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Samstag, 14. Januar 2012

Kanten

Nur Menschen mit Kanten bleiben an einem hängen.

Menschliche Kanten sind die Würze jeder zwischenmenschlichen Beziehung. Sie erzeugen Spannung. Sie machen interessant. Nichts ist weniger greifbar als ein glatter Mensch. Glatte Menschen sind oft unhaltbar, aal-glatte gar untragbar. Kanten verhaken sich jedoch in den Kanten des Gegenübers und binden aneinander. Manchmal sind die Kanten jedoch scharf und hinterlassen früher oder später Schürfwunden. Besonders, wenn sie auf glatte Stellen treffen. Sie wollen greifen, und können sie es nicht, so schaffen sie eben im Gegenüber schartige Kanten. Diese Kanten sind schmerzhaft. Manchmal zu schmerzhaft.

Montag, 7. November 2011

Die Feder ist mächtiger als das Schwert ...

Die Feder ist mächtiger als das Schwert ... zumindest wenn man sich außer Reichweite befindet!

Ich bin der Meinung, dieser Aphorismus muss einfach ergänzt werden. Was nutzt es einem, das bessere Argument gehabt zu haben, wenn man zwei Pfund englisches Breitschwert in den Rippen hat, mag sich bereits damals der eine oder andere Nachfahre schottischer Freiheitskämpfer gedacht haben, als sich Edward Bulwer-Lytton Mitte des 19. Jahrhunderts diesen Satz erdacht hatte. Am Anfang war das Wort? Nein, in diesem Fall stand und steht das Wort eher am Ende und wird vom Sieger gesprochen, der es recht einfach hat, seine Feder als stärker zu bezeichnen. Schließlich sind die Waffen der Gegner schon vor seinen Füßen. 

Samstag, 24. September 2011

Wer nicht kommt zu rechten Zeit ...

Wer nicht kommt zur rechten Zeit, isst dennoch, bis er dick und breit.

In meiner Jugend ging das Sprichwort noch anders. Aber das war eine andere Zeit. Wir hatten feste Mahlzeiten, drei Stück, am Wochenende gerne auch eine vierte, und wir saßen und aßen gemeinsam bei Tisch. Wir aßen gemeinsam, redeten gemeinsam, genossen die Gemeinschaft. Gemeinsam. Heute, habe ich den Eindruck, isst jeder, wann er gerade Zeit hat, ist gejagt von privaten und beruflichen Terminen, die kaum Raum für gemeinsame Mahlzeiten lassen. Und wenn, dann gehetzt. 
"Oh, ihr esst schon? Müsst nix aufheben. Ich schmeiß mir später schnell ne Pizza in den Ofen!" und "Ne, keine Zeit für's Frühstück. Ich hol mir unterwegs was vom Bäcker. Esse ich dann in der Bahn!" bestimmen den Alltag. Jeder zweite ist inzwischen übergewichtig und jede dritte neu geschlossene Ehe überlebt  die ersten drei Jahre nicht. Besteht da eine Korrelation?

Mittwoch, 21. September 2011

Geschlossener Kreis

Die Ehe ist ein geschlossener Kreis: Anfangs der Ehe möchte man dem Partner die Klamotten vom Leib reißen, ihn mitten der Ehe am liebsten angezogen sehen und am Ende wieder bis auf letzte Hemd ausziehen.

Leider gibt es Ehen, nach deren Ende ein oder sogar beide Partner versuchen, gegeneinander Krieg zu führen und sich im Klein-Klein verletzten Stolzes, vermeintlich erlittener Ungerechtigkeiten und blinder entmenschlichender Ignoranz verlieren. Zum Glück gibt es auch Ehen, die respektvoll zu Ende gehen. Ehen, deren Partner auch nach der Trennung noch die gleichen bleiben; nur ohne Ring an der Hand. Den Erstgenannten ist dieser Aphorismus gewidmet. Mögen die Letztgenannten darüber schmunzeln ...

Samstag, 10. September 2011

Die Freude am Einfachen

Erlesener Geschmack zerstört die Freude am Einfachen.

So snobistisch es klingen mag, aber: Ich mahle jetzt seit Monaten meine luftdicht im Tiefkühler gelagerten Kaffeebohnen mit geringem Robusta-Anteil kurz vor dem Kaffeegenuss frisch und bereite sie in einer Stempelkaffeemaschine mit 94° heißem, entkalktem und gefiltertem Wasser nach festem Ritual zu. Gestern waren die Bohnen überraschend aus, ich hatte einen Filterkaffee vor mir und habe ihn nicht mal probieren wollen ...

Montag, 25. April 2011

Feuer

Wer sich mit einem gebrannten Kind übers Feuer wagt, sollte Asche ertragen können.

Logisch eigentlich, aber manchmal tut man Dinge und wundert sich anschließend über das Ergebnis, obwohl es bei genauerer Betrachtung doch so kommen musste. Gerade in Liebesdingen sehr beliebt.

Mittwoch, 17. September 2008

Fremder Quark

Fremden Quark rührt man nicht an.

Bezeichnenderweise fiel mir das ein, als ich gestern meinen Quark zu Mittag anrührte. Nicht unsittlich, mehr cremig. Nochzudem kein fremder, sondern definitiv meiner. Metaphorisch ist dieser mehrdeutige Sinnspruch jedoch auch nicht zu verachten, denn weshalb sollte man den sprichwörtlich Kund getanen Unsinn eines anderen auch anrühren. Unsinn wird nicht besser, wenn man sich mit ihm beschäftigt.
In diesem Sinne: Buon appetito! Oder auch gerade nicht ;-)

Samstag, 23. August 2008

Schriftsteller und Gott

Schriftsteller und Gott haben gemein, dass beide Welten erschaffen, doch Schriftsteller überarbeiten.

Das fiel mir ein, nachdem ich mich gestern mit Calliope getroffen hatte, um den Plot unserer Kriminalgeschichte zu Ende zu entwickeln und wollte - im virtuellen Sinne - zu Papier, als ich meinen Beitrag zum Thema Elternliebe im Lyric Letter gerade fertig hatte. Kreative und arbeitssame 24 Stunden, möchte ich meinen ;-)
Zu meinem Aphorismus lasse ich natürlich die Sintflut außer Acht. Als Überarbeitung war sie ja offenkundig nicht allzu effektiv, schaut man sich all die menschlichen Niederträchtigkeiten an, die einem Tag für Tag in den Medien serviert werden. Armageddon, das Menü ... Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende.

Donnerstag, 26. Juni 2008

Hüte

Hüte wirken irgendwie aufgesetzt.


Nur vier Worte und so mehrdeutig. Ich liebe diesen kurzen Satz irgendwie. Hoffe, das klingt nicht aufgesetzt ;-)

Sonntag, 18. Mai 2008

Ausziehende Blicke

In einer Sauna gibt es keine ausziehenden Blicke.


So, das musste mal niedergeschrieben werden. Wenn dieser tiefgründige Sinnspruch keine Diskussion wert ist, weiß ich auch nicht weiter. Dann wende ich mich vielleicht dem Ausdruckstanz zu, um mich künstlerisch zu entfalten ...

Donnerstag, 3. April 2008

Das Kind in unserem Inneren

Das Kind in unserem Inneren stirbt nicht im Alter;
es wird nur erzogen.


Dieser Sinnspruch fiel mir während eines Spaziergangs ein. Auch mit dem Ankratzen der vierten Lebensdekade fühle ich mich noch immer jung genug, um wie ein albernes Kind zu sein. Nur halt nicht mehr überall ;-)

Samstag, 8. März 2008

Loslassen

Eine so eherne Bürde ist, liebend die Hände zu lösen,
fallest doch stets nur du selbst, während die Liebe noch schwebt.


Mein erstes Distichon. Jedenfalls denke ich, dass es eins geworden ist *gg*