Mittwoch, 26. Oktober 2016

Achtundfünfzigster Schritt: Weniger schleppen

Drei Umzugskisten weniger!
Ein Umzug ist - zumindest für mich - nichts Schönes. Ich nehme mir die Umgebung, in der ich mit einem Handgriff alles erreiche, was ich brauche, und platziere mich in eine neue, in der ich eine solche komfortable Wohnsituation erstmal wieder herstellen muss.
Ein Umzug bietet aber auch die Möglichkeit, den einen oder anderen Hausrat zu überdenken, der sich im Laufe der Zeit angesammelt hat. Seit Jahren sammelt mein Vater alle Zeitungsartikel, die mit mir in Verbindung stehen. Das ist sehr schön, und zudem gibt es mir die Chance nun auf eine Pressemappe zu blicken, die bis in meine künstlerischen Anfangszeiten zurückreicht. Allerdings sind es auch vier schmale Aktenordner, die Platz brauchen.
"Was ist der Kern der Zeitungsartikel?", habe ich mich gefragt. Der Inhalt oder das Papier? Die Frage war leicht zu beantworten. Ich habe sie nun alle eingescannt und auf dem Rechner gesichert. Sie sind nun nicht nur mehr dem Zerfall preisgegeben - einige begannen tatsächlich schon zu gilben -, sondern auch recherchierbar.
Eine halbe Bananenkiste weniger in die neue Wohnung zu schleppen!

Beim Verpacken meiner Schuhe ist mir aufgefallen, dass ich sehr viele Schuhe habe, deren Sinn offensichtlich nur noch war, einen Schrank zu füllen. Darunter waren Schuhe, die mir nicht mehr gefielen, solche, die ich nicht trug, weil sie unangenehm zu tragen waren, und drei paar Laufschuhe, die nach ihren 700 bis 800 Kilometern Nutzungsstrecke zwar nicht mehr zum Sport taugen, aber als Freizeitschuh nicht zu beanstanden sind. Acht Paar Schuhe habe ich nun aussortiert und werde sie zum Deutschen Roten Kreuz bringen. Auch sind wieder ein paar Kleidungsstücke in die DRK-Kiste gewandert, obwohl nach der letzten Aussortierung nicht mehr viel da war. Sichtferne Kellerschränke birgen da jedoch noch Potential.
Zwei Bananenkisten weniger in die neue Wohnung zu schleppen!

Zuletzt fielen mir beim Sichten meines Büros vier DVD-CD-Ordner in die Hände, darin zahlreiche unbeschriftete Disks, Sicherheitskopien der letzten 20 Jahre, Filme, die ich seit Jahren nicht mehr gesehen hatte, und bei genauem Überlegen, vermutlich auch nicht mehr anschauen werde und vor allem zahlreiche in Formaten, die heute gar nicht mehr nutzbar sind, wie VCD und SVCD (Filme in Briefmarkengröße auf meinem Fernseher). Ich habe einen Abend lang aussortiert und gut 160 Discs weggeworfen. Natürlich nicht in den Hausmüll! Gut, erst schon in den Hausmüll. Dann hatte ich recherchiert und festgestellt, dass das Polykarbonat ein wichtiger Rohstoff ist, der nach der Müllverbrennung verloren wäre. Also habe ich die CD-s wieder rausgeholt und werde sie mit der nächsten Sendung zu recycelnder Druckerpatronen zum Recycling geben.
Eine weitere halbe Bananenkiste weniger in die neue Wohnung zu schleppen!

Fazit: Ich habe drei Kisten weniger in die neue Wohnung zu schleppen, habe etwas Gutes für die Gesellschaft getan, muss mich mit diesem unnötigen Ballast nicht mehr belasten und darüber hinaus, eine Redewendung erweitert. Immer wieder höre ich: "Was du ein Jahr nicht, genutzt hast, trenne dich davon!" Eine der unbeschrifteten CDs hatte ich bestimmt zehn Jahre nicht genutzt und bin sehr froh, sie nicht ungesichtet entsorgt zu haben. Es waren teils 15 Jahre alte Bilder meiner Kinder enthalten, von denen ich nicht einmal wusste, dass ich sie habe. Das war ein schönes halbstündiges Schwelgen in Erinnerungen, nachts um eins, bevor ich weiter Zeitungsartikel einscannen musste. Bis kurz nach drei!

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