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Dienstag, 9. Juni 2020

Grüner durch Teamwork

Grüner durch Teamwork
Grüner durch Teamwork

Nach Daten des statistischen Bundesamtes sind fast 40 Prozent der Haushalte von nur einer Person bewohnt, und jede dieser Singles verfügt über durchschnittlich 68 Quadratmeter Wohnfläche. Ich war einer von ihnen. Die Hälfte meiner Wände war frei, denn ich hatte nicht genug in meinem Besitz, um sie mit Schränken verstellen zu müssen. Ich besaß nicht einmal eine Waschmaschine. Stattdessen ging ich alle drei Wochen in den Waschsalon. Meinen Kühlschrank hatte ich seit drei Jahren nicht mehr einschalten müssen, da ich mehr oder minder von der Hand in den Mund gelebt hatte. Wie ich bereits schrieb: Ich war einer von ihnen. Seit letzter Woche bin ich Teil eines Zwei-Personen-Haushalts. Natürlich überwiegt die Freude darüber – mit großem Gewicht –, dennoch kamen im Vorfeld Gedanken auf, die sich mit meinem individuellen ökologischen Fußabdruck befassten. Wie werde ich darauf reagieren, wenn die Klarheit meines reduzierten Besitzes nicht mehr auf mich wirken kann? Komme ich damit zurecht, dass sich die Anzahl der Elektrogeräte im Haushalt plötzlich um solche wie Mikrowellenherd und Wäschetrockner erweitern wird? Was wird es mit mir machen, wenn ich meinen Kühlschrank vielleicht dauerhaft eingeschaltet lasse? 

Die Antworten vorweggenommen: Gut, ja und nichts, denn erstaunlicherweise wird all das regelrecht aufgezehrt von einem sehr hungrigen Energiezehrerpärchen in meiner Ökobilanz: Dem Flächenverbrauch und den Heizkosten. 49 Quadratmeter Fläche bewohnen Menschen aus Zwei-Personen-Haushalten im Durchschnitt, die im Mittel immerhin bis zu 149 kw/h Heizenergie verbrauchen. Bei mir sind Flächen- und Heizenergieverbauch nun halbiert, und das wirkt sich auf den ökologischen Fußabdruck merklich aus. Es reduziert meinen globalen Flächenbedarf von 3,8 auf 3,4 globale Hektar (gha) – der bundesdeutsche Durchschnitt liegt bei 4,9 gha. Der globale Hektar beinhaltet alles, was unsere Art zu leben an Fläche nötig macht. Vom Bedarf an Anbauflächen für Lebensmittel, über den Flächenanteil an der Infrastruktur und den für die Produktion von Konsumgütern bis hin zum Wohnraum. Das Wohnen wird dabei mit einem Anteil von 25 Prozent im Durchschnitt nur von den Ernährungsgewohnheiten, die durch unsere tierproduktreichen Essgewohnheiten 35 Prozent betragen, überboten. Wenn diese zwei Punkte bereits 60 Prozent ausmachen, wundert nicht, dass der diesjährige Earth-Overshot-Day, der Erdüberlastungstag, vermutlich am 3. Mai gewesen wäre. Ab diesem Tag nutzten wir Ressourcen, die uns rechnerisch nicht mehr zustünden und wir zu Lasten anderer – unserer Mitmenschen in anderen Ländern und unserer Folgegenerationen – verbrauchten. Der Corona-Shot-Down, der nicht eingerechnet ist, wird den deutschen Erdüberlastungstag faktisch verschoben haben. Vielleicht ist er am heutigen Tage. Wer weiß? 

Fakt ist, wir müssen noch viel tun. Meinen Wohnraum zu teilen, hat mich – ganz gleich, ob ich nun den Kühlschrank dauerhaft eingeschaltet lasse oder nicht – merklich nach vorne gebracht. Und nicht nur mich. Auch meine Lebensgefährtin halbiert ihren Flächen- und Heizenergieverbrauch. Zusammen bringen wir es auf eine Ersparnis von 0,8 gha – das entspricht dem ökologischen Fußabdruck einer Bengalin oder eines Bengalen. Abgesehen davon und vom zwischenmenschlich Offensichtlichen gibt es aber noch einen weiteren gravierenden Vorteil: Ich spare mir alle drei Wochen 1,3 Kilometer Fußweg zum Waschsalon, und, wer weiß, vielleicht bekomme ich sogar mit der Zeit heraus, wozu man einen Mikrowellenherd braucht!

Sonntag, 22. März 2020

Die Welt von heute retten wir morgen wieder!

Die Welt retten wir morgen wieder!
Lasst uns heute erst einmal die Welt von morgen retten! Klingt nach einem Widerspruch. Ähnlich wie: "The king is dead. Long life the king!"

Ende 2016 hatte ich meinen Kühlschrank ausgestellt, weil ich wissen wollte, ob ich auch ohne leben kann. Ich konnte. Dafür hatte ich einige Gewohnheiten umgestellt. Zum Beispiel musste ich binnen drei Tagen aufbrauchen, was ich an Brotaufstrichen geöffnet hatte, damit es nicht verdirbt. Meine gewohnten drei geöffneten Gläschen unterschiedlicher Geschmacksrichtungen für das Frühstück reduzierte ich dafür auf eins. Ging auch. Tat nicht einmal weh. 
Essen, das ich kochte, stellte ich nicht mehr kühl, bis ich es in den nächsten Tagen zu Mittag im Büro verzehren würde. Ich weckte es ein. Ging auch. Tat nicht einmal weh. 
Statt den Kühlschrank mit einem Wocheneinkauf vollzupacken, begann ich alle zwei Tage in den Bioladen zu gehen, an dem ich vom Büro nach Hause ohnehin vorbeikam, und kaufte fortan für den Tages- statt für den Wochenbedarf ein. Ging auch. Tat nicht einmal weh.

Nun ist Corona-Time! Ich möchte weder mich, noch die Verkäuferinnen und Verkäufer oder auch nur einen derer, denen ich auf dem Weg zum Bio- oder Supermarkt begegne, der Infektionsgefahr aussetzen. Ich habe den Kühlschrank am Freitag nach dreineinhalb Jahren wieder eingeschaltet und meinen Einkauf, den ich nun nur noch alle zwei Wochen tätigen werde, eingeräumt. Selbst ein Wenig Plastikverpacktes ist darunter. Das ist ein sehr ungewohntes Bild, an das ich mich erst einmal  gewöhnen muss.
Ich versuche dennoch, Energie zu sparen, indem ich alle vollen Flaschen, die ich im Haus gefunden hatte, ebenfalls hineingetan habe - was im Falle der Rotweinflaschen einen Knacks in meinem Herzen verursacht hatte! So bleibt die Kälte im Inneren, wenn ich dir Tür öffne. Ansonsten würde die kalte Luft mit jeder Öffnung durch warme Küchenluft ausgetauscht und das Kühlaggregat müsste nach jeder Öffnung anspringen. Ich bin gespannt, was dieses Experiment, an Verbrauch mit sich bringt.  

Der Öko in mir ruht heute ein wenig, damit ich morgen eine Welt vorfinde, die ich dann weiter zu retten versuchen kann. Geht auch. Tut nicht einmal weh!

Montag, 4. November 2019

Leben ohne Kühlschrank - eine Szene aus dem Beziehungsleben eines ökologischen Selbstoptimierers.

Leben ohne Kühlschrank
Wenn sich zwei Menschen entschließen zusammenziehen, dann gibt es vieles zu klären. Welche Möbel behält man? Wer bekommt welchen Anteil in den Schränken? Welches Kochgeschirr wird aussortiert? Wenn ich einer der beiden bin, dann kommen ganz andere Fragen hinzu. Insbesondere, weil ich es mit dem Ökologischen so sportlich sehe. Eine der Grenzen, die ich vor einigen Jahren verschob, war die des Umgangs mit der Lebensmittelaufbewahrung: Ich schaltete meinen Kühlschrank aus. Als Alleinlebender musste ich mich ja auch nicht abstimmen. Im Sommer zieht meine Freundin bei mir ein. Die sportliche Auseinandersetzung mit dieser Frage startet bereits jetzt.

„Wie soll ich denn meine Tiefkühlbeeren aufbewahren?“, ist die erste Frage, die sie stellt. Seit wir uns kennen, essen wir morgens gerne Müsli mit Beeren aus dem Tiefkühler. Ausschließlich wenn wir bei ihr sind. Ich habe ja keinen Tiefkühler. Aus meiner Erfahrung, die mittlerweile drei Jahre zählt, weiß ich, dass sich Lebensmittel gut drei Tage ungekühlt halten. „Die halten sich auch außerhalb!“, versuche ich meine Liebste zu überzeugen. Sie schaut skeptisch, und ich glaube zu erkennen, dass sie sich ab Sommer zu jeder Mahlzeit ausschließlich Beeren essen sieht, damit sie nicht schlecht werden. Ohne Kühlung zu leben, bedeutet, Mahlzeiten vorzuplanen. Reste müssen gegessen und kurzfristige Gelüste kontrolliert werden. Kein Sport ohne Schweiß! Mir sind in dieser Zeit allerdings weitaus weniger Lebensmittel schlecht geworden als in den Kühlzeiten. Das bringt die bessere Aufmerksamkeit Lebensmitteln gegenüber mit sich.

Sie blickt auf mein leeres Gemüsefach im ausgeschalteten Kühlschrank. „Und was ist mit Salat und Gemüse? Das wird doch welk und faulig.“ Ich merke an ihrem Blick, dass sie daran denkt, dass in meiner Dachgeschosswohnung im Sommer durchaus tropische Temperaturen herrschen. Ich deute auf meine Tonkrüge in der Küche. „Das Wurzelgemüse ist jedenfalls sicher!“, sage ich. Zwei ineinander stehende Tonkrüge mit feuchtem Sand zwischen ihnen halten es kühl und feucht. Möhren, Pastinaken oder Petersilienwurzeln beispielsweise bleiben dort bis zu zwei Wochen lang knackig. Ganz ohne Strom! Ich kaufe nur samstags auf dem Markt ein, dennoch wird auch das andere Gemüse nicht schlecht – ich esse es in der Reihenfolge des erwarteten Verderbens. Den Salat, in ein feuchtes Tuch eingeschlagen, in den ersten zwei Tagen, dann die Pilze, die Auberginen, zu vorletzt die Zucchini und ganz zum Schluss den Kürbis, der gerade Saison hat.

„Und was ist mit Vorrat?“, fragt meine Freundin. Sie kauft gerne so ein, dass stets Ersatz im Haus ist. Während in ihrem Kühlschrank hinter der angefangenen Packung Margarine eine zweite steht, stünde sie bei mir im Supermarkt und wartete dort auf mich. Natürlich habe ich keine Margarine, denn bei aller Sportlichkeit, die ich beim Thema aufbringe, binnen drei Tagen ein Pfund Streichfett essen zu müssen, wäre eine Liga, in die ich nicht aufsteigen wollen würde. Täglich führt mein Arbeitsweg am Biomarkt vorbei. Dadurch dass dort für unzählige Kunden gekühlt wird und ich nicht zuhause nur für mich allein Strom zur Kühlung aufwenden muss, ist meinen Energiebedarf massiv reduziert. Nicht einmal fünfundzwanzig Kilowattstunden pro Monat sind es in diesem Jahr im Schnitt. Mehr als das Fünffache braucht dahingegen ein bundesdeutscher Singlehaushalt. Geld, dass ich gerne sinnvoller nutze.

Zuletzt erkenne ich im Blitzen in ihren Augen, dass sie nun das finale Argument gefunden hat. „Und mein Mittagessen fürs Büro?“ Seit wir zusammen sind, wird einmal wöchentlich in Kompaniemenge gekocht, portioniert, eingefroren und dann täglich für ihre Mittagsverpflegung im Büro einzeln wieder aufgetaut. Für mich selbst koche ich stets nur ein bis zwei Portionen abendlich mehr, die ich für mein Mittagsmahl des kommenden Tages in Bügelverschlussgläser einwecke. Nun ja, sie hat mich. Ich muss ihr versprechen, regelmäßig für sie mitzukochen. Wie ich schon schrieb: Ohne Schweiß ist es kein Sport!

Dienstag, 18. September 2018

Kohleenergie, der Hambacher Wald und die Zukunft



Der Umgang mit dem Hambacher Forst offenbart die Janusgesichtigkeit unserer Regierung, die sich einerseits bei der Weltklimakonferenz regelmäßig als moralische Instanz installiert, andererseits trotz Ausstiegsbestrebung aus dem Braunkohlebbau die Förderung des größten Emittenten von Klimagasen unter den Energieträgern last minute noch forciert. Es scheint die Devis zu gelten: „Ja, wir steigen aus der Kohleenergie aus … aber vorher wirtschaften wir alle Vorkommen, die wir finden, noch ab!“ Die Umweltpolitik ordnet sich der Kohlewirtschaft unter, und das ist ein Denkfehler: Die Umwelt funktioniert auch ohne die Wirtschaft, die Wirtschaft jedoch nicht ohne.

Was also tun?
Der erste Schritt kann sein, die eigene demokratische Macht zu nutzen und eine der Petitionen oder alle zu unterzeichnen, die sich mit jener Ambivalenz unserer Landes- und Bundespolitik und Konkret mit RWE befassen. 

Hier ist eine Auswahl der größten:

Weiter können wir mit der Wahl eines Bankinstituts für unsere Girokonten, das nicht in fossile Energien investiert wie die GLS-, Ethik- oder Ökobank, auf die Kohleindustrie wirken und, wenn wir ohnehin Erspartes anlegen, regenerative Energien fördern.

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Deutschland ist mit 322,5 Millionen Öleinheiten der siebtgrößte Verbraucher von Primärenergie weltweit – relativ wenig im Vergleich zu Großverbrauchern wie China und die USA, doch der Vergleich mit der Liste der Länder mit dem größten Bruttoinlandsprodukt zeigt: Der Energieverbrauch ist stark gekoppelt mit der Wirtschaftskraft eines Landes. Eine hohe Wirtschaftskraft verursacht zwar hohe Energieverbräuche, doch erst sie ermöglicht es, in alternative Energiegewinnung zu investieren – zumindest dann, wenn es politisch möglich gemacht wird. Und hier scheint der Hund begraben zu liegen. Deutschland kann seine Klimaziele für das Jahr 2020 nicht erreichen, hat eine Deckelung für die Energiegewinnung durch Solarstromanlagen (2,5 MW) ebenso eingeführt wie für Onshore-Windkraftanlagen (2,8 MW). Das verunsichert inländische und gerade ausländische Investoren, und Länder wie China und Indien überholen den ehemaligen Vorreiter in Sachen Klimaschutz. Während Deutschland Umweltschützer von den Bäumen holt und sich wundert, dass Investitionen in Forschung, Produktion und Ausbau von Sonnen-, Wind- und Wasserkraft um ein Drittel zurückgegangen sind, stecken Investoren mittlerweile über 60 Prozent der 300 Milliarden, die jährlich in die alternative Energiegewinnung fließen, nach Asien, Südamerika oder Indien. Allein im letzten Jahr installierte China Solarenergieanlagen mit der Kapazität der Hälfte der weltweit installierten Anlagen.
Das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir unseren Anteil erneuerbarer Energien beinahe kontinuierlich von der Jahrtausendwende auf heute von einem Zwanzigstel auf ein Achtel gesteigert haben und unser Strommix inzwischen zu fast einem Drittel aus alternativen Energien besteht, aber auch aufzeigen, dass deutlich mehr möglich wäre.

Was also tun?
Der zweite Schritt kann sein, bei den Bundes- und Landtagswahlen die richtigen Kreuze zu machen. Der Wahl-o-mat kann helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen - gerade für die bevorstehenden Landtagswahlen in Hessen und Bayern.

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In den letzten 25 Jahren hat sich die Bruttostromerzeugung durch Braunkohle faktisch nicht verändert. Sie lag im Jahr 1993 bei 148 TWh und deckt sich mit dem letztjährigen Wert. Die starke Erhöhung der Energie aus erneuerbaren Quellen im letzten viertel Jahrhundert diente primär dem Ersatz von Kernenergie und der Deckung unseres Mehrverbrauchs, der seitdem um satte 24 % angestiegen ist (127 TWh). Den Großteil der Energie verbraucht die Industrie, gut ein Viertel fällt auf die Privathaushalte. 
Ein Ein-Personen-Haushalt verbraucht ca. 1.500 KWh im Jahr allein für Elektronik – 400 KWh kommen für Raumwärme, Warmwasser und Beleuchtung hinzu.  Insgesamt reduzierte sich der Gesamtenergieverbrauch der Haushalte seit dem Jahr 2010 zwar um über acht Prozent. Wie kann das jedoch sein, wo doch beispielsweise Flachbildschirm-Fernseher ihren Verbrauch seitdem gedrittelt haben, die LED-Beleuchtung, die nur noch zehn Prozent an Energie gegenüber Glühlampen benötigt, den Markt erobert hat und Kühlschränke mittlerweile mit dem Label A+++ auf dem Markt sind? Das hängt mit dem Rebound-Effekt zusammen. Während die Stromverbraucher theoretisch immer sparsamer werden, kompensieren sie einen Teil der Energiesparsamkeit über einen Zuwachs an Größe und Ausstattung und verführen über ihren Preis zudem zum Zweitgerät. So hatte der Durchschnittsfernseher vor 30 Jahren im Schnitt noch eine Bildschirmdiagonale von 72 cm, heute messen zwei Drittel der verkauften Geräte schon über 80 cm. Zudem vernetzen sie sich immer stärker über WLAN und Bluetooth mit Internet und zusätzlichen Geräten, was die potentielle Verbrauchsreduktion weiter mindert. Standen damals im Schnitt 1,4 Geräte in den deutschen Haushalten, sind es heute 1,7. Gleiches gilt für die Beispiele Beleuchtung, deren Industrie merkliche Absatzsteigerungen generiert, und Kühlschränke, die inzwischen zulasten des Stromverbrauchs ebenfalls internetfähig sind und sogar Einkaufslisten selbstständig generieren können.

Was also tun?
Der dritte Schritt kann sein, unser Konsumverhalten zu ändern. Die Industrieverbräuche bekommen wir einerseits über unser Einkaufsverhalten reduziert, zum Beispiel über die Auswahl von Herstellern, die Nachhaltigkeit in ihrer Firmenphilosophie führen, und natürlich darüber, was wir uns bei Neuerwerben zulegen – ein toller Ratgeber findet sich unter Deutschland macht‘s effizient
Andererseits können wir darüber nachdenken, ob wir wirklich alle Stromverbraucher im Haushalt benötigen: Brauche ich einen Gefrierschrank, wenn ein Supermarkt in der Nähe ist? Und gerade bei Vollwertköstlern und VeganerInnen darf sich die Frage auch stellen, ob man einen Kühlschrank braucht.
Zuletzt die üblichen Maßnahmen: Stand-by-Verbraucher wie Fernseher und WLAN-Router konsequent über Steckerleisten abschalten, defekte Leuchtmittel durch LED ersetzen, Restwärme beim Kochen und Backen nutzen, Wasser mit einem Wasserkocher und nicht auf dem Herd erhitzen ... Damit habe ich es geschafft, meinen Jahresstromverbrauch um dreiviertel (!) zu senken. Probiert’s doch auch! Und so könnt ihr euch auch locker den letzten Schritt leisten und weitere Impulse für das Wachstum regenerativer Energiegewinnung setzen: Den konsequenten Umstieg auf Ökostrom.

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Theoretisch, bei Senkung des Verbrauchs in den Privathaushalten und in Anbetracht unserer Stromexporte von gut 60 TWh, würde eine Steigerung der Energie aus regenerativen Quellen um etwas mehr als 90 TWh notwendig sein, um komplett aus der Kohle auszusteigen und so dem Klimawandel entgegenzuwirken. Ausschließlich mit der Windkraftenergie berechnet, würde das bedeuten, unsere derzeitige Zahl von gut 30.000 Windkrafträdern in Deutschland nahezu verdoppeln zu müssen, rechnen wir den Atomausstieg bis zum Jahr 2022 noch hinzu sogar fast zu verdreifachen. Das verdeutlicht, wie wichtig es ist, Deutschland als führende Wirtschaftskraft in Sachen erneuerbare Energien wieder nach vorne bringen. Denn ohne Steigerung unserer Attraktivität für Investoren und ihre Milliarden-Investitionen in Forschung und alternative Energiewirtschaft, wird der Ausstieg selbst bis zum Jahr 2045  nicht möglich sind – immerhin haben wir es in den letzten zehn Jahren gerade einmal geschafft, im Schnitt gut 900 Anlagen jährlich zu installieren. Gerade die Speicherfrage ist als Forschungs- und Investitionsprojekt von immenser Bedeutung, um erzeugte Energien auch dann nutzen zu können, wenn Überlasten bestehen, was gerade bei der Sonnenenergie die Anzahl der nötigen Anlagen merklich reduzieren würde.

Niemand kann in die Zukunft schauen! Vielleicht werden uns die Ergebnisse des ITER in den 2030er Jahren regenerative, saubere und gefahrlose Energie aus der Kernfusion bescheren und die Klimaschädlichkeit der Energiegewinnung ein für alle Mal beseitigen. Vielleicht wird Climeworks alles CO2 aus der Luft filtern und die Klimakatastrophe so verhindern. Fest steht nur eins: Sich auf Vielleichts zu verlassen, hat bislang selten zu Gutem geführt. 

Das alles also tun?
Jup! Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass wir „umsonst“ für eine bessere Zukunft gelebt haben. Es gibt Schlimmeres!

Dienstag, 19. Juni 2018

Was tun bei Platzmangel im Kühlschrank?


Wenn ich in meinen Kühlschrank schaue, sehe ich darin … nichts. Ich nutze keinen. Insofern ist es nicht verwunderlich. Ich kenne jedoch einen, in dem man nach dem Öffnen ebenfalls nichts sieht. Die Lampe funktioniert. Das erkennt man an dem hilflosen Glimmen, das hinter diversen dicht gereihten Sahnepäckchen gerne zur vollen Entfaltung käme. Schaut man sich die Mindesthaltbarkeitsdaten (MHD) des Kühlguts an, stellt man fest, dass da jemand offensichtlich auch vor drei Jahren schon ein großer Liebhaber von Schmelzkäse mit  Schinkengeschmack war. 

Kürzlich hörte ich: „Bis zum MHD kann man alles essen, danach: Tot!“ Das ist leider oft die Devise. Einmal im Jahr wird aufgeräumt, die Hälfte dessen, was im Kühlen auf seinen verdienten Verzehr gewartet hatte, dem Restmüll übereignet und so Platz geschaffen für Neueinkäufe, die den sodann zwangläufig in die weniger beleuchteten Ecken gedrängten Lebensmitteln eine ähnliche Zukunft bescheren. Dabei ist das MHD doch nur ein Garantie- und kein Verfallsdatum. Wir können doch sensorisch testen. Hat es einen Pelz und schnurrt nicht beim Streicheln, wegwerfen!  Riecht es komisch und geht auf sanftes Drängen nicht duschen, wegwerfen! Und zuletzt bleibt noch die Zunge zum Test. Bitzelt sie oder signalisiert auf andere Art, dass das Bäh! ist, dann wegwerfen. In den meisten Fällen wird man überrascht sein, was noch alles verzehrbar ist, obwohl das MHD länger zurückliegt als der eigene Geburtstag. 

Wenn der WWF in seiner mittlerweile drei Jahre alten Studie „Das große Wegschmeißen“ davon ausgeht, dass zehn der insgesamt achtzehn Millionen Tonnen Lebensmittelverluste vermeidbar sind, meint er – neben organisatorischen Veränderungen, die verhindern, dass sich das Licht im Kühlschrank überhaupt so stark verdunkeln kann – genau so etwas. 
39 % der Lebensmittel, die unnötig weggeworfen werden, gehen zulasten der Endverbraucher. In Anbetracht einer knappen Milliarde Hungernder weltweit, kann ich es nur traurig nennen, dass hierzulade die Hälfte der produzierten Lebensmittel auf dem Müll landet. Insbesondere wenn man bedenkt, dass ein Viertel der weltweit weggeworfenen Lebensmittel in der Lage wäre, den Welthunger sofort zu beenden. Meiner Mutter sagte ich als Kind nach der xten Ermahnung, dass ich nicht aufäße, während die Kinder in Afrika hungerten, dass sie meine Reste gerne nach dort senden könne. Half nichts: ich musste trotz fehlender Paketmarken aufessen. Dennoch ist natürlich etwas Wahres dran. Was helfen unsere Reste? Die Frage ist, wie können wir Reste vermeiden? Durch ein Einkaufverhalten, das keine Reste produziert! Was nicht gekauft wird, muss nicht hergestellt werden. Und in Anbetracht der Tatsache, dass Europa bereits zu 40 Prozent Lebensmittel bezieht, die nicht auf europäischem Boden wachsen, lässt sich folgendes schließen: Vielleicht stehen die Böden dann wieder den Hungernden zur Verfügung. 
Weitere 19 % entstehen beim Großverbraucher, was ich als Apell verstehe, im Restaurant keine Reste zu lassen oder sie zumindest mitzunehmen. Gut, wer mich kennt – ich bin als Buffetfräse gefürchtet –, weiß, dass ich dem Motto: „Keine Gefangenen!“ folgte, wenn es um Essen geht. 
Der Rest steht in der Verantwortung von Produktion und Handel (Ernte-, Nachernte- und Prozessverluste sowie Verteilungsverluste im Groß- und Einzelhandel). Dass da weniger verkommt, dafür sorgen „Die Tafeln“ oder Organisationen wie „Foodsharing“. Letztgenannte finden sich in der Wetterau noch nicht. Aber, wer weiß, vielleicht finden sich ja ambitionierte Foodsaver nach dem Lesen der Kolumne.
Auf dem Bild sind übrigens die Ehrenamtlichen von Foodsharing Hessische Bergstraße zu sehen, die ich Mittwoch besucht habe.

Dienstag, 27. März 2018

Intelligenter Frühstücksspeck oder Wenn im Kühlschrank Leben entsteht



Wenn ich vor Jahren in meinen Kühlschrank geschaut hatte, stellte sich weniger die Frage, auf was ich Lust hatte, sondern mehr die, was gerade weg musste. Dazu musste ich alles, was vorne stand, zur Seite schieben - denn natürlich räumte ich meine Neueinkäufe trotz besseren Wissens stets im vorderen Drittel ein. Nie fand ich den Frühstücksspeck, der angeblich da sein sollte. Nicht selten bedeutete es, mit einer Hand tief in die dunklen Bereiche einzutauchen, während die zweite versuchte, alles andere vom Herausfallen zu schützen. Dann musste ich es nur noch schaffen, meine Schulter so in Rotation zu versetzen, dass das aufgedruckte Datum ausreichend beleuchtet wurde. „März! Noch haltbar!“, hörte ich mich häufig sagen und dann ergänzen: „Schade! Falsches Jahr!“. Stets hielten mich animalische Laute von ganz hinten davon ab, auch die anderen Haltbarkeiten zu prüfen. Der Kühlschrank war immer voll: Drei Sorten Käse, zwei Sorten Schinken, fünf Marmeladen waren der Standard. Dazu Quark, Milch, Säfte und Frühstückseier. 

Stets nach der Arbeit war ich einkaufen, bevor ich einen Blick auf die Vorräte werfen konnte, und immer war ich dabei hungrig. So machte der Lebensmitteleinkauf besonders Spaß. „Auf was habe ich denn Lust?“, fragte ich mich vor der riesigen Auswahl stehend. Die Antwort war immer die gleiche: „Auf alles!“. Rein in den Einkaufswagen, ins Auto, in den Kühlschrank. Mit dem neuen Quark, den angebrochenen nach hinten geschoben, die neue Wurst auf die alte gestapelt und die zwei Packungen frische Gnocchi zur Seite, denn da stand ja noch der Topf gekochter Pasta von vorgestern im Weg. Nie begegnete mir der Frühstücksspeck, wenn ich ihn suchte. 

„Heute aber erst einmal einen großen Salat mit Hühnchenstreifen!“ Der frische Salat forderte mich immer regelrecht zum Kauf heraus, und Hühnchenbrust hatte ich noch zuhause. Zuhause angekommen stellte sich dann meist selbiger als ein Rest Thunfischfilet vom Vortag heraus, das ich eigentlich zusammen mit den Nudeln vom Tag davor essen wollte, dann aber doch das Filet lieber mit ein paar Zuckerschoten und Cocktailtomaten in der Pfanne gebraten hatte, weil es zu schade war, es einfach in eine Pastasoße zu schnippeln. Also kam der Rest in den Kühlschrank. Hält ja drei Tage. Und immer vorsichtig beim Reinräumen, denn in den dunklen Ecken raschelte stets etwas Unheimliches und knurrte. Am dritten Tag dann, der grundsätzlich am falschen Tag zu zählen begann, warf ich die Nudeln weg, dann den riechenden Thunfisch, dann den trockenen Käse und die sich seitlich hochwellende Wurst, und ich entfernte Schimmel von der Marmelade. Einmal im Monat musste ich den Kühlschrank komplett leer räumen, weil irgendetwas stank, Quark ausgelaufen war und ein Schmierfilm darauf hindeutete, dass sich etwas im Kühlschrank von selbst bewegte. Heute vermute ich, es war der Frühstücksspeck. 

Beweise fehlen natürlich, denn heute ist der Kühlschrank aus. Es befindet sich ein Aufstrich darin, eine Schokocreme und eine Marmelade. Alle drei esse ich täglich zum Frühstück, dazu rohes Gemüse, Sprossen und frisch gebackenes Brot. Ich koche täglich Kleinigkeiten, pimpe die Reste folgetags auf, so dass etwas gänzlich anderes dabei entsteht, und mache dadurch vor allem keine Reste, die in den Müll wandern. Es klingt komisch, aber zurückblickend war es nicht nur für die Umwelt ein guter Schritt, ohne Kühlschrank zu leben. Es hat mich entstresst – und mir die Angst gekommen, von mutiertem Frühstücksspeck irgendwann angefallen zu werden.

Bildquelle: https://pixabay.com/de/

Dieser Beitrag steht als Podcast zur Verfügung:

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Sechzigster Schritt: Einfach mal abschalten

Seit sechs Wochen der sauberste Tiefkühler meines Lebens
In einem Minimalismusforum las ich den Satz: „Seit wann ist Geiz ein Synonym für Minimalismus?“ Es war die Antwort auf die Feststellung, dass der Verzicht auf die Nutzung eines Kühlschranks Strom spart. Ich denke, Geiz und Minimalismus schließen sich aus. Zumindest dann, wenn Minimalismus als Lebenseinstellung definiert wird, und diese Lebenseinstellung zum Inhalt hat, Besitz und Konsum so klein wie nötig zu halten, um sich und die Umwelt zu entlasten.
Geiz als Anlass für eine Konsumreduktion würde den dem Äußeren nach entstehenden Minimalismus den Bedürfnissen und Zwängen einer Charaktereigenschaft unterwerfen. Eine Lebenseinstellung setzt jedoch voraus, sich frei entscheiden zu können. Zu sparen, in diesem Fall das Geld für Strom, ist eine Begleiterscheinung, aber, ganz im Gegensatz zur geiz-induzierten Konsumeinschränkung, nicht Motivation des Minimalismus. Diese Begleiterscheinung ist allerdings durchaus nicht nebensächlich, da nach ausreichender Reduktion der Hauptkostenverursacher in der Lebensführung durchaus mehr Optionen der Freizeitgestaltung entstehen, was den persönlichen Nutzen der konsum- und besitzreduzierten einfachen Lebensführung steigert. Strom zu sparen, stellt eine Einschränkung im Konsum dar, entlastet die Umwelt und ist daher unstrittig, gemäß der Eingangsdefinition, minimalistisch.
Die Antwort auf die Eingangsfrage ist also schlichtweg: Geiz kann kein Synonym für Minimalismus sein. Geld zu sparen - als Nebeneffekt der einfachen Lebensführung -, ist ein erwünschter Nebeneffekt. Strom zu sparen, ist mit der richtigen Motivation eine Option des Minimalismus.

Seit sechs Wochen zieren mein CD-Spieler und vier Würfel
die Stelle, auf der der Flatscreen Platz gefunden hätte. Sie
sind gefallen ... die Würfel!
Und nach diesem kleinen pseudo-wissenschaftlichen Exkurs sind wir auch schon beim Thema: Ich habe schon wieder Strom und Geld gespart! Spaß beiseite. Vor einem halben Jahr war ich abends müde von der Arbeit nachhause gekommen. Was ich tat, war das, was vermutlich in hunderttausenden von Haushalten abendlich passiert. Reflexartig setzte ich mich nach dem Abendessen vor den Fernseher, um mich davor bis ein Uhr wach zu halten. Völlig übermüdet machte ich mir am nächsten Morgen Gedanken, was schief gelaufen war. Der Körper sagte mir: „Ich bin müde!“ Was ich daraus schloss, war: „Bitte unterhalte mich mit etwas, das mich nicht anstrengt!“, wobei die eigentliche Message doch war: „Bitte lege mich schlafen!“
Warum habe ich meinen Körper missverstanden? Ich befürchte, die Antwort heißt Gewohnheit und fehlendes Hinterfragen. Der Alltag lässt viele Gewohnheiten entstehen. Gewohnheiten geben dem Tag Struktur und vereinfachen ihn. Ich komme von der Arbeit nachhause, esse zu Abend und setzte mich vor den Fernseher. Manche Gewohnheit ist jedoch zu hinterfragen. Ist es sinnvoll nach der Arbeit zu Abend zu essen? Gewiss. Ist es sinnvoll, sich nach dem Essen vor den Fernseher zu setzen? Möglich. Vielleicht habe ich einen Film oder eine Serie vor zu schauen, die mich unterhält. Vielleicht habe ich eine Dokumentation vor zu schauen, die mich bereichert. Ist es sinnvoll, sich auch ohne ein Ziel vor den Fernseher zu setzen? Möglicherweise nicht. Oder sich vor den Fernseher zu setzen, obwohl ich müde bin? Ganz sicher nicht. Nach diesem Tag habe ich entschlossen, TV-Asket zu werden, und nur noch fern zu schauen, wenn ich tatsächlich Lust darauf habe. Bis Anfang November kam diese Lust nur ein einziges Mal: Ich brauchte eine Beschäftigung, während ich die Wäsche von drei Wochen bügeln musste. Ohne Liam Neesons Unterstützung wäre ich wahnsinnig geworden.
Mitte November habe ich meinen Fernseher verschenkt und es damit Dennis gleich getan. Im Ergebnis bin ich wesentlich kreativer und produktiver als je zuvor, ich nutze die Zeit mit anderen Menschen viel intensiver, ich habe mehr Achtsamkeit meinem Körper gegenüber entwickelt und - das ist das Wichtigste, aber auch das Allerwichtigste - die Geldersparnis für den durch Blueray-Player, Fernseher und Kabelreceiver nicht mehr verbrauchten Strom investiere ich in eine Wäscherei mit Bügelservice.

Dienstag, 29. November 2016

Neunundfünfzigster Schritt: Den Winter zur Kühlung nutzen

Und ab aus dem Fenster damit!
Warum einen Kühlschrank im Winter nutzen?, dachte ich mir vor zwei Wochen. Da ich keine plausible Antwort fand, wagte ich das Experiment. Ich schaltete das Gerät aus.
Die Umstellungen waren überschaubar: Morgens aß ich bis dahin stets von drei offenen Brotaufstrichen, die insgesamt gut zehn Tage im Kühlschrank verweilten, ohne Schimmel anzusetzen oder zu verderben, bis sie leer waren. Zehn Tage lang angebrochene Lebensmittel ungekühlt aufbewahren, das war mir zu unsicher. Freiwillig reduzierte ich daher auf einen Brotaufstrich zur morgendlichen Auswahl, wobei die Auswahl ab diesem Zeitpunkt natürlich nicht mehr zwischen verschiedenen Sorten zu treffen war, sondern sich auf „Ein Brotaufstrich oder kein Brotaufstrich“ reduzierte.
Die ersten Tage hatte ich den Brotaufstrich tatsächlich bei Zimmertemperatur aufbewahrt, dann entsann ich mich der Eingangsfrage und hängte ihn mitsamt des angeschnittenen Gemüses und anderen, wie ich denke, kühlenswerten Lebensmitteln in einer Stofftasche aus dem Fenster in die winterliche, kühlschranktemperaturartige Luft.
Alles Gemüse lagere ich derzeit in einer Schale in der Küche und kann bislang nicht wirklich wahrnehmen, dass die Haltbarkeit geringer würde. Ich kaufe einmal bis zweimal die Woche Gemüse, wie zuvor auch.
Da ich ohnehin nur Leitungswasser trinke, ist ein Kühlen von Getränken nicht nötig. Mit einer Ausnahme: Warmes Bier schmeckt nicht einmal, wenn man erkältet ist. Aber auch dazu gibt es das Fenster, das winters einen vortrefflichen Kühlschrank abgibt.
Auch den Tiefkühler habe ich abgeklemmt. Die zwei Speiseeise, die darin gelagert waren, wurden ihrem Bestimmungszweck zugeführt. Künftig gehe ich um die Ecke in eine Eisdiele. Immerhin sind im Kilometerumkreis fußläufig vier Eisdielen zu erreichen, die jede für sich, deutlich mehr Sorten im Programm haben, als der Gefrierschrank fassen könnte. Allerdings muss ich an dieser Stelle einräumen, dass es auch nur ein Zwei-Fach-Gefrierschrank ist.
Ich koche immer für drei Tage Nudeln, Reis, Kartoffeln oder ähnliches, das ich dann zu den Malzeiten um frisches Gemüse ergänze. Hier befürchte ich, mich im Sommer umstellen zu müssen. Derzeit lagere ich die gefüllten Töpfe auf der Terrasse. Im Sommer wird es vermutlich nirgendwo in der Wohnung kalt genug sein, um meine Sättigungsbeilagen auch am dritten Tag noch vor dem Verderben zu retten, aber das ist eine andere Geschichte. Jetzt bin ich erst einmal gespannt, wie es bis Ende des Jahres weiterläuft.


PS Ein geschlossener, ausgeschalteter Kühlschrank, in dem man feldfrisches Gemüse lagert, bekommt einen hübschen Pelz im Inneren, wenn man nicht aufpasst. Seitdem ist das Gemüse in der Küche unter meiner visuellen Kontrolle. Die sind wohl nicht ganz sauber!