Sonntag, 22. März 2020

Die Welt von heute retten wir morgen wieder!

Die Welt retten wir morgen wieder!
Lasst uns heute erst einmal die Welt von morgen retten! Klingt nach einem Widerspruch. Ähnlich wie: "The king is dead. Long life the king!"

Ende 2016 hatte ich meinen Kühlschrank ausgestellt, weil ich wissen wollte, ob ich auch ohne leben kann. Ich konnte. Dafür hatte ich einige Gewohnheiten umgestellt. Zum Beispiel musste ich binnen drei Tagen aufbrauchen, was ich an Brotaufstrichen geöffnet hatte, damit es nicht verdirbt. Meine gewohnten drei geöffneten Gläschen unterschiedlicher Geschmacksrichtungen für das Frühstück reduzierte ich dafür auf eins. Ging auch. Tat nicht einmal weh. 
Essen, das ich kochte, stellte ich nicht mehr kühl, bis ich es in den nächsten Tagen zu Mittag im Büro verzehren würde. Ich weckte es ein. Ging auch. Tat nicht einmal weh. 
Statt den Kühlschrank mit einem Wocheneinkauf vollzupacken, begann ich alle zwei Tage in den Bioladen zu gehen, an dem ich vom Büro nach Hause ohnehin vorbeikam, und kaufte fortan für den Tages- statt für den Wochenbedarf ein. Ging auch. Tat nicht einmal weh.

Nun ist Corona-Time! Ich möchte weder mich, noch die Verkäuferinnen und Verkäufer oder auch nur einen derer, denen ich auf dem Weg zum Bio- oder Supermarkt begegne, der Infektionsgefahr aussetzen. Ich habe den Kühlschrank am Freitag nach dreineinhalb Jahren wieder eingeschaltet und meinen Einkauf, den ich nun nur noch alle zwei Wochen tätigen werde, eingeräumt. Selbst ein Wenig Plastikverpacktes ist darunter. Das ist ein sehr ungewohntes Bild, an das ich mich erst einmal  gewöhnen muss.
Ich versuche dennoch, Energie zu sparen, indem ich alle vollen Flaschen, die ich im Haus gefunden hatte, ebenfalls hineingetan habe - was im Falle der Rotweinflaschen einen Knacks in meinem Herzen verursacht hatte! So bleibt die Kälte im Inneren, wenn ich dir Tür öffne. Ansonsten würde die kalte Luft mit jeder Öffnung durch warme Küchenluft ausgetauscht und das Kühlaggregat müsste nach jeder Öffnung anspringen. Ich bin gespannt, was dieses Experiment, an Verbrauch mit sich bringt.  

Der Öko in mir ruht heute ein wenig, damit ich morgen eine Welt vorfinde, die ich dann weiter zu retten versuchen kann. Geht auch. Tut nicht einmal weh!

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