Freitag, 14. Februar 2014

Valentinstag

Großer Gott, was für ein Kitsch.
Valentinstag. Das ist doch nur ein Tag, den die Floristikindustrie erfunden hat. Ich brauche doch keinen mir aufgezwungenen Tag im Jahr, an dem ich meine Liebe mit Blumen beschenken muss. Ich liebe doch jeden Tag und kann mir doch selbst aussuchen, wann ich etwas schenke. Es ist doch viel schöner, wenn ich das von selbst mache, und nicht an so einem Tag, an dem es alle tun. Ich kann doch 365 Tage im Jahr etwas schenken, wenn ich will. Das sind die klassischen Argumente gegen den Valentinstag. Doch mal Hand auf’s Herz. Wer schenkt denn tatsächlich an den anderen 364 Tagen etwas. Zumindest ist es bei mir so, dass ich so sehr in den Alltagstrott versunken bin, dass ich nicht einmal daran denke, geschweige denn dazu komme. Die Blumenläden haben leider schon zu, wenn ich abends nachhause komme. Und wochenends, na ja, da habe ich all die Dinge im Kopf, die werktags liegen geblieben waren. Wenn sich zwar tatsächlich mal ein Gedanke einnistet oder sich die Gelegenheit ergibt, dann schaffe ich es auch, doch geht das im Alltag als schöne Randnotiz unter.

Ich finde den Valentinstag gut. Er erinnert mich einmal im Jahr daran, was für ein Geschenk eine funktionierende Beziehung ist und wie viel Glück ich habe, einen Partner gefunden zu haben, mit dem ich mein Leben teilen kann. Einmal im Jahr konzentriere ich mich dann wirklich auf die Beziehung und der Partner macht es auch. Es müssen ja keine Blumen sein. Da gebe ich den Konspirationstheoretikern recht: das mag tatsächlich nur wirtschaftlich motiviert sein. Doch sich füreinander Zeit zu nehmen, miteinander etwas Besonderes zu kochen, essen zu gehen oder einfach nur mal inne zu halten und sich seiner Liebe bewusst zu werden, das ist es doch, was diesen Tag ausmacht. Sich in Erinnerung zu rufen, dass hinter der Alltagsroutine die Liebe steht, wie eine feste Wand, an der man sich entlang hangeln kann und stets weiß, man kann nicht umfallen, solange es die Liebe gibt.

Das ist mein Sinn des Valentinstags. Nicht Blumen zu schenken, weil es die Blumenläden so wollen, sondern sich des Hintergrundes und der Ursprünge wieder bewusst werden. Genau so wie ein Atheist Weihnachten feiern kann. Okay, das ist eine Stolperfalle. Nein, Schatz, ich will damit nicht sagen, dass ich nicht an die Liebe glaube. Es geht darum, dass der Atheist nicht den Sohn des Christengottes feiern muss, sondern einfach innehalten soll, um sich in Erinnerung zu rufen, was es bedeutet, dass es da mal jemanden gegeben haben mag, der auf einem Hügel stand und von Nächstenliebe gesprochen hatte. Gerade weil in vieler Leute Augen der Konsumgedanke beider Feste im Vordergrund zu stehen scheint: "Hügel, was für ein Hügel? Wo unter dem Baum sind verdammt nochmal meine neuen Krawatten!"

Ich mag den Valentinstag. Selbst ohne Blumen. Selbst wenn man es nicht schafft, sich an diesem Tag Zeit füreinander zu nehmen, miteinander etwas Besonderes zu kochen, essen zu gehen oder einfach nur mal wieder gemeinsam auszugehen. Es ist immer Zeit, inne zu halten und sich seiner Liebe wieder bewusst zu werden. Vielleicht einfach mit ein paar Gedanken zu später Stunde oder eben mit einem Text, den man seiner Liebe widmet.


Danke, dass du für mich da bist, mein Herz. Ich liebe dich. 

1 Kommentar:

  1. Schön, das auch mal von einem Mann zu hören.

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