Posts mit dem Label Holz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Holz werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 13. Juli 2018

Mit Veganem auf der Speisekarte und einem Schuss Öko: Cesar's Pizzeria in Bad Nauheim



Auf meiner Suche nach veganem Essen in der Wetterau hat mich meine Reise nach Bad Nauheim geführt, genauer nach Nieder-Mörlen. Dort befindet sich Cesar's Pizzeria, die von Familie Pingoltsyan geführt wird. Sohn Nshan kenne ich schon länger, und so lange ich ihn kenne, erzählt er mir, was er und seine Frau Claudia alles umsetzen wollen, um den Lieferservice seiner Eltern zu einer kleinen ökologischen Oase in der Wetterau werden zu lassen. Bei meinem Besuch werde ich nicht enttäuscht. Das Interieur besteht aus gebrauchtem Holz. Es wirkt nicht wie selbstgebaut, eher so, als habe ein Innenarchitekt versucht, die Seele eines Natürschützers zu streicheln. Ich fühle mich auf Anhieb wohl und entwickle das in Lieferdiensten und Imbissen seltene Gefühl, länger als nur zum Essen hier bleiben zu wollen.

Die Speisekarte bietet zunächst das dem Namen nach Erwartbare: Pizza und Pasta. Daneben finden sich noch eine Auswahl armenischer Gerichte und drei Hände voll Schnitzelgerichte wieder. Bevor sich VeganerIn jedoch an das hübsche Lächeln von Schweinchen Babe entsinnt und es nach seiner Mami rufen hört, schiebt sich sofort der extra ausgewiesene vegane Bereich der Auswahl in den Blick. Es beginnt mit Wareniki, die mit Kartoffeln, Zwiebeln und Pilzen gefüllt sind, und geht weiter mit verschiedenen Pizze, die sogar mit Pizza-Schmelz überbacken werden, also ein echtes Pizza-Gefühl bieten. Ein besonderes Highlight ist die Pizza Avocado, die ich so belegt tatsächlich noch nirgends gesehen habe.




Mein Ziel als Burger-Fan ist jedoch der vegane Burger, der in einem selbst gebackenen Bun mit Leinsaat- und Sesam-Garnierung serviert wird. Das Patty selbst ist ein paniertes, reines Gemüse-Patty, ohne Soja- oder Seitan-Anteil. Knackiger Salat, rote Zwiebeln, Tomaten und eine scharfe Würzsoße bilden die passenden Begleiter des sehr gelungenen Burgers, dessen Größe selbst mich satt macht. Ich habe den Fehler gemacht, aus Gewohnheit bei der Beilage Pommes Frites "groß" zu sagen. Das hätte ich nicht tun sollen, denn "groß" bedeutet bei Familie Pingoltsyan, dass man davon satt werden muss. Die Portion ist zum ohnehin schon großen Burger nur mit Mühe zu schaffen, aber wer will schon das Wetter beeinflussen? Am Ende bin ich satt und zufrieden. Sehr!



Wen es nicht nach Nieder-Mörlen verschlägt, kann natürlich auch bestellen. Cesar's Pizzeria ist bei  Pizza.de und Lieferando zu finden. Dort ist jedoch der Burger nicht zu haben. Wer ihn bestellen möchte ruft an (06032/8698467) oder schaut halt doch in der Nieder-Mörler-Straße 48 in Bad Nauheim vorbei. Dann verpasst man jedoch ein weiteres Highlight: Auf Wunsch können Salate auch im Pizzabrot bestellt werden. Er wird dann - frei von Plastikverpackung - in einer unbelegten Pizza mit extra hohem Rand geliefert. Die Verpackung isst man dann einfach mit oder - noch besser - man bestreicht sie am nächsten Tag mit Tomatensoße, legt Gemüse und veganen Käse darauf und überbackt sie auf voller Stufe. Großartige Ideen! Weiter so, Cesar's!

Samstag, 21. April 2018

30-Tage-Challenge: Loslassen-Ausmisten-Reduzieren (#21)

Noch etwas vom Dachboden: Seit meinem Umzug steht es ungenutzt herum. Es ist hübsch. Sehr schön. Schon allein dieser - zugegeben ähnlich beinhalteten - Attribute wegen sollte es täglich einer Nutzerin oder eines Nutzers Augen erfreuen: Mein Regal!

Zwar besuchte ich es regelmäßig, wenn ich meine Wäsche zum Trocknen nach oben brachte, aber Regale brauchen eine sinnvolle Beschäftigung. In der alten Wohnung hatte es eine solche. Es war im Küchendienst beschäftigt und trug Tag ein, Tag aus sämtliche Gewürze, die ein normaler Haushalt von jemandem der seinerzeit gut 100 Kochbücher besaß, benötigt: Ajowan, Anis, Annatto, Asant, Bärlauch, Bärwuz, Basilikum, Beifuß, Berbere, Bergkümmel, Bertram, Bockshornklee, Bohnenkraut, Borretsch, Brotklee, Brunnenkresse, Cardamom, Cayennepfeffer, Chili, Cilantro, Cumin, Curkuma, Curryblätter, Currykraut, Corrypulver (indisch und britisch), Dill, Dost, Eberraute, Engelwurz, Epazote, Essigbaum, Estragon, Färberdistel, Fenchel, Fetthenne (vollfett, fettreduziert und light), Galgant, Gewürznelken, Harissa, Huflattich, Ingwer, Kaffernlimette, Kalmus, Kerbel, Knoblauch, Koriander, Kubebenpfeffer, Kümmel, Lavendel, Liebstöckel, Lorbeer, Löffelkraut (Ess-, Tee- und Espressolöffel), Muskat, Majoran, Minze, Nelke, Nelkenpfeffer, Oregano, Paradieskörper, Paprika (edelsüß und Rosen-), Petersilie, Pfeffer, Piment, Pimpinelle, Ras el-Hanout, Rosmarin, Safran, Salbei, Sambal, Schwarzkümmel, Senfkörner, Sternanis, Szechuanpfeffer, Thymian, Vanille, Wasabi, Wacholder, Zimt, Zwiebelpulver, um nur die wichtigsten in alphabetischer Reihenfolge zu nennen. Von den verschiedenen Salz- und Zuckerarten möchte ich gar nicht erst anfangen.

Derzeit verfüge ich jedoch über zwei gegenüberliegende Küchenzeilen und somit ausreichend Platz für Gewürze, zudem eben durch die zwei Küchenzeilen allerdings auch nicht über Platz an der Wand, um das Regel anzubringen, selbst wenn ich das wollte. Das Regel ist also ohne Beschäftigung. Wer Bedarf hat, kann sich gerne melden. Ich würde auch ein paar Gewürze und gut 30 Kochbücher beisteuern.


Donnerstag, 8. März 2018

Daily Insta


Endlich gibt es auch Holzzahnbürsten in Friedberg zu kaufen 😊 #Zahnbürste #toothbrush #wood #holz #noplastic #plastikfrei #öko #eco #Nachhaltigkeit #sustainability #friedberg #wetteraukreis

Montag, 26. Juni 2017

Den Löffel abgeben

Wenn ich mal den Löffel abgebe, also diesen letzten Plastikkochlöffel, den ich noch in meiner Schublade habe, wird der neue einer aus Holz sein, und weil ich immer wieder mal gefragt werde, ob es nicht sinnvoller ist, in Plastik zu kaufen – immerhin ist so ein Löffel ja eine Anschaffung auf Jahre, günstiger im Einkauf, benötigt relativ wenig Energie zur Produktion, und es muss kein Baum dafür abgeholzt werden –, habe ich mir tiefgreifende Gedanken dazu gemacht. So ein Plastiklöffel wird aus Erdöl hergestellt. In Erdöl ist Kohlenstoff gebunden. Irgendwann wird er doch auf den Müll kommen, und mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 50 % nicht rohstofflich recycelt werden – das ist die ungefähre Verwertungsquote des grünen Punkts -, sondern thermisch, also zur Energiegewinnung. Dabei wird Kohlendioxyd (CO2) frei, bekanntermaßen ein Klimagas. Holz setzt bei der Verbrennung etwa die gleiche Menge CO2 frei, wie es bei seinem Wachstum dank Photosynthese gespeichert hat. Insofern ist der Holzlöffel klimaneutral, wenn er aus nachhaltigem Anbau stammt, sprich: wenn nur so viel abgeholzt wird, wie auch nachwächst. Der Holzlöffel hat damit gewonnen! Das wirft natürlich weitere Fragen auf. Zum Beispiel, wie viele Holzlöffel es braucht, damit man selbst klimaneutral wird. Jährlich atmet ein Mensch 350 Kilogramm CO2 aus. Sagen wir mal, der Löffel ist aus Buche. Eine 35 Meter hohe und 120 Jahre alte Buche hat im Laufe ihres Lebens etwa 3,5 Tonnen CO2 gebunden, das sind 29 Kilo pro Jahr. Pro Mensch braucht es also 12 Buchen, um die eigene Atemluft zu binden. Zum Glück haben wir gut 35 Milliarden Bäume in Deutschland. Also können wir uns doch einen Plastiklöffel erlauben? Leider nein! Wir atmen nämlich nicht nur CO2 aus - das sind nur 3 % unserer persönlichen Produktion - wir setzen es hauptsächlich durch unseren Lebenswandel frei. Insgesamt sind es 850 Millionen Tonnen in Deutschland, also zehn pro Bundesbürger. 40 % verursachen wir über die Energiewirtschaft, 15 % über den Verkehr und nochmal 10 % über unsere Haushalte. Tatsächlich braucht es also nicht zwölf, sondern 344 Buchen pro Bundesbürger. Rechnerisch würde die Waldfläche immer noch reichen. Unsere Wälder sind jedoch – zum Glück – keine Monokulturen. Es sind auch deutlich bindeschwächere Bäume darunter, derentwegen unsere Wälder insgesamt nur 222 Millionen Tonnen CO2 im Jahr umsetzen. Wir müssten unsere Waldfläche demnach vervierfachen, um unserer Verantwortung den Klimawandel betreffend gerecht zu werden. Das schaffen wir nicht. Meine Dachterrasse ist nicht groß genug, um 344 Buchen aufzunehmen, und viele Menschen haben nicht einmal eine Terrasse. Es gibt also nur zwei Möglichkeiten. Wir müssen einerseits unseren CO2-Ausstoß reduzieren und energiezehrende Geräte einsparen: Braucht es wirklich elektrische Rollladenheber und Garagentore? Muss ein Gerät Stand-by-Strom verbrauchen, das ich nicht nutze? Muss der WLAN-Router nachts, und wenn niemand im Haus ist, angeschaltet sein. Muss ich das Auto nutzen, wenn ich mein Ziel auch zu Fuß erreiche? Und die zweite Möglichkeit ist, mehr Gegenstände aus nachhaltiger lokaler Holzwirtschaft zu nutzen: Kein Haus aus Stein bauen, keine Gartenhütte aus Metall kaufen, und eben auch keine Holzlöffel aus Plastik. Um die Eingangsfrage nicht unbeantwortet zu lassen: 16,3 Millionen Holzlöffel binden den jährlichen CO2-Ausstoß eines deutschen Bundesbürgers. Die Küchenschublade möchte ich gerne sehen.