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Freitag, 18. Januar 2019

Freitag, 13. Juli 2018

Mit Veganem auf der Speisekarte und einem Schuss Öko: Cesar's Pizzeria in Bad Nauheim



Auf meiner Suche nach veganem Essen in der Wetterau hat mich meine Reise nach Bad Nauheim geführt, genauer nach Nieder-Mörlen. Dort befindet sich Cesar's Pizzeria, die von Familie Pingoltsyan geführt wird. Sohn Nshan kenne ich schon länger, und so lange ich ihn kenne, erzählt er mir, was er und seine Frau Claudia alles umsetzen wollen, um den Lieferservice seiner Eltern zu einer kleinen ökologischen Oase in der Wetterau werden zu lassen. Bei meinem Besuch werde ich nicht enttäuscht. Das Interieur besteht aus gebrauchtem Holz. Es wirkt nicht wie selbstgebaut, eher so, als habe ein Innenarchitekt versucht, die Seele eines Natürschützers zu streicheln. Ich fühle mich auf Anhieb wohl und entwickle das in Lieferdiensten und Imbissen seltene Gefühl, länger als nur zum Essen hier bleiben zu wollen.

Die Speisekarte bietet zunächst das dem Namen nach Erwartbare: Pizza und Pasta. Daneben finden sich noch eine Auswahl armenischer Gerichte und drei Hände voll Schnitzelgerichte wieder. Bevor sich VeganerIn jedoch an das hübsche Lächeln von Schweinchen Babe entsinnt und es nach seiner Mami rufen hört, schiebt sich sofort der extra ausgewiesene vegane Bereich der Auswahl in den Blick. Es beginnt mit Wareniki, die mit Kartoffeln, Zwiebeln und Pilzen gefüllt sind, und geht weiter mit verschiedenen Pizze, die sogar mit Pizza-Schmelz überbacken werden, also ein echtes Pizza-Gefühl bieten. Ein besonderes Highlight ist die Pizza Avocado, die ich so belegt tatsächlich noch nirgends gesehen habe.




Mein Ziel als Burger-Fan ist jedoch der vegane Burger, der in einem selbst gebackenen Bun mit Leinsaat- und Sesam-Garnierung serviert wird. Das Patty selbst ist ein paniertes, reines Gemüse-Patty, ohne Soja- oder Seitan-Anteil. Knackiger Salat, rote Zwiebeln, Tomaten und eine scharfe Würzsoße bilden die passenden Begleiter des sehr gelungenen Burgers, dessen Größe selbst mich satt macht. Ich habe den Fehler gemacht, aus Gewohnheit bei der Beilage Pommes Frites "groß" zu sagen. Das hätte ich nicht tun sollen, denn "groß" bedeutet bei Familie Pingoltsyan, dass man davon satt werden muss. Die Portion ist zum ohnehin schon großen Burger nur mit Mühe zu schaffen, aber wer will schon das Wetter beeinflussen? Am Ende bin ich satt und zufrieden. Sehr!



Wen es nicht nach Nieder-Mörlen verschlägt, kann natürlich auch bestellen. Cesar's Pizzeria ist bei  Pizza.de und Lieferando zu finden. Dort ist jedoch der Burger nicht zu haben. Wer ihn bestellen möchte ruft an (06032/8698467) oder schaut halt doch in der Nieder-Mörler-Straße 48 in Bad Nauheim vorbei. Dann verpasst man jedoch ein weiteres Highlight: Auf Wunsch können Salate auch im Pizzabrot bestellt werden. Er wird dann - frei von Plastikverpackung - in einer unbelegten Pizza mit extra hohem Rand geliefert. Die Verpackung isst man dann einfach mit oder - noch besser - man bestreicht sie am nächsten Tag mit Tomatensoße, legt Gemüse und veganen Käse darauf und überbackt sie auf voller Stufe. Großartige Ideen! Weiter so, Cesar's!

Freitag, 2. März 2018

Apfelkern & Kolibri in Bad Vilbel

Apfelkern & Kolibri in Bad Vilbel


Tafel mit Speisekarte
Heute war ich zum dritten Mal in der Frankfurter Straße in Bad Vilbel im Apfelkern & Kolibri. Folglich wird es Zeit für einen kleinen Blogeintrag. Zunächst etwas zur Parksituation. Sie ist tatsächlich nicht sehr gut, wenn man freie Parkmöglichkeiten an der Frankfurter Straße selbst sucht. Sie ist die Haupteinkaufsstraße in Bad Vilbel. Insofern ist zumindest dieser Parkraum sehr begrenzt. Zum Glück gibt es das Parkhaus am Niddaplatz. Dort habe ich heute für 1,50 Euro in der Tiefgarage geparkt, während ich aß. Das finde ich völlig in Ordnung, zumal es entstresst, nicht nach einem Parkplatz Ausschau halten zu müssen. Es ist nur zwei Minuten vom Apfelkern & Kolibri entfernt an der gleichen Straße gelegen. Der Weg vom Parkhaus zum Restaurant steigert nicht nur den Hunger, auch die Vorfreude, und das ist absolut berechtigt, denn das Apfelkern & Kolibri hat mich bislang  nicht enttäuscht. Das erste Mal war ich im Sommer da - geöffnet hat es seit Mai letzten Jahres -, und man sitzt dort in einem sehr bunten gepflasterten Hof mit kleinen, vom Chef selbstgemachten Tischchen unter bunten Schirmen. Eine wirklich tolle Atmosphäre, auch um einfach nur den Abend ausklingen zu lassen. Im Sommer kehrten meine Begleitung und ich den heimischen veganen Burgern heimlich den Rücken und kamen extra hin, um die leckeren Burger dort zu kosten, die uns empfohlen wurden. Leider kamen wir etwas spät, und die Burgerbuns waren gerade zur Neige gegangen. Neue waren zwar unterwegs, doch unser Hunger forderte Tribut.

Veganer Burger
Heute habe ich das nachgeholt und ging zum Mittagstisch hin, um auf Nummer Sicher zu gehen. Der Weg hat sich gelohnt. Serviert wurde mir ein leckerer Patti mit Stückchen von texturiertem Sojaeiweiß, die ihm einen guten Biss gegeben hatten, Kichererbsen sowie Zucchini und Möhren. Durch die Kichererbsenmasse aus zerdrückten, gekochten Stücken und Mehl hatte er eine schöne Bindung. Dazu muss ich lobend hervorheben, dass die Küche es geschafft hat, die Kichererbsen so zu dosieren, dass der Patti nicht wie Falafel schmeckt. Ich musste sogar nachfragen. Gratulation! Zucchini und Möhre brachen eine schöne Saftigkeit mir sich, und auch durch die leicht pikante Würze war er sehr angenehm. Serviert wurde er mit einer cremigen Sauce, Ketschup und einer Scheibe V-Käse in einem mit rote Beete gefärbtem Burger-Bun - auch definitiv nicht nur etwas für's Auge. Dazu gab es Kartoffel-Ecken in einer adretten Holzschale. Definitiv ein Burger nebst Beilage, der mehrfach gegessen werden will - der gleiche, nicht derselbe versteht sich.

Vegane Donauwelle
Bekanntlich vermag ich an Kuchen nicht vorbeizugehen - ausweislich unseres samstäglichen Kuchenstammtischs, der selbst bei Minusgraden selten ausfällt. Ich habe mir auch heute zum Nachtisch etwas Süßes gegönnt - zum Ausgleich generiere ich heute etwas mehr Kalorienverbrauch als sonst. Es gab Streusel und verschiedene andere Kuchen, die mir auch beinahe vollzählig aufgezählt worden wären, wenn nicht das Catch-Word gefallen wäre: "Donauwelle". Musste ich haben! Bekam ich! Superlecker! Eine zarte Schokoladenschicht, die sich angenehm leicht mit dem Löffel teilen ließ (für mich, nicht für etwaige Mitessende), auf einer Lage Sojasahne, die mit Kokoscreme und Soja-Joghurt verfeinert wurde. Dazu Kirschen auf einem lockeren, saftigen Boden. Dazu hatte ich einen Kaffee und war glücklich.
Ich freue mich auf jeden Fall im April mit Freunden den nächsten Besuch zu genießen. Auch wenn die anderen Speisen auf der Tafel superlecker klingen, befürchte ich eins: Am Burger komme ich nicht vorbei.

Apfelkern & Kolibri
Frankfurter Straße 6
61118 Bad Vilbel
+49(0)152 21 90 86 35

Montag, 19. Februar 2018

"Wie grün ist die Wetterau" - Interview mit Landratskandidat Thomas Zebunke

Andreas Arnold (li.), Thomas Zebunke (C) Dominik Rinkart
Andreas: Hallo, Thomas. Du kandidierst für die Grünen für das Amt des Landrates hier im Wetteraukreis. Derzeit ist man im Netz und in den Zeitungen von lauter Kandidatinnen und Kandidaten umgeben, die Feierlichkeiten des Kleingärtnervereins, Ehrungen der Metzger-Innung und Schiffstaufen der örtlichen DLRG besuchen. Schön, dass du dir die Zeit für ein Interview mit einem Blogger nimmst.
Thomas: Solche Termine mache ich eher selten, und wenn dann rede ich lieber Klartext als hübsche Bilder mit „alles ist gut“ zu posten.

Andreas: Mal ganz ehrlich! Willst du wirklich Landrat im Wetteraukreis werden?
Thomas: Ja, weil das eine Position ist, in der man viel gestalten kann – und weil hier in der Wetterau noch Gestaltungsmöglichkeiten bestehen. Und weil ich nicht will, dass es politisch so weitergeht wie in den letzten zwei Jahren Großer Koalition. In der Kreisverwaltung gibt es sehr gute Leute, aber in die politische Führung muss neue Dynamik reinkommen. Mir ist es wichtig, Themen nach vorne zu bringen, die die anderen KandidatInnen nicht besetzen können. Ich denke da vor allem an Umwelt und Natur, an soziale Gerechtigkeit und an eine andere Wirtschaftspolitik. Es gibt zunehmend Menschen in der Wetterau, die das mehr interessiert als der reine Konsum.

Andreas: Du bist seit über 30 Jahren bei den Grünen und wohnst über die Hälfte der Zeit schon in Friedberg, konnte man in der Wetterauer Zeitung lesen. Die Wetterau ist die Herz- und Kornkammer Hessens, hast Du mal gesagt. Sieht man davon ab, dass die REWE-Versiegelung von 40 ha guten Ackerlands in Berstadt wohl nahen wird, wie grün ist die Wetterau in 20 Jahren noch?
Thomas: Es geht nicht nur um die 40 ha des REWE-Projektes bei Berstadt, sondern um eine ganze Reihe von solchen Projekten, die nichts mit Nachhaltigkeit zu tun haben. Darauf haben die Gegner immer hingewiesen, und ich selbst habe auch immer gesagt, dass ich ein anderes, eher gemeinwohlorientiertes Wirtschaften in der Wetterau fördern will. Die Wetterau ist eine der wenigen Regionen in Europa, die sich selbst ernähren könnte. Durch den extremen Flächenverbrauch der letzten Jahre wird es damit schon vorbei sein - mit der Folge von noch mehr Lebensmittelimporten.
Der Wetteraukreis braucht ein Leitbild und eine eigenständige Entwicklung, die sich nicht den Einzelinteressen von Investoren unterwirft. Ich glaube nicht, dass die Leute hier nur Schlafstadt und Lagerplatz von Frankfurt sein wollen. Und ich glaube, dass wir auch Vorbild für andere Regionen in Ballungsraumnähe sein können. Die Aktionen der Ökolandbaumodellregion zeigt uns ja, dass es geht.

Andreas Arnold (li.), Thomas Zebunke (C) Dominik Rinkart
Andreas: Und ganz privat? Das Äußere ist grün – wie sieht die Innenwelt aus? Wie ökologisch ist dein Leben. Müll trennen wir per leges alle, doch wieviel Müll produziert dein Haushalt?
Thomas: Grün vor allem von innen heraus und das schon seit der Schulzeit. Nach außen pragmatisch und sorry – [lacht] nobody is perfect - durchaus auch mit Schwächen in der persönlichen Performance. Unsere kleine Restmülltonne war noch nie voll und der gelbe Sack genauso. Verpackungen sind mir ein Graus, ich kaufe nur langlebige Produkte und ich muss auch nicht alles haben. Den Anteil an Ökoprodukten in meiner Küche schätze ich auf 60%, Kräuter haben wir im Hausgarten, und seit drei Jahren haben wir einen Saisongarten.

Andreas: Über 600 Kilo Siedlungsabfälle fallen pro Kopf in Deutschland an. Damit sind wir im europäischen Spitzenbereich. Das passt dazu, dass wir auch eine der führenden plastikproduzierenden Nationen der Welt sind. Unverpacktläden sind ein erster Schritt, die unglaublichen Müllmengen, die in Privathaushalten anfallen, zu reduzieren. Angenommen, es würde ein solcher Laden im Kreis eröffnen wollen, wie könnte die Politik unterstützen – speziell der Kreis?
Thomas: Das würde ich sehr begrüßen, am besten ein ganzes Kaufhaus. „JOH 2.0 – unverpackt“ in Friedberg wäre schon ein starkes Signal. An den Standort Elvis-Platz gehören sowieso mehr öffentliche, kulturelle und beispielhafte Angebote. Eine Mehrheit ist für die Förderung eines solchen Projektes derzeit im Kreistag nicht zu gewinnen.
Aber so ein Landrat könnte hier wie auch bei anderen zukunftsweisenden Projekten schon durch die persönliche Unterstützung und die der Verwaltung helfen und Räumlichkeiten für Initiativen anbieten.

Andreas: In Anbetracht der Empfehlungen der Böll-Stiftung im Fleisch-Atlas 2018 stellt sich natürlich die Frage, wie der Haushalt Zebunke lebt.
Thomas: Fleischarm, aber nicht fleischlos, und wenn Fleisch, dann eher von Wiederkäuern, also Rind und Schaf, weil die wenigstens Gras fressen, damit die Landschaft pflegen und nicht mit dem Menschen konkurrieren. Natürlich auch viel Käse, Obst, Gemüse. Da ich beruflich bedingt viel außer Haus esse, habe ich nicht immer die Wahl.

Andreas Arnold (li.), Thomas Zebunke (C) Dominik Rinkart
Andreas: Die Grünen verloren vermutlich Stimmen bei der im Vorfeld der Bundestagswahl 2013 geführten Veggie-Tag-Diskussion. Gleichwohl haben zahlreiche Stadträte, gerade in studentischen Großstädten, fleischfreie Tage in kommunalen Kantinen und Mensen erfolgreich eingeführt. Wenn jede Wetterauerin und jeder Wetterauer nur einen Tag pro Woche auf Fleisch verzichtete, könnte das CO2-Äquivalent von 22.500 Autos pro Jahr eingespart werden. Wie würde ein Landrat an die Sache herangehen?
Thomas: Im Konrad-Adenauer-Haus, also der Parteizentrale der CDU gibt es freitags kein Fleisch, und da macht niemand so einen Hype draus wie aus dem „Veggieday“! Eines meiner Hauptziele ist es, Projekte wie sie in den Großstädten in den letzten Jahren gewachsen sind, in die Wetterau zu holen. Es kommen ja auch viele Menschen, gerade jüngere und Familien aus den Städten, zu uns, und die vermissen sowas.
Auch hier gilt: Die Person des Landrates kann auch Vorbild sein und die Aufmerksamkeit auf dies Themen lenken, und das tue ich auch bei jeder Gelegenheit. So etwas würde mehr Raum in der Öffentlichkeitsarbeit der Kreisverwaltung bekommen.

Andreas: Auto ist ein gutes Stichwort. Die Straßen sind voll damit. Einige Städte der Wetterau bieten immerhin Car-Sharing an. Das öffentliche Nahverkehrsnetz ist in einigen Gegenden gut ausgebaut. Folgendes Szenario: Sagen wir mal, der künftige Landrat heißt Thomas Zebunke, und Wiesbaden ruft zur Besprechung. Welche Fortbewegungsmittel ist das deiner Wahl?
Thomas: Zunächst mal was Überregionales: Was sich die Autoindustrie und die bundesweite Verkehrspolitik in den letzten Jahren geleistet haben, finde ich kaum noch erträglich. Wir brauchen gerade im Ballungsraum und in der Wetterau einen anderen Umgang mit der Automobilität.
Fahrten nach Wiesbaden, Gießen, Fulda, Kassel usw. kommen heute bei mir schon oft vor. Zuerst wähle ich immer die Bahn oder Fahrgemeinschaft. In Sachen Auto fahre ich schon lange keinen Diesel mehr, sondern Hybrid und demnächst vielleicht elektrisch. Das ÖPNV-Netz in der Wetterau muss besser werden, gerade auch im Ostkreis. Dazu mehr Car-Sharing und Ladestationen.

Andreas: Was für einen Dienstwagen hätte ein grüner Landrat?
Thomas: Vielleicht gar keinen, sondern Teilnahme an einem Car-Sharing-Pool zusammen mit den MitarbeiterInnen und Anwohnern der Kreisverwaltung in Friedberg. Ansonsten kleiner und elektrischer.

Andreas: Und was, wenn Berlin zur Besprechung ruft?
Thomas: Ich bin jetzt schon ein- bis zweimal im Monat in Berlin, Brüssel oder ähnlich weit weg und fahre weiter Bahn. Bei noch größeren Distanzen bin ich auch schon geflogen.

Andreas: Die Bahn hat inzwischen auch ein veganes Speisenangebot. Kennst du es?
Thomas: Natürlich, letzte Woche noch den Gerstensalat im ICE nach Berlin gegessen und genossen.

Andreas Arnold (li.), Thomas Zebunke (C) Dominik Rinkart
Andreas: Berlin ruft, wenn es dringend ist, sicher auf dem Handy an. Gut 80 Millionen Althandys liegen in den Haushalten im Land, und 24,1 Millionen Smartphones wurden 2017 in Deutschland verkauft. In der Politik wird immer wieder mal diskutiert, ein Pfand auf Mobiltelefone einzuführen, um die riesigen Mengen an Coltan und Seltenen Erden, die unter fragwürdigen Bedingungen speziell im Kongo abgebaut werden, wieder der Kreislaufwirtschaft zuzuführen. Wie stehst du dazu, und wie viele Handys liegen in deinen Schubladen?

Thomas: Wir haben zuhause drei Geräte, ein iPhone, ein Samsung und ein Fairphone. Dienstlich muss ich ein Blackberry nutzen. In den Schubladen liegt sonst nichts. Ist ja auch kein Problem, die Altgeräte in eine ordentliche Sammlung zu geben. Ich habe nicht vor, in näherer Zeit ein neues Gerät zu kaufen und auch keinen Vertrag mit regelmäßiger Nachlieferung.

Andreas: Ich bin natürlich nicht nur an ökologischen Dingen interessiert. Mein zweites Standbein ist die Kultur. Welche Kulturveranstaltungen besucht Thomas Zebunke?
Thomas: Regelmäßig das Theater Altes Hallenbad in Friedberg, gerne auch mal Theater und Konzerte in Frankfurt. Im Sommer bin ich gerne open-air und ich liebe das CopaKabaNoga in Friedberg, weniger die großen Stadionevents. Musikalisch war ich selbst lange Jahre als Saxofonist aktiv und habe nach einigen bewusstseinserweiternden Experimenten im Free Jazz in einer Street Band gespielt. Dafür ist heute kaum noch Zeit, aber ich mache zusammen mit Kollegen von früher, denen es ähnlich geht, immer noch gerne Garagen- und Gartenkonzerte für meine Nachbarn und Freunde. Meistens geht es dabei um Soul und Funk, Elektronisches und Deine Poetry-Slam-Kollegen haben auch schon mitgemacht.

Andreas: Die Kreisstadt und weitere zwölf Kommunen der Wetterau gehören zur Tourismusregion Wetterau. Zum Tourismus gehört nicht nur, schöne Landschaften vorweisen zu können, um attraktiv für Natur-Urlauber zu sein, auch ein potentes Vereinsleben gehört dazu. Immerhin wird ein Großteil des Kulturangebotes nicht kommerziell oder von den Kulturämtern präsentiert, sondern von Ehrenamtlichen.
Gibt es bei Dir Ideen, deren Bedeutung der ehrenamtlichen Kulturarbeit in der Wahrnehmung zu steigern? 
Thomas: Die Menschen in der Wetterau und gerade die, die aus der Großstadt zu uns kommen, brauchen ein hochwertiges kulturelles Angebot. Da fehlt es der Wetterau an Vielfalt. Es ist ein Skandal, dass eine Spielstätte wie der Brettl-Palast in Ortenberg aufgeben musste. Im Westkreis gibt es immerhin große Spielstätten z. B. in Bad Nauheim und Bad Vilbel. Das ist aber nicht für alle Angebote die richtige Umgebung. Eine Neugründung wie das Theater Altes Hallenbad mit dem „Kulturtaucher“-Programm in Friedberg - eine großartige bürgerschaftliche Leistung –, zeigt, wie es auch woanders gehen könnte.
Der Wetteraukreis muss nicht nur seinen eigenen Kulturetat deutlich vergrößern, sondern braucht ein kulturpolitisches Leitbild und eine Kulturförderrichtlinie! Damit können dann die Kommunen in Ihrer Kulturarbeit unterstützt werden, und vor allem müssen die Kulturschaffenden eingebunden werden und eine gemeinsame Informationsplattform bekommen.

Andreas Arnold (li.), Thomas Zebunke (C) Dominik Rinkart
Andreas: Was bewegt den Privatmenschen Thomas Zebunke noch?

Thomas: Schon als Student habe ich mich für Ökologie und Bürgerrechte engagiert, soziale Ungerechtigkeit und Rechtsradikalismus machen mich auch schon mal wütend. Ich leide, wenn ich Naturzerstörung oder Tierquälerei erleben muss. Ich genieße es, in schönen Landschaften unterwegs zu sein, manchmal auch in Großstadtschluchten, mache viel Sport und esse gerne gut.
Ich liebe Kommunikation, habe viel Spaß in meiner Community, bei der Musik oder beim Sport, und im Straßenwahlkampf funktioniert das auch ganz gut. 

Andreas: Lieber Tomas, danke für deine Zeit. Am 27. Februar, 19:00 Uhr, wird im Theater Altes Hallenbad eine Podiumsdiskussion mit den Kandidaten der SPD und der CDU und dir stattfinden. Dazu wünsche ich dir, deiner Mitbewerberin und deinen Mitbewerbern viel Erfolg.