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Mittwoch, 25. Juli 2018

Daily Insta


Bei meinem Umzug vor zwei Jahren hatte ich mich bewusst gegen den Kauf einer eigenen Waschmaschine entschieden. Eine Maschine, die nur alle zwei Wochen genutzt wird, zu kaufen, erschien mir so unglaublich unökologisch und eine solche Ressourcenverschwendung zu sein 😮 Seitdem wasche ich bei Freunden und bezahle mit mitgebrachten Brötchen für ein entspanntes, gemeinsames Frühstück, währenddessen deren Maschine für mich läuft, oder ich suche wie heute einen Waschsalon auf... und sitze derweil mit einem Buch im Café 😊 Das Ökoleben führt offenbar zu sehr viel Müßiggang 😉 Übrigens wasche ich dadurch nur noch alle drei Wochen einmal und trage meine Sachen länger. Doppelter Gewinn für die Umwelt 🤗 #minimalismus #minimalism #ökologisch #öko #eco #ecologic #ecolife #bewusstleben #waschmaschine #waschsalon #shareconomy #sharing #teilen #wenigeristmehr #einfachleben #nachhaltigkeit #nachhaltig #nachhaltigleben #sustainable #sustainability #sustainableliving #sustainableLifestyle #reduce #reduzieren #environment #umwelt #umweltschutz #ressourcenschonung #wohlstandsrückbau #postwachstumsökonomie

Montag, 23. Oktober 2017

Vierundsiebzigster Schritt: Die Waschkraft der Natur nutzen

Rosskastanien für ca. ein Jahr Single-Haushaltswäsche
Es ist Herbst. Die Blätter verfärben sich und alles um sie herum in bunte Töne: Herbstfarben - ein Begriff der gerne auch von der Bekleidungsindustrie aufgenommen wird und damit eine tolle Überleitung zu meinem Thema ist. Mein täglicher Weg zum Bahnhof führt mich an einem Kastanienbaum vorbei, genau genommen an einer unechten, nämlich einer Rosskastanie. Sie ist mit den Esskastanien nicht verwandt. Das stellt allerdings auch kein Problem dar, denn Essen steht nicht auf dem Programm, sondern eher Essensreste aus Kleidungsstücken zu bekommen - gerne auch aus solchen in Herbstfarben.

Gevierteilte Kastanien
Nachdem ich also eine Woche lang täglich an den von der Baumbesitzerin freundlicherweise am Straßenrand zu kleinen Haufen angesammelten Rosskastanien vorbeigeschlendert war und mich entsann, wie ich als Kind allerlei Figuren mittels hölzerner Zahnstochern gebastelt hatte, erinnerte ich mich glücklicherweise auch daran, dass die Rosskastanie zu den Seifenbaumgewächsen gehört, einer Pflanzengattung, die über Saponine verfügt, die eine seifenähnliche Wirkung haben. Ganz ähnlich also wie bei den Waschnüssen, die in Indien Verwendung finden und gerade von der ärmeren Bevölkerung genutzt werden, um Wäsche zu waschen. Leider führt der hiesige Wunsch, ökologischer zu waschen, zu einem stärkeren Export der Nüsse und zu einer Verteuerung für indische Endabnehmer, die dann chemische Waschmittel einsetzen. In Anbetracht der oftmals fehlenden Kläranlagen ist diese Entwicklung in Indien vermutlich deutlich verheerender, als wenn wir in Deutschland weiterhin mit Chemie waschen würden. Von daher ist die heimische Rosskastanie sicherlich auch global betrachtet die cleverere Alternative.

Geschrotete Rosskastanien zum Trocknen
Ich habe jedenfalls zwei Papiertüten davon gesammelt. Zuhause angekommen habe ich zahlreiche davon mit einem Messer zerkleinert und dann im Mixer geschrotet. Auf dem Backblech habe ich sie eine Woche unter täglichem Wenden an der Luft getrocknet. Nunmehr warten sie in einem Schraubglas auf die nächste Waschmittelproduktion, die wie folgt aussah: Natürlich wollte ich wissen, welches der zahlreichen im Internet zu findenden Rezepte, das bessere Ergebnis bringt. Für das eine Experiment habe ich fünf Kastanien geviertelt und über Nacht in 300 ml Wasser eingeweicht - für das zweite drei Esslössel der geschroteten Kastanien in derselben mensche Wasser. Beide Flüssigkeiten wurden milchig, das Wasser der geschroteten deutlich schneller und intensiver. Als ich beide Behältnisse nach Ende der Einweichzeit schüttelte,
bildete sich sofort Schaum auf der Oberfläche, der an Seifenschaum erinnerte. Bei Experiment zwei bildete sich ca. die doppelte Menge an Schaum. Am Morgen hatte ich die festen Bestandteile dann abgeseiht bzw. durch ein Nusssieb abgetrennt.

Links hinten eingeweichte Kastanien
Rechts vorne fertiges Waschmittel
Tags darauf habe ich beide Flüssigwaschmittel mit zwei Wäscheladungen bei 40 Grad Celsius getestet. Im Ergebnis konnte ich mit dem Auge keinen Unterschied in der Sauberkeit feststellen - sauber waren beide Wäschen. Ich bin sehr zufrieden. Die Wäsche ist weich, optisch sauber und geruchsneutral. Auch nach dem Tragen der so gewaschenen Kleidungsstücke, kann ich nicht sagen, dass ich einen Unterschied zu der herkömmlich gewaschenen Kleidung feststellen kann. Schwere Verschmutzungen werden vermutlich nicht beseitigt, wie in den verschiedenen Test auf anderen Blogs zu lesen ist. Für die einfache Wäsche werde ich es jedenfalls beibehalten. Für die nächste Wäsche habe ich die genutzten Kastanien ein zweites mal eingeweicht, das abgeseihte Wasser jedoch zehn Minuten auf 70 Grad Celsius erhitzt und in eine abgekochte Flasche abgefüllt. So kann sich kein Schimmel bilden, und mein Flüssigwaschmittel wartet geduldig auf die nächste Wäscheladung.

Natürlich darf das Vorher-Nachher-Bild, das jeden ökologischen Hausmann davon überzeugt, künftig kein Waschmittel mehr zu kaufen, nicht fehlen. Ergänzen möchte ich noch, dass die grauen Stellen keine ergrauten, vormals weißen Stellen sind, sondern ein Schatten, der sich heimlich dazwischen geschlichen hat, als ich den Auslöser betätigte. Vermutlich ist es der Schatten Saurons - oder wie hieß nochmal dieser Waschmittelhersteller, den das Ergebnis verärgern könnte :)

Socken, weiß - Links nach, rechts vor der Wäsche

Sonntag, 15. Oktober 2017

Waschmittellasagne

Amylase, Lipase, Protease, Tetraacetylethylendiamin, Natriumsilikat, Natriumaluminiumsilikat, Natriumcarbonat, Polycarboxylate, Polyvinylpyrrolidon, Tenside. Die eine oder der andere mag sich jetzt sicher sein, dass es sich um Zutaten eines Fertiggerichts des unteren Qualitäts- und Preissegments handelt, auf dem für gewöhnlich Hinweise zu lesen sind wie: „Achtung! Kann Spuren von landwirtschaftlichen Erzeugnissen enthalten. Verwechselungen mit natürlichen Nahrungsmitteln sind rein zufällig!“, doch weit gefehlt. Tatsächlich sind es die üblichen Inhaltsstoffe von Waschmitteln: Enzyme, um Nahrungsmittelreste aus der Wäsche lösen, Bleichmittelaktivatoren, Reinigungskraftverstärker, Wasserenthärter, Vergrauungs- und Verfärbungsinhibitoren, Weichmacher, Desinfektions- und Konservierungsmittel. Hört sich an, als hätten die Ägypter damit einst Pharaonen haltbar gemacht. Nicht alles davon ist daher auch unbedenklich. Manches ist toxisch, anderes biologisch nicht abbaubar. Rund 700.000 Tonnen Waschmittel verbrauchen wir jährlich in der Republik. Waschmittel, das nach der Wäsche im Abwasser landet und teils über die Kläranlagen in den Klärschlamm gelangt. Der wiederum landet auf unseren Äckern, da er auch eine ganze Reihe wertvoller Pflanzennährstoffe enthält, insbesondere das immer knapper werdende Phosphor, was die Verwendung als Dünger durchaus sinnvoll macht. Andererseits enthält er eben auch anorganische Anteile, beispielsweise nicht abbaubare Tenside und Polymere aus Waschmitteln, die so ebenfalls auf die Felder und in die Pflanzen gelangen. Es ist also leider nicht ganz abwegig, die oben genannten Stoffe auf der Zutatenliste von Nahrungsmitteln zu finden. Müssen all die Stoffe sein? Vermutlich schon. Das Waschmittel soll ja alles sauber bekommen. Also sind Fettlöser enthalten, auch wenn ich nicht einen Spritzer auf dem Hemd habe, Wasserenthärter, selbst wenn der PH-Wert des Wassers in Ordnung ist, und so viele Tenside, dass selbst die dreckigste Wäsche sauber wird. Niedriger zu dosieren, mag eine Lösung sein. Eine andere, es vielleicht mit einer ökologischen Alternative zu versuchen. Vom Verzicht auf Waschmittel rate ich übrigens an dieser Stelle ab. Den Versuch hatte ich schon. Das ist ein wenig wie Suppe mit einer Gabel zu essen. Es sieht aus, als äße man, es wird aber niemand satt. Alternativen gibt es tatsächlich: Efeu und Rosskastanien. Kein Spaß! Das funktioniert. Einfach drei Rosskastanien aufsammeln, zerkleinern, ein paar Stunden in Wasser einweichen und das gefilterte Wasser als Flüssigwaschmittel nutzen. Gleiches gilt für Efeu. Zwei Handvoll zerkleinern und mit heißem Wasser übergießen. Nach ein paar Stunden kann man auch jenes abgeseihte Wasser zur Reinigung normal verschmutzter Wäsche in der Maschine nutzen. Wer sich überzeugen will: Auf meinem Blog habe ich meine weißen Socken fotografiert. Ein beweiskräftiges Vorher-/Nachherfoto, das keine Fragen offen lässt. Die zwei Papiertüten Kastanien, die ich am Straßenrand gesammelt habe, reichen wohl bis zum nächsten Herbst, und, falls nicht, bleibt mir das Efeu. Sollte ich tatsächlich dann doch einmal Blutanhaftungen auf dem Hemd haben, weil ich beispielsweise bei der Efeu-Ernte von der Leiter gefallen bin, kann ich ja ausnahmsweise auf ein protease-haltiges Waschmittel zurückgreifen. Bis dahin habe ich jede Menge Klärschlamm nicht belastet, muss meine Waschmittelreste nicht essen, habe einen Haufen Umverpackung eingespart, und auch der Pharao bleibt noch ein paar Jahre länger frisch.