Mittwoch, 20. Juni 2018

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Ich hatte meine erste Walderdbeere aus der Dachterrassenbalkonkastenpflanzenzucht. Himmel, sind die süß und lecker 🤗 Eine unbedingte Empfehlung für alle Menschen, die eine freudebringende, anspruchslose Pflanze für den Topf auf dem Balkon suchen 😊 #erbeere #strawberry #fruits #green #gärtnern #garten #garden #gardening #urbangardening #plant #plants #terrasse #dachterrasse #homegrown #vegan #whatveganseat

Dienstag, 19. Juni 2018

Was tun bei Platzmangel im Kühlschrank?


Wenn ich in meinen Kühlschrank schaue, sehe ich darin … nichts. Ich nutze keinen. Insofern ist es nicht verwunderlich. Ich kenne jedoch einen, in dem man nach dem Öffnen ebenfalls nichts sieht. Die Lampe funktioniert. Das erkennt man an dem hilflosen Glimmen, das hinter diversen dicht gereihten Sahnepäckchen gerne zur vollen Entfaltung käme. Schaut man sich die Mindesthaltbarkeitsdaten (MHD) des Kühlguts an, stellt man fest, dass da jemand offensichtlich auch vor drei Jahren schon ein großer Liebhaber von Schmelzkäse mit  Schinkengeschmack war. 

Kürzlich hörte ich: „Bis zum MHD kann man alles essen, danach: Tot!“ Das ist leider oft die Devise. Einmal im Jahr wird aufgeräumt, die Hälfte dessen, was im Kühlen auf seinen verdienten Verzehr gewartet hatte, dem Restmüll übereignet und so Platz geschaffen für Neueinkäufe, die den sodann zwangläufig in die weniger beleuchteten Ecken gedrängten Lebensmitteln eine ähnliche Zukunft bescheren. Dabei ist das MHD doch nur ein Garantie- und kein Verfallsdatum. Wir können doch sensorisch testen. Hat es einen Pelz und schnurrt nicht beim Streicheln, wegwerfen!  Riecht es komisch und geht auf sanftes Drängen nicht duschen, wegwerfen! Und zuletzt bleibt noch die Zunge zum Test. Bitzelt sie oder signalisiert auf andere Art, dass das Bäh! ist, dann wegwerfen. In den meisten Fällen wird man überrascht sein, was noch alles verzehrbar ist, obwohl das MHD länger zurückliegt als der eigene Geburtstag. 

Wenn der WWF in seiner mittlerweile drei Jahre alten Studie „Das große Wegschmeißen“ davon ausgeht, dass zehn der insgesamt achtzehn Millionen Tonnen Lebensmittelverluste vermeidbar sind, meint er – neben organisatorischen Veränderungen, die verhindern, dass sich das Licht im Kühlschrank überhaupt so stark verdunkeln kann – genau so etwas. 
39 % der Lebensmittel, die unnötig weggeworfen werden, gehen zulasten der Endverbraucher. In Anbetracht einer knappen Milliarde Hungernder weltweit, kann ich es nur traurig nennen, dass hierzulade die Hälfte der produzierten Lebensmittel auf dem Müll landet. Insbesondere wenn man bedenkt, dass ein Viertel der weltweit weggeworfenen Lebensmittel in der Lage wäre, den Welthunger sofort zu beenden. Meiner Mutter sagte ich als Kind nach der xten Ermahnung, dass ich nicht aufäße, während die Kinder in Afrika hungerten, dass sie meine Reste gerne nach dort senden könne. Half nichts: ich musste trotz fehlender Paketmarken aufessen. Dennoch ist natürlich etwas Wahres dran. Was helfen unsere Reste? Die Frage ist, wie können wir Reste vermeiden? Durch ein Einkaufverhalten, das keine Reste produziert! Was nicht gekauft wird, muss nicht hergestellt werden. Und in Anbetracht der Tatsache, dass Europa bereits zu 40 Prozent Lebensmittel bezieht, die nicht auf europäischem Boden wachsen, lässt sich folgendes schließen: Vielleicht stehen die Böden dann wieder den Hungernden zur Verfügung. 
Weitere 19 % entstehen beim Großverbraucher, was ich als Apell verstehe, im Restaurant keine Reste zu lassen oder sie zumindest mitzunehmen. Gut, wer mich kennt – ich bin als Buffetfräse gefürchtet –, weiß, dass ich dem Motto: „Keine Gefangenen!“ folgte, wenn es um Essen geht. 
Der Rest steht in der Verantwortung von Produktion und Handel (Ernte-, Nachernte- und Prozessverluste sowie Verteilungsverluste im Groß- und Einzelhandel). Dass da weniger verkommt, dafür sorgen „Die Tafeln“ oder Organisationen wie „Foodsharing“. Letztgenannte finden sich in der Wetterau noch nicht. Aber, wer weiß, vielleicht finden sich ja ambitionierte Foodsaver nach dem Lesen der Kolumne.
Auf dem Bild sind übrigens die Ehrenamtlichen von Foodsharing Hessische Bergstraße zu sehen, die ich Mittwoch besucht habe.

Sonntag, 17. Juni 2018

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Das ist mal eine tolle Verwendung für ein altes Bett 😊 Gesehen im Burggarten Friedberg 🌻🌼☘️ #garten #garden #gardening #gärtnern #beet #zerowaste #keinmüll #gogreen #nachhaltig #nachhaltigkeit #nachhaltigleben #sustainable #sustainability #sustainableLifestyle #zerowastelifestyle #eco #saveourplanet #savetheplanet #ourplanetourhome #waronwaste #motherearth  #goingzerowaste #reuse #wiederverwenden #DIY #burg #burggarten #friedberg #wetterau #hessen

Samstag, 16. Juni 2018

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Hier frühstückt sich immer noch am schönsten vegan, im Schweizer Milchhäuschen 😊
Mit dem Bus hin und nun zu Fuß an der Usa und in der Sonne zurück nach Friedberg 😎

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Ich war heute schon ganz früh Sport machen. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Offensichtlich besteht der Wurm aus Müll 😕
Wer an einer Sportstätte - noch dazu wenn nebenan ein Kinderspielplatz ist - nicht in der Lage ist, die wenigen Meter zum Eimer zu gehen und sich nicht einmal dort zurückhalten kann zu rauchen, der gehört eine Woche lang mit Sandkuchen gefüttert 🍞
Und zwar aus den hässlichen Fischförmchen 🐟
Und mit dem Sand, den auch die Katzen mögen 🐈

Genug gemeckert! Ab dem nächsten Training komme ich mit Müllsack 😎

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Besuch beim Foodsharing-BBQ in Bensheim


Am Mittwoch hatte ich die Freude von foodsharing Hessische Bergstraße eingeladen gewesen zu sein, an deren BBQ teilzunehmen. Ich wankte zwischen Schock und Freude, als ich allein die Obst- und Gemüsemengen sah, die die Helferinnen und Helfer (Foodsaver) aus Bensheim und Umgebung binnen zwei Tagen gerettet hatten. Schockiert war ich darüber, dass tatsächlich so viel im Handel weggeworfen wird. Die Gemüse sahen nicht viel anders aus als die, die bei mir selbst zuhause im Korb liegen: Reife Bananen, Pomelos, Salate, ganze Säcke an Kartoffeln, Kohl. Freude kam dennoch auf, denn all diese Lebensmittel wurden nicht nur gerettet, sondern dienten auch dem BBQ als Grundlage. Es gab Gemüsesuppe, Grillspieße aus geretteten Paprika, Zwiebeln und Tomaten, Grillkartoffeln und jede Menge frische Salate – kostenlos.


Bevor es losging, durfte ich meinen Text „Windkrafträder“, der sich mit Lebensmittelverschwendung und Konsumkritik befasst, vortragen und damit Michaela Zengs Vortrag zum Thema „Foodsharing“ einleiten. Auch wenn ich selbst schon recht tief im Thema bin, waren „Innenansichten“ eines Foodsavers – Michaela ist Botschafterin für foodsharing Lampertheim und Umgebung – sehr erhellend, und manches schockierte mich von Neuem. Hygienebestimmungen verhindern, dass Rückläufer von Obst und Gemüse wieder in den Verkauf gehen können – so retteten die Foodsaver eine ganze Palette (!) Erdbeeren im April. Gurken, Zucchini, Kartoffeln, die nicht die richtige Form haben, bekommen die Landwirte nicht von den verarbeitenden Betrieben und Großhändlern abgenommen und werden untergepflügt, wenn Foodsaver sie nicht retten. Der Kampf um Kunden zwingt Bäckereien auch fünf Minuten vor Ladenschluss noch volle Regale haben zu müssen, sodass sich foodsharing kaum noch retten kann vor lauter Backwaren.


Ich finde es unheimlich toll, dass es diese engagierten Menschen gibt, die so tolle Geschichten wie die folgenden erst ermöglichen. Ein Teilnehmer des BBQ erzählte mir, dass er einen Unfall hatte und lange Zeit mit 150 Euro im Monat auskommen musste. Ohne foodsharing hätte er es nicht geschafft, sagte er voller Dankbarkeit und ergänzte, dass er einmal eine ganze Woche nur von geretteten Bratwürsten gelebt hätte. Eine Frau berichtete mir, sie habe seit drei Jahren keine Lebensmittel mehr gekauft und mache sehr viel der geretteten Lebensmittel ein, die sie weiterverschenke. Eine Dritte teilte mir mit, sie habe vor Jahren aus Überzeugung zu Containern begonnen; seit es die Foodsaver auch in ihrer Nähe gibt, müsse sie sich nicht mehr in dieser rechtlichen Grauzone bewegen und erreiche viel mehr Menschen.

Iris Klein und Henrike Dietermann, Botschaftern foodsharing Hessische Bergstraße
Satt und bereichert von vielen tollen Gesprächen brach ich dann vier Stunden nach meiner Ankunft die Heimreise an. Bis es so weit war, hatten sich die Obst- und Gemüsekisten und auch die Back- und Trockenwaren schon fast auf ein erträgliches Maß reduziert. Hier wird wirklich Essen gerettet.

Freitag, 15. Juni 2018

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Der war unheimlich lecker 🍔🍴 Ein selbstgemachter Burger mit einem Bun, das seinen Namen zurecht trägt, einem leckeren Patty aus schwarzen Bohnen und als Topping Tomaten, Gurken, Rucola, selbstgemachte Hamburgersoße und rauchiger Bacon 😎

... weshalb ich die Rezepte gerne mit euch teilen mag 😉

Patty: https://ift.tt/2t9CJAr 
Bun: https://ift.tt/2MqZCbb 
Fake Bacon: https://ift.tt/2tJIlRG 😆

#burger #burgertime #selfmade #cooking #food #foodpics #foodie #heresmyfood #eeeeeats #feedfeed #vegan #veganism #whatveganseat #veganfood #veganfoodporn #veganfoodshare #bestofvegan #letscookvegan #veganlife #veganeats #cleaneats #cleaneating #healthyfood #dairyfree #plantbased #veggie #idonteatanimals #meatless #meatfree #nomeat

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Letzte Woche habe ich entschieden, morgens nunmehr Haferflocken zu essen, weil ich keine Lust mehr hatte, ständig Brot und Aufstrich kaufen zu müssen. Frisch geflockt und dann zehn Minuten in Wasser eingeweicht, ist das ein super Start in den Tag. Heute konnte ich meine erste eigene Ernte an Himbeeren dazu essen 🍇🌞
Es sind diese kleinen Momente, die einen so viel glücklicher in den Tag starten lassen.
Was frühstückt ihr?

#raspberry #himbeere #hafer #haferflocken #oats #rohkost #raw #rawfood #frühstuck #breakfast #food #foodpics #foodie #heresmyfood #eeeeeats #feedfeed #vegan #veganism #whatveganseat #veganfood #veganfoodporn #veganfoodshare #bestofvegan #letscookvegan #veganlife #veganeats #cleaneats #cleaneating #healthyfood #dairyfree

Montag, 11. Juni 2018

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Gestern hatte ich tolle Gäste zum Sonntagskaffee auf der Dachterrasse 🤗 Es gab vegane Milchschnitte und Schokokuchen. Beide waren superlecker, weshalb ich euch die Rezepte nicht vorenthalten will 😉

Milchschnitte https://ift.tt/2LBqjJ5
Schokokuchen https://ift.tt/2sMOLAp (die Hälfte des Zuckers hatte ich durch Feigen ersetzt)

#cake #kuchen #milchschnitte #selbstgemacht #backen #veganbacken #veganbakery #food #foodpics #foodie #heresmyfood #eeeeeats #feedfeed #vegan #veganism #whatveganseat #veganfood #veganfoodporn #veganfoodshare #bestofvegan #letscookvegan #veganlife #veganeats #cleaneats #cleaneating #healthyfood #dairyfree #plantbased #veggie

Samstag, 9. Juni 2018

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So sieht es aus, wenn wir unsere Sammelbestellungen bei "Mein Müsli-Laden" geliefert bekommen. Ein voll ausgenutztes 30-Kilo-Paket, alles plastikfrei und in möglichst großem Gebinde. Die #Papiertüten dienen als #Komposttüten, bevor sie in den #Müll kommen 🌱🌞

Mehr unter https://ift.tt/2xZyHjG

#zerowaste #lesswaste #lowwaste #müllfrei #keinmüll #unverpackt #plasticfree #plastikfrei #gogreen #nachhaltig #nachhaltigkeit #nachhaltigleben #sustainable #sustainability #sustainableLifestyle #zerowastelifestyle #eco #selbstversuch #saveourplanet #savetheplanet #ourplanetourhome #waronwaste #motherearth  #goingzerowaste #refuse #reuse

Donnerstag, 7. Juni 2018

Umsonstladen Friedberg hat wieder ein Ladenlokal


Dienstag hatte ich die Freude, bei der feierlichen Eröffnung des neuen Umsonstladens in Friedberg dabei sein zu dürfen. Im letzten Winter mussten die Ehrenamtlichen des Internationalen Zentrums, die ihn bis dahin im Gewölbekeller des alten Rathauses in der Bismarckstraße betrieben hatten, leider schließen – er war so hochfrequentiert, dass die nicht vorhandene zweite Fluchttür leider zum Hindernis wurde. Dieses Problem dürfte die neue Bleibe in der Engelsgasse 21, direkt unter dem Parteibüro der Grünen, nicht haben. Die drei Räume wirken groß, aufgeräumt und laden zum Stöbern ein. Beinahe war ich versucht, mir etwas mitzunehmen, und das, obwohl ich mich doch eigentlich weiter reduzieren möchte. Ich denke, das spricht für sich. Wahrscheinlich waren es das leckere Catering mit Genüssen aus zig Nationen, das die Betreiber bereitgestellt haben, die tolle Musik, mit der uns Herbert und Eva Knihs unterhalten hatten, und die zahlreichen guten Gespräche, die ich am Abend der Eröffnung führen durfte, die mich letztlich davon abgehalten hatten. Ich könnte mir jedoch vorstellen, nochmal heimlich zurückzukehren, um dennoch eine dieser Wandlampen mitzunehmen. Dann schaut das Kabel nicht mehr lose aus meiner Flurwand.



Ein Kostenlosladen, Umsonstladen, Kost-Nix-Laden, Schenkladen oder - welcher Name auch immer genutzt werden mag – ist schnell erklärt. Wer ungenutzte Gegenstände zuhause hat, die andere gebrauchen könnten, gibt sie dort ab. Menschen, die etwas suchen, werden dort fündig. Das Ganze ist nicht an den Nachweis einer Bedürftigkeit gekoppelt. Es geht darum, sich den vorhandenen, ungenutzten Ressourcen in unseren Haushalten bewusst zu werden, sich klar darüber zu werden, nicht neu produzieren lassen zu müssen, was anderenorts bereits auf einen Nutzer wartet, aber vor allem bietet das Konzept die riesige, in unserer Gesellschaft ungewohnte Erfahrung, etwas anlass- und gegenleistungsfrei geschenkt zu bekommen. Von Elektrogeräten, über Geschirr und Bettzeug bis hin zu Büchern und Brettspielen ist vieles zu haben, und ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Offiziell öffnet der Umsonstladen am 9. Juni 2018 seine Pforten und ist ab dann jeden Samstag, zwischen zehn und zwölf Uhr, besetzt. Noch ist das Lager voll, wie ich Dienstag erfahren konnte, sodass Neues erst wieder im Juli angenommen wird, wenn auch mittwochs, zwischen vier und sechs, wieder geöffnet wird. Wer den Laden unterstützen möchte, kann mit einer kleinen Spende, die die Ladenmiete finanziert, Pate werden (http://www.umsonstladen-friedberg.de/Patenschaft.pdf). Ich werde ihn jedenfalls rege nutzen. Nicht nur, um das eine oder andere an Frau und Mann zu bringen, das bei mir verstaubt. Auch die Wandlampe muss sein.



Umsonstladen Friedberg
Engelsgasse 21
61169 Friedberg
Telefonnummer: 0 15 25 / 19 14 131
http://www.umsonstladen-friedberg.de/

In der Wetterau gibt es übrigens noch zwei weitere: Den Umsonstladen von Wetterausicht in Bingenheim (Hinterhof der Raunstr. 61, 61209 Bingenheim, https://www.wetterausicht.de/umsonstladen/) und die Brauch-Bar in Büdingen (Bahnhofstraße 5, 63654 Büdingen, https://www.brauch-bar.de/). Auch sie sind für Unterstützung dankbar. Besucht sie!

Dienstag, 5. Juni 2018

Neugeborene und die Ökobilanz



In meinen Vorträgen werde ich oft gefragt, was der Einzelne denn schon erreichen könne. Die Frage ist berechtigt. In Deutschland brauchen wir im Schnitt 3,2 Erden, will sagen: Wenn jeder so lebte wie wir, müsste die Erde dreikommazweimal so groß sein. Wir leben also in einem großen Ressourcen-Defizit, das – global betrachtet – nicht einmal die Menschen auszugleichen in der Lage sind, die den afrikanischen Kontinent bewohnen und im Schnitt weniger als eine Erde an Ressourcen beanspruchen. Selbst wenn ich mich auf den Bedarf einer Erde reduzierte und damit quasi in Einklang mit der Natur lebte, muss nur ein weiterer Mensch in Deutschland geboren werden, um meine Bemühungen zunichte zu machen. Eins plus 3,2 ist gleich 4,2. Das macht einen Schnitt von 2,1 Erden pro Person. Reicht nicht! Der junge Mensch gibt dann bald sein Taschengeld für Einwegplastikflaschen am Schulkiosk aus und trinkt die schwarze Zuckerbrühe neben den Rauchern stehend heimlich hinter dem Physikbau.

Natürlich erreiche ich als Blogger, Netzwerker und auch über Vorträge mehr Menschen als nur jenen zweifelnden Einzelnen. Sagen wir, dass es fünf Menschen pro Vortrag wären, die ihren Lebensstandard auf einen Ressourcenbedarf von einer Erde reduzierten, dann glichen sie ein durchschnittlich bedürftiges Neugeborenes in Deutschland zumindest großzügig kaufmännisch abgerundet aus. Leider ist Deutschland keine Insel. Emigrierte der Säugling nach der Geburt in die USA, mit ihrem Ressourchenbedarf von fünf Erden, wäre auch dann alles für die Füße. Selbst ohne die Auswanderung wird es mathematisch kritisch. Es werden täglich über 2.100 Kinder in Deutschland geboren. Durch die Vorträge und Workshops aller Ökos in der Republik müssten folglich täglich über zehntausend Menschen erreicht und zum Ressourcensparen bewegt werden. Spätestens jetzt müsste ich eigentlich das Handtuch werfen! Peace Out! Ich bin raus und gehe mit meiner PET-Flasche in der einen und einem Schnitzelbrötchen zu einem Euro in der anderen Hand zu den Kids hinter dem Physikbau.

Kürzlich unterhielt ich mich mit einem Freund und gestand, dass ich manchmal skeptisch bin, ob ich überhaupt genug mache – gerade in Anbetracht all der Menschen, die immer wieder unsicher sind, was sie überhaupt alleine ausrichten können. Seine Worte verblüfften mich. Ob ich eigentlich wisse, was ich bereits bewegt habe, fragte er? Er selbst habe sein Leben völlig umgekrempelt und mindestens acht seiner eigenen Freunde hätten es ihm nachgetan. Alles meinetwegen und der Dinge wegen, die ich vorgelebt hätte.

Vielleicht muss die Frage, was der Einzelne erreichen kann, umgestellt werden und sollte lauten, wen der Einzelne erreichen kann. Nämlich Familie, Freunde und Bekannte. Mit Ideen, mit dem, was man vorlebt, mit dem, was vielleicht in einem Vortrag, in einem Workshop oder auch in einem Blog oder auf Youtube gesehen wurde. Wenn jeder den guten Willen an fünf Menschen weiterträgt und sie inspiriert, werden aus den fünf in der zweiten Ebene schon 25, in der dritten 125, und in der fünften Ebene haben wir schon eineinhalb Tage voll in Deutschland Neugeborener ausgeglichen. Irgendwann ist dann die nötige Menge Mitmachender erreicht, und es braucht gar keine Einzelimpulse mehr. Dann haben wir eine Bewegung, und die führt in Richtung eines angemessenen Umgangs mit unserem Planeten. Wer sagt, Reden sei Silber und Schweigen Gold, muss zwingend bedenken, dass auch diese Edelmetalle endliche Ressourcen darstellen. „Tue Gutes und rede darüber!“ ist die Formel.