Montag, 21. April 2008

Warum?

Fragend richte ich den Blick gen Himmel.
Über meinem Haupt kreist ein Warum.
Warum hast Du mich verlassen?
Warum hast Du mir das angetan?
Doch nur ein Habicht ruft einsam
Und ohne Antwort mir entgegen.
Bist auch Du verlassen?
Fragst auch Du nach dem Warum?
Ist der Himmel leer?
Keine Antwort scheint am Firmament.
So hör ich weiter Deinen Schrei verhallen.
Du siehst mich weiter dieses Nichts anstarren.
Bis der Grund für das Warum
Gleich Deinem Schrei im Nichts verhallt.

Kommentare:

  1. Die Frage aller Fragen!!!
    Und ich glaube manchmal ernsthaft, das es besser ist, die Antwort nie zu erfahren... denn sie könnte jegliche Vorstellungskraft sprengen!!!

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  2. Besser eine Antwort als mit sich selbst alleine und im Stich gelassen zu werden. Obgleich es zumeist ja so ist, dass eine Antwort, die man nicht versteht, nur noch mehr Warums aufwirft :-(

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  3. Die Wahrheit tut nun mal manchmal weh!!! Wie man es dreht und wendet!!!

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  4. Mag sein. Nur dass man Wahrheiten versteht. Sie sind klar. Ihnen folgen keine Warums.

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  5. Da kann ich nicht zustimmen... nur weil es die Wahrheit ist, muss man sie noch lange nicht verstehen!!!
    Ich werde z. Bsp. auch nie verstehen, warum ich meine Haare verliere, es ist aber die Wahrheit! :-)

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  6. Hat was mit Dehydrotestosteron zu zun, das Deine Folikel angreift. Oder so. Mit anderen Worten: Du bist Du potent, um Haare haben zu können. Verstehst? ;-)

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  7. Einem "Warum" folgen immer weitere, wenn man nur will. Es gibt Kinder, die haben das perfektioniert. Die Erkenntnis schwindet nur irgendwie mit wachsendem Alter.

    Und Wahrheit ist nur die eigens präferierte gefilterte Version der meist zu komplexen Realität.

    Jawoll.

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  8. Nicht im "Nichts" verhallt, aber in der Lebenserfahrung! Die manchmal scheißeweh tut, und manchmal verdammt gut. Weil die Götter ihren Lieblingen alles ganz geben, alle Freuden, die unnendlichen, alle Leiden, die unendlichen, ganz. (frei interpretiert nach einem hessischen Dichter, dessen Name mir gerade entfallen ist...;-)

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  9. Sehr schöne Gedanke, lieber mkh, wenn auch ich mit dem im Nichts verhallenden Grund sagen wollte, dass das, was den Schmerz auslöst, als im übertragenen Sinne das Warum auslöst, irgend wann mit der unbeantworteten Frage in Vergessenheit gerät, nicht mehr so präsent ist, um Schmerz zu bereiten. Die Erfahrung wird, sie muss bleiben. Ohne Erfahrung keine Weiterentwicklung und wer möchte Fehler schon doppelt begehen ;-)

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  10. Sorry, aber mir fiel spontan das Gedicht von Heinz Erhardt dazu ein:

    Der Einsame

    Einsam irr ich durch die Gassen,
    durch den Regen, durch die Nacht.
    Warum hast du mich verlassen?
    Warum hast du das gemacht?

    Nichts bleibt mir, als mich zu grämen,
    gestern sprang ich in den Bach.
    Um das Leben mir zu nehmen,
    doch der Bach war viel zu flach.

    Einsam irr ich durch den Regen,
    und ganz feucht ist mein Gesicht.
    Nicht allein des Regens wegen,
    nein, davon alleine nicht.

    Wo bleibt Tod im schwarzen Kleide?
    Wo bleibt Tod und tötet mich?
    Oder besser noch: Uns beide.
    Oder besser: Erst mal dich!

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  11. /Lichtträger
    Genau so hatte ich Ihre Zeile auch verstanden, lieber aa! Maat et juut und schönen Urlaub auf der Vulkaninsel!!!

    /Meise
    Die letzte Zeile ist exakt die message, zu der ich bei allen schmerzvollen Trennungen meines Lebens erst mal mühsam hinkommen musste. Hätte ich doch in diesen Fällen bloß Heinz Erhardt gelesen!!! :-)

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  12. @mkh

    Vielen Dank. Ich werde es mir verdammt gut gehen lassen. Mögen die letzten fünf Tage rasch vorüberziehen und die folgenden zehn sich viel Zeit lassen ;-)

    @meise
    Interssant, dass sich S1V3 und V4 in gliecher Folge auch bei mir widerfinden. Offenbar ist es nicht nur das Warum, auch der Kontext des Warum, dder sich stets und überall und bei jeder / jedem wiederholt und seine Kreise im Kopfe dreht. HE löst es auf seine unnachahmlich sarkastische Art auf. Vielen Dank, liebe Frau Meise. Ein wundervolles, passendes Gedicht :-))

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  13. Und diese sarkastische Weise ist es, mit einem Zwinkern im Auge, die ich so an ihm mag. ;)
    Das ist ja das Schöne an Gedichten, Geschichten und Bildern, dass man die Dinge, die jeder irgendwann mal empfindet, darinnen wiederfindet! :)

    @mkh:
    Jaa, genau das ist es, den Ausweg aus dem Teufelskreis der eigenen Gedanken zu finden. Immer geht's rum und rum und rum mit den todtraurigen Gedanken, bis man sich fragt: Warum soll's nicht erstmal dich treffen? Ich bin raus aus dem Geschäft! ;)

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