Posts mit dem Label Podcast werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Podcast werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Donnerstag, 3. Oktober 2024
Samstag, 2. September 2023
Freitag, 11. Mai 2018
Interview mit "Nur positive Nachrichten"
Ich war im Interview mit Dominique von Nur positive Nachrichten. Hört mal rein, wenn ihr mögt.
Dienstag, 10. April 2018
Frühjahrsputz oder Was wenn wir nicht bunkerten, sondern teilten
„Ich konsumiere sehr kritisch.
Dreimal vor dem Kauf überlege ich mir, ob ich etwas tatsächlich brauche, ob es
nur nett wäre, es zu besitzen, oder ob mir gar eine pfiffige Werbefirma nur
einen Bedarf eingeredet hat. Das mache ich inzwischen recht erfolgreich und
kaufe kaum mehr Materielles.“
Dieser Beitrag steht als Podcast zur Verfügung:
Nachdem ich diese ersten Zeilen
geschrieben habe, greife ich in meine Schreibtischschublade und möchte einen
Gedanken notieren, der mir währenddessen kam. Ich ziehe einen Stift. Lila?
Nein. Ich ziehe einen weiteren. Rot? Nein! Dann ziehe ich einen leeren
Füllfederhalter, dann einen zu dicken Filzstift, bis ich endlich einen
Kugelschreiber in der Hand halte. Beim Griff zum Notizblock erlebe ich das
Gleiche. Ich wühle mich durch Unmengen ungenutzter Klarsichthüllen und
zahlreiche leere Schnellhefter, bis ich den obersten einer Großfamilie von
Notizblöcken entnehmen kann. Der Gedanke, den ich hatte, ist inzwischen weg.
Ich schreibe dennoch etwas nieder: „Ausmisten!“
Kritischer Konsum ist gut und
wichtig. Er spart Ressourcen, denn was nicht gekauft wird, muss letztlich nicht
produziert werden. Er spart zudem Geld, denn was ich nicht kaufe, lässt mir
Mittel für Dinge, die mir wirklich wichtig sind. Was ist aber mit all dem, das
wir schon haben? Wie wäre es mit kritischem Besitz? Es ist doch nicht damit
getan, in die Zukunft zu blicken, solange die Vergangenheit noch so viel
Potential hat.
Ich zähle meine Stifte. Es sind
67 Stück, von denen ich allenthalben einen zur selben Zeit nutze, und selbst
den nur selten, da ich das meiste inzwischen unmittelbar als elektronische
Notiz speichere, die ich im Gegensatz zum papiernen Pendant sogar mit einem
Fälligkeitstermin versehen kann. Das macht die Notizblöcke natürlich noch
unsinniger. Auch sie zähle ich. Es sind 22.
Ich überlege mir, wie viele Ressourcen
all die Stifte und Blöcke in Summe bindeten, wenn es in jedem Haushalt so
aussähe. Zwei Wälder sparten wir vermutlich ein. Einen oberhalb der Grasnarbe,
der der Papierherstellung zum Opfer gefallen wäre, und einen unterhalb, der vor
Millionen Jahren schon zu Erdöl wurde und als Plastikhüllen all diese Filz- und
Kugelschreiberminen ummantelte.
Wie viele Menschen müssten
darüber hinaus weniger Stifte und Blöcke kaufen, wenn sie nicht in Herden
zusammengerottet, lichtscheu ihr einsames Dasein in den Schränken und
Schubladen der Nation fristeten, sondern verteilt würden?
Ich schaue, was noch so alles in
meinem Büro zu finden ist, das ich nicht nutze. Meine Schubladen antworten: Wasserfarbkästen,
Buntstifte und Hefterlaschen bis hin zu CD- und DVD-Rohlingen, die ich, seit es
USB-Sticks gibt, nicht mehr angefasst habe – lediglich zweimal bei Umzügen. Der
Blick schweift durch meine Wohnung und zeigt viele Schrankregale, Schubladen
und Ecken, in denen sich durchaus nützliche Gegenstände mit einer Patina aus
Staub gegen die Entdeckung tarnen mögen. Ich muss es nur angehen, denke ich mir,
und verschiebe es enthusiastisch auf einen unbestimmten regnerischen Sonntag.
Dann krätscht der Öko in mir den erfahrenen Prokrastinateur brutal zur Seite
und, um diese Riesenaufgabe zu bewältigen, entsteht die Idee einer
30-Tages-Challenge. Den ganzen April setzte ich täglich etwas Neues frei und
verschenke es, ist der Plan. Das befreit nicht nur die Schubladen. Vielleicht
möchtet ihr euch anschließen. Auf dem Blog und in Facebook folgen der Challenge
schon einige. Noch nicht ganz so viele wie Stifte in meiner Schublade sind.
Aber das zu überbieten, liegt ganz in euren Händen. Greift zu!
Dieser Beitrag steht als Podcast zur Verfügung:
Dienstag, 27. März 2018
Intelligenter Frühstücksspeck oder Wenn im Kühlschrank Leben entsteht
Stets nach der Arbeit war ich einkaufen, bevor ich einen Blick auf die Vorräte werfen konnte, und immer war ich dabei hungrig. So machte der Lebensmitteleinkauf besonders Spaß. „Auf was habe ich denn Lust?“, fragte ich mich vor der riesigen Auswahl stehend. Die Antwort war immer die gleiche: „Auf alles!“. Rein in den Einkaufswagen, ins Auto, in den Kühlschrank. Mit dem neuen Quark, den angebrochenen nach hinten geschoben, die neue Wurst auf die alte gestapelt und die zwei Packungen frische Gnocchi zur Seite, denn da stand ja noch der Topf gekochter Pasta von vorgestern im Weg. Nie begegnete mir der Frühstücksspeck, wenn ich ihn suchte.
„Heute aber erst einmal einen großen Salat mit Hühnchenstreifen!“ Der frische Salat forderte mich immer regelrecht zum Kauf heraus, und Hühnchenbrust hatte ich noch zuhause. Zuhause angekommen stellte sich dann meist selbiger als ein Rest Thunfischfilet vom Vortag heraus, das ich eigentlich zusammen mit den Nudeln vom Tag davor essen wollte, dann aber doch das Filet lieber mit ein paar Zuckerschoten und Cocktailtomaten in der Pfanne gebraten hatte, weil es zu schade war, es einfach in eine Pastasoße zu schnippeln. Also kam der Rest in den Kühlschrank. Hält ja drei Tage. Und immer vorsichtig beim Reinräumen, denn in den dunklen Ecken raschelte stets etwas Unheimliches und knurrte. Am dritten Tag dann, der grundsätzlich am falschen Tag zu zählen begann, warf ich die Nudeln weg, dann den riechenden Thunfisch, dann den trockenen Käse und die sich seitlich hochwellende Wurst, und ich entfernte Schimmel von der Marmelade. Einmal im Monat musste ich den Kühlschrank komplett leer räumen, weil irgendetwas stank, Quark ausgelaufen war und ein Schmierfilm darauf hindeutete, dass sich etwas im Kühlschrank von selbst bewegte. Heute vermute ich, es war der Frühstücksspeck.
Beweise fehlen natürlich, denn heute ist der Kühlschrank aus. Es befindet sich ein Aufstrich darin, eine Schokocreme und eine Marmelade. Alle drei esse ich täglich zum Frühstück, dazu rohes Gemüse, Sprossen und frisch gebackenes Brot. Ich koche täglich Kleinigkeiten, pimpe die Reste folgetags auf, so dass etwas gänzlich anderes dabei entsteht, und mache dadurch vor allem keine Reste, die in den Müll wandern. Es klingt komisch, aber zurückblickend war es nicht nur für die Umwelt ein guter Schritt, ohne Kühlschrank zu leben. Es hat mich entstresst – und mir die Angst gekommen, von mutiertem Frühstücksspeck irgendwann angefallen zu werden.
Bildquelle: https://pixabay.com/de/
Dieser Beitrag steht als Podcast zur Verfügung:
Bildquelle: https://pixabay.com/de/
Dieser Beitrag steht als Podcast zur Verfügung:
Dienstag, 13. März 2018
Daily Insta

Meine zweiwöchentlich erscheinende Kolumne gibt es jetzt auch als Podcast 😊 Einfach dem Link zum Blog in den Infos folgen. Viel Spaß 🤗 #greenblogger #kolumne #arnoldhaeltnach #podcast #zeitung #wetterau #café #novum
Rhabarberbarbara oder Wenn wir mehr Verpackung als Produkt erwerben
![]() |
| Kaugummis Quelle: Stephanie Kässmayer |
![]() |
| Hartgekochte Eier in Plastikverpackung Quelle: Stuttgarter Zeitung |
![]() |
| Orange in Plastikverpackung Quelle: Twitter Nathalie Gordon |
![]() |
| Coca-Cola-Dose in Plastikverpackung Quelle: keptelenseg.hu |
Live habe ich die Plätze zwei und eins hierzulande zum Glück noch nicht gesehen, doch das Ei ist ein gefährlicher Wegbereiter. Wenn es soweit ist, dann, habe ich mir geschworen, werde ich Rhabarberbarbarabarbarbar und esse nur noch unverpackten Rhababerkuchen in Rhabarberbarbaras Rhabarberbarbarabar.
Dieser Beitrag steht als Podcast zur Verfügung:
Dienstag, 28. Februar 2017
Car-to-throw oder Wenn wir Autos wie Kaffeebecher behandelten
"Ein Car-to-throw, bitte!", sage ich, als ich in einem Friedberger Autohaus stehe. „Car-to-throw? Sehr wohl!“, sagt der freundliche Mitarbeiter, der mir dazu einen Kaffee im Einweg-Becher anbietet. „Danke!“, sage ich, kaufe das Auto, fahre damit nachhause und lasse es vom lokalen Schrotthändler unmittelbar nach dem Parken abholen ...
Das ist natürlich fiktiv, doch ist es auch undenkbar?
Ich bin Normalverdiener, und ich trinke gerne Kaffee. Möchte ich unterwegs einen Kaffee trinken, ist der übliche Weg der, in eine Bäckerei zu gehen, wo mir der Vollautomat frisch gebrüht jeden Wunsch erfüllt. Unser Bruttojahresgehalt lag letztes Jahr bei 41.000 Euro im Schnitt, während der Becher für meinen Kaffee unterwegs ca. vier Cent kostet, bei einem Coffee-to-go pro Arbeitstag 88 Cent im Monat. Lächerlich? Vielleicht nur eine Frage der Relation.
7,6 Millionen Euro verdiente beispielsweise der Daimler-Chef im letzten Jahr. Sicherlich trinkt er auch unterwegs mal einen Kaffee. Doch was wäre, wenn er mit Autos ebenso umginge, wie mit Kaffeebechern? Er könnte es sich zumindest leisten. Unglaublich? Stimmt! Doch sich zu jedem Geburtstag einen Bajaj Qute zu kaufen - das ist das günstigste Auto der Welt, sozusagen das automobile Pendant eines Pappbechers -, um ihn nach dem Parken wegzu¬werfen, kostete ihn in Relation ebenso lächerlich wenig wie uns Normalverdiener die Menge monatlicher Einmalbecher. Es gäbe vermutlich einen Aufschrei, würde bekannt, dass er sich regelmäßig ein Car-to-throw gönnte. Selbst unter Mercedes-Fahrern. Natürlich käme kein Top-Manager auf diese Idee, doch, so absurd sie uns allen auch erscheinen mag, relativ gesehen ist sie nicht weniger undenkbar, wie täglich Kaffeebecher wegzuwerfen.
Der Aufschrei bei dem astronomischen bundesweiten Verbrauch von Coffee-to-go-Bechern ist derzeit noch leise – die täglich in Deutschland weggeworfene Becherzahl entspricht übrigens zufälligerweise dem oben genannten Managergehalt in Euro -, und das obwohl die ökologischen Kosten pro Becher weit höher liegen als bei 4 Cent. Nicht eingerechnet sind beispielsweise die klimatischen Folgen der CO2-Emissionen bei Herstellung und Entsorgung und die Ressourcenverluste, da die Becher in der Regel im öffentlichen Restmüll landen und verbrannt statt recycelt werden. Die Kosten sind kaum bezifferbar, doch augenscheinlich sind sie so viel höher, dass es sich ein Topmanager vermutlich sogar leisten könnte, einen Mercedes Benz nach der ersten Fahrt wegzuwerfen. Einen kleinen zumindest.
Auch Bioplastik-Recyclingbecher anzubieten, hilft nichts, denn zur Herstellung des Bioplastik der Innenbeschichtung und des Deckels wird Mais verwandt, dessen Anbau weitere Umweltkosten mit sich bringt, beispielsweise durch die zusätzliche Einbringung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln in die Natur und durch den Landraub zur Neugewinnung von Anbauflächen. Ganz davon abgesehen, dass ein Nahrungsmittel für einen Wegwerfartikel mit 15 Minuten Nutzungszeit verschwendet wird. Mit anderen Worten: Ob das Car-to-throw eine Mercedes Benz B-Klasse mit Diesel- oder Erdgasantrieb ist, ist dem Schrotthändler egal!
Natürlich würde der Daimler-Chef nie einen Mercedes wegwerfen und hoffentlich auch keinen Bajaj Qute. Doch sollte die Fiktion eines Tages Realität werden, habe ich einen Vorschlag: Wir treffen uns in von den Schrottpressen der Welt geretteten Car-to-throws im Autokino und prosten uns mit unseren zuhause zubereiteten Kaffees aus Mehrweg-Edelstahlbechern zu. Prost! Kaffee macht wach!
Bildquelle: motopage.ru
Dieser Beitrag steht als Podcast zur Verfügung.
Abonnieren
Posts (Atom)







