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Sonntag, 26. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 28)


Heute ist der letzte Tag meiner fünften Degrowth-Challenge, und - bevor ich ins Wahllokal zur Europawahl aufbreche - sucht mein Kochbuchhalter ein neues Zuhause, den ich mangels Kochbüchern nun nicht mehr brauche. Es melde sich, wer ihn gerne hätte. Vielleicht eine derer, die nun meine Kochbücher haben? 😂

Es ist einigermaßen verrückt. Als ich vor einem halben Jahr das letzte Mal einen Monat lang "ausgemistet" hatte, war es mir in den letzten Tagen wirklich schwer gefallen, noch etwas zu finden, und dennoch - sechs Monate später - sortiere ich wieder vier Wochen lang Dinge aus meinem Besitz aus, und zwar ohne dass es mir schwer gefallen wäre. Tatsächlich ist es so, dass es noch weitere Dinge gibt, die ich mir vorstellen könnte loszulassen. Eine sechste Challenge wird also gewiss Ende des Jahres folgen 💪

Seit meinem ersten Aussortieren konnte ich meine Wohnung um mehrere dadurch leer gewordene Schränke entlasten, die Hälfte meines Kleiderschrankes beherbergt nur noch Luft, und eine von zwei dreischubladigen Kommoden würde umfallen, wenn ich die obere Schublade aufzöge, weil das Gegengewicht des fehlenden Inhalts nicht mehr gegeben ist. Krass! Wie es mir damit geht? Es befreit. Nichts um mich herum, das ungenutzt Ressourcen bindet, nichts, das schlicht nur Wert verliert, während es bei mir verstaubt. Es beruhigt zu wissen, dass die meisten Dinge ja nicht weg sind, sondern einfach nur woanders. Wenn ich wieder etwas davon brauche, kann ich vergleichbares jederzeit in einem Umsonstladen oder gebraucht auf Ebay finden, in der Stuff Cloud. Das ist eine tolle Art des Teilens. Was ich nicht nutze, verkaufe ich oder gebe es einfach weiter, und wenn ich es wieder brauche, hole ich mit das Gleiche wieder zurück. Beispiel: Wenn ich ein oder zwei Wochen im Jahr sommers Fahrrad fahre, muss ich nicht unbedingt auch die anderen 50 Wochen ein Fahrrad besitzen. Ich kann mir rechtzeitig auf dem Gebrauchtmarkt eins kaufen, damit zwei Wochen fahren und es dann wieder verkaufen. Weil es gebraucht und nicht neu ist, hat es eine gewisse Wertstabilität - ganz im Gegensatz zu Neuwaren, die rasant an Wert verlieren, manchmal die Hälfte und mehr binnen weniger Monate. Mit etwas Glück verkaufe ich mein Gebrauchtrad sogar zu einem höheren Preis, und selbst wenn ich mit Verlust verkaufe - der entspräche dann meiner Nutzungsgebühr, und die ist mit Sicherheit deutlich günstige als eine Fahrradleihe für zwei Wochen 🚲

Danke, dass ihr die vier Wochen meine Begleiter wart. Ich hoffe, ich konnte etwas inspirieren oder wenigstens unterhalten 😉

Samstag, 25. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 27)


Bevor jetzt wieder jemand ruft: "Hätte ich so viel in der Küche wie du, könnte ich auch monatelang täglich etwas aussortieren!", komme ich dem zuvor und packe alles am selben Tag weg 😉
Heute verlässt meine dritte Grillzange das Haus (ich habe noch eine aus Edelstahl für den Grill und eine "griffigere" für Nudeln), ein Fonduetopf mitsamt der Spieße (macht als Veganer nicht mehr viel Sinn, und veganes Käsefondue, na ja, es gibt Dinge, die selbst ich nicht nochmal "nachbaue") sowie ein paar Ringe mit Stößel zum hübschen Anrichten von Reis und ähnlichem (was auch immer mich damals geritten hatte). Wer also plant, Gegrilltes zum Fondue an Klebereis zu servieren ... einfach melden 🤪

Seit fast vier Wochen und noch bis morgen habe ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber gepostet. Steigt noch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Donnerstag, 23. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 25)


Diese Feder habe ich wohl seit ich fünfzehn bin - für die jüngeren Leserinnen und Leser: Das war noch im letzten Jahrtausend 😉 -, und wohl aus noch älterer Zeit stammen diese sandgefüllten Manschetten. Damals war beides der letzte Schrei im Home Fitness Training. Kaum ein Jugendlicher damals, der nicht einen Expander oder eben eine solche Feder zuhause gehabt hätte, um sich in die optische Form griechischer Götterstatuen zu bringen. Aus vermutlich ebenso historischen Zeiten stammen die Manschetten. Wer damit lief oder am Sandsack arbeitete, hatte - kaum dass sie abgenommen waren - den Eindruck, die Geschwindigkeit eines Tachyons ließe sich am besten nach dem Überholen rückblickend einschätzen. Faktisch war beides aus sportwissenschaftlicher Sicht - in normaler Geschwindigkeit zurückblickend - eher kritisch zu bewerten.
Beide standen sie daher jahrelang und völlig zurecht immer irgendwo in der Nähe der anderen Eisenkumpels rum und langweilten sich. Sollen sie sich nun woanders langweilen oder etwas anderes aus Metall oder Sand werden 💪

Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Mittwoch, 22. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 24)


Heute gebe ich mein Backup-Handy frei. Tatsächlich hatte ich es nicht einmal gekauft, sondern gefunden. Es war vor einigen Jahren mal vom Radkasten eines Anhängers gefallen, auf dem es gelegen hatte, als das ziehende Fahrzeug an mir vorbeigefahren war. Winken half nichts, um darauf aufmerksam zu machen. Nachdem ich das 12-Euro-Handy zum Fundbüro gebracht hatte, durfte ich es nach einigen Monaten wieder abholen. Es war in meinen Besitz übergegangen. Wie erfreulich dachte ich mir, organisierte mir ein Ladekabel und bekam obendrein noch Kopfhörer dazu. Nun hatte ich ein Handy, auf das ich zurückgreifen konnte, falls mein Smartphone überraschend kaputt gehen sollte. Das tat es auch, und zwar dreimal - also nicht immer dasselbe, sondern das, welches ich bei Fund des Backup-Handy nutzte und dessen beide Nachfolger. Dennoch nutzte ich es nicht ein einziges Mal, weil ich, kaum dass ich jeweils auf Facebook gepostet hatte, dass eines zerstört war, binnen weniger Stunden ein neues gebrauchtes übereignet bekommen hatte. Einmal - geschätzt - hatte ich es sicherheitshalber zum Wandern bei mir, da ich währenddessen nicht durch Internet-Apps gestört werden wollte, aber im Notfall gerettet werden wollte. Als ich entdeckte, dass es einfacher, ist die Datenverbindung zu kappen, und ich dann dennoch den Vorzug genießen kann, mich, nachdem ich mich verlaufen habe, wieder zurück in die Zivilisation retten kann, hatte es seinen Sinn gänzlich eingebüßt 🤷‍♂️

Habt ihr auch nicht mehr genutzte Handys, Smartphone, Phablets, Tablets etc. zu Hause? Ich möchte gerne wieder sammeln. Ihr könnt sie  bis Ende des Monats bei mir abgeben. Ein Freund sammelt Altgeräte für das Regenwald-Projekt der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt von 1858 e. V.. Die Einnahmen aus dem Recycling fließen in den Schutz der Berggorillas. Mit "Ein Handy für den Gorilla" 🐵 (Stellvertreter-Affen-Emoji)  habt ihr gleich doppelt etwas für die Umwelt getan: Ressourcen liegen nicht mehr ungenutzt in den Schubladen, und dafür tollen mehr Gorillas in den Wäldern herum 😉

Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Dienstag, 21. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 23)


Beim letzten Reduzieren hatte ich meine nicht bespielte E-Gitarre freigesetzt. Kurz vorher hatte ich Saiten für sie geschenkt bekommen, die ich sinnvollerweise hätte beigeben sollen. Den Jammer-Haken hatte ich vergessen, in das Paket einzupacken, und warum ich den Umhängegurt nicht mit hineingelegt habe, ist mir auch ein Rätsel. Vielleicht schlägt lautes Metal doch nicht nur aufs Hirn 🤷‍♂️

Mein Stimmgerät kann ebenfalls weg, denn es ist viel bequemer, die Gitarre mit dem Handy zu stimmen, was ich schon lange mache. Also weg damit und Platz für Staub auf dem Regal geschaffen 😉

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Montag, 20. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 22)


Käsemesser und Käsehobel passen zu einem plastikmüllfreien, veganen Haushalt ebenso gut wie ein mit Butterschmalz gefülltes Aquarium zu einem Grottenolm. Ich hatte mir beide aufbewahrt für den Fall, dass ich einmal Gäste habe, die gerne über Käseplatten herfallen. Früher aß ich sie natürlich selbst (den Käse, nicht die Gäste), doch heute kaufe ich nur noch vegan ein. Es kam, seit ich im Jahr 2016 in die neue Wohnung gezogen war, nicht ein einziges Mal Käse auf den Tisch, und das, obwohl ich Gäste hatte, die früher über selbigen hergefallen wären (den Käse, nicht den Tisch). Ich gebe sie nun frei, auf das sich eine Käsefreundin oder ein Käsefreund daran erfreuen möge 👌
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Sonntag, 19. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 21)


Heute verlässt mich meine zweite Pfeffermühle. Ich möchte mich unabhängig von externen Energiequellen machen, denn sie ist der batteriebetriebene Tech-König unter den Mühlen. Nicht nur, dass sie auf Knopfdruck mahlt, nein, sie beleuchtet zusätzlich noch die Stelle, auf die das Mahlgut fein hinabrieselt. Gab es vor gefühlten hundert Jahren mal bei Tchibo und tut nach wie vor den erwarteten Dienst. Damals hatten mal wohl noch keine Ahnung von geplanter Obsoleszenz und davon, dass das ein Gerät nach zwei Jahren gefälligst kaputt gehen muss, um zum Konsum zu bewegen (an dieser Stelle hoffe ich allerdings, dass der beliebte Kaffeeröster da nicht mit der Zeit gegangen ist). Tolle Sache jedenfalls, so ein beleuchteter Pfeffi! Falls jemand neben dem beliebten Nackt-Putzen auch dem Nacht-Kochen frönen sollte, bitte melden! Ich nutze jetzt nur noch meine manuellen Pfeffermühle, denn dem Trend zur Zweitmühle war ich in meinen Otto-Normal-Verbraucher-Zeiten auch gefolgt. Die zu drehen, gibt dicke Unterarme und macht Kochen männlich 😎
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Samstag, 18. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 20)


Zu was ist ein Samstag besser geeignet, als sich zu früher Morgenstunde seinem Gewürzregal zu widmen. Wie sieht es in euren aus? Bei mir ist - beziehungsweise nunmehr war - es wie folgt: Mit jedem Rezept kamen exotische Gewürze hinzu, die ich exakt einmal brauchte. Diese wanderten dann in die Untiefen des Regals, wurden immerhin beim sporadischen Saubermachen mal abgestaubt, aber dann doch nur selten und eher sparsam weitere Male benutzt. Tatsächlich sind es nur eine handvoll Gewürze, die ich wirklich regelmäßig nutze. Mein "neuer" Gewürzschrank ist jetzt auf diese beschränkt, und die alten habe ich entsorgt. Übrigens ... the Winner ist: Eine Packung "Beifuß, gemahlen" mit Mindesthaltbarkeitsdatum "Dezember 2011" 🤷‍♀️

Übrig habe ich neben Pfeffer und Salz noch Curry und Paprika für die warme Küche, Liebstöckel und Dill für Salate, Zimt, Vanille, Nelke und Wacholder für sommerliche und winterliche Nachspeisen und natürlich Muskat für Kartoffeln und die vertraute Armada mediterraner Gewürze: Lorbeer, Rosmarin, Thymian, Majoran, Salbei und Oregano. Passt! 😁


Freitag, 17. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 19)


Heute wandern meine einzigen drei Espressotassen außer Haus oder zumindest in meine Aussortierkiste. Ich hatte meine Bacchi-Espressomaschine schließlich schon am zweiten Tag ebenfalls wandern lassen. Gleiches Recht für alle Beteiligte 😋
Langsam muss ich mich mal zu unserem Friedberger Umsonstladen aufmachen, denn mein Flur sieht nach fast zwanzig Tagen des Aussortierens aus, als sei ich im Umzug begriffen. Vieles konnte ich bereits in die Hände neuer Nutzer geben. Meine Bacchi und meine Dörre habe ich auf Ebay-Kleinanzeigen veräußern können, einige Kochbücher habe ich an andere geben können - sogar einen Gutschein über Kaffee und Kuchen hatte ich als Dankeschön bekommen. Und heute wanderten meine beiden Paravents in den Nachbarort - gegen ein Glas mit Bio-Kakao-Nibs. Ist das nicht toll? 💓

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Donnerstag, 16. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 18)


Im Januar habe ich mir einen neuen Laptop gekauft. Das Captiva, das ihr auf dem Bild seht, zu erstehen, war zwar eine grundsätzlich gute Idee, und es war mir immerhin zwei Jahre dienlich, doch konnte ich damit nicht ohne Tisch in der Bahn arbeiten. Es kostete mich so wertvolle Zeit, und wenn ich an einem neuen Buch schreibe, mag ich mich durch nichts bremsen lassen. 
Ein zweiter Grund für das Captiva, das meinen alten PC ersetzte, der immerhin von 2009 bis 2017 gehalten hatte, war die Tablet-Funktion. Das war für die Füße. Ganz selbstkritisch muss ich sagen, dass es ein Fehlschluss war, zu glauben, eines zu nutzen, wenn man es vorher schon nicht vermisst hat. Und alle die Argumente, mit denen ich mich selbst überzeugt hatte, waren letztlich Luftschlösser. Nicht einmal habe ich es als "Kochbuch" in meinem Kochbuchhalter in der Küche genutzt, allenthalben einmal im Notenständer beim Gitarrespielen und schon gar nicht, um bequem auf der Couch online zu shoppen - ich shoppe halt nicht wirklich 😄

Geholt hatte ich mir ein gebrauchtes Laptop bei Refurbed. Für mein aufbereitetes Lenovo Thinkpad gab es obendrein einen Baum, den sie mir irgendwo gepflanzt haben. Ein schönes grünes Gimmick, und vielleicht besuche ich meinen Baum mal. Viel wichtiger ist, dass ich mit dem neuen Laptop, das ich endlich auch in der S-Bahn nutzen konnte, ohne dass mich ein fragiler Faltrücken sorgen ließ, dass meine Technik auf dem Boden zerschellt oder ständig den Kontakt zwischen Tatstatur und Tablet einbüßt, meinen dritten Roman binnen zwei Monaten schreiben ließ. Das hat mir jede Menge Zeit gespart, die ich nun unter anderem dazu nutze, den Zeiträuber in neue nutzende Hände zu geben 😀

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Mittwoch, 15. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 17)


Auch dich gebe ich nun frei, Sandwichmaker, der du einst zwei weitere wechselbare Platten hattest: Eine, die deinen Namen bestimmte und eine Panini-Platte. Beide Platten hatte einerseits ihr Gebrauch gezeichnet, so dass die einst einfarbige Beschichtung nunmehr die Färbung schwarzen Marmors angenommen und gleichzeitig ihre Anti-Haft-Funktion eingebüßt hatte, und andererseits meine käse- und plastikverpackungsfreie Ernährung überflüssig gemacht. Übrig blieb die Waffelplatte - ich bin allerdings eher so der Kaiserschmarrn-Typ 😉
Meine Tochter und angehende Lieblingsbäckerin hat sich jedenfalls darüber gefreut und ich freue mich auf die ersten veganen Waffeln bei ihr 😁
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Dienstag, 14. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 16)


Ich besitze nun keine DVDs und CDs mehr! Die Musik ist auf Laptop und Smartphone, damit ich nicht zwangsläufig streamen muss, um während der Bahnfahrten, etwas anderes als Rattern und Schnattern zu hören, und den einen oder anderen Film habe ich mir auch auf die Festplatte gezogen. Ich habe zwei Kisten an Rebuy verschickt und den Großteil jedoch verschenkt. Es war erschreckend, dass die ganze Menge, die mal dreitausend Euro und mehr gekostet haben mag, gerade mal mehr hundert Euro einbrachte, und dass der ganze große Rest, den Rebuy, Momox und Co. nicht einmal mehr ankaufen wollten, selbst auf Ebay nur zu wenigen Euro Restwert gehandelt werden, wie mir die zahlreichen Angebote, die augenscheinlich nicht erfolgreich abgeschlossen würden, verrieten. Und während ich das Tal des Jammers im Begriff war zu betreten, kam mir die Erkenntnis: Es ist nicht die Summe an Plastikscheiben, die tausende von Euro an Wert hatte - dahingehend wurde ich mit hundert Euro noch fürstlich belohnt -, sondern der Inhalt. Ich habe das Geld bezahlt, um bis dahin jederzeit die kreativen Früchte eines Musikers, Schauspielers, Regisseurs, Kameramanns, Bild- oder Tontechnikers (weibliche Form je impliziert 🤦‍♀️) kosten zu dürfen. Es ist der Inhalt, für den ich bezahlt habe. Ich habe ihn genutzt - den Wert habe ich also bereits erhalten. Produzent und Konsument sind quitt. Nun mag ein anderer in den Genuss kommen, für den ich bereits bezahlt habe. Ist irgendwie doch ein schöner Gedanke - auch dass die Regale nun freigegeben werden können, um vielleicht anderenorts die Centbeträge an Plastik tragen dürfen, die dort für so viele Stunden deutlich wertvollerer Unterhaltung sorgen 😎
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Samstag, 11. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 13)


Wieder so eine Idee, die ich hatte. So eine Idee, die echt öko war. Und total gut gemeint. Ebenso gut gemeint wie unüberlegt. Ich hatte mir diese Dörre geholt, um Lebensmittelretter zu werden. Ich wollte die Bioläden meiner Umgebung abgrasen und all das Obst und Gemüse vor dem Wegwerfen retten, indem ich es durch Dörren haltbar mache. Die Dörre war schnell gekauft und auch gleich getestet - ich hatte mit meiner Tochter Fruchtleder aus Mangopürree gemacht. Legga! 👌😍

Dann habe ich die Bioläden in Friedberg und Bad Nauheim aufgesucht, und musste feststellen, dass der eine Laden jene noch guten, aber nicht mehr ansehnlichen Früchte seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mitgibt und der Besitzer des anderen, sie an seine Ziegen verfüttert. Toll! So viel zu meinem Plan! Bei den Supermärkten war ebenso wenig zu holen, da sie entweder grundsätzlich nichts abgeben oder glücklicherweise den Tafeln. 😃

Der Plan B musste her und war schnell entwickelt. Ich würde zur Erntezeit heimisches Obst in größeren Mengen einkaufen und so haltbar machen. Nun, das habe ich in den knapp drei Jahren auch gemacht. Einmal! Und die größeren Mengen waren drei Äpfel! 🤔

Manchmal muss man sich einfach eingestehen, dass man Fehler machen darf. Und danke, Christian, dass du mich heute beim Kaffee so schonungslos davon abgehalten hast, mich in Plan C zu vertiefen, der ebenso gescheitert wäre. Du hast Recht: Ich bin Autor und sollte meine Zeit mit dem Schreiben, nicht mit dem Dörren verbringen. Vielleicht findet sich jemand, der die Dörre nutzen mag. Die- oder Derjenige kann dann gerne etwas, das ich geschrieben habe, lesen, während sie oder er das, was mit eigenen Händen gedörrt wurde, dabei schmaust 😉

Freitag, 10. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 12)


Zugegeben, ich hatte eine Erwartungshaltung, die vom Ergebnis deutlich abwich. Ich hatte mir zum Ziel gesetzt, mindestens fünf Kleidungsstücke auszusortieren, die ich selten bis gar nicht mehr trage. Ich dachte mir: "Du hast vier Jackets, zwei Anzüge, gut zehn Hemden und immer noch mindestens 30 T-Shirts. Da geht doch was!" Tatsächlich habe ich sechs Teile aussortiert, und darunter ist sogar eine Socke, die nicht einmal mir gehört - wem auch immer sie gehören mag und wie sie in meine Schublade gekommen mag? Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer würde. Nichts von dem, was in meinem Schrank hängt, möchte ich hergeben, und das obwohl ich viele Sachen für Monate nicht mehr getragen habe. Heute hatte ich ein fünftes Mal in vier Jahren meinen Schrank mit dem Ziel geöffnet, etwas auszusortieren. Das letzte Mal im Oktober hatte ich bereits festgestellt, mein persönliches Minimum erreicht zu haben. Offenbar hatte ich damals schon recht 😉

Immerhin kann ich noch ein paar Schuhe darauf legen und ein paar abgelaufene Mullbinden aus dem Erste-Hilfe-Kasten - vielleicht kann sie das Rote-Kreuz für ihre Kurse zum Üben gebrauchen. Was macht ihr damit? 🧐

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Donnerstag, 9. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 11)


Das zweite Drittel meines Frühjahrsputzes inmitten der Zeugnisse meines vorangegangenen Konsums ist angebrochen. Ja, ich räume ein, ich hatte eine Neigung zum Besitz von allem, was irgendwie in der Küche zu gebrauchen sein könnte. Nicht alles hatte sich als sinnvoll erwiesen oder ist es noch immer. Darunter auch der Dampfgarer, den ich heute freigebe. Es klang damals irgendwie toll: Drei Etagen, in jeder etwas anderes, das gegart werden konnte, und am Ende war zeitgleich eine Mahlzeit fertig. Es war auch toll. Irgendwie! Nur heute halt nicht mehr. Zumindest nicht für mich. Heute esse ich lieber Rohkost, und Fisch brauche ich auch nicht mehr zu dünsten. Natürlich nicht, weil ich ihn heute roh äße - ich bin ja nicht Smeagol 😜

Zuletzt hatte ich ihn noch genutzt, um Reis zu kochen, doch um ehrlich zu sein: Wenn schon Reis, dann lieber ein Risotto, und das lässt sich nur in der Pfanne bereiten. Selbst mein Gemüse, das ich nicht roh esse, landet heute eher kurz in der Pfanne als lang im Dampfgarer. Vielleicht ist es so, dass im Dampf gegartes Gemüse mehr Vitamine enthält, als gebratenes und mehr als in Wasser gekochtes sowieso, doch bei dem vielen Obst und Gemüse, das ich roh und angebraten esse, kann ich mir vorstellen, dass es überhaupt nicht ins Gewicht fällt, wie das einzelne Gemüse je nach Zubereitungsart abschneidet. 

Langer Rede kurzer Sinn: Braucht jemand einen Dampfgarer? 😉

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Mittwoch, 8. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 10)


Das Spiel hat mich viele Jahre begleitet, und ich hatte tatsächlich lange überlegt, ob ich es weggebe, da viele Erinnerungen an schönen Stunden mit meinem Kindern daranhingen. Letztlich hängen die Erinnerungen jedoch in meinem Kopf und nicht am Spiel. Nötigenfalls kann ich mir die Momente auch mit dem Foto dieses Posts wieder in Erinnerung rufen oder noch besser beim gemeinsamen Schwelgen in Erinnerung. Das Spiel selbst hat sich ausgespielt. Nach knapp drei Dekaden erfolgreichen Bestehens im Hotelgewerbe wissen alle Spieler, welche beiden Hotels man unbedingt haben muss, und ab dann ist es nur noch ein verzweifeltes Hinauszögern, bis der Besitzer eben jener beider Hotels unvermeidlich gewonnen hat. Ich gebe es für die oder den nächsten angehenden Hotel-Tycoon frei 😀

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Dienstag, 7. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 9)


Diese Töpfe und Eimer stehen fast seit meinem Einzug vor über zwei Jahren dort auf der Dachterrasse. Da stehen sie gut, denn sie sind nicht im Weg. Auch optisch haben sie mich nie gestört, denn direkt daneben steht meine Box, in der ich die Polster für die Gartenstühle aufbewahre und verdeckt die Ansammlung an Behältnissen, deren Existenz sicherlich wieder einen Nutzen hätte, wenn Blumen anstelle anderer Töpfe in ihnen steckten 🌹🌱🌷

Sie kommen jetzt weg und finden bestimmt Menschen, die sie gerne bepflanzt sehen, und dann bin ich gespannt, was das mit mir macht. Auch wenn ich sie nicht bewusst als störend empfunden habe, nahm ich sie unterbewusst sicherlich jedes Mal, wenn ich die Terrasse betrat, wahr. Gleiches war damals auch mit "meinem Papiermüll" passiert. Vielleicht bin ich dann noch lieber auf der Terrasse 😎

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Montag, 6. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 8)


These boots are made for walking, heißt es. Denke ich auch! Auch lebe ich das Motto meines Vaters, dass man ein Geschenk nicht zurückweist. Dieses hatte ich von einem alten und sehr guten Freund bekommen. Tatsächlich dachte ich erst, ich könne die gebrauchten wasserdichten Schneestiefel irgendwann nutzen - schließlich habe ich ja auch eine Regenhose und eine Regenjacke. Der Unterschied ist: Eine Regenhose packe ich in meinen Wanderrucksack, falls es überraschend regnen sollte - diese Stiefel nicht, denn es sind keine Wanderstiefel!👞👞

Seit ich sie geschenkt bekommen habe, wanderten sie nicht einen Meter. Sie walkten nicht einmal. Nun sortiere ich sie aus und hoffe, sie kommen an die Füße von jemandem, der regelmäßig in den Schnee muss. Also nicht jetzt, sondern in einem dreiviertel Jahr. Größe 45, übrigens 😉

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Sonntag, 5. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 7)


Als ich vor knapp drei Jahren in meine neue Wohnung gezogen war, hatte ich mein Wohnzimmer, das mit 25 Quadratmetern recht groß ist, in drei Zonen eingeteilt: Je ein Viertel Büro und Trainingsraum sowie eine Hälfte reiner Wohnbereich. Dazu hatte ich gebraucht zwei Spanische Wände geholt und als Raumteiler genutzt. Das erschien bis dahin eine gute Idee, allerdings hatte ich mir nie Gedanken gemacht, die das Wohnzimmer wirken würde, ohne die Paravents. Es erschien einfach sinnvoll, die verschiedenen Bereiche abzutrennen 🙆

Als ich vor Kurzem eine größere Gruppe Frühstücksgäste hatte und meinen Küchentisch zur Bewirtung ins Wohnzimmer stellen musste, waren die beiden Raumteiler natürlich im Weg. Als ich sie zur Seite gestellt hatte, fiel mir auf, wie viel heller und freundlicher mein Wohnzimmer plötzlich wirkt. Seitdem stehen sie an der Seite, und ich gebe sie jetzt frei. Offenbar muss man seine Ideen regelmäßig hinterfragen. Wie lange hätte ich schon auf der Seite des Lichts leben können 😅

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Samstag, 4. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 6)


Heute habe ich meine Küchenmaschine aussortiert. Ich hatte sie jetzt gut zehn Jahre, doch seit dem letzten Ausmisten hatte ich sie nicht mehr genutzt, allenthalben ein oder zwei Mal abgestaubt. Als ich noch regelmäßig gebacken hatte, war sie oft im Einsatz, doch seit ich morgens auf Haferflocken umgestiegen bin und nur noch selten morgens Brot und Brötchen esse, war sie kaum mehr im Gebrauch. Zudem habe ich Zubehör, wie eine Citrus-Presse und einen Mixer-Aufsatz, die ich beide nicht mehr nutze, seit ich meinen Omniblend habe, und einen isolierte Schüssel zum Eismachen, die ich nicht einmal mehr nutzen könnte, da ich keinen Eisschrank habe, in dem ich sie vorkühlen müsste. Also wandert das komplette funktionsfähige Paket nun in einer Free-Your-Stuff-Gruppe auf Facebook, damit sie jemand in Besitz nehmen kann, der sie auch nutzt 👍
Das Schönste ist: die "Cloud of Things" wird mir immer die Möglichkeit geben, ein gebrauchtes Küchengerät günstig zu bekommen, wenn ich doch wieder Brot backe, oder mir eine Maschine von Freunden zu leihen. Die Dinge sind ja nicht weg, nur bis dahin woanders 😍

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