Mittwoch, 27. April 2016

Einundfünfzigster Schritt: Griff ins Klo

Der Griff ins Klo ist nur buchstäblich. Tatsächlich förderte er neben allerlei entsorgtem Organischem primär Papier zu Tage, und, wenn es ökologisch eingekauft wurde, immerhin nicht chlor-gebleichtes und recyceltes Papier. Leider ist es jedoch stets eingeschweißt in Plastikfolie, und zumindest die üblichen Supermärkte weisen keine Alternative dazu auf. Dieses Mal suchte meine Lebensgefährtin nach einer plastikfreien Alternative, und sie wurde fündig. Bei der Firma Kruse Reinigungstechnik und Hygienebedarf fand sie Toilettenpapier von Kimberly Clark, das papierverpackt ist. Es ist zwar nicht auf Rollen aufgezogen, sondern wird als Einzelblatt in einem Bündel geliefert. Aber das stellt kein größeres Problem dar. Es ist nur anders und bedarf der Gewöhnung. Ein wenig wie sich beim Autofahren von Automatikgetriebe wieder auf Gangschaltung umzustellen, nur halt auf dem Klo.
Vier Wochen sind nun seit der ersten Nutzung vergangen, und so sehr Getriebeschaltung ist es gar nicht. Subjektiv glaube ich, dass ich sogar sparsamer mit dem Papier umgehe, als mit dem Rollentoilettenpapier. Ein Drittel der Pakete ist nun aufgebraucht. Eine Kiste für ca. 40 Euro inklusive Versand reicht demnach gut 12 Wochen. In der gleichen Zeit hätten wir zu dritt 12 Packungen Toilettenpapierrollen verbraucht, die bei 2,50 Euro pro Packung 30 Euro gekostet hätten. Auf Plastik zu verzichten, wäre in diesem Fall ein Drittel teurer. Hinzu kommt noch der höhere Co2-Verbrauch, da es extra per Post zugestellt werden muss. Ist der Papierverbrauch jedoch tatsächlich geringer, wie subjektiv empfunden, könnte es das wieder zum Teil ausgleichen. Also mal auf die Quadratmeter schauen:

Papiergroßpackung: 36 Einzelabpackungen x 220 Blatt x 2 Lagen x 18, 6 cm Blattlänge x 11,7 cm Blattbreite ergibt 3,447 Mio Quadratzentimeter (ca. 345 m²).

Rollen in Plastikpackung:  12 Packungen x acht Rollen x 150 Blatt x 3 Lagen x 13,8 cm Blattlänge mal 9,8 cm Blattbreite ergibt 5.842 Mio Quadratzentimeter (ca. 584 m²).

Der subjektiv geringere Papierverbrauch ist also tatsächlich gegeben. Gleicht das den höheren CO2-Verbrauch aus? Ich weiß es nicht.
Hinzu kommt, dass das Papier von Kimberly Clark zwar ökozertifiziert ist und ein FSC-Label hat, aber eine Packung Toilettenpapier bspw. von Danke zu 100 % aus Recyclingpapier besteht. Gleicht das den Mehrverbrauch aus? Auch das weiß ich nicht.

Vielleicht ist das von der Plastikfreien Zone in München, die auch einen Onlineshop haben, eine weitere Alternative: 440 m² für 40 Euro, CO2-neutral produziert und papierverpackt.
Alternativ können wir es auch künftig wie Daniel Hauptmann halten, aber dann wäre die ganze Rechnerei für'n Arsch gewesen. Irgendwie ist sie das ja so oder so. Mal schauen.

Keine Kommentare:

Kommentar posten