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Dienstag, 3. März 2020

Leben aus der Mülltonne

Leben aus der Mülltonne

Das hört sich zunächst einmal nicht so appetitlich an. Man fühlt sich gleich an Oscar aus der Sesamstraße erinnert. „Ich mag Müll“ war sein Leitspruch, und er lebte in einer Mülltonne. Ich rede jedoch nicht vom Leben in, sondern aus einer Mülltonne. Doch von welchem Müll sprechen wir, und warum sollte man davon leben wollen? Nahezu 13 Millionen Tonnen Lebensmittel werden jährlich in der Bundesrepublik weggeworfen. Das klingt viel, doch wieviel das ist, wird erst greifbar, wenn man es in etwas Handliches umrechnet. Mit dieser Menge wären wir in der Lage, alle Menschen im Wetteraukreis zu ernähren, und im Vogelsbergkreis, und auch noch all die Menschen, die uns vom Nachbardorf Frankfurt mit der Gebietsreform 1972 geraubt wurden. Und zwar nicht nur ein Jahr, sondern bereits mit der Wegwerfmenge eines Jahres lebenslang! Zwei ganze Landkreise und dazu ein paar Dörfer des Altkreises! Also, ihr Harheimer, Nieder-Erlenbacher und Nieder-Eschbacher, wir revolutionieren unseren Umgang mit Nahrungsmitteln und ihr kommt ernährungsunkostenfrei wieder zurück zu uns.

Doch zurück zum Thema! Von welchen Mülltonnen sprechen wir? Zu 40 Prozent sind es privathaushaltliche Tonnen, in denen Tonnen von Lebensmitteln landen. Auf über 85 Kilogramm weggeworfenes Essen kommt ein Haushalt jährlich. Das sind nicht nur Reste auf dem Teller, auch in zu großen Dimensionen eingekaufte Lebensmittel, im Kühlschrank vergessene oder schlichtweg solche, die sich als weniger lecker entpuppt haben, als erwartet. Auf den ersten Blick zurecht zeigt die Politik mit dem Finger auf den Endverbraucher und sagt: „Die Wirtschaft ist nicht das Problem. Ihr Verbraucher müsst bewusster einkaufen!“ Bedarfsgerecht einzukaufen, keine „Sparpackungen“ verderblicher Lebensmittel zu erwerben und mit System, nämlich nach der Reihenfolge des zu erwartenden Verderbens, zu essen, sind Direktiven, an die sich der Verbraucher halten sollte. Dazu ist Aufklärungsarbeit nötig, vielleicht auch, den einen oder die andere sinnbildlich an die Hand zu nehmen, um zu zeigen, wie einfach und sogar schonend für den Geldbeutel das geht. Aber es ist eine Aufgabe, die Jahre intensiver Bemühungen bedarf, um Ergebnisse zu erzielen. Und genau deshalb ist es nur auf den ersten Blick zurecht, denn rasche Ergebnisse lassen sich ebenda erzielen, wo der Staat mit rechtlichen Vorgaben eine Handhabe hat. Sobald die Wohnungstür geschlossen ist, reduziert sich die Eingriffsbefugnis des Staates auf ein Minimum. Nicht so bei der Wirtschaft. Schließt der Landwirt seine Scheune, der Gastronom seine Küchentür und der Supermarktfilialleiter seine elektrische Schiebetür, kann der Staat sie einfach wieder öffnen lassen und regeln, was auch immer in der Politik mehrheitsfähig ist.

Frankreich hat es vorgemacht. Seit dem Jahr 2015 müssen große Supermärkte ihre Lebensmittel spenden und dürfen sie nicht mehr mit Chlor unbrauchbar machen und wegwerfen. Auch bei uns längst überfällig in Anbetracht von 200.000 Kindern, die selbst hier regelmäßig Hunger leiden. Die Tafeln sind bereits in Deutschland Anlaufstellen, um dem in einer freiwilligen gegenseitigen Vereinbarung Einhalt zu gebieten, dürfen jedoch gemäß ihres ersten Tafel-Grundsatzes nur annehmen, was nach den gesetzlichen Bestimmungen noch verwertbar ist. Der Rest wandert in die Tonne, wenn keine Lebensmittelretter lokal organisiert sind. Sonst bleibt nur das Containern, um zumindest seinen kleinen Anteil zu leisten. Davon kann man durchaus leben. Augenscheinlich fällt wenig Müll dort an, wo Lebensmittel lose verkauft werden, da der Abverkauf rechtzeitig mit Preisnachlässen gefördert werden kann. Viel fällt dort an, wo die Sparpackung sechs Tomaten in Plastik verschweißt anbietet. Wird eine faul, landen auch die anderen fünf im Müll. Original verpackt. Hier wäre es doch schön, wenn der Handel verpflichtet würde, die fünf guten Tomaten kostenlos abzugeben, statt sie in den Müll zu werfen. Wirklich Großes ließe sich bewegen, wenn auch Landwirten (krummes Gemüse), Lebensmittelverarbeitern (Produktionsüberschüsse) und der Gastronomie (Reste des Buffets), die immerhin 60 Prozent des Lebensmittelmülls verantworten, klare Regeln gegeben würden. Lebensmittel kostenfrei abzugeben, statt sie Oscar aufs Haupt zu werfen, klingt doch toll.

Bildquelle: Wikipedia USA

Donnerstag, 31. Oktober 2019

Ausmisten im Oktober - #Freetober (5/5)

Ausmisten im Oktober - #Freetober (5/5)
Heute ist der letzte Tag der #freetober Challenge. Nur noch Kleinigkeiten habe ich seit Sonntag gefunden, die ich tatsächlich nicht mehr nutze und auch weitergeben mag. Gerade das Weitergeben empfinde ich als sehr wichtig. So konnte ich heute meine überzählige Festplatte verkaufen, die nun wirklich genutzt wird, und auch mein Tablet fand endlich eine Abnehmerin. Das hatte ich bereits bei meiner #freiindenmai Aussortierung im Frühjahr freisetzen wollen, aber kein Glück auf ebay-Kleinanzeigen gehabt – ein erneutes Posten bei Facebook brachte dann das gewünschte Ergebnis. Auch ein Schachspiel, das meine Freundin aussortiert hatte, wanderte zwischenzeitlich in den Besitz eines meiner Freunde, der drauf und dran war, sich ein neues zu kaufen. Wieder Ressourcen gespart! Den Rest habe ich in den Friedberger Umsonstladen gebracht, wie das Bild belegt. Schaut mal vorbei - ein toller Laden! Ein paar Sachen, die ich verkaufen und nicht verschenken möchte, warten noch auf eine Käuferin oder einen Käufer, aber wie das Tablet beweist: Geduld führt zum Ziel … und Facebook.

Und wie lautet mein Fazit über die letzten 31 Tage? Viele Schränke mit offenen Regalen haben sich merklich geleert, und ich spüre, wie positiv das auf mich wirkt – nicht nur, weil ich nun weiß, dass der Anteil an Dingen mit Nutzen in meinem Haushalt nun sehr viel näher an den hundert Prozent ist, auch weil ich merke, dass die klare Struktur eines übersichtlichen Schrankinhaltes im Gegensatz zum an ein Wuselbild erinnernden Regalfach in einer für nicht näher definierbaren Art auf mich wirkt. Ich habe den Eindruck, als klare das meine Gedanken auf und nehme unterschwellige kognitive Belastung von mir. Bitte keine weiteren Fragen! Als evidenzbasiert denkender Mensch und Berufsstatistiker fällt es mir schwer, nicht objektivierte Stellungnahmen herauszugeben *zwinker*

Meine Excel-Tabelle zeigt mir jedenfalls, dass ich nun 1.245 Dinge in meinem Besitz habe, 147 weniger als noch im Vormonat. Endlich wieder Statistik! Herrlich! Zum Abschluss sage ich, was ich schon nach den letzten beiden Aktionen sagte: Nun bin ich bei meiner persönlichen Minimalismusgrenze angelangt! Die nächste „Ausmiste“-Challenge wird also kommen!

Dienstag, 11. Juni 2019

Der Umwelt-Killer E-Auto



Die Klimadebatte ist aufgeheizt – ganz passend zum Klima. Immer öfter sieht man Fotos von chilenischen Bauern vor leeren Brunnen, Videos von verheerten Landstrichen in Argentinien und bekommt chinesische Minenarbeiter im Kindesalter präsentiert. Es geht um den Lithium-Abbau, und über den Bildern steht sinngemäß dieselbe Überschrift: „Das Elektro-Auto zerstört die Umwelt!“ Schließlich werden für den Betrieb Akkus benötigt, in denen Lithium enthalten ist. 
Ganz fair ist das natürlich nicht, denn es erweckt den Anschein, als hätte ein pseudo-grüner Ökoteufel den Abbau für sein diabolisches Gefährt überhaupt erst in Gang gesetzt. Tatsächlich werden nur gut 37 Prozent für Akkumulatoren genutzt, der Rest für zahlreiche andere Zwecke, von der Produktion von Glas und Keramik bis hin zum Einsatz in Antidepressiva. Auch werden die Akkumulatoren nicht zur Gänze von der Autoindustrie genutzt. Tablets, Smartphones, PCs, Akkuschrauber bis hin zur E-Zigarette nutzen Lithium-Ionen-Akkus. Gerade die drei Erstgenannten muss man natürlich im Bildtext ausklammern, denn wie soll man dann noch mit gutem Gewissen ein Like für das Lithium-Abbau-Bashing vergeben. Der kleine Exkurs soll natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Bedarf für Fahrzeugakkus steigt. 2008 lag deren Anteil am Lithium-Abbau noch bei unter 20 Prozent. Das wird die eingangs geschilderten Phänomene noch verstärken, und das finde ich schrecklich. 

Doch wer glaubt, dass die alternative Überschrift „Der Otto-Motor rettet unsere Umwelt!“ zutreffend wäre, irrt. Da muss man sich nur die zahlreichen Ölunfälle in Erinnerung rufen, die ganze Meeresregionen und Landstriche verheert haben. Wer glaubt, dass die Einflüsse der Erdölnutzung auf die Umwelt nur bei Katastrophen auftreten, sollte nach Nigeria in Verbindung mit dem Suchbegriff Erdöl googeln, um einen Eindruck zu gewinnen. Allein die vor über 15 Jahren gebaute Kamerun-Tschad-Ölpipeline hat so viel unberührte Waldregionen und Wasserquellen der ansässigen Bevölkerung zerstört und beeinflusst sie noch immer, dass das durchaus ein paar Videos und Bilder parallel zu denen des Lithium-Abbaus wert wäre. Was ist das Fazit aus allem? Es ist nicht das E-Auto, das die Umwelt zerstört. Es ist auch nicht der Benziner oder Diesel. Es sind unser Konsumverhalten und die Verwechselung von Fahrzeugbesitz mit Freiheit. 64,8 Millionen Fahrzeuge sind allein in Deutschland zugelassen. Das sind 692 Kfz je 1.000 Einwohner. Vor zehn Jahren waren es noch 55,4 Millionen, und die Fahrzeugdichte lag bei 503. Ich sage nicht, dass der Besitz eines Fahrzeuges abzulehnen ist. Ich habe selbst viele Jahre auf dem Land gelebt, und auch vom Städtchen Friedberg ins Land zu kommen, ist manchmal ohne Auto ein Abenteuer. 

Im Durchschnitt steht ein Fahrzeug jedoch 95% der Zeit, das sind 23 Stunden am Tag. Es ist an der Zeit, das zu überdenken! Die Förderung von Carsharing-Systemen mit Keyless Vehicle Entry kann die Lösung sein. Fahrzeuge, die per App lokalisiert, schlüssellos mit einem Code geöffnet und genutzt und dann einfach am Zielort abgestellt werden können, wo sie anderen zur Verfügung stehen. Kein persönlicher Besitz, nur bedarfsgerechte Nutzung. Das würde den privaten Fahrzeugbestand massiv reduzieren, ohne Freiheiten einzuschränken. Ressourcenschonung ohne Mobilitätseinschränkung. Dann wäre es auch gleich, ob ich einen Otto- oder einen E-Motor im Fahrzeug habe. Und keine Sorge: Das Smartphone zur Buchung zu nutzen, fällt nicht ins Gewicht. Von denen gibt es fast so viele wie Autos.

Bildquelle: Von Nissan_LEAF_got_thirsty.jpg: evgonetwork (eVgo Network). Original image was trimmed and retouched (lighting and color tones) by User:Mariordoderivative work: Mariordo (talk) - Diese Datei wurde von diesem Werk abgeleitet: Nissan LEAF got thirsty.jpg:, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18091826

Freitag, 24. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 26)


Tatsächlich mag ich Brettspiele – auch wenn ich im Rahmen dieser einmonatigen Besitz-Befreiungs-Challenge bereits mein altes Hotel-Spiel ausgesondert habe; meine Kinder haben es übernommen, und nun wird es auch wieder gespielt 😊 Dennoch gebe ich mein Herr-der-Ringe-Brettspiel nun auch weg. Gekauft hatte ich es während des HdR-Booms vor – Achtung! – 19 Jahren, und gespielt hatte ich es in dieser Zeit – Hochachtung! – ein einziges Mal. Nicht nur, dass man fünf Menschen braucht, um es zu spielen, es bringt auch jede Menge Diskussionsbedarf mit sich, da jeder Schritt neue Möglichkeiten mit sich bringt, und es ist kein Spiel für Egoisten– bei Herr der Ringe ist es das Team, das das Ziel gemeinsam erreichen muss. Auf dem Brett wird kein Boromir den Orks überlassen 😉
Das macht es allerdings auch zu einem Spiel, das wirklich nichts zur Entspannung nach einem 10-Stunden-Arbeitstag ist, und noch dazu braucht es Gleichgesinnte, die solche kooperativen, strategischen Spielkonzepte mögen. Und zuletzt: Es war vor zwanzig Jahren noch einfacher, sich zum Spielen zu treffen: Niemand hatte Kinder, jeder Zeit. Apropos Kinder, ihr zwei,wollt ihr’s haben? 🤣
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Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen. Das befreit, schont Ressourcen, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Samstag, 4. Mai 2019

Frei in den Mai - vier Wochen Ausmisten (Tag 6)


Heute habe ich meine Küchenmaschine aussortiert. Ich hatte sie jetzt gut zehn Jahre, doch seit dem letzten Ausmisten hatte ich sie nicht mehr genutzt, allenthalben ein oder zwei Mal abgestaubt. Als ich noch regelmäßig gebacken hatte, war sie oft im Einsatz, doch seit ich morgens auf Haferflocken umgestiegen bin und nur noch selten morgens Brot und Brötchen esse, war sie kaum mehr im Gebrauch. Zudem habe ich Zubehör, wie eine Citrus-Presse und einen Mixer-Aufsatz, die ich beide nicht mehr nutze, seit ich meinen Omniblend habe, und einen isolierte Schüssel zum Eismachen, die ich nicht einmal mehr nutzen könnte, da ich keinen Eisschrank habe, in dem ich sie vorkühlen müsste. Also wandert das komplette funktionsfähige Paket nun in einer Free-Your-Stuff-Gruppe auf Facebook, damit sie jemand in Besitz nehmen kann, der sie auch nutzt 👍
Das Schönste ist: die "Cloud of Things" wird mir immer die Möglichkeit geben, ein gebrauchtes Küchengerät günstig zu bekommen, wenn ich doch wieder Brot backe, oder mir eine Maschine von Freunden zu leihen. Die Dinge sind ja nicht weg, nur bis dahin woanders 😍

Bis zum 26. Mai werde ich täglich etwas aus meinem Besitz freigeben und unter #freiindenmai in Facebook und Instagram darüber posten. Steigt doch ein, euren Besitz zu hinterfragen, etwas davon zu verschenken oder zu verkaufen; das befreit, und ihr macht damit anderen vielleicht eine Freude 😊

Montag, 7. Mai 2018

Daily Insta


Eine ganze Kiste mit Schulsachen ist unterwegs nach Afrika 🤗 Danke, dass ihr mit mir gesammelt habt 👍😍 👉 https://ift.tt/2HXsh96 #kinder #schule #afrika #stifte #stiftestiften #spenden #spendenaktion #guterzweck #fürdengutenzweck #füreinengutenzweck #schenken #gemeinsamsindwirstark #helpforchildren #wirhelfenkindern #kindernhelfen #kindersinddiezukunft #allemiteinander #helfenmachtglücklich #dankbar #thankful #helpothers  #solidarität #sozial #social #nächstenliebe #gutetat #gutestun #charity #socialgood #instagood

Samstag, 5. Mai 2018

Daily Insta


Heute abgegeben, was ich aussortiert hatte. Krass, wie viel da los war. Toll 🤗 Schaut mal vorbei: https://ift.tt/2HTrlCU #shareconomy #share #sharegermany #teilen #freeyourstuff #social #sozial #kostenlosladen #umsonstladen #ehrenamt #büdingen #wetterau #wetteraukreis #Hessen

Dienstag, 1. Mai 2018

Daily Insta


Ich mag meine Foodsharing-Gruppe 😍 Etwas läuft ab, man hat zu viel übrig oder verträgt etwas nicht? Kein Problem. Ruckzuck findet sich ein Abnehmer, und nichts verkommt. Zum Beispiel mich, der heute deshalb Vurst-Salat und Naan essen darf 🤗 #foodsharing #foodshare #foodrescue #againstfoodwaste #vegan #lebensmittelretten #togoodtogo #stopfoodwaste #lebensmittelverschwendung #zugutfürdietonne #essenretten #öko #facebookgruppe #shareyourfood #wetterau

Donnerstag, 12. April 2018

30-Tage-Challenge: Loslassen-Ausmisten-Reduzieren (#12)

Den ersten großen wirklichen Platzerfolg habe ich heute erzielt. Durch all das, was ich jetzt eineinhalb Wochen lang aussortiert habe und das, was ich auf andere Schränke umverteilen konnte, habe ich tatsächlich einen Büroschrank leeren können. Die wenigen Stifte, die ich behalten habe, kamen in ein Körbchen, das im Schreibtisch Platz fand, und Kuverts, Briefumschläge sowie Briefmarken und anderes Versandmaterial in eine halb leere Kiste unter dem Drucker.

Der Bürocontainer kann also wieder auf die Reise gehen. Das Tolle ist, dass ich ihn vor knapp zwei Jahren selbst in der Free your Stuff Wetterau Gruppe bekommen hatte. Das ist die Share Economy wie ich sie mir vorstelle:. Der eine braucht etwas nicht mehr und gibt es weiter, der nächste gebraucht es, solange es von Nutzen ist, und der Dritte übernimmt es sodann. Nun muss ich nur noch diesen Dritten finden.



Dienstag, 10. April 2018

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Mal was anderes in unserem offenen Bücherschrank: "Huhn in Handschellen" - das Kochbuch aus dem Santa Fu, der JVA in Hamburg. Cooles Ding ☺️ #offenerbücherschrank #rotezellefriedberg #bücher #buch #büchertausch #kochbuch #huhn #handschellen #santafu #friedberg #friedberghessen #wetterau #wetteraukreis #hessen

Mittwoch, 4. April 2018

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Auch dazu ist unsere vegane WhatsApp-Gruppe gut: Food Sharing 😊 Und ich habe Kuchen zum Abendessen 😉 #vegan #kuchen #muffins #teilen #share #foodsharing #wetterau

Mittwoch, 20. September 2017

Dreiundsiebzigster Schritt: Fortbewegungs- statt Stillstandsmittel

Weil mein Auto (links) genutzt wird,
muss rechts keins gekauft werden!
Weert Canzler vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) wird in einem Artikel der Zeit zitiert, dass ein Auto im Schnitt 23 Stunden am Tag nur ungenutzt herumstehe. Schaue ich mir die Standzeiten meines Fahrzeugs an, glaube ich, dass ich den einen oder anderen Vielfahrer ausgleiche. Es steht oft tagelang ungenutzt auf meinem Parkplatz. Oder besser: Es stand ungenutzt. Dazu weiter unten mehr. Nun hole ich erst einmal etwas aus. Bereits letztes Jahr rechnete ich mir aus, was es kosten würde, die Wegstrecken, die ich mit dem Auto zurücklegen muss, beispielsweise weil ich Veranstaltungsequipment mit mir führe oder an Orten auftrete, die mit den Öffentlichen nicht oder in nicht vertretbarer Zeit erreichbar sind, per Carsharing abzudecken, und ich kam zum Schluss, dass tatsächlich die gleichen Kosten aufkämen. Dazu müsste ich jedoch die permanente Verfügbarkeit eines ungebundenen Fortbewegungsmittels aufgeben. Wobei, bei 23 Stunden Unbeweglichkeit im Mittel sollte ich es lieber Stillstandsmittel nennen. Jedenfalls verwarf ich den Gedanken daraufhin. Als nächstes machte ich mir Gedanken, wie ich mein Stillstandsmittel wieder zu einem Fortbewegungsmittel machen könnte. Das einfachste wäre, ich suche mir Menschen ohne Auto und teile meins mit ihnen. Das ist natürlich Vertrauenssache, weshalb ich in meinem Freundeskreis suchte. Inzwischen sind wir fünf Menschen. Wer auch immer es braucht, schreibt eine Gruppennachricht in der Messenger-App, die wir nutzen. Wer zuerst schreibt, fährt zuerst! Meinen Schlüssel habe ich zentral für alle zugänglich gelagert (unter einem Stein im Park). Dass wir befreundet sind, erleichtert die Abrechnung. Ich mag keinen Bürokratiequatsch! Fahrtenbücher mit akribischen Kilometerabrechnungen, Rechnungsstellung oder gar Abbuchungen am Monatsende? Nein, es soll doch das Leben erleichtern, aber vor allem mein Auto zu einem nützlicheren Gebrauchsgegenstand machen. Ich tanke weiterhin, zahle Steuer und Versicherung und kümmere mich um die Inspektionen und Reparaturen. All diese Kosten habe ich auf den Kilometer umgelegt, und welcher meiner ausgewählten Freunde auch immer mit dem Auto fährt, wirft das Kilometergeld in den ungenutzten Aschenbecher, der damit umgangssprachlich sogar wieder zu einem Aschenbecher wird. Meine Freundin hat ihr Auto im Februar verkauft, und die anderen drei müssen sich weder eines kaufen, noch eines für teures Geld mieten. Gute Idee für Geldbeutel und Umwelt!

Eines dieser Fahrten, die ohne Auto nicht zu machen sind, ist beispielsweise die zu meinem letzten Workshop, den ich in Bad Nauheim abhalten durfte. Ich hatte das Auto voll mit Salz, Natron, Zitronensäure, Essig, Kokosöl sowie Mörser, Mixer und weiterem Werkzeug zur Zubereitung günstiger und plastikmüllbefreiter Haushalts- und Hygienemittel. Das hätte ich mit Bus oder Bahn nicht schleppen wollen. Über 30 Gäste waren in den Weltladen gekommen und rührten mit mir zusammen Peelings, Spülmittel, Zahnsalz und Deocreme an, während ich mich über Müllreduktion und „Degrowth“ auslies. Das war ein toller Nachmittag – parallel war das Elvis-Festival. Auch Tolle! 
Für alle, die nicht dabei sein konnten: Am 1. Oktober, 16:00 Uhr, bin ich auf Einladung der Brauch-Bar im Gemeindehaus der evangelischen Gemeinde in Büdingen (Vorstadt 9, 63654 Büdingen)und am 12. Oktober, 20:00 Uhr, auf Einladung der Landfrauen Bruchenbrücken im dortigen evangelischen Gemeindehaus (Am Pfarrgarten 1, 61169 Friedberg). Ich freue mich, euch dort zu sehen.
Ach ja, der Weltladen in Bad Nauheim unterstützt übrigens auch Carsharing. Was für ein Zufall!

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Einundsechzigster Schritt: Den Weg zum Fluss wählen?


Waschmaschine kaufen oder an der Stelle auf die Waage wagen?
Brauche ich eine Waschmaschine?, war die Frage, die ich mir beim Einzug in die neue Wohnung gestellt hatte. Einerseits wollte ich mir den Platz in meinem ohne Waschmaschine großen und mit Waschmaschine kleinen Badezimmer frei halten. Andererseits wollte ich mir ein Gerät, dass in meinem Single-Haushalt nur einmal die Woche zum Einsatz käme, nicht anschaffen. Die Ressourcen für die Produktion einer solchen Maschine einzusparen, war mein Kernziel, aber wie so oft ein weiteres Ziel, mir die Frage zu beantworten: Geht das überhaupt?
Ressourcensparend wäre auch die Anschaffung eines gebrauchten Gerätes gewesen, weshalb ich zunächst darüber nachgedacht hatte. Letztlich kam die Aussicht, eine schwere Waschmaschine durch drei Stockwerke Altbauwohnung zu tragen, als nicht sehr kaufentscheidungsförderliches Argument hinzu. Was wären meine Alternativen? Die Usa ist nah, doch mit dem Waschbrett zum Fluss zu traben, hätte vermutlich ein klein wenig spleenig wirken können. Zum Glück hat Friedberg auch einen Waschsalon. 3,50 Euro pro Waschgang zzgl.Waschpulver klangen gut. Eine mittelpreisige Waschmaschine kostet ca. 350,00 Euro. Die Anschaffung hätte sich damit schon nach eineinhalb Jahren  amortisiert - bei einem Gebrauchtgerät noch früher -, was den Gang zum Waschsalon in meinen Augen unattraktiv machte. Die Anschaffung erschien fast sinnvoll, insbesondere in Anbetracht des Umstandes, dass ich durch die Nutzung einer Mietmaschine zum Verschleiß beitragen und damit die Zeit zur Neuanschaffung auch verkürzen würde. Theoretisch blieben nur noch die einmalige Schlepperei nach oben und das Zustellen meines Badezimmers als Argument. Praktisch blieb jedoch - der monetären Grundlage zum Trotz - der Unwillen, eine Maschine, die 6/7 der Woche ungenutzt herum stünde, anzuschaffen, unvermindert. Letztlich entschied ich mich dazu, weder zu kaufen, noch in den Waschsalon zu gehen, sondern künftig Freunde mit Waschmaschine zum Frühstück zu besuchen.

Über sechs Wochen sind seit dieser Entscheidung vergangen. In diesen sechs Wochen habe ich mich einmal zum Frühstück bei Freunden eingeladen und zum Ausgleich Brötchen mitgebracht. Ein zweites Mal lud ich mich bei meinen Eltern zum Mittagessen ein. Dieses Wochenende steht das dritte Fremdwaschen an: Jahresendwäschewaschfrühstück! Interessanterweise hat, keine Maschine im eigenen Haushalt stehen zu haben, dazu geführt, dass sich die Zeitintervalle zwischen zwei Wäschen verdoppelt haben. Ich prüfe viel gewissenhafter, ob ein Kleidungsstück tatsächlich schon gewaschen werden muss. Die Verfühung, sich sagen zu können: "Ach, das wasche ich einfach mit, damit die Maschine voll wird", fehlt zudem. Auch unter minimalistischen Aspekten war es eine gute Wahl, mich gegen eine Waschmaschine auszusprechen. Ein Gerät, das nicht existiert, kann nicht kaputt gehen, muss nicht gepflegt und nicht ersetzt werden. Das entstresst und bringt Zeit, in guter Gesellschaft zu frühstücken und zu Mittag zu essen. Alles in allem, war es die richtige Entscheidung. Meine Freunde und ich treffen uns regelmäßiger, auch die Waschmaschinen meiner Freunde werden effizienter genutzt und durch die geringeren Intervalle ist ein überraschender Umweltschutzeffekt eingetreten. Zuletzt ist das Entscheidendste jedoch: Die Kosten meiner Freunde für Backwaren haben sich reduziert, berichten sie immer wieder ganz stolz und wollen unbedingt, dass ich den Modus beibehalte.

Mittwoch, 10. August 2016

Sechsundfünfzigster Schritt: Der ökologischste Rucksack der Welt

Sommer ist Reisezeit! Früher bedeutete das: Fernziel suchen, Flieger buchen und mit gepacktem Koffer ab zum Flughafen. Mittlerweile sind Fernreisen nicht mehr mein Ding. Zum einen, weil ich die Flugreise aufgrund seiner hohen CO2-Emission nicht mehr unternehmen möchte und zum anderen, weil ich für mich festgestellt habe, wie unsinnig es ist, für wenige Tage in die Ferne zu reisen, wenn ich doch so viele mit der Bahn erreichbare besuchenswerte Ziele in meiner Umgebung noch nicht bereist habe. Das Problem ist nur: Für zwei Wochen Urlaub auf Fuerte Ventura habe ich einen großen Hartschalenkoffer, für vier Tage Berlin nicht eine einzige Tasche, die groß genug wäre.
Also habe ich mich auf die Suche gemacht. Der Rucksack sollte keine Lederapplikationen haben, war ein Ziel meiner Suche, ein zweites natürlich, dass der Rucksack plastik- und schadstofffrei (siehe Ökotest, Mai 2015) ist, bevorzugt aus Leinen, und das dritte Ziel war, er soll fair und nicht in irgendwelchen Sweatshops produziert worden sein.


Den ersten Rucksack fand ich im Avocadostore. Er ist aus Leinen und Kork, somit nachhaltig, und er ist sogar fair produziert. Leider hat er nur ein Volumen von 15 Litern, was für meine geplante Reisedauer zu gering sein würde. Leider fand sich kein zweiter, der für mehr als eine Tagesreise tauglich wäre.


Ich suchte weiter und fand den Quadra Desert Canvas Backpack, zu 100% aus Leinen. Toll, dachte ich zunächst. Als ich dann aber den Preis sah, hatte es sich schon erledigt. Bei Endverbraucherkosten von teils unter 30 Euro für den mit 18 Liter allerdings auch ebenfalls zu gering dimensionierten Rucksack, kann ich mir die Anfrage beim Vertieb sparen, ob das Produkt fair produziert ist.


Mit einem 40-Liter-Fassungsvermögen kam ich mit einem Bundeswehrrucksack aus 100%Baumwolle zumindest nahe an mein angestrebtes Volumen heran. 60-Liter hätte ich gerne haben wollen. Der Preis war in gleicher Größenordnung wie der des Quadra. Ich dachte jedoch, es sei ein gebrauchter Rucksack aus alten BW-Beständen, was den Preis erklärt hätte. Bei genauerem Blick stellte es sich als Neuware der Firma "Brandit" heraus. Ich war skeptisch, und konnte auch nirgendwo im Internet herausfinden, wo die Firma herstellen lässt. Schade.




Größere Rucksäcke aus den erwünschten Materialien gab ich nach einer Weile erfolglos auf zu suchen. Also dachte ich mir: Wenn schon nichts größeres ohne Plastik zu haben ist, warum dann nicht 100% Re- oder Upcycling, wie ich es auch mit meinen immer noch im Gebrauch befindlichen Schuhen gemacht hatte? Mit der Eingabe von "Rucksack Recycling" in der Suchmaschine wurde ich schnell fündig. Ich fand bei Dawanda den Nessie XL, der aus einer ganzen Armada upgecycelter Ausgangsstoffe herkommt: Teichfolie, Werbeplane, Autogurt ... Tolle Idee. Leider hat er weniger als 40 Liter-Fassungsvermögen, und einen größeren gab es leider nicht im Programm.




Zu diesem Zeitpunkt waren gut zwei Stunden Recherche im Internet vergangen, und ich entsann mich, welcher Rucksack der definitiv ökologischste der Welt wäre: Der Nicht-Gekaufte! Ich war so darauf versessen, einen Rucksack zu finden, der mein ökologisches Gewissen befriedigt, dass ich mir nicht die Frage stellte, wie sinnvoll es überhaupt wäre, einen Rucksack zu kaufen, den ich allenthalben zweimal im Jahr in diesem Volumen benötigen würde. Also rief ich Dennis an, und fragte, ob er mir seinen Rucksack für vier Tage leihen würde. Die Antwort: Na, klar! 
Zeitaufwandsvergleich: Eine Minute für's Nachdenken und eine Frage Stellen gegen zwei Stunden Recherche ohne befriedigendes Ergebnis. Denken kann ja so was von effektiv und effizient sein. Mache ich künftig öfter! 
Sollte jemand einen 40-Liter-Rucksack suchen: Bitte bedient euch gerne meiner Zwischenergebnisse. Dann ist meine Zeit wenigstens nicht umsonst investiert ;-)