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Sonntag, 7. Juni 2020

Erster Unverpacktladen in Friedberg

Alexia Anders' Futterzimmer bietet Unverpacktes und Plastikfreies

Unverpacktläden boomen. Gut einhundert dieser Geschäfte, die das Einkaufen unverpackter Waren ermöglichen, gibt es bundesweit. Deutlich mehr, rechnet man jene hinzu, die den bestehenden Laden um einen Unverpackt-Bereich ergänzt haben. Seit März gibt es auch einen in Friedberg, und er hat sich fast unbemerkt hinzugesellt.

Seit dem Jahr 2013 führt Alexia Anders ihre Hundetagesstätte Hundezimmer in der Hanauer Straße 12, gleich um die Ecke im selben Haus erreicht man ihr zwei Jahre später hinzugekommenes Futterzimmer, in dem sie alles anbietet, was ihre Tagesgäste benötigen. Seit dem Frühjahr gibt es dort auch vieles, was das umweltbewusste Frauchen oder Herrchen benötigt. Hier kann man sich Drogerieartikel nachfüllen lassen, Bienenwachstücher oder in loser Schüttung kaufen, was benötigt wird, um sich Wasch-, Spülmaschinenpulver und mehr herzustellen. Die Idee dazu kam der 34-Jährigen bereits Ende 2019. Die Mittel zum Umbau ihres Ladens kamen über ein Crowdfunding. Ganze 57 Unterstützer hatten sich teils Gutscheine für den ersten Unverpacktladen Friedbergs gesichert und ihr so ermöglicht, zusammen mit ihrem eigenen Kapital den Umbau und den Start eines Unverpackt-Bereichs zu wagen. Mitte März war der Laden umgebaut, die ersten Produkte wie plastikfreies Toilettenpapier, Zahnbürsten und Wattestäbchen aus Bambus, Seifen für Hund, Haut und Haar, auch die handgefertigten von „Manar Soap“ aus Friedberg, sogar Strohhalme, die ihrem Namen alle Ehre machen, waren in den Regalen. Zum Abfüllen gab es Soda, Natron und Zitronensäure. Für die Eröffnung bestellt waren, natürlich ebenfalls zum Selbstabfüllen, Zahncreme, Bodylotion und sogar Sonnencreme. Doch sie kamen nicht. Was kam, war Corona und mit ihm Hygienebestimmungen in den Produktionsstätten, die zunächst keine Lieferung zur losen Portionierung zuließen. Gleichzeitig wurde auch das, was einen Unverpacktladen ausmacht, nämlich das Abfüllen in mitgebrachte Behältnisse, durch die Verordnungen erschwert. 

Die gelernte Kauffrau nimmt das leicht. „Ich nutze alle Produkte auch selbst“, sagt sie mit einem Lächeln im Gesicht. Dann beginnt sie von ihrer Motivation zu erzählen, schwärmt von den Produkten, die sie im Sortiment hat und gibt eine Aussicht auf das, was sie noch ins Programm nehmen will. WC-Reiniger, Klarspüler, sensitive Waschmittel soll es bald zum Abfüllen geben, Zahnputzpastillen, fester Conditioner und Lippenbalsam. Folgt man dabei ihren Augen, entsteht bereits im eigenen Kopf ein Bild davon, wo alles stehen wird und welche große Pump-Flasche, welche Lotion oder Creme beinhalten wird. Ein Geschäft, das Kauknochen und Hundedecken auf der einen Seite und Unverpacktes sowie Plastikfreies auf der anderen Seite führt, ist sicherlich bundesweit einmalig. „Dabei wird es jedoch nicht bleiben!“, sagt die Friedbergerin. „Ich stehe schon in Kontakt mit einem Lieferanten und möchte auch Lebensmittel in Pfandgläsern anbieten.“

Noch ist der Unverpackt-Bereich nur eine Rubrik auf ihrer Homepage futterzimmer.de. Das Logo ist jedoch fast fertig, und dann folgen die eigene Homepage und Google-Eintrag. Wie sehr sie sich bereits Gedanken um Ressourcenverschwendung gemacht hat, sieht man jedoch bereits beim ersten Blick auf die bestehende Homepage. Dort trifft man auch auf Rücksäcke. Was haben die mit Hundebedarf oder Unverpacktem zu tun? „Die nähe ich aus Stoffresten der Hundedecken“, sagt die ausgebildete Hundeernährungsberaterin stolz. „Die fertige ich nämlich auch selbst. Sie halten länger als die üblichen, und so erfüllen auch die Reste noch einen guten Zweck.“

Freitag, 14. Februar 2020

Buchvorstellung: Fräulein Ökos "Projekt Plastikfrei"

Buchvorstellung: Fräulein Ökos "Projekt Plastikfrei"

Vor einem Monat hat meine Workshop-Partnerin und Freundin Svenja ihr Buch "Projekt Plastikfrei" herausgebracht. Heute komme ich endlich dazu, hier im Blog ein wenig davon zu erzählen - gelesen habe ich es natürlich direkt nach Erscheinen. Svenjas 112-seitiger Ratgeber, der im Frech-Verlag erschienen ist, verspricht, in nur sechs Wochen auf einen Zero-Waste-Lebensweg zu führen, indem jede Woche ein anderer Lebensbereich entmüllt wird. "Dein Zero-Waste-Neustart: Zimmer für Zimmer in 6 Wochen" ist daher der vielversprechende Untertitel.

Der Inhalt ist eingeteilt in Einkaufen, Badezimmer, Wohn- und Arbeitszimmer, Schlaf- und Kinderzimmer sowie Unterwegs und auf Reisen. Was gleich ins Auge fällt ist, dass Svenjas Buch zwar auf eine Reise durch die Wohnung einlädt, aber den Einstieg auch in jedem anderen Bereich zulässt, geradezu dazu einlädt. Die Reihenfolge ist jedoch schlüssig gewählt - es sind die einfachsten Schritte, die zu Anfang gegangen werden. Die Erfolge ermutigen und erlauben es, auch die späteren Räume mit viel Mut zur Veränderung zu betreten. Erstaunlicherweise hat meine Reise mit "Plastic Diary" auf demselben Weg begonnen, was mich bestätigt - immerhin konnte ich durch diese Reise-Route dabei bleiben.


Svenja aka Fräulein Öko hat keine Drogerieartikel- und Kochrezept-Sammlung in der Art von "Und als nächstes nehme man ..." geschrieben. Zwar verliert das Buch nie die nötige Sachlichkeit, um die Lust am Nachmachen der vielen Rezepte nicht zu verwässern, doch es bleibt immer ein Reiseführer durch die Wohnung. Svenja nimmt mich als Leser mit und ich habe den Eindruck, als höre ich sie Dinge sagen wie: "Schau mal, hier kannst du dies machen!" und "Guck mal! Das funktioniert bei mir gut!" Es ist kein Buch zur Belehrung, es ist eins, das freundlich zu Nachahmung animiert! Dieser Stil wird nicht nur durch den Aufbau und Svenjas freundschaftliche Art zu schreiben gestützt, sondern auch durch die sehr schönen Illustrationen, die dem Buch einen noch sympatischeren Charakter geben.


Abgerundet wird das Buch durch Checklisten, die es mir als Leser einfach machen, Svenjas Weg zu folgen. Seifenstück zum Händewaschen benutzt? Check! Deocreme selbst gemacht? Check! Holzzahnbürste gekauft? Check! Nach und nach schleichen sich so immer mehr ökologische Alternativen in den Haushalt und plötzlich greift man beim Müll-Rausbringen ins Leere. Auch dass Svenja im Buch nicht grob von Möglichkeiten spricht, wie "Kauf dir Zahnpastaersatz!", sondern konkret ihre Marken nennt und auch Bezugsquellen angibt, zeigt, dass hier eine Autorin am Werk war, die nicht lediglich auf den fahrenden Zug des inzwischen durchaus rentablen Öko-Ratgeber-Zuges aufspringt, sondern schlichtweg teilhaben lässt an dem ökologischen Leben, das ihr eigenes ist.


Svenjas Buch gibt es überall im Buchhandel unter der ISBN978-3-7724-4950-5. Sie stellt ihr Buch unter anderem am 28. Februar im Nix-Drum-Rum in Bad Nauheim vor. Sollten hier schon alle Plätze belegt sein, findet ihr sie und ihr Buch (zusammen mit mir) auch am 21. März, 18:00-20:00 Uhr, in der Honighalle in Friedrichsdorf oder am 4. April, 14:00-15:00 Uhr, zur Ernst-Ludwig-Buchmesse im Kleinen Hörsal des Max-Planck-Institituts, Parkstraße 1 in Bad Nauheim. 
Ein schönes Interview, das ich mit Fräulein Öko führen durfte findet ihr bei der Wetterauer Zeitung:
https://www.wetterauer-zeitung.de/wetterau/friedberg-ort28695/youtuberin-fraeulein-erklaert-laesst-sich-plastik-alltag-vermeiden-13448812.html
Viel Spaß beim Lesen!

Sonntag, 29. April 2018

Müllfrei und Unverpackt einkaufen in Friedberg

Müllfrei und Unverpackt einkaufen in Friedberg
Müllfrei einzukaufen hat seine Grenzen. Obst und Gemüse lässt sich überwiegend unverpackt in den Supermärkten erwerben, spätestens jedoch an der Frischetheke endet der unverpackte Einkauf meist. Diese Lücke hat Tegut letzte Woche geschlossen und bietet seinen Kunden den Einkauf mittels mitgebrachter Behältnissen künftig auch dort an. Wie das funktioniert und ob das auch Schule bei den Mitbewerbern machen kann, haben wir vergangenen Samstag beispielhaft in Friedberg getestet.

Frau Schmidt vom tegut-Markt in der Fauerbacher Straße zeigt uns das Prozedere: Der Kunde platziert sein Behältnis auf einem Tablett, das ihm über die Theke gereicht wird. Mitsamt diesem messen die Mitarbeiter das Taragewicht und legen die gewünschten Waren hinein. Im Anschluss wird dem Kunden das Tablett zurückgereicht, der seine Box selbst verschließt, bevor er den Kassenbon aufgeklebt. Der Bereich hinter der Theke und die Mitarbeiter würden so zu keinem Zeitpunkt mit dem fremden Material in Kontakt kommen und eine Kontamination ausgeschlossen. Das Interesse sei hoch und bereits viele der ausliegenden Flyer mitgenommen worden.

Unser Weg führt uns weiter zum REWE-Markt im Krämer. Der Marktleiter Herr Decher berichtet uns, dass es in einigen Märkten auch solche Pilotprojekte gäbe. Er selbst würde sich natürlich freuen, wenn der Einkauf müllbefreiter würde und hofft, dass die Versuche, die unter anderem an Märkten in Frankfurt und Offenbach erfolgten, erfolgreich sein werden, so dass auch den kleineren Märkten ermöglicht würde, den Kunden diesen Service anzubieten. Bis dahin sei der Verkauf in mitgebrachten Behältnissen in seinem Markt leider nicht möglich. Immerhin gäbe es jedoch keine Plastiktüten mehr bei ihm.

Gleiches gilt für den EDEKA-Markt in der Straßheimer Straße, wo uns Besitzer Lars Koch empfängt. Er sieht es kritisch, auf diesem Wege plastikfrei einzukaufen. Auch bei EDEKA liefen Pilotprojekte, die das Problem jedoch technisch lösten. In einigen Märkten seien testweise Durchreichen installiert, über die die mitgebrachten Behältnisse mit Ozon behandelt würden, um Viren und Bakterien abzutöten. Diese Geräte seien in seinen Augen die einzig sichere Lösung, jedoch sehr kostenintensiv in der Anschaffung. Seinen Kunden biete er jedoch an, auf Wunsch die Ware nicht in eine zweite Plastiktüte verpacken zu lassen, so dass nur eine sehr dünnwandige Folie als Müll anfiele.

Im Bioladen Regenbogen an der Ecke Lindenstraße und  Taunusstraße begrüßen uns Diane Hinrichs und Thomas Friedrich. Dort gäbe es natürlich Kunden, die ökologisch einkaufen wollten. Die mitgebrachten Behältnisse dürften jedoch nicht in den Bereich hinter der Theke gelangen. 

Die letzte Testreise mit unserer mitgeführten Edelstahlbox führt uns an den Elvis-Presley-Platz, wo wir zunächst Metzgermeister Engel aus der gleichnamigen Metzgerei besuchen. Auch er erzählt uns von Kunden, die ihre Tupper-Dosen von zuhause mitbrächten. Auch Patric Dekic, der am Wochenmarkt an seinem Käsewagen bedient, habe viele Käseliebhaber, die so einkauften. Gut ein Viertel seiner Kunden brächte eigene Behältnisse mit. 

Müllfrei oder zumindest -reduziert einzukaufen, ist an Friedbergs Frischetheken offenbar nicht unmöglich – mit Ausnahmen und in ganz unterschiedlichen Komfortstufen. Solange die Boxen nicht über die Theke gereicht werden dürfen und das Taragewicht nicht gemessen werden kann, ist kein vernünftiges Geschäft zu machen, und wenn Unterlegpapiere und Einweghandschuhe in den Müll wandern müssen, nachdem mitgebrachte Boxen doch den Weg zur Waage gefunden haben, sind keine Ressourcen gespart. Der Weg Teguts scheint in dieser Hinsicht keinen offensichtlichen Haken zu haben.

Über 200 Kilogramm Verpackungsmüll fallen, laut Umweltbundesamt, jährlich pro Bundesbürger an – europäische Spitze. Tegut hat den Anfang an der Frischetheke gemacht, dem entgegen zu wirken. Auch ALDI und LIDL haben angekündigt, mehr lose Waren ins Programm zu nehmen. Ob und wann sich das in den Zahlen des Umweltbundesamtes niederschlägt, entscheidet jedoch der Kunde.

Samstag, 28. April 2018

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Unterwegs für die Wetterauer Zeitung mit @frl.oeko: "Plastikfrei einkaufen in Friedberg" Nächste Woche zu lesen 😊 #artikel #schreiben #wetterauerzeitung #plastikfrei #nowaste #einkaufen #nachhaltig #Nachhaltigkeit #tegut #friedberg #wetterau #wetteraukreis #Hessen #andreasarnold

Samstag, 14. April 2018

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Nur ganz knapp bin ich heute am plastikfreien Einkauf gescheitert 😉 #müllfrei #nowaste #keinmüll #plastikfrei #einkaufen #stofftasche #greenliving #farmersmarket #wochenmarkt #bethechange #plasticfree #lifewithoutplastic #zerowasteliving #zerowastehome #bezerowaste #plasticfreelife #myplasticfreelife #ecolife #plasticfreeliving #greenblogger #friedberg #wetterau #hessen

Dienstag, 27. März 2018

Intelligenter Frühstücksspeck oder Wenn im Kühlschrank Leben entsteht



Wenn ich vor Jahren in meinen Kühlschrank geschaut hatte, stellte sich weniger die Frage, auf was ich Lust hatte, sondern mehr die, was gerade weg musste. Dazu musste ich alles, was vorne stand, zur Seite schieben - denn natürlich räumte ich meine Neueinkäufe trotz besseren Wissens stets im vorderen Drittel ein. Nie fand ich den Frühstücksspeck, der angeblich da sein sollte. Nicht selten bedeutete es, mit einer Hand tief in die dunklen Bereiche einzutauchen, während die zweite versuchte, alles andere vom Herausfallen zu schützen. Dann musste ich es nur noch schaffen, meine Schulter so in Rotation zu versetzen, dass das aufgedruckte Datum ausreichend beleuchtet wurde. „März! Noch haltbar!“, hörte ich mich häufig sagen und dann ergänzen: „Schade! Falsches Jahr!“. Stets hielten mich animalische Laute von ganz hinten davon ab, auch die anderen Haltbarkeiten zu prüfen. Der Kühlschrank war immer voll: Drei Sorten Käse, zwei Sorten Schinken, fünf Marmeladen waren der Standard. Dazu Quark, Milch, Säfte und Frühstückseier. 

Stets nach der Arbeit war ich einkaufen, bevor ich einen Blick auf die Vorräte werfen konnte, und immer war ich dabei hungrig. So machte der Lebensmitteleinkauf besonders Spaß. „Auf was habe ich denn Lust?“, fragte ich mich vor der riesigen Auswahl stehend. Die Antwort war immer die gleiche: „Auf alles!“. Rein in den Einkaufswagen, ins Auto, in den Kühlschrank. Mit dem neuen Quark, den angebrochenen nach hinten geschoben, die neue Wurst auf die alte gestapelt und die zwei Packungen frische Gnocchi zur Seite, denn da stand ja noch der Topf gekochter Pasta von vorgestern im Weg. Nie begegnete mir der Frühstücksspeck, wenn ich ihn suchte. 

„Heute aber erst einmal einen großen Salat mit Hühnchenstreifen!“ Der frische Salat forderte mich immer regelrecht zum Kauf heraus, und Hühnchenbrust hatte ich noch zuhause. Zuhause angekommen stellte sich dann meist selbiger als ein Rest Thunfischfilet vom Vortag heraus, das ich eigentlich zusammen mit den Nudeln vom Tag davor essen wollte, dann aber doch das Filet lieber mit ein paar Zuckerschoten und Cocktailtomaten in der Pfanne gebraten hatte, weil es zu schade war, es einfach in eine Pastasoße zu schnippeln. Also kam der Rest in den Kühlschrank. Hält ja drei Tage. Und immer vorsichtig beim Reinräumen, denn in den dunklen Ecken raschelte stets etwas Unheimliches und knurrte. Am dritten Tag dann, der grundsätzlich am falschen Tag zu zählen begann, warf ich die Nudeln weg, dann den riechenden Thunfisch, dann den trockenen Käse und die sich seitlich hochwellende Wurst, und ich entfernte Schimmel von der Marmelade. Einmal im Monat musste ich den Kühlschrank komplett leer räumen, weil irgendetwas stank, Quark ausgelaufen war und ein Schmierfilm darauf hindeutete, dass sich etwas im Kühlschrank von selbst bewegte. Heute vermute ich, es war der Frühstücksspeck. 

Beweise fehlen natürlich, denn heute ist der Kühlschrank aus. Es befindet sich ein Aufstrich darin, eine Schokocreme und eine Marmelade. Alle drei esse ich täglich zum Frühstück, dazu rohes Gemüse, Sprossen und frisch gebackenes Brot. Ich koche täglich Kleinigkeiten, pimpe die Reste folgetags auf, so dass etwas gänzlich anderes dabei entsteht, und mache dadurch vor allem keine Reste, die in den Müll wandern. Es klingt komisch, aber zurückblickend war es nicht nur für die Umwelt ein guter Schritt, ohne Kühlschrank zu leben. Es hat mich entstresst – und mir die Angst gekommen, von mutiertem Frühstücksspeck irgendwann angefallen zu werden.

Bildquelle: https://pixabay.com/de/

Dieser Beitrag steht als Podcast zur Verfügung:

Dienstag, 20. März 2018

Bio-Einkaufsführer Wetterau

Das hat der Region tatsächlich gefehlt. Jüngst kam der Bio-Einkaufsführer Wetterau heraus, ein Ratgeber, der die Möglichkeiten biologisch und regional einzukaufen auflistet. Gute Arbeit, die unsere Modellregion Ökolandbau da leistet. Abgerufen werden kann der Einkaufführer ganz recourcenschonend auch als PDF: Bio-Einkaufsführer Wetterau.

Donnerstag, 15. März 2018

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Wusstet ihr, dass man in Friedbergs Kaffeerösterei auch müllfrei einkaufen kann? Einfach vorher anrufen und eigenes Gefäß mitbringen 🤗 @goldenbrownkaffee #café #kaffee #kaffeebohnen #coffeetogo #coffee #rösterei #friedberg #wetterau #hessen #verpackungsfrei #nowaste #müllfrei #plastikfrei #plastiksparen #plastikfasten #umweltschutz #naturschutz #nachhaltig #Nachhaltigkeit #weckglas

Donnerstag, 24. August 2017

Noch was Süßes für unterwegs?

Ich gestehe: Ich liebe es, mehrmals täglich zu frühstücken. Brote zuhause, unterwegs ein Stück Kuchen, vielleicht zwei, und dann später einen Obstteller - für die nötige Energie, um die noch folgenden Genusspausen im Büro nachzuarbeiten. Ich treffe die unterschiedlichsten Menschen: Solche, die sich ihr Brötchen verpackt geben lassen, um es dann im Café sitzend zu verzehren, jene, die sich einen einzelnen Apfel in der Obsttüte kaufen, um dann eine Minute später an der Bushaltestelle hineinzubeißen, und letztlich allzu oft auch Menschen, die ihren Coffee-to-go im Café-to-stay trinken. Ich suche gerne das Gespräch. Der Herr, der regelmäßig am Nachbartisch sein Brötchen aus der Papiertüte verzehrt, schaute mich lächelnd an und sagt, er nutze sie zuhause für seinen Kompost. Die Dame mit dem Pappbecher sagt, sie schaffe den Kaffee hier nur halb zu trinken, müsse dann aber ihre U-Bahn bekommen, bis sie lächelt und von ihrem vergessenen Mehrwegbecher zuhause spricht. Der Geschäftsmann im Anzug, der gerade vom Entsorgen seines Hemdchenbeutels zum Wartehäuschen zurückkehrt, sagt, dass er da gar nicht darüber nachgedacht hat. Irgendwie sei das anerzogen, meint er, und ich glaube, er hat Recht. Wir müssen uns alle umerziehen, bevor es die Natur macht, und damit hat sie leider schon begonnen. Ein Grad Celsius beträgt die menschgemachte Erderwärmung bereits – ganz gleich, was Herr Trump darüber denkt. Wäre es nicht schön, wenn wir nicht nur Einkaufspreise vergleichen könnten, sondern auch den Preis, den die nachfolgenden Generationen für unser Kaufverhalten zahlen? Ich sehe immer wieder Menschen, die mit mehreren Wurstpackungen jonglierend Fettwerte vergleichen. Wäre es nicht schön, wenn neben „Ist das gut für mich?“ auch „Ist es gut für die Welt meiner Nachkommen?“ auf der Verpackung beantwortet würde? Was ist besser für die Umwelt? Der plastikverpackte Schnittkäse, die in Wachspapier geschlagene Wurst vom Metzger oder die unverpackten Jumbo-Erdnüsse aus Israel? Ich weiß es nicht! Ein Umwelt-Siegel analog der Nährwertangaben könnte da helfen. Bereits im Jahr 2007 ergab die SEMPORA-Studie, dass die Einführung eines unabhängigen CO2-Siegels von den Konsumenten als sehr wichtig empfunden wird. 81% der Befragten gaben an, dass sie beim Kauf CO2-reduzierte Produkte vorziehen würden. Seitdem ist nicht viel passiert. Es gibt nur ein einziges unabhängiges Siegel, das „Stop Climate Change“-Umweltzeichen. Von einer gesetzlichen Verpflichtung sind wir jedoch weit entfernt. Weshalb? Ein Zuviel an Fett und Salz für meine Gesundheit kann ich von Gesetz wegen mit einem Blick auf das Etikett identifizieren. Warum kein Zuviel an Kohlendioxyd für die unserer Enkelinnen und Enkel? Industrieverbände, wie der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie, lehnen entgegen dem Willen der Verbraucher ein gesetzliches Label ab. Sind ja schon gestraft genug, die Nährstoffangaben aufdrucken zu müssen. Immerhin können sie dadurch mit „0%-Fett“ auf Gummibärchenpackungen angeben - da lässt man die fette Salami schon mal im Regal liegen. Aber, liebe Bündnis 90/Die Grünen, 51 Prozent eurer potentiellen Wähler, die im Diskontmarkt Billigfleisch kaufen, sind gegen Massentierhaltung, heißt es in einer Studie der Rheingold-Marktforschung aus dem Jahr 2015, und ihr wollt ein Label zur Kennzeichnung von Industriefleisch einführen. Das ist schön! Wenn 81 Prozent ein CO2-Label wünschen, wäre es nicht noch schöner, auch das in euer Wahlprogramm aufzunehmen. Na? Wählerauftrag angekommen, Frau Roth?

Donnerstag, 21. August 2014

Einundzwanzigster Schritt - Supermarkt- und Internetjagd nach Papierverpackungen

Pappkameraden in Reih und Glied
Manche Dinge bekommt man einfach nicht ohne Plastik. Das war mein Eindruck, als ich im Dezember anfing, mich mit der Plastikmüllvermeidung zu beschäftigen. Aber je länger ich offenen Auges durch die
Supermärkte und Discounter streife, desto mehr finde ich. Leider nicht alles in einem Laden, aber vielleicht macht ja bald einer der Unverpackt-Läden auch im Rhein-Main-Gebiet auf, in Kiel und Berlin gibt es sie ja schon. Bei Pasta war ich am Verzweifeln und sah mich künftig alle zwei Tage Nudeln selbst machen, was so in etwa meinem Nudelkonsum entspricht. Wo wäre dann noch Zeit zum Bloggen geblieben? Oder zum Schlafen? Vielleicht hätte ich eine Halbtagsstelle annehmen müssen, um Pasta machen zu können. Doch gestern wurde ich fündig: Barilla führt Nudeln in Papierverpackung! Yes! Keine Nudeln selbst machen müssen. Ich kann weiter bloggen und dabei Spaghetti essen. Allerdings muss ich auch weiter Vollzeit arbeiten. Danke, Barilla. Selbst bei Gewürzen wurde ich mittlerweile fündig, obwohl ich da noch skeptischer war. Immerhin führen Fuchs und Ossmann tatsächlich nur Produkte in Plastik; selbst die Glasbehältnisse haben einen Plastikdeckel. Und mal ganz ehrlich, so ein Glasding ist auch nur einmal sinnvoll zu kaufen. Danach sind nur noch Nachfüllpackungen angebracht, und die gibt es ja nur in Plastik. Zumindest von Fuchs und Ostmann. Im Reformhaus fand ich Gewürze von Brecht. In Bio-Qualität. Verpackt in einer Papiertüte, die in einem kleinen Karton steckt. Und das zu einem Preis, der sich nicht wesentlich unterscheidet. TK-Gemüse und -Obst gibt es neben den plastikvertüteten auch in Papierschachteln. Wenn ich genau hinschaue, ist die Auswahl nicht gering. Einzig muss ich mein Einkaufsverhalten ändern. Ich wechsele die Märkte für meinen Großeinkauf nun wöchentlich und nehme immer das mit, was ich in den anderen Märkten nicht plastikfrei bekomme. So habe ich manchmal nicht alles für ein Gericht im gleichen Einkauf zusammen, aber besser langfristig planen als Supermarkttourismus mit dem Auto zu betrieben. Sonst ist der ökologische Fingerabdruck bald mit Reifenprofil versehen.


Kommt nicht in die Tüte? Sehr wohl!
Hoffnungslos war ich bei getrockneten Hülsenfrüchten und Konsorten. Bohnen, Linsen, Erbsen und andere eiweißreiche Hülsenfrüchte sind täglich auf meinem Speiseplan, und bislang fand ich sie tatsächlich nur in Plastikverpackung. Selbst im Tegut, dem Markt der immerhinder erste in Hessen war, der Plastikeinkaufstüten aus dem Verkauf nahm, gab es keine Alternative. Nun ist auch diese Suche von Erfolg gekrönt. Das Internet half. Sonntag habe ich bei http://www.mein-muesli-laden.debestellt. Dort gibt es nicht nur Hülsenfrüchte, sondern auch Getreide und Sämereien in Papierverpackung. Sehr schnell kam eine persönliche Email, dass sie schon fast alles gepackt hätten, nur eine Großpackung müsse in vier kleinen Verpackungen geliefert werden. Als ich darauf hinwies, dass ich gerne Plastikmüll sparen würde, bot man mir freundlich an, die PU-Verpackungen zu entfernen, in den dortigen PU-Müll zu geben und es in Papier zu verpacken, was immerhin besser ist, als es hier in den gelben Sack zu packen. Gestern kam das Paket an: Alles in doppelter Papiertüte verpackt. Noch dazu ein handschriftliches Briefchen, in dem sich der Versender für die Initiative bedankte, darauf hinwies, sogar auf Plastikfüllmittel im Paket verzichtet zu haben und sich entschuldigte, dass die kostenlosen Dreingaben noch in Plastik verpackt seien. Von so viel Service bin ich echt sprachlos. Ganz toll und sicher nicht meine letzte Bestellung.

Donnerstag, 13. Februar 2014

Sechster Schritt: Quark ohne Plastikschale

Die große Auswahl an Plastikschalen
Seit Jahren esse ich jeden Werktagmittag Obstquark im Büro. Quark aus einer Plastikschale, Obst aus einer Blechdose mit Plastiküberzug innen und das Ganze in einer Plastikbox zur Mitnahme. Mein persönlicher Rekord an Plastikbegleitern. Ich mache mich auf die Suche nach Quark im Glas. Fehlanzeige. Nur eine Bio-Molkerei am Bodensee konnte ich ausfindig machen. Das wäre natürlich völlig unökonomisch und unökologisch ohnehin, bedenkt man wie viele Milchbauern die Wetterau hat. Selbst Bio-Quark gibt es nur im Plastikbecher.  Ich schaue nach der Alternative, ihn selbst herzustellen. Unter anderem auf Seiten aus den USA, wo Quark nahezu unbekannt ist und daher nur sehr selten und wenn dann zu horrenden Preisen erhältlich ist, werde ich fündig. Zwei Liter Buttermilch benötigt man für ein halbes Kilo Quark. Wow. Das ist meine bisherige Tagesration. Ein Grund mal meinen Quarkkonsum zu überdenken. Ich lese mich in die Materie ein. Eine normale Kuh, also keine Hochleistungs-Muh-Kuh, deren Euter auf pralle 50 Liter Milch pro Tag gezüchtet ist, mit dem sie kaum mehr stehen kann, gibt 15-20 Liter Milch täglich, das heißt 10 von meiner Sorte teilen sich eine ganze Kuh. Erschreckend, wie ich finde. Das kann mit artgerechter Tierhaltung nicht funktionieren. Doch weniger Eiweiß, kann das funktionieren?

Yummi, zweimal Mittagessen to go
Als Sportler ging ich die letzten Jahre von 1,5 g bis zwei Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht täglichen Proteinbedarf aus.150 bis 200 Gramm Eiweiß pro Tag waren das täglich.Doch brauche ich das wirklich? Die gängigen Fitness- und Bodybuildingzeitschriften schreiben das. Die DGE dahingegen weist den Proteinbedarf in einer  Metaanalyse der belastbaren Studien zum Thema mit 0,83 g/kg aus, wobei sie lediglich einen Zusatz von weiteren 0,3 g/kg für den Muskelaufbau als nötig ansieht. Was wisst ihr schon von Kraftsportlern, wäre früher mein Gedanke gewesen. Mittlerweile neige ich zu einer anderen Frage: Was haben die Autoren von Zeitschriften, die sich über die Anzeigen von Sportnahrungsherstellern finanzieren oder von Sportnahrungsherstellern herausgegeben werden, davon, einen geringeren Eiweißbedarf in ihren Artikeln auszuweisen? Die Antwort ist klar: Die DGE hat keinen Vorteil, die Sportzeitschriften einen offensichtlichen und merklichen wirtschaftlichen Nachteil. Sogar die FIFA, bei denen es letztlich um Millionen geht, folgt grundsätzlich der DGE. Die Stimme der Vernunft entscheidet sich und ruft: 75 g Eiweiß reichen offensichtlich. Also reduziere  ich meinen Quarkkonsum auch auf die Hälfte. Selbst mein Calcium- und B12-Bedarf pro Mahlzeit wird damit gedeckt. Das Selbstmachen schiebe ich auf den Sommer auf, weil mir die Vorstellung, dafür den Herd nutzen zu müssen, erscheint, als würde ich den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Ich entscheide mich für einen Bioquark aus der Packung und kehre damit dem konventionellen Quark den Rücken. Wenn ich schon nur noch halb so viel brauche, kann ich auch gleich die Ersparnis artgerechter Haltung zugute kommen lassen. Ich finanziere damit eine glücklichere Kuh, die ich mir nun immerhin mit 20 Sportlern meiner Sorte teile. Und Obst gibt es nur noch frisch, saisonal und vom Markt. Abgesehen natürlich von den Amarenakirschen im Glas, weil die nicht auf Bäumen wachsen. Außerdem nehme ich nun Einmachgläser zum Transport. Quarkschalenmüll halbiert, Obstdosenmüll auf Null reduziert und kein Transport mehr in Plastik. Bingo!

Ach, ja, und noch ein kleiner Nachtrag zum Thema Haarseife. Dudu-Osun ist wirklich toll. Toller Schaum. Tolle Handhabung. Aber eben nicht wie ein Shampoo. Zumindest ich muss zwischendurch immer wieder mal mit Zitronensaft spülen, sonst gibt es so stark Schuppen, dass ich zwischenzeitlich sogar Angst vor Polizeikontrollen bekam. „Hey, was ist denn das für ein weißes Pulver? Auf den Boden, auf den Boden!“ Immerhin gibt es Zitronensaft in der Glasflasche.

Samstag, 8. Februar 2014

Fünfter Schritt: Bewusst einkaufen

"Lassen Sie's einfach  hier reinfallen. Danke!"
Heute auf dem Speiseplan: Ragout aus Paprika im Plastikmantel an Kartoffeln in einem Netz aus Plastik. Dazu Tomaten im Plastikbett. Ich sehe ja ein, dass der Supermarkt möglichst bequem für den Kunden sein will. Er soll nicht darüber nachdenken müssen, wie viel er wirklich braucht oder gar einzeln mit seinen ungewaschenen klebrigen Patsch-Händen Gemüse vom Wühltisch in seinen Gitterwagen klauben, sondern schlicht einmal zulangen und eine normierte Anzahl mitnehmen können. Dann hält er sich auch nicht so lange an der Kasse auf, um seine Beute wiegen zu lassen. Mehr als überdenkenswert. Slow Food passt gut zu Slow Shopping, sage ich mir, also gehe ich nun überwiegend auf den Wochenmarkt, der zweimal wöchentlich in Friedberg stattfindet. Ich habe meinen Stoffbeutel dabei, der freundliche Händler hinter dem reichhaltigen Stand packt mir mein Obst und Gemüse in der gewünschten Zahl dort hinein – ich darf es mir sogar aussuchen und *trommelwirbel* selbst nur eine Zuckerschote kaufen, wenn ich wollte –, und auch meinen Käse hole ich dort; nur umwickelt von Papier. Prima. So habe ich mir das vorgestellt. Hast verloren, Plastik-Gemüseverpackung! Das Einkaufen dauert allerdings fast doppelt so lang, weil ich ständig Bekannte und Freunde treffe. Und das ist gut so!


Zwei meiner besten Freunde am Morgen
Übrigens habe ich jetzt im REWE-Markt – nein, ich kehre den Supermärkten nicht völlig den Rücken – meinen täglichen Gemüsesaft doch noch in einer Glasflasche gefunden. Die Firma Heil aus dem Taunus, lokal also, bietet ihn an. Und lokal ist wichtig, wenn man auf Plastik verzichten will, denn Glas versaut seine Ökobilanz über sein Gewicht, gleichwohl es im Vergleich zu PET doppelt so oft wiederverwendet wird. Je geringer die Transportstrecke zum Konsumenten ist, desto mehr gleicht sich Glas an die Ökobilanz von Mehrweg-PET an. Glas von um die Ecke schlägt sicher PET von kurz hinter ADW, und beide schlagen gewiss Einweg-PET um Längen. Einleuchtend und leicht zu merken. Ich merk’s mir, und der Gemüsesaft trifft meinen Geschmack sogar besser als der vom Aldi im Tetra-Pak, den ich sonst immer hatte, was hoffentlich nicht mehr dem ITX geschuldet ist.