Sonntag, 6. März 2011

Die Wahrheit über Arielle die Meerjungfrau

Arielle mit ihrer langen Flosse
Schwamm vergnügt im weiten Meer,
Und der Fabius, ihr Schwimmgenosse,
Ihr schwamm nichts ahnend hinterher.

Gegen ihres Vaters Triton Willen
Wollte sie den Himmel seh‘n,
Und die Neugier nach den Menschen stillen,
Die dort auf den Schiffen steh‘n.

Sie tauchten auf und wunken,
Und alle wunken froh zurück.
Einer gröhlte sturzbetrunken:
„Nach mag‘ren Fängen endlich Glück!“

Denn guten Trawlern ist es letztlich gleich,
ob Meerjungfrauen-  oder Thunfischfleisch.



Kommentare:

  1. *lach* Du kommst auf Ideen, toll! Ich liebe deine Böse-Märchen-Gedichte =)

    AntwortenLöschen
  2. Die Idee ist sehr schön, aber ich empfinde das Ende als sehr abrupt.

    Irgendwie hätte da vor (kleiner Faselfehler) den Trawlern noch gut eine oder zwei Zeilen hingepasst.
    Aber ich erkenne hier ein klassisches Gedichtschema, was dann damit vermutlich hinfällig wäre und das ist bestimmt nicht gewünscht.
    Ich erinnere mich da an eine Unterhaltung damals im Lyric Letter. ;)

    AntwortenLöschen
  3. Recht so! Warum soll es Arielle und ihrem Gefolge besser ergehen als den Delfinen und sonstigem Beifang?

    (Böses Thema mit ökologisch dringendst verbesserungsfähigem Background!)

    By the way... Habe ich heute schon mit dem Zaunpfahl gewinkt? Wo sich doch sturzbetrunken auch so schön auf versunken reimen würde!

    AntwortenLöschen
  4. Habe mal frech - Verzeihung! - rumgespielt, mich dabei aber im Tempus verheddert, somit auch noch keine Endlösung gefindet...

    Sie tauchten auf. Arielle winkt.
    Und alle winkten froh zurück.
    Einer gröhlte schnapsbedingt
    „Nach mag‘ren Fängen endlich Glück!“

    Vielleicht war dein Spiel mit der Flexion von Verben ja auch pure Absicht, lieber Lichtträger, und ich hab´s bloß nicht gepeilt. Übrigens: wieder mal ein lustiges Gedicht!

    AntwortenLöschen
  5. @citara
    Das freut mich. Du kannst mir glauben, ich liebe es nicht minder, sie zu schreiben ;-)

    @Jay
    Der Leser soll die Lücken schließen. Ich fand den Kontrast gut. Sie winken einander zu, doch aus unterschiedlichen Beweggründen, und das kommt dann in drei Verszeilen mit dem Hammer über einen. Überraschungseffekt ;-)
    Und, ja, dann wäre die Form futsch gewesen. Ist ein englisches Sonett ;-)
    Ach, ja, der Lyric Letter. Schade, dass er tot ist ...

    @mkh
    Ja, war nicht nur zum schmunzeln sondern gerade auch zum Nachdenken gedacht. Ich weiß auch nicht, ob der Thunfisch, den ich esse, trotz "dolphin free"-Siegel wirklich hält, was er verspricht ... :-(

    Die Flexion war übrigens nur meiner Herkunft geschuldet. Wir Hessen sind ja für Verbflexionen immer gut ;-)

    Der Tempus deiner Version von S3 wäre für mich nicht das Problem - ich könnte ja den Rest anpassen ;-) -, stören würden mich allerdings die ausschließlich männlichen Kadenzen. Das klingt immer so hart.

    Ach, Hauptsach lusdisch. Helau ;-)

    AntwortenLöschen