Dienstag, 15. März 2016

Achtundvierzigster Schritt: Ein Licht aufgehen lassen

Die Erleuchtung? Leider nicht zur Gänze!
Jahrelang war es der schnelle Griff in die große Metallkiste nahe des Kassenbereichs, nachdem ich im schwedischen Möbelhaus KÖTTBULLAR essen war, obwohl ich eigentlich Möbel kaufen wollte, der mich en passant unbedacht zum stolzen Besitzer von 100 Teelichtern im praktischen Plastiksack machte. Mit vollem Bauch und hungrig zuhause angekommen, kamen sie dann in eines der SMARASSEL zu den sechs angebrochenen 100er-Packungen GLIMMA, und immer wunderte ich mich, weshalb unter ihnen stets zwei bis drei ungeöffnete lagen und wie ich es geschafft hatte, auch noch unbemerkt einen Beutel BEVERA gekauft zu haben. Aber, hey, die Stromnetze sind anfällig, dachte ich mir immer. Die Nachbarn werden es mir danken, wenn ich Wochenrationen an Kerzen für mehrere Haushalte im Keller deponiert habe. Und falls es mal einen Wasserrohrbruch bei den Nachbarn gäbe, würden sich auch die BEVERA bewähren.
Seit letztem Jahr hat sich viel geändert: Die schwedischen Happen gibt es nun auch vegan, und ich habe eingesehen, dass weder ein wochenlanger Stromausfall voll nachbarschaftlicher Dankbarkeit in Aussicht ist, noch dass sich Plastikverschlussklemmen bei einem Wasserrohrbruch als nützlich erweisen würden.
Zeichensetzen gegen Plastik und Aluminium
Die Teelichter sind jetzt aufgebraucht, und ich habe mich auf die Suche gemacht. Ziel: plastikverpackungs- und aluminiumhülsenfreie Kerzen (Aluminium ist ökologisch kaum weniger bedenklich als Plastik). Schnell wurde ich im Bioladen um die Ecke fündig: Primavera produziert Teelichter ohne Aluminiumhülse und in Papierverpackung. Der Blick auf die Zusammensetzung war jedoch etwas ernüchternd. Abgesehen vom Paraffin (aus Erdöl), Bienenwachs (na, ja, von Bienen halt) ist auch Stearin enthalten. Stearin wird aus Palmöl gewonnen, das aufgrund der massiven Bedrohung für den Regenwald durch Anlage von Palmölplantagen kritisch zu betrachten ist. Bio-Stearin ist es leider nicht, so dass ein nachhaltiger Anbau wohl auszuschließen ist. Sobald die leer sind, teste ich mal die bei Hans-Natur gefundenen Bio-Teelichter mit recyceltem Alubecher und die bei Waschbär gefundenen Öko-Teelichter ganz ohne Alu und aus lokal recycelten Fetten. Die Bewertungen von Letztgenannten sind zwar durchwachsen, aber - ich entschuldige mich vorab für diesen vorhersehbaren und denkbar schlechten Kalauer, der sich aber nahtlos in die vorangegangenen einreiht - es ist ja auch Kerzenwachs. Darauf einen Teller GRÖNSAKSBULLAR!

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