Montag, 2. April 2018

Paris vegan - Ein Reisebericht ohne tierische Schäden

Als wir uns entschlossen hatten, die Karwoche in Paris zu verbringen, war ich erst etwas skeptisch. Alle Recherchen, die ich getan hatte, sprachen dieselbe Sprache: In Paris vegan durchzukommen, ist nur als Selbstversorger möglich. Das wäre ein harter Schlag für jemanden wie mich, der gerne essen geht. Wir ließen es darauf ankommen, und die Schläge kamen zum Glück nicht von dieser Seite. Sie kamen zwar, doch dazu später mehr.

Die gute Nachricht ist, dass es in Paris alle ein bis zwei Kilometer ein veganes Restaurant gibt. Überwiegend sind es Fast-Food-Läden, aber für einen bekennenden Fan ist das nicht nur unproblematisch, sondern geradezu ein Eldorado. Am besten nutzt ihr HappyCow. Mit der App könnt ihr ganz bequem anzeigen lassen, wie weit das Restaurant entfernt ist und euch über Maps navigieren lassen.

Nachfolgend möchte ich euch vier Restaurants vorstellen, die mir besonders gut gefallen hatten:

Café Ginger, 9, rue Jacques Coeur, 75004 Paris

Das Café bietet Desserts zum Kaffee an, aber auch warme Speisen. In dem kleinen Räumchen mit einer handvoll Tische werden die Speisen in der offenen Küche zubereitet. Es ist kein Fastfood. Hier bekommt ihr frische Gemüseküche in Bioqualität. Als wir eintraten, warnte uns der Besitzer, alles sei "vegan and eco". In bestem Französisch antwortete ich: "That's why we're here!", und wir alle waren glücklich. Der Kuchen war lecker: Maracuja!




Hank Burger, 55, rue des Archives, 75003 Paris

Hank steht für Have a nice Karma. Hatten wir, und zwar in Gestalt von Burgern mit Saitan-Soja-Pattie und Potatoe-Wedges. Auf meinem Burger waren sogar Alfalfa-Sprossen. Richtig lecker! Zum Nachtisch gab es - ganz französisch - American Cookies. Der Gipfel der Internationalität war das gereichte Bier: Es gab deutsches Bio-Lammsbräu. Vorsicht ist nur geboten, dass ihr nicht verrutscht, wenn ihr aus den Spendern Majonaise haben wollt. Daneben steht - nun wirklich französisch - der Moutard, und der hat es in sich. Besonders, wenn man wie ich selbigen in Majonaisenportionierung zu den Kartoffelecken essen möchte. Senf satt!




Hank Pizza, 18, rue des Gravilliers, 75003 Paris

Wer die Burger getestet hat, möchte natürlich auch wissen, ob sich mit gutem Karma auch Pizze verbinden lassen. Auch dieser Test wurde mit Bravour bestanden. Tatsächlich war es die beste Pizza mit veganem Pizzakäse, die ich je gegessen hatte. Er ist auf Cashew-Basis, richtig schön verlaufen, cremig und käsig im Geschmack. Köstlich! Dazu eine Bio-Fairtrade-Cola, und die Welt ist nahezu gerettet. Das Karma ist es ja bereits.




Brasserie 2eme ART, 49, rue Montmartre, 75002 Paris

Hier wird es richtig französisch. Das 2eme ART ist eine Brasserie, wie man sie in Paris an allen Ecken findet, nur eben vegan und nicht nur dadurch besonders. Das Interieur ist geschmackvoll und lädt zum Verweilen ein. Taten wir auch. Nicht nur, weil wir dort das Leckerste der ganzen Woche serviert bekamen, auch weil die Auswahl an Desserts großartig war. 
Nun noch drei Bilder und dann zum eingangs erwähnten Schlag.





Der Schlag kommt jedesmal mit der Rechnung. In Paris essen zu gehen, ist kostspielig. Fast Food ist - je nachdem wie touristisch frequentiert die Gegend ist - vergleichsweise günstig, dennoch müsst ihr mit gut 20 Euro pro Person inkl. Getränke rechnen, nicht selten mit 30 Euro und mehr, wenn es nicht nur Fast Food sein soll.

Die gute Nachricht ist, ihr könnt das ausgleichen, indem ihr eine lächerlich günstige Wochenfahrkarte für den ÖPNV kauft. Der Pass Navigo Decouverte kostet 22 Euro (plus fünf Euro für die Karte selbst) und gilt für den Großraum Paris, so dass ihr auch nach Disneyland und Versaille kommt. Die Einzeltickets dorthin kosten alleine bereits einen Zehner.

Noch ein Tipp: Holt euch Online-Tickets für die Sehenswürdigkeiten. In den Louvre kamen wir dadurch, ohne anstehen zu müssen, ansonsten sind die Schlangen für die E-Ticket-Inhaber meist zumindest weniger lang. Wenn ihr beispielsweise die Katakomben besuchen wollt, lohnt sich ein knapp 30 Euro teures Ohne-Anstehen-Ticket. Wir warteten dreieinhalb Stunden in der Schlange, da wir keines hatten - Widerstand duldete mein weiblicher Gothic-Zögling nicht. Dafür haben Kinder und Jugendliche kostenlosen Zutritt - auch zu den Museen in Paris. Das gleicht den dreimal so hohen Preis zumindest etwas aus (Normalpreis für die Katakomben: 9,00 Euro).

Für die Nicht-Anstehen-Tickets, die Restaurantbesuche und das nicht minder überteuerte Disneyland sparen könnt ihr auch über ein Zimmer via Airbnb
A prospos Disneyland: Dort vegan satt zu werden, ist nahezu ausgeschlossen. Zum Glück gibt es in Paris ausreichend Bioläden mit veganem Angebot, um sich Brote zu machen und mitzunehmen. Oder auch Nüsse, Trockenfrüchte und ähnliches - sogar unverpackt wie im Bio c 'Bon (17, rue du Faubourg St. Martin, 75010 Paris).




Schreibt, wenn ihr auch in Paris wart. Wie waren eure Erfahrungen? Ich freue mich auf den Austausch.

Keine Kommentare:

Kommentar posten