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Montag, 21. November 2022

Vegane Medaillons, Patties und "Fleisch-Klößchen" mit bestem Aminosäureprofil


Ich habe mal wieder an einem Rezept für eine herzhafte, vegane Eiweißbombe gearbeitet. Ziel war es, ohne Weckmehl zur Bindung auszukommen. Es ist gelungen. Ich habe sie inzwischen als Medaillons zu Kartoffeln und Gemüse getestet, als "Fleisch-Klößchen" mit Pilzsoße und natürlich als Burger-Patty. In allen drei Varianten waren sie ein fantastischer Begleiter.

Im Vordergrund stand, dass die Zutaten möglichst umverpackungsfrei zu haben sind, dass sie spontan für die Lust auf etwas umami am Gaumen bereitzuhalten sind und dass es schnell geht. Alles haben sie erfüllt. Die Vorbereitung dauerte weniger als zehn Minuten zzgl. des Bratens, keines der Lebensmittel war kühlpflichtig oder schnell verderblich und fast alles stammt entweder aus dem Unverpacktladen oder aus einer Großverpackung aus Papier.

Hier die Zutaten für eine ganze Pfanne der Leckereien:
  • 100 feines Soja-Granulat
  • 50 Gramm  Walnüsse, frisch zu Mehl vermahlen
  • 50 Gramm  Cashew, frisch zu Mehl vermahlen
  • 30 Gramm Weizenkleber (Seitan/Gluten)
  • 30 Gramm Hefeflocken
  • 30 Gramm Leinsaat, frisch zu Mehl vermahlen
  • 2 EL Sojasoße
  • 2 TL Zwiebelpulver
  • 2 TL Majoran
  • 1 TL Knoblauchpulver
  • 1 TL Räucherpaprika
Das Ganze trocken vermischen und dann unter ständigem Rühren mit so viel kochendem Wasser übergießen, dass ein fester Teig entsteht, der gerade feucht genug ist, um alles Trockene miteinander zu verbinden. Ich schätze, dass es nur knapp eine halbe Tasse heißes Wasser war. Dann zehn Minuten ruhen lassen. In der Zeit die Pfanne mit einem hoch erhitzbaren Öl vorbereiten. Den Teig aufteilen, in die gewünschte Form bringen und abbraten.

Fertig ist eine Pfanne mit gut 115 g Protein aus den drei sich ergänzenden Hauptquellen für eine biologisch hochwertige vegane Proteinversorgung: Hülsenfrüchte, Getreide, Nüsse/Samen. Die Hülsenfrüchte und die Nüsse/Samen, die tendenziell arm an der Aminosäure Methionin sind, werden im Gesamtaminosäureprofil durch die methioninreichen Proteine aus dem Getreide ausgeglichen. Das an Lysin und Isoleucin arme Getreide wird durch die Hülsenfrüchte, die reich daran sind, ausgeglichen, während die Nüsse/Samen eine überdurchschnittliche Portion Arginin und Asparaginsäure beisteuern. Theoretisch muss man das nicht in einer Mahlzeit haben, um davon zu profitieren, aber es ist gut zu wissen, doch vor allem: Es schmeckt!

Tipp: Zusammen mit veganer Käsesoße, einem Blatt Lollo Rosso, ein paar Tomaten- und Gurkenscheiben in ein Burger-Bun damit. 


Dienstag, 31. März 2020

Corona-Baisse – Investieren in Kalorien

Corona-Baisse – Investieren in Kalorien
Die Bouillabaisse, das provenzalische Fischgericht, und keine mexikanische Biersuppe stand Pate für meine Namenskreation. Sie besteht aus den provenzalischen Wortteilen bouli und abaissà, also „koche und setze dich“, da die Marseiller Suppe einige Minuten stark gekocht und dann abgeschreckt wird. Das passiert derzeit auch an der Börse. Das Coronavirus wirkt wie ein Tauchsieder, der insbesondere Kleinanleger verschreckt die Hände aus dem sprudelnden Wasser ziehen lässt, das hier sinnbildlich für das Börsenparkett steht. Noch bis Mitte Februar hatte sich der Aktienmarkt in der Hausse befunden, in einem Aufwärtstrend. Da hatte der Stier der beginnenden Coronakrise noch seine Hörner gezeigt. Seitdem befindet er sich auf Talfahrt, der Bärenmarkt hat sich entwickelt, stärker denn je. Noch nie war der DAX, also die Heimat der 30 größten deutschen börsennotierten Unternehmen, in so kurzer Zeit so stark gefallen: Von fast 13.500 Punkten auf zeitweise unter 9.000. 

Warum schreibe ich das in einer Kolumne über Nachhaltigkeit? Seit ich vor eineinhalb Jahren zwei Frugalistinnen kennengelernt hatte, also zwei Anhängerinnen jener Szene, die sich zum Ziel gesetzt hat, durch ein möglichst sparsames Leben und Anlegen des Ersparten früh ein genügsames Dasein als Privatier zu führen, habe ich vieles von ihnen übernommen. Ich habe begonnen, meine Ausgaben mit einer Exceltabelle zu monitoren, um unnötige Ausgabenherde zu identifizieren, habe ein Depot eröffnet und bereits im ersten Monat des Kennenlernens mit dem Investieren gestartet. Ich bin nicht so sparsam wie Oliver Nolte oder Florian Wagner, die beiden wohl bekanntesten Frugalisten Deutschlands, die Sparraten von 60 Prozent und mehr erreichen, komme aber immerhin auf fast 22 Prozent. Geschafft habe ich das, indem ich meine Ausgaben immer wieder im Hinblick auf die Suffiziens überprüft habe. Welche Ausgaben tätige ich nur, weil es scheinbar ein gesellschaftlicher Konsens ist, sie zu tätigen? Welche Kosten habe ich, die wirklich nötig sind? Welche dieser Kosten kann ich reduzieren, indem ich zu günstigeren Alternativen wechsele, ohne an Nachhaltigkeit oder Qualität zu verlieren? Meine durchschnittlichen monatlichen Ausgaben habe ich so um ein Viertel reduzieren können – immer unter der Maßgabe, meine Lebenszufriedenheit aufrechtzuerhalten. 

Bis Mitte Februar hatte ich meine Depotwerte, die durch nachhaltige Fonds und ETFs sowie Einzelaktien von ökologischen Unternehmen bestimmt sind, noch gerne abgerufen. Derzeit verweigere ich mich, die betreffenden Aktienkurse in meiner Homebankingsoftware zu aktualisieren. Denn als die Corona-Baisse aufkochte, hatte ich stark an den Verlusten zu kauen gehabt, bis ich realisierte, dass es nur virtuelles Geld ist, dessen vermeintlichen Verlust ich bedauerte. Mein Einkommen ist weiterhin nahezu stabil, und weder an meinem vergleichsweise sparsamen Leben, noch an meiner Sparrate hat sich etwas geändert. Die Kurse werden irgendwann wieder steigen, und ich bin fern von Existenzangst. Ganz im Gegensatz beispielsweise zu vielen Gastronomen, die wirtschaftlich wirklich bedroht sind. 

Ich habe mich entschlossen, wieder zu investieren. Ich stecke den durch mein sparsames Leben erwirtschafteten Überschuss in Gutscheine bei der Pizzeria, in Bestellungen beim Burgerladen und in Anteile an diversen Speisekarten. Schon jetzt bin ich im Plus. Das Ergebnis lässt sich auf der Waage messen. Es sind bereits einige Prozent, und die nimmt mir keiner so schnell.

Dienstag, 17. September 2019

Das vegane Steak

Das vegane Steak
Es ist das Jahr 2013. Ich sitze mit Freunden in einem Landgasthof nahe Fulda. Ich hatte mich entschlossen, ein 600 Gramm schweres Schnitzel zu bestellen und bekomme Angst, als der riesige Teller auf den Tisch gestellt wird. Dass ich es nicht packe, freut einen meiner Begleiter. Er hatte nur ein 400 Gramm schweres Rumpsteak und beäugt bereits seit Minuten meine immer mühsamer werdenden Kaubewegungen. Hätte mir an diesem Abend jemand gesagt, dass ich ein halbes Jahr später vegan leben werde, ich hätte vor Lachen Fleischstückchen geprustet.

Rund sechzig Kilogramm Fleisch isst der Bundesbürger jährlich. Von daher bin ich mir sicher, dass meine Ernährung von damals mindestens einen Menschen in den Veganismus getrieben hat! Und dieser arme Zwangs-Pflanzenköstler wäre dann genötigt gewesen, Fleischersatzprodukte zu essen. „Warum lebst du vegan und legst dann nachgemachte Wurst auf dein Brötchen?“, würde er von seinen Freunden ertragen müssen. „Weil sie schmeckt!“, hätte ich ihm seiner Zeit gerne als Antwort soufflieren wollen, doch das wäre eine Lüge gewesen. Damals gab es für meinen Gaumen nur einzige Geschmacksrichtung: Bluthochdruck. Der Markt kannte nur traurige, überwürzte Surrogate von etwas, das nicht einmal ein verliebter Metzger in die Auslage gelegt hätte. „Vegan wäre mir zu extrem!“, habe ich tatsächlich vor vielen Jahren mal gesagt. Ich frühstücke morgens Brot mit Aufstrichen, Paprikastreifen und Tomaten darauf, mittags Haferflocken mit Nüssen, Samen und Obst und mache mir abends eine Gemüsepfanne mit Bohnen. Ob ich mir 2013 mein Leben als Extremist so vorgestellt hatte? Wahrscheinlich nicht! Ich dachte vielmehr, ein Veganer könne ja fast gar nichts mehr essen. Aber so denkt man halt, wenn man wie ich mit Fleisch zu allen Hauptmahlzeiten und gerne mal zwischendurch einer Salami auf die Hand großgeworden ist – und es hatte mir gemundet. Wenn mir Menschen erzählen, sie würden ja gerne weniger Fleisch essen – denn letztlich ist jedem klar, dass 60 Kilogramm Fleisch pro Jahr weder für das Klima, noch für die Tiere und am allerwenigsten für die Gesundheit gut sind –, aber es schmecke viel zu gut, dann kann ich das verstehen. Doch es ist nur Gewöhnung. Der Spruch „Du isst nicht, was dir schmeckt, sondern dir schmeckt, was du oft genug gegessen hast!“ greift.  

Heute sieht es anders aus. Beyond Meat, Wiesenhof und seit letzten Monat sogar Aldi und Lidl führen pflanzliche Alternativen, die zumindest meiner vagen Erinnerung daran, wie Fleisch schmeckt, sehr nahe kommen. Doch die Zukunft wird eine andere sein. Das niederländische Startup Mosa Meat hat bereits 2013 den ersten Hamburger aus Stammzellen hergestellt. Drei Jahre später präsentierte das US-Unternehmen Memphis Meats ein Fleischbällchen aus Rinderstammzellen. Das israelische Unternehmen Aleph Farms arbeitet seit Anfang 2017 an einem in vitro produzierten Rindersteak samt Fettzellen, Blutgefäßen, Muskeln und Stützzellen. Potentaten wie Google-Mitbegründer Sergey Brin unterstützen die Projekte. In wenigen Jahren sind die Erzeugnisse marktreif, in Konsistenz, Geschmack und Bratgeruch von gewachsenem Fleisch kaum mehr zu unterschieden, und in zehn bis fünfzehn Jahren wird es nur diesen einen Unterschied mehr geben: Den niedrigeren Preis. Selbst Massentierhalter werden auf lange Sicht nicht konkurrieren können. Wenn Geschmack und Kosten dann keine Argumente mehr sind, wird es schwer, sich noch für „echtes“ Fleisch zu entscheiden. Ich bleibe allerdings bei Gemüse – Gewöhnung, ihr wisst ja!

Bildrechte: The image was originally posted to Flickr by avlxyz It was reviewed on 24 March 2010 by FlickreviewR and was confirmed to be licensed under the terms of the cc-by-sa-2.0.

Freitag, 13. Juli 2018

Mit Veganem auf der Speisekarte und einem Schuss Öko: Cesar's Pizzeria in Bad Nauheim



Auf meiner Suche nach veganem Essen in der Wetterau hat mich meine Reise nach Bad Nauheim geführt, genauer nach Nieder-Mörlen. Dort befindet sich Cesar's Pizzeria, die von Familie Pingoltsyan geführt wird. Sohn Nshan kenne ich schon länger, und so lange ich ihn kenne, erzählt er mir, was er und seine Frau Claudia alles umsetzen wollen, um den Lieferservice seiner Eltern zu einer kleinen ökologischen Oase in der Wetterau werden zu lassen. Bei meinem Besuch werde ich nicht enttäuscht. Das Interieur besteht aus gebrauchtem Holz. Es wirkt nicht wie selbstgebaut, eher so, als habe ein Innenarchitekt versucht, die Seele eines Natürschützers zu streicheln. Ich fühle mich auf Anhieb wohl und entwickle das in Lieferdiensten und Imbissen seltene Gefühl, länger als nur zum Essen hier bleiben zu wollen.

Die Speisekarte bietet zunächst das dem Namen nach Erwartbare: Pizza und Pasta. Daneben finden sich noch eine Auswahl armenischer Gerichte und drei Hände voll Schnitzelgerichte wieder. Bevor sich VeganerIn jedoch an das hübsche Lächeln von Schweinchen Babe entsinnt und es nach seiner Mami rufen hört, schiebt sich sofort der extra ausgewiesene vegane Bereich der Auswahl in den Blick. Es beginnt mit Wareniki, die mit Kartoffeln, Zwiebeln und Pilzen gefüllt sind, und geht weiter mit verschiedenen Pizze, die sogar mit Pizza-Schmelz überbacken werden, also ein echtes Pizza-Gefühl bieten. Ein besonderes Highlight ist die Pizza Avocado, die ich so belegt tatsächlich noch nirgends gesehen habe.




Mein Ziel als Burger-Fan ist jedoch der vegane Burger, der in einem selbst gebackenen Bun mit Leinsaat- und Sesam-Garnierung serviert wird. Das Patty selbst ist ein paniertes, reines Gemüse-Patty, ohne Soja- oder Seitan-Anteil. Knackiger Salat, rote Zwiebeln, Tomaten und eine scharfe Würzsoße bilden die passenden Begleiter des sehr gelungenen Burgers, dessen Größe selbst mich satt macht. Ich habe den Fehler gemacht, aus Gewohnheit bei der Beilage Pommes Frites "groß" zu sagen. Das hätte ich nicht tun sollen, denn "groß" bedeutet bei Familie Pingoltsyan, dass man davon satt werden muss. Die Portion ist zum ohnehin schon großen Burger nur mit Mühe zu schaffen, aber wer will schon das Wetter beeinflussen? Am Ende bin ich satt und zufrieden. Sehr!



Wen es nicht nach Nieder-Mörlen verschlägt, kann natürlich auch bestellen. Cesar's Pizzeria ist bei  Pizza.de und Lieferando zu finden. Dort ist jedoch der Burger nicht zu haben. Wer ihn bestellen möchte ruft an (06032/8698467) oder schaut halt doch in der Nieder-Mörler-Straße 48 in Bad Nauheim vorbei. Dann verpasst man jedoch ein weiteres Highlight: Auf Wunsch können Salate auch im Pizzabrot bestellt werden. Er wird dann - frei von Plastikverpackung - in einer unbelegten Pizza mit extra hohem Rand geliefert. Die Verpackung isst man dann einfach mit oder - noch besser - man bestreicht sie am nächsten Tag mit Tomatensoße, legt Gemüse und veganen Käse darauf und überbackt sie auf voller Stufe. Großartige Ideen! Weiter so, Cesar's!

Freitag, 2. März 2018

Apfelkern & Kolibri in Bad Vilbel

Apfelkern & Kolibri in Bad Vilbel


Tafel mit Speisekarte
Heute war ich zum dritten Mal in der Frankfurter Straße in Bad Vilbel im Apfelkern & Kolibri. Folglich wird es Zeit für einen kleinen Blogeintrag. Zunächst etwas zur Parksituation. Sie ist tatsächlich nicht sehr gut, wenn man freie Parkmöglichkeiten an der Frankfurter Straße selbst sucht. Sie ist die Haupteinkaufsstraße in Bad Vilbel. Insofern ist zumindest dieser Parkraum sehr begrenzt. Zum Glück gibt es das Parkhaus am Niddaplatz. Dort habe ich heute für 1,50 Euro in der Tiefgarage geparkt, während ich aß. Das finde ich völlig in Ordnung, zumal es entstresst, nicht nach einem Parkplatz Ausschau halten zu müssen. Es ist nur zwei Minuten vom Apfelkern & Kolibri entfernt an der gleichen Straße gelegen. Der Weg vom Parkhaus zum Restaurant steigert nicht nur den Hunger, auch die Vorfreude, und das ist absolut berechtigt, denn das Apfelkern & Kolibri hat mich bislang  nicht enttäuscht. Das erste Mal war ich im Sommer da - geöffnet hat es seit Mai letzten Jahres -, und man sitzt dort in einem sehr bunten gepflasterten Hof mit kleinen, vom Chef selbstgemachten Tischchen unter bunten Schirmen. Eine wirklich tolle Atmosphäre, auch um einfach nur den Abend ausklingen zu lassen. Im Sommer kehrten meine Begleitung und ich den heimischen veganen Burgern heimlich den Rücken und kamen extra hin, um die leckeren Burger dort zu kosten, die uns empfohlen wurden. Leider kamen wir etwas spät, und die Burgerbuns waren gerade zur Neige gegangen. Neue waren zwar unterwegs, doch unser Hunger forderte Tribut.

Veganer Burger
Heute habe ich das nachgeholt und ging zum Mittagstisch hin, um auf Nummer Sicher zu gehen. Der Weg hat sich gelohnt. Serviert wurde mir ein leckerer Patti mit Stückchen von texturiertem Sojaeiweiß, die ihm einen guten Biss gegeben hatten, Kichererbsen sowie Zucchini und Möhren. Durch die Kichererbsenmasse aus zerdrückten, gekochten Stücken und Mehl hatte er eine schöne Bindung. Dazu muss ich lobend hervorheben, dass die Küche es geschafft hat, die Kichererbsen so zu dosieren, dass der Patti nicht wie Falafel schmeckt. Ich musste sogar nachfragen. Gratulation! Zucchini und Möhre brachen eine schöne Saftigkeit mir sich, und auch durch die leicht pikante Würze war er sehr angenehm. Serviert wurde er mit einer cremigen Sauce, Ketschup und einer Scheibe V-Käse in einem mit rote Beete gefärbtem Burger-Bun - auch definitiv nicht nur etwas für's Auge. Dazu gab es Kartoffel-Ecken in einer adretten Holzschale. Definitiv ein Burger nebst Beilage, der mehrfach gegessen werden will - der gleiche, nicht derselbe versteht sich.

Vegane Donauwelle
Bekanntlich vermag ich an Kuchen nicht vorbeizugehen - ausweislich unseres samstäglichen Kuchenstammtischs, der selbst bei Minusgraden selten ausfällt. Ich habe mir auch heute zum Nachtisch etwas Süßes gegönnt - zum Ausgleich generiere ich heute etwas mehr Kalorienverbrauch als sonst. Es gab Streusel und verschiedene andere Kuchen, die mir auch beinahe vollzählig aufgezählt worden wären, wenn nicht das Catch-Word gefallen wäre: "Donauwelle". Musste ich haben! Bekam ich! Superlecker! Eine zarte Schokoladenschicht, die sich angenehm leicht mit dem Löffel teilen ließ (für mich, nicht für etwaige Mitessende), auf einer Lage Sojasahne, die mit Kokoscreme und Soja-Joghurt verfeinert wurde. Dazu Kirschen auf einem lockeren, saftigen Boden. Dazu hatte ich einen Kaffee und war glücklich.
Ich freue mich auf jeden Fall im April mit Freunden den nächsten Besuch zu genießen. Auch wenn die anderen Speisen auf der Tafel superlecker klingen, befürchte ich eins: Am Burger komme ich nicht vorbei.

Apfelkern & Kolibri
Frankfurter Straße 6
61118 Bad Vilbel
+49(0)152 21 90 86 35

Sonntag, 2. April 2017

"Zum glücklichen Bergschweinchen" in Kassel

Sehr gute vegane Fastfood-Auswahl
Der Imbiss "Zum glücklichen Bergschweinchen" in der Holländischen Straße 82 in Kassel ist ein klassischer Imbiss. Zumindest wirkt er so. Er ist vegan. Die Auswahl reicht vom veganen Döner der am Drehspieß dreht, über die Curry-Wurst bis hin zu zahlreichen Burgern vom Sojasteak, über den Grünkernbratling bis zum Jackfruit-Burger, die auf den Besucher warten. Doch nicht nur das wartet auf den Gast. Auch eine besondere Atmosphäre. Es ist kein Lifestyle-Tempel, der den Trend-Veganer bedient. Im August war ich in Berlin, und, wenn ich den Weg ins Bergschweinchen nicht mitbekommen hätte und mit geschlossenen Augen dorthin gelangt wäre, ich hätte mich der Kreuzberg-Atmosphäre dort nicht erwehren können. Der Laden ist authentisch. Er hat eine Atmosphäre zwischen 68-Attitüde, Punk und gelebtem Sozialismus. Es ist ein kulinarischer Begegnungsraum mit veganer Küche, was auch die herzliche und direkte Art der Betreiberin widerspiegelt.

Jackfruit mit Pommes
Natürlich wollte ich möglichst viel testen, was nach zwei Kuchen im Café Hahn jedoch nicht leicht war. Etwas besonderes stach mir sofort ins Auge. Ein Jackfruit-Burger hat Seltenheit, weshalb die Wahl natürlich auf ihn fiel. Dazu gab es selbstgemachte knusprig frittierte Pommes Frittes und einen kleinen Salat. Ein Wohlfühlmenü: Der Burger war leicht rauchig mariniert und schmeckte sehr gut, die Pommes Frites in Schale waren eine angenehme Ergänzung und der frische Salat mit einem Klecks Avocado-Creme eine perfekte Ergänzung.
Zum Schluss musste ich noch eine Currywurst haben, denn das ist eine vegane Fastfood-Königsdisziplin. Die Soße war von angenehmer Schärfe, wenn auch für meinen Geschmack etwas süß, und die vegane Wurst hätte etwas größeren Durchmessers sein können. Es wirkte dadurch insgesamt etwas soßenlastig. Das Stück Fladenbrot zum Aufnehmen der restlichen Soße war knusprig angebacken und lecker. Für mich gehört zur Currywurst allerdings ein Wasserweck oder am besten eine Scheibe Schwarzbrot. Sie war insgesamt gut, doch bin ich natürlich von Best Worscht in Town etwas verwöhnt, die ihre vegane Wurst vom Metzger Bio-Spahn beziehen. 
Insgesamt war es ein angenehmer Besuch, und ich werde gewiss ein zweites mal wiederkehren. Gerade um veganes Döner vom Drehspieß kennenzulernen, und den Soja-Schaschlikspieß darf ich mir auch nicht entgehen lassen. Nicht nur Bergschweinchen werden hier glücklich.

Donnerstag, 23. Februar 2017

Besuch im Savory - The Vegtory in Rödelheim

Letzte Woche Samstag war mein zweiter Besuch im Savory in Frankfurt-Rödelheim. Zeit für eine kleine Rezension. Zunächst zum Restaurant selbst. Es ist sehr geschmackvoll eingerichtet, so dass ich mich - wie beim ersten Besuch auch - gleich zuhause gefühlt hatte. Im Gastraum gibt es drei Tische: Einen größeren, an dem ca. sechs Personen Platz finden und zwei kleinere für zwei Personen. Als Überlauf gibt es noch eine gemütliche Couch mit Tischchen, die aber weniger zum Essen, mehr zum chillen bei einem Spekulatius-Shake (lecker!) geeignet ist. Es ist also rasch voll. Als wir das erste Mal zum Frühstück samstagmorgens da waren - auch hier ist das tolle vegane Frühstück sehr empfehlenswert - hatten wir zuvor für sechs reserviert. In Anbetracht des geringen Platzangebotes zwingend zu empfehlen. Letzte Woche war ich an einem späten Samstagnachmittag dort, um Energie nach einem erledigten Umzug zu tanken. Als Burgerliebhaber ließ ich Hotdogs, Salate und Sandwiches außer acht - aufgeschoben ist jedoch nicht aufgehoben - und nahm einen Cheeseburger - also einen mit und gleichzeitig ohne Käse, denn es ist ja kein Käse, was verwirrend sein könnte, aber im Gegensatz zu unserem Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft weiß ich, was es bedeutet, wenn vegan im Kontext zu lesen ist, muss allerdings auch keine Lobbyisten des Bauenverbandes beruhigen *zwinkernder Smiley*. Das Bun ist sehr fluffig und lässt sich burgerartig verzehren. Das ist ein Pluspunkt in einer Zeit, in der vegane Burgerläden Patties auf Vollkornbrötchen servieren. Dadurch verliert sich für mich leider das Gefühl, einen Burger zu essen. Von der Konsistenz und vom Geschmack her scheint der Patty eine Scheibe von der "VEGGIE BURGER DELUXE"-Stange zu sein. Ich persönlich mag selbst gemachte Patties mehr, denn sie sind kreativer und variantenreicher, doch der Fertigpatty von Vantastic Foods ist keine schlechte Wahl. Er ist auf Seitan-Basis, frei von  künstlichen Farb- und Konservierungsstoffen und Geschmacksverstärker. Zwar wird mit Eisenoxid gefärbt und er kommt auch nicht ohne geschmacksverstärkende Hefe aus, aber da will ich mich nicht beschweren, denn über meine samstäglichen Spaghetti streue ich Hefeflocken. Jedenfalls schmeckt er. Der Burger insgesamt war mir persönlich etwas soßenlastig, aber auch das ist kein Minuspunkt. Ich werde beim nächsten Burger - und auch die Hotdogs und Sandwiches werden getestet - einfach bei der Bestellung darum bitten, etwas weniger Ketschup und vegane Majo zu nehmen. Fazit: Er war sehr lecker, der Krautsalat von feinem Geschmack und die selbstgemachten Crisps einfach super - insbesondere, wenn man sie unter den Deckel des Burgers gibt. Und der vegane Käsekuchen zum Abschluss war der beste, den ich je hatte. Ich komme wieder. Danke!

Dienstag, 18. August 2015

Hamburger mit Quinoa-Linsen-Pattie

Ich mag Burger! In meiner Kindheit freute ich mich immer, wenn meine Eltern mich zu McDonalds mitnahmen. Später ging ich gerne zu Burgerking, wegen des rauchigen Grillgeschmacks. Dann entdeckte ich ökologische Lebensmittel für mich und dann Frankfurts „Die Kuh, die lacht!“ Ab da wusste ich, wie ein Burger schmecken kann und McDonalds und Burgerking waren Vergangenheit. Seit eineinhalb Jahren weiß ich nun, dass Kühe nichts zu lachen haben, doch Burger liebe ich noch immer. Daher hier ein leckeres veganes Burgerrezept:

Zutaten für die Patties
1 Tasse Quinoa
1 Tasse geschälte Linsen (Red Football Lenses)
5 getrocknete Tomaten
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 EL grüne Curry-Paste
1 TL Rauchsalz
Pfeffer
Paniermehl
Weizenmehl

Weitere Zutaten
6 Hamburger Buns
Ketschup
Vegane Majonaise
Senf
Tomate
Salat
Gurke

Zubereitung
Quinoa in 1 Tasse Gemüsebrühe kochen. Nach 20 bis 25 Minuten garen Quinoa zum Abkühlen in eine Schüssel geben und Topf sowie heiße Herdplatte nutzen, um die Linsen mit dem Vierfachen an Gemüsebrühe zu kochen. Auch sie sind nach 20 bis 25 Minuten fertig und müssen – am besten in einer gesonderten Schüssel - abkühlen.

So wertvoll wie ein großes Steak: Quinoa-Patties
In der Zwischenzeit Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch klein schneiden. Gemüse zusammen mit der Curry-Paste und dem Rauchsalz zum abgekühlten Quinoa und den Linsen geben und ordentlich verkneten. Mit Pfeffer abschmecken. Jetzt kommt das Paniermehl hinzu. Mit 2 gehäuften EL beginnen und so viel hinzugeben, bis die Masse formstabil bleibt und sich Patties formen lassen. Patties mit beiden Seiten in Mehl wenden und in der heißen Pfanne anbraten, bis sie knusprig und braun sind.

Finger licking good!
Die Buns kurz mit den aufgeschnittenen Seiten in die Pfanne, bis sie warm und leicht angetoastet sind, die Saucen hinzu und mit Salat, Tomate und Gurke belegen. Zuletzt die Patties dazwischen und servieren.
Die Buns am besten beim Bäcker in Auftrag geben. Sie sind dann natürlich teurer als im Aldi, aber dafür sind sie handgemacht, beleben das lokale Bäckerhandwerk und – das Wichtigste – sie schmecken! Ein Rezept zum selbst machen poste ich in Kürze hier.
Wenn gekochtes Quinoa oder Linsen übrig sind, sie eignen sich beide prima für vegane Brotaufstriche und Quiona ist auch kalt lecker, zusammen mit Obst, Sämereien und Nüssen als Frühstück. In diesem Fall allerdings lieber keine Gemüsebrühe zum Kochen nutzen *smile*

Mittwoch, 29. Juli 2015

Salzhaus Imbiss: Jetzt mit zwei veganen Burgern

Salzhaus Imbiss, Kaiserstr. 26, 61169 Friedberg
Das Salzhaus in Friedberg ist der besondere Imbiss in der Umgebung. Nicht nur einmal hörte ich als Begrüßung neu Hinzugezogener: „Kennst du schon das Salzhaus?“ Neben den üblichen Imbissspeisen wie Rinds- und Currywurst ist das Salzhaus besonders für seine Burger bekannt. Auf Bestellung zubereitet, mit stets frischen Zutaten versehen sind die neun Burger, die es wahlweise auch in Doppelvariante gibt, eine Luxusversion zu jedem einzelnen Burger, den die üblichen Burgerketten bieten könnten, und noch weit bevor McDonalds auf die Idee kam, einen Veggie-Burger rauszubringen, gab es bereits alle neun Burger in Soja-Pattie-Variante für vegetarische Gäste. Die Soja-Patties, die wahlweise paniert oder unpaniert im Salzhaus angeboten werden, enthalten Hühnereiweiß und sind daher zwar vegetarisch, aber nicht vegan. Diese Lücke schloss Thomas Kette, Inhaber der Salzhaus-Imbiss, vor wenigen Wochen: Den Salzhaus-Hamburger und den Mexikaner gibt es nun auch als vegane Burger.

Ein Paar, das gut zusammenpasst.
Bis zur Einführung war ein Emailaustausch zwischen Thomas und mir vorausgegangen, und ich freue mich, dass meine Emails, wie Thomas sagte, zwar nicht initiierend waren, denn er war schon länger auf der Suche nach einem guten veganen Pattie, aber immerhin die i-Tüpfelchen auf "initiierend". Für das Salzhaus entschied er sich für die veganen Burgerpatties von Tofutown. Tofutown, mit Firmensitz in der Eifel, verwendet Bio-Soja, der überwiegend aus der EU, meist Österreich stammt, und ist seit 1988 am Markt. Diese Erfahrung trifft nun auf eine noch ältere Erfahrung im Zubereiten leckerer und frischer Burger. Ich freue mich, die beiden Burger nun getestet zu haben.
Der Pattie hat eine nicht zu feste Konsistenz. Er ist leicht stückig, was ich gut finde, denn so habe ich etwas zu kauen, und, ganz im Gegensatz zu vielen anderen veganen Patties, nicht überwürzt. Ganz im Gegenteil, er passt sich sehr harmonisch in das Geschmacksbild des Salzhaus-Hamburgers ein, der mit frischen Zwiebeln, würzigen Essiggürkchen, einem knackigen Salatblatt und einem Schuss Ketschup beweist, dass es keine tausend Zutaten aus aller Welt braucht, um ein guter Burger zu sein. Der Mexikaner setzt da noch einen drauf. Statt der Essigkurken kommt Mais zum Einsatz, dessen Süße schon immer einen schönen Kontrast zu seiner feurigen Tomatensoße auf dem Gaumen produzierte, wenn man diesen Burger aß. Das gilt auch für dessen vegane Variante.

Fazit: Beide Burger sind für Veganer dasselbe Highlight, das man vom Salzhaus auch als Omnivor zu erwarten hat, und ich freue mich auf den nächsten Besuch. Pommesbrötchen sind übrigens auch vegan!