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Sonntag, 24. Februar 2019

13 wertvolle Tipps, um deinen Energieverbrauch zu senken


1. LED-Lampen nutzen

Eine Deckenlampe ist gerade kaputtgegangen? Dann tausche sie doch gegen eine LED-Lampe. Diese Lampen sind langlebig und verbrauchen nur 10-15% der Energie einer Glühlampe. Eine Glühlampe würdest du zwar ohnehin nicht mehr kaufen können, da sie in der Regel die aktuellen EU-Anforderungen an die Energieeffizienz nicht erfüllen können, aber einerseits befinden sich in den meisten Haushalten noch welche in Benutzung und andererseits verbrauchen LED-Lampen auch weniger als Energiesparlampen, die stattdessen zu haben sind, und sind zudem mit weniger Schadstoffen versehen (Sondermüll). Ist es eine Milchmädchen-/Milchbübchen-Rechnung, intakte Glühlampen gegen LED zu tauschen? Rein wirtschaftlich gesehen nicht. Rechnerisch amortisiert sich der Ersatz binnen sechs Wochen – ausgehend vom Ersatz einer 60 Watt-Glühlampe durch eine 9-Watt-LED-Lampe bei 3 Stunden täglicher Nutzungsdauer und einem Ökostrompreis von 29 Cent pro Kilowattstunde. Da ich davon ausgehe, dass die Energieaufwendung für die Produktion mit dem Kaufpreis von angenommenen 1,60 Euro für die LED-Lampe mehr als abgegolten sind, könnte sich der Ersatz ökologisch bereits früher zu rechnen beginnen.

2. Beleuchtung überdenken

Als ich in meine Wohnung einzog, fand ich im Wohnzimmer eine glühlampenbeleuchtete Zehn-Arm-Deckenlampe mit drei intakten und sieben defekten Glühlampen. Dreimal 60 Watt-Leuchtleistung der Glühbirnen empfand ich als grundsätzlich ausreichend, jedoch zu wenig, um im Wohnzimmer beispielsweise Brettspiele zu spielen. Ich habe vier der defekten Lampen durch LED-Lampen ersetzt, die mein Wohnzimmer nun grundbeleuchten. Habe ich Gäste, die ich deutlicher sehen möchte, drehe ich die drei intakten Glühlampen eine halbe Gewindedrehung und lasse sie zusätzlich leuchten (die Lampen, nicht die Gäste). Auch sie zu ersetzen (dto.), fand ich nicht sinnvoll, so selten wie ich sie nutze. Die restlichen drei Lampenfassungen habe ich leer gelassen – sie würden den Raum stärker beleuchten als nötig. Hast du auch solche Lampen? Dann mach doch mal den Test. Vielleicht kannst du auch welche einsparen.

3. Wasser im Wasserkocher erhitzen

Du willst Teewasser aufsetzen oder Nudeln kochen? Dann bring das Wasser am besten mit dem Wasserkocher auf den Siedepunkt. Die Wärmeverluste sind im Vergleich zur Nutzung auf herkömmlichen Kochplatten geringer und du sparst Energie. Moderne Cerankochfelder sind oftmals und Induktionskochplatten grundsätzlich mindestens gleichauf mit dem Wasserkocher. Es ist also nicht grundsätzlich die bessere Methode.

4. Den Backofen nicht grundsätzlich vorheizen

Der Grund, den Backofen vorzuheizen, ist primär der folgende: Das Herstellen vergleichbarer Backzeiten. Wenn du einen Kuchen, der eine halbe Stunde bei 200 Grad Celsius gebacken werden soll, ohne vorzuheizen in den Ofen stellst, ist es stark davon abhängig, wie schnell dein Ofen auf die nötige Temperatur hochheizt, wie lange er gebacken werden muss. Stellst du den Kuchen erst bei Erreichen der Backtemperatur rein, ist die Backzeit bei allen Öfen, unabhängig von der Dauer des Vorheizens, gleich. Ein weiterer Grund des Vorheizens ist, dass die hohe Anfangstemperatur dazu führt, dass der Kuchen schneller eine Kruste bildet, der ein Austrocknen verhindert. Was kannst du tun? Zum einen nach der Optik gehen. Besonders Lebensmittel, die auch roh verzehrbar sind und nur gratiniert werden, und flache Gerichte wie Pizze, zeigen bereits äußerlich, ob sie verzehrbereit sind. Ist der Teig goldbraun? Wirft der Käse Blasen? Buon appetito!
Kuchen oder andere volumige Gargüter können äußerlich verzehrfertig erscheinen, von innen aber noch lange nicht gar sein. Hier kann bei Kuchen der Holzstäbchentest (ist nach dem Herausziehen noch Teig daran, braucht der Kuchen noch), bei Brot der Klopftest (klingt es hohl, ist es durchgebacken) und bei Fleisch ein Thermometer (entsprechende Kerntemperatur muss erreicht sein) helfen. Gegen das Austrocknen hilft, eine Schale mit Wasser auf den Ofenboden zu stellen  – die höhere Luftfeuchtigkeit im Ofen vermindert dann das Verdunsten von Flüssigkeit aus dem Gargut. Du siehst: Vorheizen ist sinnvoll, aber nicht nötig.

5. Herdplatte und Ofen schon vor Ende der Garzeit ausschalten

Wenn es kein Gaskocher mit Kupfertopf oder eine Induktionskochplatte ist, dann speichern Topf und Kochplatte ebenso wie der Ofen genug Energie, um schon einige Minuten vor Ende der Garzeit ausgeschaltet werden zu können. Nudeln koche ich beispielsweise nahezu ohne Energie aus der Herdplatte. Ich koche das Wasser mit dem Wasserkocher auf, gebe es zusammen mit den Nudeln und Salz in den Topf, lasse es nochmals aufkochen und schalte dann die Herdplatte aus. Mit geschlossenem Deckel werden die Nudeln kaum weniger schnell gar, als wenn ich die Platte bei niedriger Temperatur weiter beheizen würde.

6. Alle Verbraucher an schaltbare Steckerleisten

Nicht alle elektrischen Verbraucher ziehen Bereitschaftsstrom, wenn sie nicht angeschaltet sind. Am besten testest du mit einem Energiemessgerät für die Steckdose, bei welchen Geräten es sich lohnt. Oft erwartet man es gar nicht. Offensichtlich ist es bei Geräten, die auch außerhalb des Betriebs eine LED-Anzeige haben. Moderne Herde und Waschmaschinen haben oft ein verstecktes Standby und ziehen auch ohne Nutzung Strom. Das können 500 und mehr Kilowattstunden pro Jahr sein – solche Steckerleisten zu kaufen, hat sich dann schon nach ein oder zwei Monaten amortisiert.

7. Ausschalten, was nicht genutzt wird

Hast du einen WLAN-Router? Zu welchen Zeiten nutzt du ihn? In welchem Zustand ist er, wenn du ihn nicht nutzt? Gut 100 Kilowattstunden pro Jahr können allein durch den Standby-Betrieb des Routers zustande kommen. Moderne Router haben eine Zeitschaltung, um sie automatisch nachts oder sogar zu selbst definierten Zeiten auszuschalten. Meiner hat das leider nicht. Ich habe ihn ebenfalls an einer solchen Steckerleiste, mitsamt meinem Laptop und meiner PC-Peripheriegeräte, und schalte ihn aus, wenn ich nicht im Haus bin und zur Nachtzeit. Für wen sollte er auch nachts laufen? Damit das Sandmännchen nach Schichtende noch Youtube bei mir schauen kann?

8. Mobiltelefon in der Nacht drosseln

Das Smartphone selbst verbraucht nicht wirklich viel Energie. Der Ladestrom eines Smartphones, das täglich eine Stunde geladen werden muss, liegt bei ca. 7 kw/h pro Jahr. Hinzu kommt allerdings der Strom, der von den Rechenzentren aufgewandt werden muss, um alle die Apps am Laufen zu halten, die du und ich im Schnitt parallel laufen haben. Ich schalte deshalb nicht genutzte Apps mit Greenify tagsüber aus, und nachts kappe ich die Mobiledatenverbindung, wenn ich telefonisch erreichbar bleiben muss, oder gehe in den Flugmodus.

9. Unterhaltungselektronik überdenken

Wenn ich mich an meinen ehemaligen Bestand an Unterhaltungselektronik denke, frage ich mich manchmal, was mich geritten haben mag, so viel Geld für so viele Geräte auszugeben, die teils sogar die selbe Funktion erfüllen. Ich hatte ein Internetradio im Bad, ein Radio am Bett, eins in der Küche, die Stereoanlage im Wohnzimmer, dazu den Fernseher mit Dolby-Surround-Anlage und Blue-Ray-Player und ein kleineres Pendant noch im Schlafzimmer. Alle zwei Jahre hatte ich mir einen neuen PC gekauft, und ein Laptop hatte ich zusätzlich - später durfte natürlich das Tablet nicht fehlen. Was hatte das alles an Strom gefressen, und was gab ich nicht alles aus, um all das regelmäßig auf den neusten Stand zu bringen.
Heute reduziert sich meine Unterhaltungselektronik auf mein Smartphone, eine Bluetooth-Box, die ich in Küche und Bad - und selbst zum Training im Freien - mitnehmen kann, und einen Bluetooth-Empfänger an meiner Surroundanlage. Darüber höre ich die Musik meiner digitalisierten CDs und streame ab und an Neues aus dem Internet.
Auch der Fernseher und der Desktop-PC sind weg. Wenn ich Lust habe, etwas zu schauen, reicht mir der Laptop. Den Ton lasse ich über Bluetooth laufen. Das macht selbst Kinofilme opulent, und die Bilder macht ohnehin das Gehirn groß. Godzilla ist schließlich selbst auf einem 65-Zoll-Fernseher kleiner als Frodo Beutlin in natura ;-)

10. Duschen mit der Navy-Methode

Die gute alte Navy-Methode spart Wasser, aber vor allem auch Energie. Wie funktioniert das? Wasser an, rasch benetzen, dann Wasser aus, einseifen und schließlich nur noch zügig die Seife ausspülen. Das ist der erste sportliche Akt des Tages. Bin ich heute schneller als gestern? Unterschreite ich die zwei Minuten heute?
Ein sparsamer Duschkopf verbraucht ca. sechs Liter Wasser pro Minute. Ein üblicher Duschgang von zehn Minuten verbraucht nicht nur 60 Liter Wasser, sondern auch gut 56 Cent an Energie (bei 29 Ct pro kw/h Ökostrom). Das sind bei täglicher Dusche über 200 Euro im Jahr und fast 22.000 Liter Trinkwasser.
Ich dusche nur noch drei Mal pro Woche. Das sind weniger als 2.000 Liter Wasser, aber vor allem auch nur noch ein Zwölftel der Energie.
Wenn du noch mehr Energie sparen und dich abhärten willst, kannst du zusätzlich kalt duschen. Ich gebe die 15 Euro pro Jahr allerdings recht gerne aus.

11. Brauchst du einen Gefrier- oder gar einen Kühlschrank?

Als ich im Jahr 2016 in meine Singlewohnung gezogen war, musste ich recht schnell feststellen, dass die drei Fächer meines Kühlschrankes vor allem Luft kühlten. Luft, die bei jedem Öffnen herausgezogen, durch die warme Luft aus der Küche ausgetauscht wurde und erneut gekühlt werden musste. Das machte meinen Kühlschrank zu einem echten Energiefresser. Zunächst hatte ich mir damit beholfen, dass ich Wasserflaschen in die leeren Fächer gelegt hatte. So wurde weniger Luft beim Öffnen getauscht, zudem mehr Kühle durch das Wasser konserviert und der Verbrauch reduzierte sich merklich. Es blieb jedoch der fahle Beigeschmack, dass ich einen Kühlschrank betrieb, der rund um die Uhr lief, um drei Gläschen Brotaufstrich, etwas Essen vom Vortag und Gemüse zu kühlen.
Nach kurzer Zeit hatte ich mich entschlossen, es ohne Kühlschrank zu probieren. Mein Gemüse begann ich außerhalb im Obstkorb zu lagern, für das Wurzelgemüse baute ich mir mit zwei Tongefäßen ein eigenes Aufbewahrungsbehältnis, den Aufstrich reduzierte ich von drei Gläsern auf eines, um ihn innerhalb von drei Tagen ungekühlt verzehren zu können und Essen vom Vortag begann ich durch Einwecken haltbar zu machen.
Bis heute kann ich an einer Hand abzählen, wie viel ich wegwerfen musste. Es klappt wunderbar ohne und reduziert den Haushalt um einen der größten Verbraucher.
Den Tiefkühler habe ich ebenfalls eingespart - schließlich ist der nächste Supermarkt mit Tiefkühltruhe nur 20 Meter entfernt.
Natürlich wird es um so schwerer, ohne Kühlschrank zu leben, je mehr kühlpflichtige Lebensmittel du in deiner Ernährung hast. Fleisch, Fisch, Geflügel, Milchprodukte können aber auch für den Ein-Tages-Bedarf gerecht eingekauft und sofort verzehrt werden. Veganer haben da deutlich weniger Aufwand ;-)

12. Desktop-PC, Laptop, Netbook oder Tablet

Unter Punkt neun kam es schon kurz zur Sprache: Was macht man mit all den Geräten, die im Grunde dieselbe Arbeit verrichten sollen und sich nur durch die Form für bestimmte Nutzungsarten und -orte unterscheiden? Ich hatte mich vor eineinhalb Jahren entschieden, den Desktop-PC probeweise auszuschalten und nur noch das Netbook zu nutzen, das ich mir zugelegt hatte, als mein Laptop den Geist aufgegeben hatte (nach acht Jahren war der Akku nicht mehr zu gebrauchen und kein neuer mehr zu bekommen). Rasch musste ich feststellen, dass es für meine Zwecke absolut ausreichend war: Schreiben und ein paar Excel-Tabellen führen geht auf jedem Device flüssig. Als Netbook hatte ich mir ein Kombingerät geholt, das Tablet und Netbook in einem war. Den Touchscreen-Bildschirm hatte ich in der Zeit höchstens einmal genutzt, und leider war die Magnetverbindung zwischen Tastatur und Bildschirm auch die Schwachstelle. Jüngst musste ich mir dann leider ein neues Gerät zulegen. Ich hatte mich entschieden, ein überholtes Gebrauchtgerät über refurbed.de zu kaufen. Ein etwas größeres Display erleichtert das Arbeiten, und als Business-Gerät ist es ein echtes Arbeitstier.
Und das Schönste: Neben dem Vorteil, überall arbeiten zu können, von "in der Bahn" bis zu "vor dem Guinness in der Kneipe", spart ein Laptop im Vergleich noch bis zu 70 % an Energie.

13. Ökostrom sich locker leisten

Und wenn du es nach den ersten zwölf Tipps geschafft hast, deinen Strom zu reduzieren, kannst du locker auf den etwas teureren Ökostrom umsteigen. Umgekehrt würde ich es nicht machen, denn entweder musst du dich dann finanziell einschränken oder du gerätst in die Mühlen des Rebound-Effektes und beginnst, mehr Strom zu verbrauchen, weil dein Verstand dir suggeriert, mit Ökostrom wäre mehr zu verbrauchen nicht so schlimm. Das ist es jedoch! Derzeit haben wir gut 30.000 Windkraftwerke. Um aus Kohle- und Atomstrom auszusteigen, müssten wir deren Anzahl verdreifachen. Mit Ökologie hätte das nichts mehr zu tun. Nach aktuellem Stand der Technik gibt es keine umweltverträgliche Zukunftsvision ohne Einschränkung im Energieverbrauch.

Ich bin inzwischen auf weniger als einem Viertel dessen, was in der Regel als durchschnittlicher Verbrauch eines Ein-Personen-Haushaltes angenommen wird (ca. 1.400 kw/h), und glaubt mir, mein Leben hat in den letzten fünf Jahren nicht merklich an Komfort verloren, und weniger lebenszufrieden bin ich auch nicht - eher das Gegenteil!
Anbieter findet ihr zum Beispiel auf der Seite https://www.oekostrom-anbieter.info/


Ich hoffe, du konntest dir ein paar Ideen herausziehen. Vieles funktioniert sich auch in Mehrpersonenhaushalten. Probier es einfach aus, wenn du magst. Wenn du Lust hast, schau auch in meine 13 Tipps, um Verpackungsmüll zu sparen! rein.

Samstag, 5. Januar 2019

13 wertvolle Tipps für dich, um Verpackungsmüll zu sparen!



1. Immer einen Stoffbeutel mitnehmen

Es ist zwar kein Verpackungsmüll, aber immerhin etwas, das Müll macht: Die Plastik- oder Papiertüte im Supermarkt oder beim Bäcker! Bei jedem Einkauf daran denken zu müssen, eine Tragetasche für den Einkauf mitzunehmen, geht oft schief, und man greift dann doch auf den Tütenerwerb zurück. Die Tüte liegt dann nach Nutzung im Küchenschrank, um sie wiederzuverwenden. Wer jedoch schon den Stoffbeutel regelmäßig vergisst, wird auch keine Plastiktüte zum nächsten Einkauf mitnehmen, und schon ist die nächste Tüte nach dem folgenden Einkauf im Schrank. Das Beste ist es, wenn du je eine Einkaufstasche an all den Stellen deponierst, die mit deinem Einkauf in Verbindung stehen: In der Umhänge- oder Handtasche, im Auto, im Fahrradkorb und in der Lieblingsjacke, und schon klappt es! Jetzt darfst du nur nicht vergessen, sie nach dem Einkauf wieder dorthin zurückzutun ;-)

2. Loses Obst und Gemüse einkaufen

Die beste Methode, das umzusetzen, ist, sich von seinem Einkaufszettel zu verabschieden. Wenn du ein Kochbuch in die Hand nimmst und einen Einkaufszettel nach dem Gericht deiner Wahl schreibst, wirst du vermutlich mit verpacktem Gemüse nachhause kommen, denn selten ist alles unverpackt, was du zu einem Rezept benötigst. Einfacher ist es, Obst und Gemüse einzukaufen, das es lose gibt, und erst in der Küche zu überlegen, was du daraus kochst. Das macht die Malzeiten sehr kreativ, und nach ein paar Wochen hast du den Dreh raus und kannst auch aus Pastinake, Weißkohl und Kürbis ein festliches Drei-Gang-Menü zaubern.

3. Leitungswasser trinken

Cola, Limonade, Mineralwasser, Bier … Von allem einen Kasten im Haus zu haben, ist für viele Standard. Zumeist sind es glücklicherweise immerhin Mehrwegflaschen, doch auch die Einwegflaschen, gerade für das schnelle Getränk unterwegs, aber auch für den Frühstückssaft, haben noch immer Konjunktur. Warum nicht auf Leitungswasser umsteigen? Das ist ohne große Schlepperei verfügbar, verbraucht keinen Platz in Vorratskammer oder Keller und ist ohnehin gesünder als die meisten oft stark zuckerhaltigen Getränke. Für den Geschmack kann die Aufbereitung als Früchtetee sorgen oder fürs Frühstück, es mit einem Stück Obst zu pürieren. Bier? Geh einfach in die Kneipe um die Ecke, wenn du Lust darauf hast. Mit Menschen zu trinken, macht auch mehr Spaß!

4. Getränke für unterwegs vorsorgen

Zum Coffee-to-go, dem Mineralwasser in der Einwegplastikflasche oder dem Pappbecher mit Limonade aus dem Schnellrestaurant ist schnell gegriffen, wenn der Durst da ist, aber der heimische Wasserhahn nicht in der Nähe. Vorsorgen ist einfach. Füll morgendlich den frisch gebrühten Kaffee in die Thermotasse, Leitungswasser in eine kleine Mehrwegflasche, dann einpacken und fertig. Wenn du das regelmäßig machst, möchtest du dich bald gar nicht mehr am Bahnhof für dein Getränk in die Schlange stellen. Und du sparst ordentlich Geld. Im Büro haben wir einen Vollautomaten, der für „läppische“ 50 Cent pro Tasse Kaffee bietet. Ich habe mir die Mühe gemacht, mal zu errechnen, was mich die Tasse meines im Gegensatz fair gehandelten Bio-Kaffees kostet: Ein Fünftel dessen. Noch Fragen?

5. Keine Convenience-Produkte kaufen

Gemüse schnippeln, rein in die Pfanne oder den Topf, würzen, fertig. Selbst zu kochen ist kein Hexenwerk, und dass das Gekochte schmeckt, ist lediglich ein Ergebnis von Trial & Error. „Jedes Mal Kochen ein Experiment, jede Mahlzeit eine Messung“, sagt Kochbuchautor Werner Gruber. Also nur Mut! Frisch gekochtes schmeckt besser, ist gesünder und kann genauso für die nächsten Malzeiten herhalten wie ein Fertiggericht, nur eben besser. Ich koche immer einige Portionen mehr, die ich dann einwecke. Wenn du einen Gefrierschrank nutzt, kannst du es auch einfrieren. Nur frisches Gemüse vom Markt … und am Ende steht ein gesundes, einfach nur aufzuwärmendes Gericht ohne Verpackungsmüll.

6. Brotaufstriche selbst machen

Ich habe zig Kochbücher zuhause, in jedem sind Brotaufstriche mit unzähligen, teils sehr exotischen Zutaten. Das ist schön, und sie sind alle ebenso köstlich wie alltagsuntauglich für mich. Warum? Zum einen, siehe Tipp 2, zum anderen, weil ich mir schlicht nicht die Zeit nehmen möchte, Aufstriche nach Rezept zu bereiten. Etwas viel Einfacheres hat sich bewährt: Ich entnehme etwas von meiner frisch bereiteten Gemüsepfanne, siehe Tipp 5, gebe es beispielsweise zusammen mit Cashewkernen, gekochten Kartoffeln oder Sonnenblumenkernen in den Mixbecher und püriere das Ganze mit dem Stabmixer oder bei größeren Mengen mit dem Blender. Ein bis zwei Gläschen reichen, um meine nächsten Frühstücke zu sichern, und mit den richtigen Gewürzen fällt nicht einmal auf, dass es eigentlich nur pürierte Gemüsepfanne ist. Auch süße Aufstriche lassen sich einfach meistern. Das spart dir fünf und mehr Kilo an Einwegglasmüll im Jahr. Oder eben das Äquivalent aus Plastik!

7. Unverpacktläden und Unverpackt-Optionen in den Supermärkten unterstützen

Manches gibt es im konventionellen Handel in der Regel nur verpackt. Mir fallen da meine Haushaltshelfer Citronensäure, Natron und Soda oder auch Nüsse ein. Die Haushaltshelfer gibt es in vielen Unverpacktläden, von denen es glücklicherweise immer mehr gibt. Noch sind sie auf die Großstädte beschränkt, doch je mehr das Umweltbewusstsein für den Verpackungsmüll in der gesellschaftlichen Mitte ankommt, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch in Mittel- und Kleinstädte zurückfinden. Immerhin ist das Konzept kein neues – in den sog. Kolonialwarenläden oder Tante-Emma-Läden waren lose Lebensmittel jahrzehntelang schließlich Standard. Auch in Supermärkten gibt es lose Einkaufsmöglichkeiten, insbesondere für Cerealien, Sämereien und Nüsse, und zwar nicht nur in Bioläden und Reformhäusern, auch Lidl führt verpackungsfrei verschiedene Nusskernsorten.
Um jedoch den ökologischen Vorteil nicht zunichte zu machen, tu dich mit Freunden zusammen. Fahr nicht einzeln in die Großstadt, um 100 Gramm Natron zu kaufen. Frag deine Freunde, was sie brauchen, und komm mit fünf Kilo zurück, die du dann aufteilst. Hilft ja nichts, wenn du die erdölbasierte Plastikverpackung im heimischen Supermarktregal lässt, dafür aber ein Vielfaches in Form von Kraftstoff für deine Einkaufsfahrt verbrauchst.

8. Großverpackungen erwerben

Was machen, wenn es partout keine unverpackte Option gibt, du aber nicht verzichten willst. Die Option kann hier die Großverpackung sein. Du isst gerne Haferflocken zum Frühstück? Fünfhundert Gramm gehen die Woche weg? Dann kauf doch fünf Kilo und sicher dir zweieinhalb Monate, in denen du sie nicht einkaufen musst. Vielleicht findest du fünf weitere Freunde, die auch darauf stehen, dann kauf einen 25-Kilo-Sack und teil ihn auf. Du sparst Verpackungsmüll und zudem noch viel Geld, denn Großgebinde sind für gewöhnlich auch deutlich günstiger. Wichtig: Gerade Getreideprodukte solltest du in luftdicht verschließbare Glasbehältnisse umpacken, sonst isst du die eine Hälfte, und den Rest bevölkern Mehlmotten, wenn du Pech hast. Große Gläser mit bis zu fünf Kilogramm Fassungsvermögen musst du nicht einmal extra kaufen. Feinkostläden bekommen ihre Oliven häufig in solchen Gläsern geliefert. Fragen kostet nichts und mit ein wenig Glück nicht einmal die Gläser!
Und keine Angst vor dem Versandhandel. Solange du deinen Einkauf zu Fuß erledigen kannst, zieh den lokalen Handel natürlich vor. Sobald du jedoch ein Fahrzeug benötigst, verschiebt sich die Ökobilanz. Je mehr Kilometer der Laden weg ist und je weniger Waren du einkaufst, sprich: je geringer die Zuladung deines Fahrzeugs ist, desto ökologischer ist der Versandhandel.

9. Drogerieartikel selbst machen

Deos, Shampoos, Körperlotionen, Duschgels, Flüssigseifen, all das gibt es zuhauf in den Super- und Drogeriemärkten plastikverpackt zu kaufen. Vieles bis hin zu alles davon ist mit wenigen Zutaten und ohne erwähnenswerten Aufwand selbst herzustellen – aus nicht viel mehr als den unter Ziffer 7 aufgeführten Haushaltshelfern. Ich könnte hier meine bewährten Rezepte verlinken, aber schaut doch einfach mal auf Smarticular.net. Ich bin mir sicher, ihr findet dort noch viel mehr Inspirierendes als ich hier erwähnen könnte.

10. Haushaltsreiniger selbst machen

Allzweckreiniger, Kalkentferner, Geschirrspülmittel, Spülmaschinenpulver, Waschmaschinenpulver, all das gibt es zuhauf in den Super- und Drogeriemärkten plastikverpackt zu kaufen. Vieles bis hin zu alles davon ist mit wenigen Zutaten und ohne erwähnenswerten Aufwand selbst herzustellen – aus nicht viel mehr als den unter Ziffer 7 aufgeführten Haushaltshelfern. Ich könnte hier meine bewährten Rezepte verlinken, aber schaut doch einfach mal auf Smarticular.net. Ich bin mir sicher, ihr findet dort noch viel mehr Inspirierendes als ich hier erwähnen könnte und so weiter ;-)

11. Nuss- und Getreidedrinks selbst machen

Du hast gerne Milch oder einen Milchersatz im Müsli oder im Kaffee? Du wirst überrascht sein, wie schnell sich das selbst herstellen lässt. Eine Handvoll Mandeln, Reis oder Hafer in den Mixer, eine Minute pürieren und dann durch ein Sieb laufen lassen, fertig! Ganz ohne Tetra-Pack, Glasflasche oder Kuh!

12. Behältnisse an den Frischetheken mitbringen

Das funktioniert nicht überall. In den Tegut-Filialen funktioniert es ganz prima, an der Fleisch- und Wurst-, Käse-, Fisch- oder Feinkosttheke verpackungsfrei einzukaufen. Dort stellst du dein mitgebrachtes Behältnis einfach auf ein Tablett, mit dem es tariert wird, bevor deine Waren eingefüllt werden. Dann wird es dir auf dem Tablett zurückgereicht und du verschließt es, ohne dass die Verkaufskraft je Kontakt damit hatte. Auch andere Supermärkte entwickeln Konzepte, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis es solche Methoden auch bei anderen Mitbewerbern gibt. Bei kleineren Läden wird es oft schon akzeptiert, dass Kunden ihre Behältnisse mitbringen. Selbst unser Gewürzhändler auf dem Wochenmarkt hat auf Nachfrage angeboten, unsere Glasbehältnisse mitzunehmen und zum nächsten Markttag mit den gewünschten Gewürzen gefüllt wieder mitzubringen. Die Hygienebestimmungen sind wichtig, sich aber der Lösung des Problems zu verweigern, ist uninspiriert und ökologisch kontraproduktiv. Man sieht an den Beispielen: Es gibt Wege, wenn man will, und wer nicht will, nun, der kann ja weiter von Kunden leben, die auch nicht wollen ;-)

13. Ruhe bewahren

Ja, es ist in Sachen Umwelt fünf vor zwölf. Wenn du jedoch beispielsweise Heißhunger auf Schokolade hast, und du findest sie nur plastikverpackt, dann kauf sie. Und genieß sie! Keiner schimpft mit dir, und der Minutenzeiger springt deshalb nicht plötzlich auf die Zwölf. Der Unverpacktladen mit der losen Bruchschokolade ist schließlich nicht um die Ecke (falls doch, pfui über dich! Schon mal auf die Uhr geschaut?). Die Sache ist die: Wenn du dein Leben ökologischer gestalten willst, dann geht das nur, wenn du Freude am Leben hast. Stell dich langsam um. Schritt für Schritt. Dann empfindest du die Umstellung weder als Belastung, noch treibt dich die Orientierungslosigkeit, die dann beim Konsum aufkommen kann, in die Lustlosigkeit. Kümmere dich im ersten Monat um Ziffer 1, im zweiten um Ziffer 2, und nach einem Jahr bist du soweit, dich mit Fug und Recht als Verpackungsmüllvermeider*In bezeichnen zu können. Gratuliere!