Sonntag, 26. Juli 2015

Rührtofu zum Frühstück

Faked - und dennoch satt!
Die Frage nach Fake-Produkten für Veganer beantworte ich wie folgt: Auf jeden Fall! Warum sollte ich auf ein veganes Burgerpattie verzichten, nur weil der Rindfleischburgerpattie zuerst da war? Warum auf ein Tofu-Würstchen verzichten, nur weil vor Herrn Pflanzenmeister Herr Metzgermeister auf die Idee kam, Schweinefleisch in Schlauchform anzubieten? Das wäre genauso wie auf ein solarbetriebenes Auto zu verzichten, nur weil Herr Benz ein Dieselaggregat vorgesehen hatte. Und genauso sehe ich das auch Rührei betreffend. Ich mochte Rührei immer. Nur will ich es eben nicht mehr essen, weil es eben das Dieselaggregat unter den Frühstücksspeisen ist. Rührtofu ist meine Alternative. Die Zubereitung geht ebenso rasch.

Tofu mit der Gabel zerteilen. Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden und in Öl bei mittlerer Hitze anbraten. Die in Würfel geschnittenen Tomaten hinzugeben und den Tomatensaft etwas reduzieren lassen. Dann den Tofu hinzugeben, das klein geschnittene Schnittlauch zusammen mit Gewürzen unter die Tofumasse heben. Vom Herd nehmen, etwas Rapsöl hinzugeben, mit schwarzem Salz (der schwefelige Geschmack erinnert schön an Eier) und frischem Pfeffer aus der Mühle abschmecken, und fertig ist das Rühr-Tofu zum Frühstück. Sogar solarbetrieben, wenn man den richtigen Stromanbieter hat.

Zutaten:
200 g nicht zu fester Tofu
1 Frühlingszwiebel
2 kleine Tomaten
2 EL Schnittlauch
1 TL Kurkuma
2 EL kaltgepresstes Rapsöl
schwarzes Salz
Pfeffer
Öl zum anbraten


Montag, 13. Juli 2015

Ich darf vortragen: Kritisches Konsumieren!

Vielleicht mögt ihr ja auch kommen: Am Donnerstag kommender Woche bin ich im Erasmus-Alberus-Haus in Friedberg und darf ein wenig über die letzten knapp zwei Jahre berichten. Es gibt sogar eine Powerpoint-Präsentation ;-)

Ich freue mich auf euch.

Samstag, 11. Juli 2015

Glanzlichter #1: "Hörst du die Bananentierchen schreien?"

„Ach, du lebst vegan?“ – Glanzlichter der Reaktionen auf pflanzliche Ernährung
 #1 „Hört du die Bananentierchen schreien?“

Haben nicht mal einen Mund, weinen aber: Bananentierchen!
Nein, lieber Arbeitskollege mit der Plastiktüte voller Bananen in der Hand, ich höre sie nicht schreien. Das hat mehrere Gründe. Zum einen können Bananen nicht schreien, denn nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand ist das Tieren und Menschen vorbehalten. Bananen sind weder das eine noch das andere, es sind vielmehr die Früchte der Bananengewächse, einer Pflanze. Da Pflanzen nicht in die Gruppe der nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand zum Schreien befähigten Lebewesen gehören, liegt es nahe zu vermuten, dass es deren Früchte ebenfalls nicht vermögen.
Schreien ist zudem meist die akustische Bekundung einer Empfindung (u. a. von Schmerz), und nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand sind einige Pflanzen zwar in der Lage auf Reize zu reagieren, indem sie sich dem, was ihnen gut tut, zuwenden (Sonne) und dem, was ihnen schlecht tut, abwenden (Fressfeinde). Nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand empfinden sie jedoch nichts, und selbst wenn sie es täten, fehlten ihnen die Stimmbänder, um zu schreien.

Menschen können jedoch schreien. Insbesondere, wenn ihr Gehirn Schmerz erleidet. Ich schreie jedoch nicht. Ich blogge! 


Vierunddreißigster Schritt: Plastik leihen und nicht kaufen

Plastikmüll lässt sich natürlich nicht nur sparen, indem konsequent auf Verpackungen aus Plastik verzichtet wird, sondern auch damit, die unnötige Produktion von Plastik zu vermeiden. 
Vor wenigen Tagen noch standen wir häuslich vor dem Problem, dass unsere Handy-Ladekabel flügge geworden sind. Ich vermute stark, dass das Ladekabel meines Kindle und das Ladekabel meiner Puls-Uhr ([hier den Namen der dem eigenen Glaubenentsprechenden Entität einsetzen] sei ihrer Seele gnädig!) ihre Liebe zueinander entdeckt haben und einfach gemeinsam ausgerissen waren. Vermutlich hatte das eine Ausreisewelle ausgelöst, an deren Ende uns der folgende bedauernswerte Zustand erwartete: Zwei Ladekabel für sechs ladekabelbedürftige Geräte im Haus, wobei merkwürdigerweise eines der beiden Ladekabel von einem Gerät stammt, dass niemand aus dem Haus je im Besitz hatte. Vermutlich ein Zuwanderer, der in einem iPhone-Haushalt Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt war. Willkommen an dieser Stelle!

Jedenfalls stand ich vor der Entscheidung, ein Ladekabel zu kaufen oder nicht. Ganz tief in mir war ein Widerstreben gegen den käuflichen Erwerb. Doch solange mich die Werbebranche alle paar Minuten mit Handy-Angeboten überflutet: „Macht den Vertrag bei uns, und ihr bekommt jährlich ein neues Smartphone!“, „Kauft eine Waschmaschine, und ihr bekommt kostenlos ein Smartphone kostenlos dazu, mit dem dem die Waschmaschine auch im Urlaub in der DomRep fernsteuern könnt!“, „Eröffnet ein Konto bei unserer Bank, und ihr bekommt ein Smartphone für Umme hinzu, dessen Vertragsguthaben ihr übrigens ganz bequem über unsere Homebanking­software aufladen könnt.“ Und so weiter. Solange das so ist, muss es doch jede Menge Haushalte geben, in denen eine unermessliche Zahl an Handy-Ladekabeln ungenutzt rumliegen muss, dachte ich mir. Vermutlich sind unsere Kabel auch in eines dieser Haushalte ausgewandert; immerhin wurde es ja bei uns zunehmend einsam. Jedenfalls habe ich meine Suche in Facebook einfach mal in den Raum  gestellt und binnen zwei Tagen hatte ich zwei zusätzliche Ladekabel. Problem gelöst!

Es gibt zahlreiche lokale Free- und Share-your-Stuff-Gruppen (Bspw. "Free your stuff Wetterau") und selbst Share-your-Food-Gruppen (Bspw. "Share your food Wetterau". Dort reinzuschauen lohnt sich wirklich. Ich bin  überrascht, wie gut das funktioniert und wie viele Menschen, ihren Überfluss über diese Gruppen reduzieren und anderen die Möglichkeit geben, ihre Bedarfe kostenlos zu decken. Das ist ein guter Weg. Immerhin werden jede Mengen Ressourcen gespart, wenn nicht neu produziert werden muss, was anderenorts ungenutzt in der Ecke liegt. Vielleicht werde ich demnächst mal posten, wer Einzelsocken übrig hat. Schließlich muss jeder, der eine Waschmaschine besitzt, vor dem gleichen Problem stehen. Ganz gleich, wie oft ich sie aus dem Urlaub anrufe, meine Waschmaschine frisst dennoch Socken.

Freitag, 10. Juli 2015

Linsen-Bolognese

Linsen haben einen sehr herzhaften, intensiven Geschmack. Sie eigenen sich nicht nur als Beilage, auch als Aufstrich und natürlich geradezu bestens geeigneten herzhafte Fleischeinlagen zu ersetzen. Das können sie nicht nur des Geschmacks wegen, sondern sogar ernährungsphysiologisch, denn sie haben einen ordentlichen Eiweißgehalt.

Die Linsen-Bolognese ist einfach beschrieben: Bereiten Sie eine Bolognese zu und ersetzen sie das Hackfleisch mit gekochten Linsen.




Etwas ausführlicher geht es so:

200 g Linsen (ich mag die roten Linsen, sind letztlich geschälte braune) in einem halben Liter Salzwasser oder Gemüsebrühe köcheln lassen. Während dessen Sellerie, Zwiebeln und Möhren klein würfen und in einer Pfanne mit Olivenöl glasig werden lassen. Dann eine Knoblauchzehe reinpressen. Mit einem Glas Rotwein ablöschen und reduzieren lassen. 500 ml pürierte – oder, ganz nach gusto, halb und halb stückige und pürierte - Tomaten hinzugeben. 2 TL Oregano und je einen TL Salbei, Thymian und Rosmarin hinzu, zwei Lorbeerblätter rein und eine halbe Stunde bei niedriger Hitze reduzieren. Zum Abschluss die Linsen unterheben und das Ganze mit frisch gemahlenem Pfeffer und Salz abschmecken.

Jetzt wartet die Soße brav auf die Nudeln und beide zusammen darauf, mit Genuss und einem Glas Rotwein verzehrt zu werden. Am besten mit zwei Gläsern Rotwein. Statt Parmesan nehme ich gerne Hefeflocken. Auch ein feiner Proteinlieferant mit ordentlich B-Vitaminen. Buon Appetito!