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Sonntag, 30. April 2023

Lesung aus "Arnold hält nach" zum ProVeg-Brunch in der Kräuterpension


Heute durfte ich in der Kräuterpension am Wald von Heidrun Quintino in Hanau-Großauheim aus den erst Montag vollständig als Taschenbuch erschienenen drei Bänden von "Arnold hält nach" lesen. Anlass war das Pro-Veg-vor-Ort-Treffen. Der vegane Mitbring-Brunch findet schon seit über elf Jahren dort statt. Flexitarisch, vegetarisch und vegan lebende Menschen treffen sich dort einmal monatlich zum Austausch und gemeinsamen Essen. Natürlich haben wir auch etwas zum Buffet beigetragen: Meine Medaillons und dazu die vegane Käsesoße, aber je ohne Nüsse und die Medaillons stattdessen mit Haferflocken, da ich derzeit an meiner Körpermitte arbeite. Tut mir leid, dass die anderen darunter leiden mussten 😉

Das Buffet war großartig, auch wenn ich durch drei Wochen Nachrungsmengenrestriktion nicht so viel essen konnte, wie meine Augen mir dringend nahegelegt hatten.



Ich habe aus den drei Bänden je drei Texte ausgewählt, die, wie immer humorvoll und faktenbasiert, Themen wie Müllvermeidung, Ernährung, Klimawandel, Konsumkritik oder Mobilität zum Kern hatten. Mein Grinsen ist ein gutes Zeichen, dass ich Spaß hatte. Hinterlasst gerne einen Kommentar, wenn es bei euch auch so war, und abonniert meinen Newsletter, wenn ihr die neuen Texte immer frisch jeden zweiten Dienstag per E-Mail bekommen wollt. Danke 😀





Montag, 20. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 22)


Käsemesser und Käsehobel passen zu einem plastikmüllfreien, veganen Haushalt ebenso gut wie ein mit Butterschmalz gefülltes Aquarium zu einem Grottenolm. Ich hatte mir beide aufbewahrt für den Fall, dass ich einmal Gäste habe, die gerne über Käseplatten herfallen. Früher aß ich sie natürlich selbst (den Käse, nicht die Gäste), doch heute kaufe ich nur noch vegan ein. Es kam, seit ich im Jahr 2016 in die neue Wohnung gezogen war, nicht ein einziges Mal Käse auf den Tisch, und das, obwohl ich Gäste hatte, die früher über selbigen hergefallen wären (den Käse, nicht den Tisch). Ich gebe sie nun frei, auf das sich eine Käsefreundin oder ein Käsefreund daran erfreuen möge 👌
⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀
Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊


Sonntag, 4. März 2018

Veggiworld Rhein-Main 2.-3. März 2018 - Review

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Dieses Wochenende war ich auf der Veggiworld Rhein-Main. Zwar gibt es nur wenig im Messeangebot, dass ich in meine tägliche Ernährung einbauen möchte, da im Regelfall alles in Plastik verpackt ist, aber sie ist für mich stets Inspiration, das eine oder andere selbst nachzumachen und zudem ein Gradmesser dafür, wie sehr die vegane Ernährung tatsächlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. 
Jahr für Jahr erkenne ich Fortschritte - am Marker, wie nahe insbesondere Fleischersatzprodukte dem Original kommen. Das ist meines Erachtens der Schlüssel zum Erfolg. Nur noch ganz abgebrühte Fleischesser (lustiges Wortspiel in Zusammenhang mit Brühwurst) würden weiterhin Fleisch essen, wenn sie ohne Entscheidendes ausblenden und das Gewissen ausschalten zu müssen, den gewohnten Geschmack auf dem Teller finden würden (Um die Abgebrühten kümmern sich Anonymous for the voiceless, die ebenfalls einen Stand hatten und tolle Arbeit leisten). 
Mit gutem Beispiel geht da Fry's voran. Das war schon sehr gut, was wir da kosten durften. Ihre Burgerpatties finden sich beispielsweise auf veganen Burgern bei "Hans im Glück" - zu kaufen sind sie unter anderem bei Veganz. Auch die Schnitzel waren richtig gut.

Erschrocken hat uns ein wenig, was die rumänische Firma Iezeress aus Soja gezaubert hat. In unserer Erinnerungen kam das, was dort an Hausmacherwurst erinnerte, so nah an das Original heran, dass zumindest ich skeptisch gewesen wäre, hätte es nicht bei einer veganen Messe ausgelegen. Würde es mir auf der Wurstplatte meiner Eltern angeboten, würde ich es vermutlich trotz Beteuerungen des veganen Ursprungs ablehnen. Gerade die unten links auf dem Bild zu sehende Wurst mit ihren "Schinkenstückchen", war so wurstähnlich, dass ich fast versucht war, eine mitzunehmen, um sie heimlich meinem Vater unterzujubeln (Papa, wenn du das hier liest, keine Sorge! Du kennst mich *unschuldiglächel*)

Natürlich gab es vieles zu Messepreisen zu erstehen, und zahlreiche Menschen ächzten wie Backpacker ausgestattet durch die Gänge der Messehalle. Auch die Zulassungsgebiete der Fahrzeugkennzeichen auf dem Parkplatz wiesen darauf hin, dass die eine oder der andere den Messebesuch offensichtlich mit Übernachtung eingeplant haben musste, um sich einen Jahresvorrat an veganen Genüssen zuzulegen. Das kann man verstehen. Gerade bei den Auftrichen, die wir probieren durften, waren so viele dabei, dass man sich damit einreiben möchte, um nie wieder ohne sie zu sein. Speziell Essensdorfers hatten so viele großartige Sorten zum Probieren und Kaufen, dass das Kofferset mitzubringen angezeigt war. Allerdings, und das trifft auf fast alle Aussteller zu, muss man auch ordentlich vorher gespart haben. Ich hoffe daher, dass der vegane Marktanteil sich weiter vergrößert, damit gerade der Convenience-Bereich erschwinglicher werden kann. Auch dass ist ein nicht unwesentlicher Punkt. Günstig vegan leben, kann jeder. Sich Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide kaufen kann jeder. Spannend wird es nur, wenn es um die Zubereitung geht. Meine Beobachtung ist, dass das Gros der Konsumenten doch gerne zum Fertigprodukt greift, und damit will ich gar keine Wertung verbinden. Soll sich eine alltagstäugliche vegane Ernährung durchsetzen, darf ein Glas großartiger Schokocreme, die ich an einem unvorsichtigen Morgen durchaus verzehren könnte, keine neun Euro kosten. Hier sollte der Staat schlichtweg subventionieren. Vegane Produkte tragen zur CO2-Verringerung bei, fördern die Gesundheit und haben einen geringeren Flächenverbrauch als nicht vegane Lebensmittel. Das sind Benefits, die den Staatshaushalt entlasten und eine Förderung mehr als sinnvoll machen.
Bei allen Fertigprodukten darf nicht unerwähnt bleiben, dass Reformhaus lose Ware in Schütten anbot (dort durfte ich auch Sabrina von UNVERPACKT LORSCH kennenlernen). Toll! Lieber Staat, auch das solltest du in deine Förderprogramme mit aufnehmen.

Mein gesamter Haushalt ist nahezu frei von plastikverpackten Produkten. Eine der wenigen Ausnahmen, zu der ich noch keine wirklich praktische Alternative gefunden habe, sind Proteinpulver. Ich treibe viel Sport und möchte nicht darauf achten müssen, ob ich genug Protein in meiner Nahrung habe. Zudem ist das Post-Workout-Shake, gerade bei Sportlern die täglich trainieren, goldwert, um die Regeneration zu beschleunigen. So, genug gerechtfertigt. Bislang nehme ich das Vegan Blend von Sunwarrior, das allerdings in den USA produziert wird. Auf der Messe durfte ich Be Green kennenlernen. Ihr Blend Protein besteht aus gekeimten, braunen Vollkornreis, Erbsenprotein und Chiasamen. Geschmacklich war das Schoko toll, und ich werde es gerne testen, sobald mein Vorrat an Sunwarriors aufgebraucht ist. 
Protein ist ein gutes Stichwort. An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass ich ein Mensch voller Gegensätze bin. Ganz Sportler achte ich auf meine Ernährung: Viel Obst, viel Gemüse, kohlenhydratbetont mit täglichem Getreidebrei und ausreichend Protein, hauptsächlich in Form von Hülsenfrüchten. Als Sportler achtet man natürlich auf das Fett, das man zu sich nimmt. Ich persönlich achte dergestalt darauf, dass ich regelmäßig Schokolade esse. Am liebsten nicht stück-, sondern tafelweise. Am besten täglich. Zuweilen glaube ich, dass das der Hauptgrund ist, weshalb ich täglich Sport mache. Zeitgleich lebe ich fast frei von Plastikmüllanfall - sieht man von Proteinpulvern und eben den Schokoladenverpackungen ab (Zu meiner Verteidigung: Ich kaufe auch unverpackten Schokobruch bei gramm.genau in Frankfurt am Main). 

Genug gerechtfertigt (ich wiederhole mich). Ein Hersteller auf der Messer bot mir das fehlende Bindeglied, den Missing Link, das, was ich mir schon immer erträumt hatte: Eine Schokolade mit knapp 30 g Protein und reduziertem Zucker- und Fettanteil. Außerdem ist ein Panda darauf abgebildet. Die beiden Macher von Pumpin Panda waren super sympatisch und haben es geschafft, mir die Sorte Lebkuchen-Zimt zu verkaufen, obwohl ich nur Sekunden vorher sagte, die Weihnachts- und Winterzeit müsse enden. Zu lecker, um sie nicht mitzunehmen. Wenn ich heute Mittag die Calisthenics Station am Wölfersheimer See aufsuche, werde ich kein Proteinshake mitnehmen. Ich werde mich auf die kalte, schneebedeckte Bank setzen, einen heißen Post-Workout-Kakao aus der Thermoskanne trinken und dazu meine winterlich gewürzte Post-Workout-Schokolade essen. Ich liebe mein ambivalentes Leben.


Sehr gefreut hat uns, dass Happy Cheeze einen Stand hatte. Vor Jahren hatte ich schon einmal bei ihnen bestellt und war sehr begeistert. Seitdem sind viele neue Sorten hinzugekommen. Ihre veganen Käse verdienen den Namen absolut, denn es sind tatsächlich Käse, wenn man davon absieht, dass nicht Kuh- sondern Nussmilch die Basis ist. Ihre Herstellung folgt den selben Schritten, die auch in einer Käserei gefolgt werden, um einen schmackhaften Käse zu produzieren. Gerade die Käse mit Kräutermantel sind hervorragend.
Heute jedenfalls freuen wir uns auf ein ausgiebiges Frühstück mit Happy Cheeze und Vegusto, deren Gouda sogar nach Gouda schmeckt.

Samstag, 17. Juni 2017

Italienische Nudelpfanne mit veganer Käsesoße

Ja, ich gebe es zu: Ich habe absichtlich Käse geschrieben, wissend, dass ich damit Vegetarier und käseliebende Omnivore auf meine Seite locke. Sie alle werden zwar das "vegan" vor "Käsesoße" gelesen haben, auch die Adresse my-vegan-cookbook flüchtig wahrgenommen haben, jedoch das Rezept in Erwartung einer echten Käsesoße sofort nachkochen wollen. Bitteschön! Viel Spaß!

Zutaten
Eine handvoll Vollkornspaghetti
1/2 Tasse Getrocknete Tomaten
1/2 Tasse grüne Oliven
eine Paprika
1/2 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 EL Hefeflocken


Zubereitung

Nudeln in Salzwasser kochen (1 geh. TL Salz pro Liter, damit sie ordentlich Geschmack bekommen)
In der Zwischenzeit Zwiebeln, Knoblauch, Tomaten, Oliven und Paprika kleinschneiden. In einer Pfanne Olivenöl erhitzen (nicht auf voller Stufe, sonst verbrennt es), dann Zwiebeln und Knoblauch anschwitzen. Jetzt die restlichen Zutaten bis auf die Hefeflocken und die Kräuter hinzu und mit anbraten.


Das Wichtigste kommt jetzt: Die Nudeln sind fertig? Super! Dann eine halbe Tasse Nudelwasser (stärkehaltig und daher perfekter Mitspieler im Soßenteam) in die Pfanne geben, noch einen Schuss Olivenöl hinzu und zusammen mit den Hefeflocken so lange verrühren, bis sie emulgieren. Dann die Nudeln direkt in die Pfanne und ordentlich mit der Soße, die durch die Hefe einen schönen käsigen Geschmack bekommt, vermengen. Sie verbindet sich jetzt mit den Nudeln und über jeder Nudel befindet sich ein schöner Soßenfilm. Zum Schluss die Kräuter, frisch im Mörser zu einem Pesto verarbeitet, unterheben. Wohl bekomm's!

Teller leer? Fantastisch, gell? War eine vegane Käsesoße. 

Schmeckt gar nicht so intensiv wie Käse? 
Stimmt! Ist ja auch kein Käse, sondern das, was wir Veganer zu Käse machen, wenn wir uns zurückzuerinnern versuchen, wie er noch einmal geschmeckt haben mag. 

Warum heißt es Käse, wenn es keiner ist? 
Weil wir uns erinnern möchten und ein Teil dessen, was uns mal geschmeckt hat, in unseren Köpfen lebendig halten wollen. Veganer Käse ist So-was-ähnliches-wie-Käse-Käse für Veganer. Wer kein Veganer ist, isst in der Regel Veganern auch nicht den Käse weg, wenn sie oder er eigentlich echten Käse aus über Tiereuter gewonnener Milch essen möchte. Deshalb steht vegan davor oder ist die Vegan-Blume darauf abgebildet. In gerade mal vier Prozent der Fälle kommt es tatsächlich zu Verwechselungen. 
Verbraucherschutz bedeutet, den Verbraucher vor einer Täuschung zu schützen; 96 Prozent der Verbraucher bedürfen offenbar keines Schutzes. Die nationalen und EU-Verordnungen zur Kennzeichnung von Milch und Milcherzeugnissen sowie das jüngste Urteil des EuGH scheinen mir in diesem Fall eher dem Schutz einer übermächtigen Industrie zu dienen, die Angst um Marktanteile  hat, die eine wachsende, zukunftsfähige pflanzliche Industrie derzeit beansprucht. Aufhalten lässt sich der Prozess nicht.

Mittwoch, 31. Mai 2017

Nicht Visch, nicht Vleisch!

„Was ich ja überhaupt nicht verstehe, ist, warum ihr Veganer Fleisch nachbilden müsst!“, sagte kürzlich jemand auf einer Geburtstagsfeier, als er erfuhr, dass extra für mich eine pflanzliche Alternative gekauft wurde. Ich gab meine Standardantwort: „Warum nicht?“ Es brauchte vier Jahre, bis ich dieses Glanzstück an Rhetorik entwickelt hatte. Früher versuchte ich, tatsächliche Argumente anzubringen: Das Festhaltenwollen an Gewohntem, dass ich ja nicht Form oder Geschmack von Fleisch ablehne, dass auch ein Fleischklößchen nicht rund ist, weil es aus Fleisch ist, sondern schlichtweg deshalb, weil es die einfachste Form ist, in die man eine Masse, ganz gleich ob fleischlich oder pflanzlich, nun einmal bringen kann, oder dass ein Hamburger-Patty nun einmal kreisförmig und flach sein muss, weil es sonst halt nicht in ein Softbrötchen passt. Man stelle sich nur vor, Patties seien pyramidenförmig. Tomate und Gurke würden herunterpurzeln, die Soße wie Lava an einem Vulkan herunterfließen und die Spitze durchbohrte grundsätzlich das Oberteil des Hamburger-Buns. Wenig erstrebenswert! Weder für Omnivore, noch für Herbivore! Es dauerte lang, bis ich den Grund solcher Fragen erkannt habe. Für viele sind Veganer so suspekt wie Baumumarmer - diese Menschen, die sich im Wald zärtlich an den Stamm einer großen Eiche kuscheln. Im Gegensatz zu Veganern fragt die Baumkuschler jedoch niemand, warum sie einen Menschen mit einer Eiche nachbilden. Für viele mag das eichenartig klingen, aber es gibt leider kein Schnitzelbäumchen oder einen Hähnchenschenkelstrauch. Beim Gang in den Supermarkt springen uns jedoch all diese Fleischersatzprodukte ins Auge, und man denkt sich: „Der Veganer isst den ganzen Tag Veggi-Schnitzel, Seitan-Thunfisch und  nagt an Soja-Hähnchenschenkeln am Knochen aus Holz. Wäre er doch nur so ein Baumumarmer! Die schnitzen ja auch keine Gesichter in die Bäume!“ Vorweg: Fleischersatz ist völlig in Ordnung. Er hilft Menschen auf Fleisch zu verzichten, ohne auf den Geschmack verzichten zu müssen. Das ist ein wenig wie alkoholfreies Bier. Das macht Trinken und Autofahren wieder zu Freunden, und der designierte Fahrer muss seinen Freunden abends nicht mehr traurig bei Mineralwasser zuschauen, wie sie lecker frisch gezapftes Pilsener genießen. Doch ist vegane Ernährung ebenso wenig durch das vegane Fleischersatzprodukt definiert wie italienische Küche durch die Packung Mirácoli oder das Grillen durch fertig marinierte Rippchen vom Discounter. Der ambitionierte Griller von heute mariniert Spare Ribs selbst, lässt sie stundenlang im Buchenrauch vor sich hin schmurgeln, bis ihr Fleisch fast von selbst vom Knochen rutscht. Der Liebhaber italienischer Küche füllt Saltimbocca mit echtem Parma-Schinken und mit Salbei aus dem eigenen Garten; er weiß: Pasta ist nur eine Vorspeise. Und der Veganer? Nun, der macht sich einen Strudel aus Polenta, füllt ihn mit herzhaftem Lauchgemüse und serviert ihn an Möhren-Süßkartoffelpüree zu einem Sößchen aus roter Beete. Gut, eine Gemüsepfanne mit Bohnen tuts auch. Wichtig ist nur: Fertigprodukte können das Leben zwar vereinfachen, aber ebenso wenig wie der Otto-Normal-Verzehrer auf sie angewiesen ist, machen sie die vegane Ernährung aus.  In den USA, den Meistern des Convenience Foods,  gibt es mit dem Impossible Burger übrigens einen pflanzlichen Patty, der vom tierischen Original nicht mehr zu unterscheiden ist. Vielleicht sagt eines Tages mal jemand: „Ich verstehe, warum ihr Fleisch nachbildet. Weil’s geht!“

Samstag, 28. November 2015

Vegane Käsesoße für Mac'n'Cheese und Nachos

Spirelli mit veganer Käsesoße, Ölsaaten
und Zitronenthymian
Ich mag schnell zubereitetes Essen. Ich mag gutes Essen. Nudeln mit Käsesoße vereinen beides. Natürlich darf da auch ein veganes Rezept nicht fehlen.

Im Internet findet man zahlreiche vegane Rezepte für Mac'n'Cheese, Käsedips oder Käsesoßen. Die Basis der Rezepte waren überwiegend Kartoffeln und Möhren. Die Kartoffeln für die Cremigkeit, die Möhren für die Farbe. Um die cremige Konsistenz Käse nachzuempfinden, braucht es natürlich Fett. Ich fand Rezepte mit Margarine, Olivenöl oder auch Cashewkernen. Die Rezepte lasen sich überwiegend sehr lecker, doch wie immer entscheidet der persönliche Geschmack beim nachkochen. Manche waren mir zu mächtig, andere zu salzig, wenige nicht käsig genug.

Ich habe mir nun mein eigenes gebastelt, das ich euch her gerne vorstelle.


Prepared to take a hot bath!
Zutaten:
- 300 g Kartoffeln
- 100 g Karotten
- 250 ml Gemüsebrühe
- 1 TL Rauchsalz
- 1 EL Zitronensaft
- 100 g Cashewkerne
- 30 g Hefeflocken
- 1 Zwiebel
- 1 Knoblauchzehe
- 1 kleine Chili



Zubereitung:
Die Cashewkerne über Nacht einweichen. Wer keine Cashewkerne hat oder vergessen hat, sie einzuweichen, lässt sie einfach weg, nimmt anstelle der 250 ml Gemüsebrühe nur 150 und fügt 100 ml Olivenöl hinzu. Es geht um die cremige Konsistenz, und die erreicht man auf beiden Wegen.

Cremige vegane Käsesoße
Die Kartoffeln und Karotten schälen, in Scheiben schneiden und in Salzwasser weich kochen.

Währenddessen die Zwiebel, die Chilischote und die Knoblauchzehe grob würfeln und in etwas Öl anbraten (den Knoblauch ganz zum Schluss dazu; er wird schnell bitter).

Jetzt die Gemüsebrühe in den Blender, die abgegossenen Cashewkerne und die restlichen Zutaten hinzu und auf höchster Stufe pürieren. Sollte sie nicht cremig genug sein, einfach etwas Olivenöl hinzugeben.

Falls die Soße nicht gleich verzehrt wird, im Anschluss am besten nochmal in den Topf und für 10 Minuten bei 70° C köcheln lassen. Das tötet eventuell vorhandene Keime ab und erhöht die Haltbarkeit.



Nun gibt es folgende Optionen: über die Nudeln damit, ins Schälchen für die Nachos zum Videoabend oder aufheben für später. Im Kühlschrank hält sie sich in einem vorher ausgekochten Bügelverschlussglas mindestens eine Woche, im Tiefkühler bestimmt drei Monate.

Damit steht dem veganen Videoabend nichts mehr im Weg!