Samstag, 19. April 2008

Sonett über kreisende Gedanken

'Wie geht es Dir?', klingt stimmenlos die Frage
Und gleichfalls ohne Ton dann meine Antwort.
Keine Litanei. Bloß ein einziges Wort.
Alles sagend und Beginn meiner Klage.

'Schlecht!', höre ich mich und dann doch nicht sagen.
Und das, was mir wellenlos entgegenschallt,
Trifft mich nicht unerwartet, doch es verhallt.
Ewiger Diskurs und Frage der Fragen!

'Warum?', beginnt die Wanderung im Kreise,
Denn keinen gibt es, der diese Frage hört.
Sie klingt in mir, weswegen nur mich verstört,
Dass jeder Antwort folgt 'Warum?' ganz leise.

Ach, könnte man mich nur vom Kreis erlösen
und Gedanken im eignen Kopfe lösen.

Kommentare:

  1. Warum gehen Herz und Verstand so selten gemeinsame Wege!!! Warum???

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  2. Es ist interessant, dass Du das Herz ins Spiel bringst. Im Text ist kein Hinweis darauf. Es ist bei Interpreationen immer hilfreich, den historischen Kontext zu kennen. Und den meinen kennst Du offensichtlich nur allzu gut, alter Freund ;-)
    Das ist die Kunst des wahren Zwischen den Zeilen Lesens *gg*

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  3. Ach, diesen Kreis, in dem man sich endlos dreht und dreht, den kenne ich nur zu gut.
    Und viel zu selten gelingt es mir, ihn aktiv und bewusst zu durchbrechen.
    Ihnen, lieber Lichtträger, wünsche ich dies aber, sollten Sie gerade wirklich in dieser Situation stecken.

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  4. Ein analoges Telefon umzutauschen, hilft da schon sehr. Ein blaue Schienbeine auch ;-)

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  5. Fragen über Fragen. Keine Antwort. Kein Ausweg. Was tun? :(
    Aber schönes Gedicht.^^

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  6. Ja, so ist das manchmal. Heute besonders, aber das vergeht. Wie es schon oft vergangen ist ...

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