Zeller lässt einen seiner Protagonisten genau zu diesem Thema sagen: „Lebe im Augenblick!“, doch das scheint nicht einfach. Vor kurzem habe ich eine Woche lang tagsüber die Datenverbindung des Smartphones gekappt und nur zu drei Tageszeiten aktiviert. Die Erkenntnis war: Die Zeit, in der ich mich mit WhatsApp, Facebook und Email band, reduzierte sich auf weniger als ein Fünftel. Blöd ist nur, dass ich dennoch zu spüren glaubte, Nachrichten zu bekommen. 31 Prozent der Handybesitzer haben manchmal das Gefühl, dass es klingelt oder vibriert, obwohl sie weder einen Anruf noch eine Nachricht erhalten haben. Das hat eine Umfrage im Auftrag des Branchenverbands Bitkom ergeben. Nicht mehr alles sofort zu erledigen, spart Zeit, denn zu einem späteren Zeitpunkt ist das meiste schon überholt. Das funktioniert in der Politik, mag man glauben, warum nicht auch in der Kommunikation? Gerade bei Email-Eingängen ist es effizienter, zehn Spam-Mails auf einmal zu löschen als zehnmal eine. 

Der typische Verlauf: Nachricht geht ein, Smartphone wird rausgeholt, PIN eingegeben, nochmal richtig eingegeben, App geöffnet, geschlossen, nochmal geöffnet, weil der Arbeitsspeicher voll war, gelesen, geantwortet, nochmal geantwortet, sich entschuldigt, Missverstanden worden zu sein – eine Kommunikation, die telefonisch in einem Bruchteil der Zeit erledigt wäre. Schon einmal den Test gemacht, um zehn Uhr morgens, den Büroflur entlang zu gehen? Den meisten fällt nicht auf, dass man in der Bürotür steht, denn ihre Augen sind auf 6,1 Zoll konzentriert. In der Bahn ist das Buch verdrängt. Statt zwischen zwei Pappdeckeln gepresstes limitiertes Wissen strahlt uns das gesamte der Welt auf dem Display entgegen. Dennoch ist die PISA-Studie nicht unser bester Freund. Und es ist nicht nur die Bildung in Gefahr.

Als vor einigen Jahren ein Attentäter glücklicherweise in einem Zug überwältigt werden konnte, wurde anhand der Überwachungsvideos festgestellt, dass er mehrfach bewaffnet den Flur des Zuges auf und ab gegangen war, ohne bemerkt worden zu sein. Abgesehen von der Gefahr, im Zug erschossen zu werden, gibt es auch alltägliche. Kopfschmerzen bei Kindern, wie die Jugendgesundheitsstudie des Gesundheitsamtes Stuttgart festgestellt hat, Bandscheibenvorfälle im Halswirbelbereich, Augenerkrankungen, Konzentrationsschwäche. Die Dauerkommunikation um ihrer selbst willen, die das mobile Internet ausgelöst hat, ist offenbar nicht nur Zeiträuber. 

Meine Vision des fast perfekten Abends ist die: Restaurant, Kerzen, ein Tisch für zwei. „Ich bin so gerne mit dir zusammen“, flötet sie. „Oh, ja!“, hauche ich. Wir zahlen, küssen uns im Taxi. Zuhause geht sie mit einem verheißungsvollen Lächeln ins Badezimmer. Ich warte aufgeregt. Die US-Marketing-Agentur 11mark hat übrigens schon vor einiger Zeit herausgefunden, dass drei von vier Usern ihr Smartphone auf der Toilette nutzen. Ich warte weiter. Dann landen wir im Bett. Und beantworten all die Nachrichten, die seit Mittag eingegangen waren. Mit Kuss-Emoji versichern wir einander unsere Zuneigung und lächeln ins Handy, bevor wir ... Wie geschrieben: Fast perfekt! Aber ich arbeite daran. 

Dienstag, 26. März 2019

Vorankündigung: "Plastik in den Weltmeeren" mit Christian Weigand, 3. April 2019, Friedberg


Nächste Woche Mittwoch darf ich die Veranstaltung "PLASTIK IN DEN WELTMEEREN" mit Christian Weigand einleiten und moderieren. Sie findet um 19:00 Uhr im Albert-Stohr-Haus, Ludwigstraße 34, in Friedberg statt. Kommt vorbei :-)

Mehr unter:
http://www.gruene-friedberg.de/plastik-in-den-weltmeeren

Dienstag, 19. März 2019

Stehen oder Sitzen?


Ich finde es gut, dass Sprache lebt, aber besonders, dass sie auch verändern kann. Nur so verschwindet aus dem Köpfen, dass beispielsweise Politiker männlich sein müssen. Im ersten Bundestag waren nur 28 Frauen vertreten, und ein beliebter Witz auf die Frage, was sie dort machen, war „Kaffeekochen!“ Dass sie heute keinen Witzen von alten, weißen Männern mehr Front bieten müssen, hat auch etwas mit Sprache zu tun. Solche Witze funktionieren nur zu Lasten von Minderheiten. Heute hat es sich ausgelacht, denn Frauen sind keine Minderheit mehr auf der politischen Bühne. Wem haben wir das zu verdanken? Der Sprache! Und den Grünen natürlich. 39 von 67 Sitzen der Grünen im Bundestag sind von Frauen besetzt! Das sind 58 Prozent. Bei der Linken sind es 54, bei der SPD 42. Gleichberechtigung ist in der Politik angekommen. Kommen wir aber zu den alten, weißen Männern, sieht es anders aus: FDP 24 %, CDU 19,9 %, und 12 % waren es bei der AFD, bevor Frau Petry parteilos wurde. Nach ihrem Weggang sind es immer noch 12 %. Das sind Zahlen, die vor allem eins klar machen: Wenn Christian Linder sich fragt: „Wo sind die Frauen in der Politik?“, bekommt Alexander Gauland Lust auf Kaffee. Der Anteil von Frauen im Bundestag lag bis in die 1980er Jahr noch bei unter zehn Prozent. Heute sind es fast 40 Prozent. Fast die Hälfte der Mitglieder des Deutschen Bundestages sind keine Politiker, und das meine ich nicht im wutbürgerlichen Sinne. Nein, es sind Politikerinnen, und das ist gut so!

Eine grammatikalische Gleichberechtigung findet allerdings auf männlicher Seite nicht statt. Was ist mit Politesse, Hebamme und Kindermädchen? Wo sind der Politeur, der Hebammer und das Kinderbübchen? Das Kinderbübchen? Es müsste doch der Kinderbübchen heißen. Also auch in der weiblichen Form nicht das, sondern die Kindermädchen. Spätestens jetzt wird klar, dass das grammatikalische Geschlecht nichts mit dem biologischen zu tun hat, nur in den Köpfen der die Sprache Nutzenden. Wenn die Sonne aufgeht, hält sie niemand für weiblich. Wenn der Mond von ihr beschienen wird, beschwert sich kein Mann, dass der Trabant nicht von selbst leuchtet. Abgesehen von ein paar Ostalgigern vielleicht. Im Französischen heißt der Mond „La Lune“ und die Sonne „Le Soleil“. Geschlechtsumwandlung durch Sprache! Der Politiker ist daher vielleicht einfach nur jemand, der Politik macht. Ganz ohne Geschlecht. Dann ist Politikerin die einzige wirklich auf das biologische Geschlecht bezogene Bezeichnung für Politikmachende. Wenn wir es also ernst mit der Gleichberechtigung meinen, brauchen wir einen Politikerer oder besser einen Politikerich. Das gäbe jedoch Gelegenheit für Witze auf Kosten der männlichen Minderheit bei den Grünen wie diesen: Sagt er: „Ich bin Politikerich“, antwortet sie: „Nein, ich!“ Vielleicht suchen wir uns also besser etabliert neutrale Bezeichnungen. Bei „die Person“ oder „der Mensch“ käme niemand auf die Idee, ein Geschlecht wäre ausgeschlossen. An Politikermensch oder Politikerperson müssten wir uns zwar erst gewöhnen, aber bei Unperson und Unmensch haben wir das auch geschafft, und noch nie kam jemand in die Verlegenheit, von einer Unpersonin sprechen zu müssen.

Bis wir am Ziel sind, ist das Binnenmajuskel mit Sternchen eine gute Lösung. Denn Witze über Männer, die sich noch nicht entschieden haben, ob sie im Stehen pinkeln oder im Sitzen, helfen bei der Gleichberechtigung nicht. Wer solche Witze reißt, hat den Sinn des Genderns nicht erfasst oder ist vielleicht einfach eine Unpersonin.

Bildquelle: Wikimedia