Samstag, 23. Juli 2011

Für den König (1. Teil + Teil 2 -neu-)

Durchschreit ich dunkler Wälder düstre Pfade,
trag ich am Stahle, der in festen Händen,
fast gleichsam schwer wie ich mit Angst belade

meine Seele und trachte zu beenden,
was die Dunkelheit mir doch an Qual beschert.
Weshalb vermochte er nicht zu entsenden,

unser König, einen Recken unversehrt
von den schwarzen Künsten grauenvoller Pein,
um zu erlangen, wonach er so begehrt?

Welch ein schweres Los ward doch schon wieder mein!
Warum fällt des Königs Wahl nur stets auf mich?
Oh, ein simpler Rittersmann doch bloß zu sein

Der den andern wie ein Ei dem andern glich,
die am Hofe ihres Königs Dienst bereit,
all sein Gut dafür zu geben lohnte sich.

Doch des Königs erster Ritter, alle Zeit
Und Ort gebunden mit dem alten Schwur,
muss wie gelobt ihm treu sein, allzeit bereit,

ihm zu folgen auf des Ruhmes blut’ger Spur.
dereins war ich ein unbedeut'der Ritter,
von dem seine eig'nen Eltern sprachen nur.

Lieder meiner Taten sang keine Zitter,
keine Leier und wenn ich mein Schwerte hob,
keiner wähnt' mit Bang den grimmigen Schnitter

seine  Seele ernten. Keiner Dame Lob
wurd' jemals mir zuteil, stets nur Gelächter,
doch dann kam der Herold, die Menge zerstob,

und am Markte, vor den Augen der Wächter
des Königs tat er des Herrschers Willen kund:
Geschehen war ein Mord, ein ungerechter.

Seines Hofes erster Ritter Sigismund
getötet war mit der Hexen Zauberkraft,
und wer sich fänd, der so mutig sei zur Stund,

wer auszieht in den Dunkelwald, hingerafft
die Hexe hat, wenn siegesreich zurück er kehrt,
wer schafft, was die hundert Besten nicht geschafft,

das Amt des Ersten Ritters ihm sei beschert.
Oh, hätt' ich damals nur das das Leid erahnet,
meine Seel, mein armes Herz blieb unbeschwert,

nie hätt' den Weg zum Herold ich gebahnet.

Kommentare:

  1. Hab vom Heldensein gleichwohl die Nase voll
    und auch die Hosen manchmal, aber nur

    zuhause am PC zu hocken wär ja auch nicht toll!



    (Asche über mein Haupt! Verzeiht, das kam so über mich … Bitte weiter im Text dieser atmosphärischen Mittelalterdichtung …)

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  2. Werter Meister der Klabautermänner und Hafensänger,
    es sei euch von ganzem Herzen gegönnt. Vier Wochen Urlaubs sind nun mein und wohl auch reichlich der Zeit, mich des Schreibens Lust hinzugeben. Für den König.
    Euer Lichtträger

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  3. Ha! Werter Lichtträger, ich vermute mal, dass Sie sich nicht nur mit dem Schreiben beschäftigen werden in Ihrem Urlaub. Na? *grinsbreit*
    Ähem. Ein kleiner neckischer Ellbogenstoß nur. ;)
    Ich bin gespannt, wie und vor allem ob sich der Recke denn schlagen wird.

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  4. Liebe Frau Meise, abgesehen von dem, was ich denke, dass Sie denken, mit dem ich mich im Urlaub beschäftigen werde, womit Sie freilich absolut richtig denken würden, wenn Sie so dächten, denke ich auch, über den Text zu meinem ersten Poetry Slam im August nachzudenken. Denke schön ;-)

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  5. Bitte um rechtzeitige Terminansage ...

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  6. "Poetry im Pastis" - 3. Poetry Slam in Friedberg, Freitag, 5. August · 19:30 im Bistro Pastis chez NouNou ;-)

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  7. Gnihihi, na also.
    Ich drücke Ihnen (schon)mal sämtliche Daumen für den Poetry Slam bzw. für die Vorbereitungen desselben.

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  8. Hm, fällt leider nicht auf die Tage, an denen ich hier "abkömmlich" bin. - Da wünsche ich dir und dem Publikum aber schon jetzt viele gelungene Wortlandungen ...

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  9. So geht das ja nicht, immer irgendeine spannende Handlung anfangen, und dann?
    Ich warte immer noch auf die Fortsetzung zur Retro-Krimi-Auftakt-Story ^^

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  10. Das Leben ist nun mal voller Fragmente, liebe Citara. ;-)

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  11. Gaaaaaanz bestimmt geht es weiter. Vielleicht starte ich aber auch eine neue Unvollendete. Es soll ja Künstler gegeben haben, die damit durchkamen ;-)
    Ich baue auf schlechtes Wetter ...

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  12. Und voila, die nächsten Zeilen gleich hinterher :

    http://lichttraeger.blogspot.com/2011/06/fur-den-konig-1-teil.html

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  13. Sehr schön, sehr schön. :)
    Wann kommt Teil drei? ;)

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  14. (Immer diesen Nimmersatten, nich? ;))

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  15. Mehr von den Nimmersatten. Die Nimmersatten schwingen die Peitsche, die die Muse zu mir treibt. Lasst sie ordentlich knallen, und Teil drei kommt ;-)

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  16. Die arme Hex´ ...

    Ja, der gute Mann scheint ein bisschen ambivalent, irgendwie. Leid erahnet. Seel beshwert ... Jawashattadennnur?!?

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  17. Ah! "beshwert". Auch ein interessantes Wort, oder?

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  18. Weshalb ambivalent? Ich empfinde ihn als sehr geradlinig, wenn er auch ein Jammerlappen zu sein scheint. Doch wer weiß, was ihm widerfahren war...also ich (noch) nicht ;-)

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  19. Ich lasse mich meistens auch von meinen Handlungssträngen überraschen. ;-)

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