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Dienstag, 31. März 2020

Corona-Baisse – Investieren in Kalorien

Corona-Baisse – Investieren in Kalorien
Die Bouillabaisse, das provenzalische Fischgericht, und keine mexikanische Biersuppe stand Pate für meine Namenskreation. Sie besteht aus den provenzalischen Wortteilen bouli und abaissà, also „koche und setze dich“, da die Marseiller Suppe einige Minuten stark gekocht und dann abgeschreckt wird. Das passiert derzeit auch an der Börse. Das Coronavirus wirkt wie ein Tauchsieder, der insbesondere Kleinanleger verschreckt die Hände aus dem sprudelnden Wasser ziehen lässt, das hier sinnbildlich für das Börsenparkett steht. Noch bis Mitte Februar hatte sich der Aktienmarkt in der Hausse befunden, in einem Aufwärtstrend. Da hatte der Stier der beginnenden Coronakrise noch seine Hörner gezeigt. Seitdem befindet er sich auf Talfahrt, der Bärenmarkt hat sich entwickelt, stärker denn je. Noch nie war der DAX, also die Heimat der 30 größten deutschen börsennotierten Unternehmen, in so kurzer Zeit so stark gefallen: Von fast 13.500 Punkten auf zeitweise unter 9.000. 

Warum schreibe ich das in einer Kolumne über Nachhaltigkeit? Seit ich vor eineinhalb Jahren zwei Frugalistinnen kennengelernt hatte, also zwei Anhängerinnen jener Szene, die sich zum Ziel gesetzt hat, durch ein möglichst sparsames Leben und Anlegen des Ersparten früh ein genügsames Dasein als Privatier zu führen, habe ich vieles von ihnen übernommen. Ich habe begonnen, meine Ausgaben mit einer Exceltabelle zu monitoren, um unnötige Ausgabenherde zu identifizieren, habe ein Depot eröffnet und bereits im ersten Monat des Kennenlernens mit dem Investieren gestartet. Ich bin nicht so sparsam wie Oliver Nolte oder Florian Wagner, die beiden wohl bekanntesten Frugalisten Deutschlands, die Sparraten von 60 Prozent und mehr erreichen, komme aber immerhin auf fast 22 Prozent. Geschafft habe ich das, indem ich meine Ausgaben immer wieder im Hinblick auf die Suffiziens überprüft habe. Welche Ausgaben tätige ich nur, weil es scheinbar ein gesellschaftlicher Konsens ist, sie zu tätigen? Welche Kosten habe ich, die wirklich nötig sind? Welche dieser Kosten kann ich reduzieren, indem ich zu günstigeren Alternativen wechsele, ohne an Nachhaltigkeit oder Qualität zu verlieren? Meine durchschnittlichen monatlichen Ausgaben habe ich so um ein Viertel reduzieren können – immer unter der Maßgabe, meine Lebenszufriedenheit aufrechtzuerhalten. 

Bis Mitte Februar hatte ich meine Depotwerte, die durch nachhaltige Fonds und ETFs sowie Einzelaktien von ökologischen Unternehmen bestimmt sind, noch gerne abgerufen. Derzeit verweigere ich mich, die betreffenden Aktienkurse in meiner Homebankingsoftware zu aktualisieren. Denn als die Corona-Baisse aufkochte, hatte ich stark an den Verlusten zu kauen gehabt, bis ich realisierte, dass es nur virtuelles Geld ist, dessen vermeintlichen Verlust ich bedauerte. Mein Einkommen ist weiterhin nahezu stabil, und weder an meinem vergleichsweise sparsamen Leben, noch an meiner Sparrate hat sich etwas geändert. Die Kurse werden irgendwann wieder steigen, und ich bin fern von Existenzangst. Ganz im Gegensatz beispielsweise zu vielen Gastronomen, die wirtschaftlich wirklich bedroht sind. 

Ich habe mich entschlossen, wieder zu investieren. Ich stecke den durch mein sparsames Leben erwirtschafteten Überschuss in Gutscheine bei der Pizzeria, in Bestellungen beim Burgerladen und in Anteile an diversen Speisekarten. Schon jetzt bin ich im Plus. Das Ergebnis lässt sich auf der Waage messen. Es sind bereits einige Prozent, und die nimmt mir keiner so schnell.

Freitag, 13. Juli 2018

Mit Veganem auf der Speisekarte und einem Schuss Öko: Cesar's Pizzeria in Bad Nauheim



Auf meiner Suche nach veganem Essen in der Wetterau hat mich meine Reise nach Bad Nauheim geführt, genauer nach Nieder-Mörlen. Dort befindet sich Cesar's Pizzeria, die von Familie Pingoltsyan geführt wird. Sohn Nshan kenne ich schon länger, und so lange ich ihn kenne, erzählt er mir, was er und seine Frau Claudia alles umsetzen wollen, um den Lieferservice seiner Eltern zu einer kleinen ökologischen Oase in der Wetterau werden zu lassen. Bei meinem Besuch werde ich nicht enttäuscht. Das Interieur besteht aus gebrauchtem Holz. Es wirkt nicht wie selbstgebaut, eher so, als habe ein Innenarchitekt versucht, die Seele eines Natürschützers zu streicheln. Ich fühle mich auf Anhieb wohl und entwickle das in Lieferdiensten und Imbissen seltene Gefühl, länger als nur zum Essen hier bleiben zu wollen.

Die Speisekarte bietet zunächst das dem Namen nach Erwartbare: Pizza und Pasta. Daneben finden sich noch eine Auswahl armenischer Gerichte und drei Hände voll Schnitzelgerichte wieder. Bevor sich VeganerIn jedoch an das hübsche Lächeln von Schweinchen Babe entsinnt und es nach seiner Mami rufen hört, schiebt sich sofort der extra ausgewiesene vegane Bereich der Auswahl in den Blick. Es beginnt mit Wareniki, die mit Kartoffeln, Zwiebeln und Pilzen gefüllt sind, und geht weiter mit verschiedenen Pizze, die sogar mit Pizza-Schmelz überbacken werden, also ein echtes Pizza-Gefühl bieten. Ein besonderes Highlight ist die Pizza Avocado, die ich so belegt tatsächlich noch nirgends gesehen habe.




Mein Ziel als Burger-Fan ist jedoch der vegane Burger, der in einem selbst gebackenen Bun mit Leinsaat- und Sesam-Garnierung serviert wird. Das Patty selbst ist ein paniertes, reines Gemüse-Patty, ohne Soja- oder Seitan-Anteil. Knackiger Salat, rote Zwiebeln, Tomaten und eine scharfe Würzsoße bilden die passenden Begleiter des sehr gelungenen Burgers, dessen Größe selbst mich satt macht. Ich habe den Fehler gemacht, aus Gewohnheit bei der Beilage Pommes Frites "groß" zu sagen. Das hätte ich nicht tun sollen, denn "groß" bedeutet bei Familie Pingoltsyan, dass man davon satt werden muss. Die Portion ist zum ohnehin schon großen Burger nur mit Mühe zu schaffen, aber wer will schon das Wetter beeinflussen? Am Ende bin ich satt und zufrieden. Sehr!



Wen es nicht nach Nieder-Mörlen verschlägt, kann natürlich auch bestellen. Cesar's Pizzeria ist bei  Pizza.de und Lieferando zu finden. Dort ist jedoch der Burger nicht zu haben. Wer ihn bestellen möchte ruft an (06032/8698467) oder schaut halt doch in der Nieder-Mörler-Straße 48 in Bad Nauheim vorbei. Dann verpasst man jedoch ein weiteres Highlight: Auf Wunsch können Salate auch im Pizzabrot bestellt werden. Er wird dann - frei von Plastikverpackung - in einer unbelegten Pizza mit extra hohem Rand geliefert. Die Verpackung isst man dann einfach mit oder - noch besser - man bestreicht sie am nächsten Tag mit Tomatensoße, legt Gemüse und veganen Käse darauf und überbackt sie auf voller Stufe. Großartige Ideen! Weiter so, Cesar's!

Freitag, 15. Juni 2018

Daily Insta



Der war unheimlich lecker 🍔🍴 Ein selbstgemachter Burger mit einem Bun, das seinen Namen zurecht trägt, einem leckeren Patty aus schwarzen Bohnen und als Topping Tomaten, Gurken, Rucola, selbstgemachte Hamburgersoße und rauchiger Bacon 😎

... weshalb ich die Rezepte gerne mit euch teilen mag 😉

Patty: https://ift.tt/2t9CJAr 
Bun: https://ift.tt/2MqZCbb 
Fake Bacon: https://ift.tt/2tJIlRG 😆

#burger #burgertime #selfmade #cooking #food #foodpics #foodie #heresmyfood #eeeeeats #feedfeed #vegan #veganism #whatveganseat #veganfood #veganfoodporn #veganfoodshare #bestofvegan #letscookvegan #veganlife #veganeats #cleaneats #cleaneating #healthyfood #dairyfree #plantbased #veggie #idonteatanimals #meatless #meatfree #nomeat

Dienstag, 8. Mai 2018

Plastikverbot oder Warum kein Schulfach zu ökologischer Lebensführung?

Letzte Woche war es in den Medien: Die EU-Kommission geht den ersten großen Schritt. Am 23. Mai will sie ihren Entwurf einer Richtlinie zur Verringerung der Umweltbelastung durch Plastikprodukte vorlegen. Plastikbesteck und -strohhalme sollen unter anderem verboten werden. Zudem will EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger eine Steuer auf Plastik vorschlagen, um die gewerblichen Nutzer stärker an den Entsorgungskosten zu beteiligen.



Ich bin schon auf den ersten Besuch im Schnellrestaurant gespannt, sobald das in ein paar Jahren in Deutschland umgesetzt ist. Die Plastikgabel gibt es dann nicht mehr. Doch wird ein Mehrwegbesteck auf meinem Tablett liegen? Wohl kaum. Das Konzept ist ja gerade der Verzehr unterwegs. Also wird es auf ein Einwegbesteck aus alternativem Material hinauslaufen. Ich tippe auf Bio-Plastik. Dessen Rohstoffe werden im Kern aus Mais, Weizen, Kartoffeln und Maniok gewonnen. Mit dem Verbot von Plastik in der EU wird ein neues Monster geschaffen. The King of Umweltverschmutzung is dead! Long live the King of Welthunger!

Der Anbau wird aufgrund der geringeren Kosten in der Dritten Welt erfolgen, so wie er bereits heute, auch für Bio-Kraftstoff und Tierfutter, dort erfolgt, und zu einer weiteren Verschärfung des Welthungers führen. Wir verzehren dann mit dem potentiellen Essen aus Südamerika, Afrika und Asien unsere Pommes und unsere Salate. Vielleicht werden es Holzgabeln und Tellerchen aus Palmblättern werden. Damit wären allenthalben die Bieber ein wenig geknickt. Allerdings ist die Produktion dieser Alternativen energieintensiver als die von Plastik und ebenfalls nicht frei von Chemikalien. Wahrscheinlich wird auch noch etwas mehr Regenwald daran glauben müssen. Nicht falsch verstehen: Ich finde es gut, dass Einweg-Plastik verboten werden soll, fürchte allerdings, dass wir uns einen Bärendienst erweisen, wenn wir das nicht mit einer sehr starken Aufklärungsarbeit begleiten. Die Schnellrestaurants werden immer versuchen, es dem Kunden möglichst bequem zu machen. Je einfacher ich es habe, unterwegs etwas zu konsumieren, umso bereitwilliger mache ich es. Der Müll von Burger-King, McDonalds und Starbucks wird sich nicht reduzieren – solange das Schnell-Essen-Konzept weiterhin so gut in unsere Schnell-Leben-Gesellschaft passt.

Vorteilhaft ist immerhin, dass sich das CO2-Problem ein Stück weit reduzieren wird. Mit der thermischen Verwertung von erdölbasiertem Plastikmüll – ca 50 % aus dem Gelben Sack wird zur Energiegewinnung verbrannt – gerät seit Millionen Jahren tief in der Erde gespeichertes CO2 in die Luft und bringt uns die Atmosphäre zurück, in der sich unsere Dinosaurier wohlfühlten – vielleicht nennt man Trump deshalb in Bezug auf seine Umweltpolitik einen solchen. Bei Bioplastik oder Holz stammt das CO2 aus unserer heutigen Atmosphäre und trägt so nicht zur Verstärkung des Treibhauseffektes bei.

Was wir neben einem Plastikverbot also dringend brauchen, ist eine breit angelegte Aufklärungskampagne, die bereits in der Schule anfangen muss. Es muss wieder cool werden, Brotboxen mitzunehmen, Standard sein, seinen eigenen Becher zu nutzen, und selbstverständlich, möglichst wenig Müll zu produzieren. Wie wäre es mit einem Schulfach „Ökologisches Handeln“? Die Plastiksteuer könnte einen Teil davon sicher finanzieren. Dazu ist es nötig, Umwelt- und Kultusarbeit zusammenzuführen. Nur mit einem Verbot ist es, fürchte ich, nicht getan. Ich habe auch schon einen Slogan für die Aufklärungskampagne: „Sei kein Dino oder Trumpeltier!“.

Dieser Beitrag steht als Podcast zur Verfügung:

Montag, 2. April 2018

Paris vegan - Ein Reisebericht ohne tierische Schäden

Als wir uns entschlossen hatten, die Karwoche in Paris zu verbringen, war ich erst etwas skeptisch. Alle Recherchen, die ich getan hatte, sprachen dieselbe Sprache: In Paris vegan durchzukommen, ist nur als Selbstversorger möglich. Das wäre ein harter Schlag für jemanden wie mich, der gerne essen geht. Wir ließen es darauf ankommen, und die Schläge kamen zum Glück nicht von dieser Seite. Sie kamen zwar, doch dazu später mehr.

Die gute Nachricht ist, dass es in Paris alle ein bis zwei Kilometer ein veganes Restaurant gibt. Überwiegend sind es Fast-Food-Läden, aber für einen bekennenden Fan ist das nicht nur unproblematisch, sondern geradezu ein Eldorado. Am besten nutzt ihr HappyCow. Mit der App könnt ihr ganz bequem anzeigen lassen, wie weit das Restaurant entfernt ist und euch über Maps navigieren lassen.

Nachfolgend möchte ich euch vier Restaurants vorstellen, die mir besonders gut gefallen hatten:

Café Ginger, 9, rue Jacques Coeur, 75004 Paris

Das Café bietet Desserts zum Kaffee an, aber auch warme Speisen. In dem kleinen Räumchen mit einer handvoll Tische werden die Speisen in der offenen Küche zubereitet. Es ist kein Fastfood. Hier bekommt ihr frische Gemüseküche in Bioqualität. Als wir eintraten, warnte uns der Besitzer, alles sei "vegan and eco". In bestem Französisch antwortete ich: "That's why we're here!", und wir alle waren glücklich. Der Kuchen war lecker: Maracuja!




Hank Burger, 55, rue des Archives, 75003 Paris

Hank steht für Have a nice Karma. Hatten wir, und zwar in Gestalt von Burgern mit Saitan-Soja-Pattie und Potatoe-Wedges. Auf meinem Burger waren sogar Alfalfa-Sprossen. Richtig lecker! Zum Nachtisch gab es - ganz französisch - American Cookies. Der Gipfel der Internationalität war das gereichte Bier: Es gab deutsches Bio-Lammsbräu. Vorsicht ist nur geboten, dass ihr nicht verrutscht, wenn ihr aus den Spendern Majonaise haben wollt. Daneben steht - nun wirklich französisch - der Moutard, und der hat es in sich. Besonders, wenn man wie ich selbigen in Majonaisenportionierung zu den Kartoffelecken essen möchte. Senf satt!




Hank Pizza, 18, rue des Gravilliers, 75003 Paris

Wer die Burger getestet hat, möchte natürlich auch wissen, ob sich mit gutem Karma auch Pizze verbinden lassen. Auch dieser Test wurde mit Bravour bestanden. Tatsächlich war es die beste Pizza mit veganem Pizzakäse, die ich je gegessen hatte. Er ist auf Cashew-Basis, richtig schön verlaufen, cremig und käsig im Geschmack. Köstlich! Dazu eine Bio-Fairtrade-Cola, und die Welt ist nahezu gerettet. Das Karma ist es ja bereits.




Brasserie 2eme ART, 49, rue Montmartre, 75002 Paris

Hier wird es richtig französisch. Das 2eme ART ist eine Brasserie, wie man sie in Paris an allen Ecken findet, nur eben vegan und nicht nur dadurch besonders. Das Interieur ist geschmackvoll und lädt zum Verweilen ein. Taten wir auch. Nicht nur, weil wir dort das Leckerste der ganzen Woche serviert bekamen, auch weil die Auswahl an Desserts großartig war. 
Nun noch drei Bilder und dann zum eingangs erwähnten Schlag.





Der Schlag kommt jedesmal mit der Rechnung. In Paris essen zu gehen, ist kostspielig. Fast Food ist - je nachdem wie touristisch frequentiert die Gegend ist - vergleichsweise günstig, dennoch müsst ihr mit gut 20 Euro pro Person inkl. Getränke rechnen, nicht selten mit 30 Euro und mehr, wenn es nicht nur Fast Food sein soll.

Die gute Nachricht ist, ihr könnt das ausgleichen, indem ihr eine lächerlich günstige Wochenfahrkarte für den ÖPNV kauft. Der Pass Navigo Decouverte kostet 22 Euro (plus fünf Euro für die Karte selbst) und gilt für den Großraum Paris, so dass ihr auch nach Disneyland und Versaille kommt. Die Einzeltickets dorthin kosten alleine bereits einen Zehner.

Noch ein Tipp: Holt euch Online-Tickets für die Sehenswürdigkeiten. In den Louvre kamen wir dadurch, ohne anstehen zu müssen, ansonsten sind die Schlangen für die E-Ticket-Inhaber meist zumindest weniger lang. Wenn ihr beispielsweise die Katakomben besuchen wollt, lohnt sich ein knapp 30 Euro teures Ohne-Anstehen-Ticket. Wir warteten dreieinhalb Stunden in der Schlange, da wir keines hatten - Widerstand duldete mein weiblicher Gothic-Zögling nicht. Dafür haben Kinder und Jugendliche kostenlosen Zutritt - auch zu den Museen in Paris. Das gleicht den dreimal so hohen Preis zumindest etwas aus (Normalpreis für die Katakomben: 9,00 Euro).

Für die Nicht-Anstehen-Tickets, die Restaurantbesuche und das nicht minder überteuerte Disneyland sparen könnt ihr auch über ein Zimmer via Airbnb
A prospos Disneyland: Dort vegan satt zu werden, ist nahezu ausgeschlossen. Zum Glück gibt es in Paris ausreichend Bioläden mit veganem Angebot, um sich Brote zu machen und mitzunehmen. Oder auch Nüsse, Trockenfrüchte und ähnliches - sogar unverpackt wie im Bio c 'Bon (17, rue du Faubourg St. Martin, 75010 Paris).




Schreibt, wenn ihr auch in Paris wart. Wie waren eure Erfahrungen? Ich freue mich auf den Austausch.

Sonntag, 2. April 2017

"Zum glücklichen Bergschweinchen" in Kassel

Sehr gute vegane Fastfood-Auswahl
Der Imbiss "Zum glücklichen Bergschweinchen" in der Holländischen Straße 82 in Kassel ist ein klassischer Imbiss. Zumindest wirkt er so. Er ist vegan. Die Auswahl reicht vom veganen Döner der am Drehspieß dreht, über die Curry-Wurst bis hin zu zahlreichen Burgern vom Sojasteak, über den Grünkernbratling bis zum Jackfruit-Burger, die auf den Besucher warten. Doch nicht nur das wartet auf den Gast. Auch eine besondere Atmosphäre. Es ist kein Lifestyle-Tempel, der den Trend-Veganer bedient. Im August war ich in Berlin, und, wenn ich den Weg ins Bergschweinchen nicht mitbekommen hätte und mit geschlossenen Augen dorthin gelangt wäre, ich hätte mich der Kreuzberg-Atmosphäre dort nicht erwehren können. Der Laden ist authentisch. Er hat eine Atmosphäre zwischen 68-Attitüde, Punk und gelebtem Sozialismus. Es ist ein kulinarischer Begegnungsraum mit veganer Küche, was auch die herzliche und direkte Art der Betreiberin widerspiegelt.

Jackfruit mit Pommes
Natürlich wollte ich möglichst viel testen, was nach zwei Kuchen im Café Hahn jedoch nicht leicht war. Etwas besonderes stach mir sofort ins Auge. Ein Jackfruit-Burger hat Seltenheit, weshalb die Wahl natürlich auf ihn fiel. Dazu gab es selbstgemachte knusprig frittierte Pommes Frittes und einen kleinen Salat. Ein Wohlfühlmenü: Der Burger war leicht rauchig mariniert und schmeckte sehr gut, die Pommes Frites in Schale waren eine angenehme Ergänzung und der frische Salat mit einem Klecks Avocado-Creme eine perfekte Ergänzung.
Zum Schluss musste ich noch eine Currywurst haben, denn das ist eine vegane Fastfood-Königsdisziplin. Die Soße war von angenehmer Schärfe, wenn auch für meinen Geschmack etwas süß, und die vegane Wurst hätte etwas größeren Durchmessers sein können. Es wirkte dadurch insgesamt etwas soßenlastig. Das Stück Fladenbrot zum Aufnehmen der restlichen Soße war knusprig angebacken und lecker. Für mich gehört zur Currywurst allerdings ein Wasserweck oder am besten eine Scheibe Schwarzbrot. Sie war insgesamt gut, doch bin ich natürlich von Best Worscht in Town etwas verwöhnt, die ihre vegane Wurst vom Metzger Bio-Spahn beziehen. 
Insgesamt war es ein angenehmer Besuch, und ich werde gewiss ein zweites mal wiederkehren. Gerade um veganes Döner vom Drehspieß kennenzulernen, und den Soja-Schaschlikspieß darf ich mir auch nicht entgehen lassen. Nicht nur Bergschweinchen werden hier glücklich.

Mittwoch, 29. Juli 2015

Salzhaus Imbiss: Jetzt mit zwei veganen Burgern

Salzhaus Imbiss, Kaiserstr. 26, 61169 Friedberg
Das Salzhaus in Friedberg ist der besondere Imbiss in der Umgebung. Nicht nur einmal hörte ich als Begrüßung neu Hinzugezogener: „Kennst du schon das Salzhaus?“ Neben den üblichen Imbissspeisen wie Rinds- und Currywurst ist das Salzhaus besonders für seine Burger bekannt. Auf Bestellung zubereitet, mit stets frischen Zutaten versehen sind die neun Burger, die es wahlweise auch in Doppelvariante gibt, eine Luxusversion zu jedem einzelnen Burger, den die üblichen Burgerketten bieten könnten, und noch weit bevor McDonalds auf die Idee kam, einen Veggie-Burger rauszubringen, gab es bereits alle neun Burger in Soja-Pattie-Variante für vegetarische Gäste. Die Soja-Patties, die wahlweise paniert oder unpaniert im Salzhaus angeboten werden, enthalten Hühnereiweiß und sind daher zwar vegetarisch, aber nicht vegan. Diese Lücke schloss Thomas Kette, Inhaber der Salzhaus-Imbiss, vor wenigen Wochen: Den Salzhaus-Hamburger und den Mexikaner gibt es nun auch als vegane Burger.

Ein Paar, das gut zusammenpasst.
Bis zur Einführung war ein Emailaustausch zwischen Thomas und mir vorausgegangen, und ich freue mich, dass meine Emails, wie Thomas sagte, zwar nicht initiierend waren, denn er war schon länger auf der Suche nach einem guten veganen Pattie, aber immerhin die i-Tüpfelchen auf "initiierend". Für das Salzhaus entschied er sich für die veganen Burgerpatties von Tofutown. Tofutown, mit Firmensitz in der Eifel, verwendet Bio-Soja, der überwiegend aus der EU, meist Österreich stammt, und ist seit 1988 am Markt. Diese Erfahrung trifft nun auf eine noch ältere Erfahrung im Zubereiten leckerer und frischer Burger. Ich freue mich, die beiden Burger nun getestet zu haben.
Der Pattie hat eine nicht zu feste Konsistenz. Er ist leicht stückig, was ich gut finde, denn so habe ich etwas zu kauen, und, ganz im Gegensatz zu vielen anderen veganen Patties, nicht überwürzt. Ganz im Gegenteil, er passt sich sehr harmonisch in das Geschmacksbild des Salzhaus-Hamburgers ein, der mit frischen Zwiebeln, würzigen Essiggürkchen, einem knackigen Salatblatt und einem Schuss Ketschup beweist, dass es keine tausend Zutaten aus aller Welt braucht, um ein guter Burger zu sein. Der Mexikaner setzt da noch einen drauf. Statt der Essigkurken kommt Mais zum Einsatz, dessen Süße schon immer einen schönen Kontrast zu seiner feurigen Tomatensoße auf dem Gaumen produzierte, wenn man diesen Burger aß. Das gilt auch für dessen vegane Variante.

Fazit: Beide Burger sind für Veganer dasselbe Highlight, das man vom Salzhaus auch als Omnivor zu erwarten hat, und ich freue mich auf den nächsten Besuch. Pommesbrötchen sind übrigens auch vegan!