Samstag, 15. Februar 2014

Safari-Lunchbox

Aus Gründen der Geburtenkontrolle leer gegessen: Rollkasten
„Schatz, doch nicht vor den Kindern!“, empörte sich die alte Löwin.
„Liebling, der hatte mit dieser Touristin rumgemacht! Was sollte ich denn tun? Die hätten sich vermehrt und was dann?“, antwortete der betagte Rudelführer kauend.
„Aber wir wollten doch keine Touristen im Reservat essen! Wir hatten uns doch versprochen, sie zu schützen, die Armen. Kein Fell, nicht mal alleine laufen können sie, immer in diesen stinkenden zebrafellgemusterten Rollkästen.“
„Schatz, wohin mit denen, wenn sie sich ausgerechnet hier vermehren? Ruckzuck haben wir hier eine Menschenplage im Wildlife-Reservat. Außerdem können unsere Babylöwen dann mal sehen, wie ein Mensch gebaut ist! Oh, schau mal, wie kümmerlich das Muskelfleisch am Schenkel ist.“
„Tatsächlich? Ach, hast ja Recht. Gut, dass du ihn erlöst hast! Am Ende wäre es noch eine Verwandte gewesen, mit der er sich vermehrt hätte. Und sie zu trennen und auf andere Rollkästen zu verteilen, wäre ja auch kaum möglich gewesen. Wer weiß, wann der nächste gekommen wäre. Und ständig nur Giraffe ist ja auf Dauer auch eine etwas einseitige Kost“, schloss die Löwendame die Diskussion, während sich hinter ihr einer dieser stinkenden zebrafellgemusterten Rollkästen anschlich, mit aus allen Fenstern herausragenden Stahlrohren bespickt und grimmigen Gesichtern dahinter.



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