Dienstag, 3. April 2018

30-Tage-Challenge: Loslassen-Ausmisten-Reduzieren (#3)


Bereits im Dezember hatte ich all meine CDs digitalisiert und die meisten davon über Rebuy verkauft. Übrig blieb eine Kiste Scheiben, die Rebuy nicht haben mochte. Selbst Momox nicht! Verstehe einer die Welt. Was habt ihr bloß gegen meine Neue-Deutsche-Welle-Sampler? 

Natürlich ist es keine Kiste mit Deutschem aus den 80ern, sie ist vielmehr bunt gemischt. Wie es kommt, dass das eine Album bspw. von REM aufgekauft wird und die andere nicht, bleibt ein Rätsel. Erstpressungen sind sie jedenfalls alle nicht.

Seit dreieinhalb Monaten stand die Kiste nun hinter der Couch im Wohnzimmer. Der CD-Spieler befindet sich einen halben Meter entfernt. Nicht eine wurde von mir abgespielt. Also: Weg mit ihnen zum Umsonstladen.

An dieser Stelle auch ein kleines Fazit zu meinem ersten Vierteljahr ohne CDs. Für mich der beste Schritt überhaupt. Die eingescannte Komplettsammlung befindet sich auf der Festplatte, eine Best-of-Auswahl auf dem Smartphone. Herrlich!

Montag, 2. April 2018

Paris vegan - Ein Reisebericht ohne tierische Schäden

Als wir uns entschlossen hatten, die Karwoche in Paris zu verbringen, war ich erst etwas skeptisch. Alle Recherchen, die ich getan hatte, sprachen dieselbe Sprache: In Paris vegan durchzukommen, ist nur als Selbstversorger möglich. Das wäre ein harter Schlag für jemanden wie mich, der gerne essen geht. Wir ließen es darauf ankommen, und die Schläge kamen zum Glück nicht von dieser Seite. Sie kamen zwar, doch dazu später mehr.

Die gute Nachricht ist, dass es in Paris alle ein bis zwei Kilometer ein veganes Restaurant gibt. Überwiegend sind es Fast-Food-Läden, aber für einen bekennenden Fan ist das nicht nur unproblematisch, sondern geradezu ein Eldorado. Am besten nutzt ihr HappyCow. Mit der App könnt ihr ganz bequem anzeigen lassen, wie weit das Restaurant entfernt ist und euch über Maps navigieren lassen.

Nachfolgend möchte ich euch vier Restaurants vorstellen, die mir besonders gut gefallen hatten:

Café Ginger, 9, rue Jacques Coeur, 75004 Paris

Das Café bietet Desserts zum Kaffee an, aber auch warme Speisen. In dem kleinen Räumchen mit einer handvoll Tische werden die Speisen in der offenen Küche zubereitet. Es ist kein Fastfood. Hier bekommt ihr frische Gemüseküche in Bioqualität. Als wir eintraten, warnte uns der Besitzer, alles sei "vegan and eco". In bestem Französisch antwortete ich: "That's why we're here!", und wir alle waren glücklich. Der Kuchen war lecker: Maracuja!




Hank Burger, 55, rue des Archives, 75003 Paris

Hank steht für Have a nice Karma. Hatten wir, und zwar in Gestalt von Burgern mit Saitan-Soja-Pattie und Potatoe-Wedges. Auf meinem Burger waren sogar Alfalfa-Sprossen. Richtig lecker! Zum Nachtisch gab es - ganz französisch - American Cookies. Der Gipfel der Internationalität war das gereichte Bier: Es gab deutsches Bio-Lammsbräu. Vorsicht ist nur geboten, dass ihr nicht verrutscht, wenn ihr aus den Spendern Majonaise haben wollt. Daneben steht - nun wirklich französisch - der Moutard, und der hat es in sich. Besonders, wenn man wie ich selbigen in Majonaisenportionierung zu den Kartoffelecken essen möchte. Senf satt!




Hank Pizza, 18, rue des Gravilliers, 75003 Paris

Wer die Burger getestet hat, möchte natürlich auch wissen, ob sich mit gutem Karma auch Pizze verbinden lassen. Auch dieser Test wurde mit Bravour bestanden. Tatsächlich war es die beste Pizza mit veganem Pizzakäse, die ich je gegessen hatte. Er ist auf Cashew-Basis, richtig schön verlaufen, cremig und käsig im Geschmack. Köstlich! Dazu eine Bio-Fairtrade-Cola, und die Welt ist nahezu gerettet. Das Karma ist es ja bereits.




Brasserie 2eme ART, 49, rue Montmartre, 75002 Paris

Hier wird es richtig französisch. Das 2eme ART ist eine Brasserie, wie man sie in Paris an allen Ecken findet, nur eben vegan und nicht nur dadurch besonders. Das Interieur ist geschmackvoll und lädt zum Verweilen ein. Taten wir auch. Nicht nur, weil wir dort das Leckerste der ganzen Woche serviert bekamen, auch weil die Auswahl an Desserts großartig war. 
Nun noch drei Bilder und dann zum eingangs erwähnten Schlag.





Der Schlag kommt jedesmal mit der Rechnung. In Paris essen zu gehen, ist kostspielig. Fast Food ist - je nachdem wie touristisch frequentiert die Gegend ist - vergleichsweise günstig, dennoch müsst ihr mit gut 20 Euro pro Person inkl. Getränke rechnen, nicht selten mit 30 Euro und mehr, wenn es nicht nur Fast Food sein soll.

Die gute Nachricht ist, ihr könnt das ausgleichen, indem ihr eine lächerlich günstige Wochenfahrkarte für den ÖPNV kauft. Der Pass Navigo Decouverte kostet 22 Euro (plus fünf Euro für die Karte selbst) und gilt für den Großraum Paris, so dass ihr auch nach Disneyland und Versaille kommt. Die Einzeltickets dorthin kosten alleine bereits einen Zehner.

Noch ein Tipp: Holt euch Online-Tickets für die Sehenswürdigkeiten. In den Louvre kamen wir dadurch, ohne anstehen zu müssen, ansonsten sind die Schlangen für die E-Ticket-Inhaber meist zumindest weniger lang. Wenn ihr beispielsweise die Katakomben besuchen wollt, lohnt sich ein knapp 30 Euro teures Ohne-Anstehen-Ticket. Wir warteten dreieinhalb Stunden in der Schlange, da wir keines hatten - Widerstand duldete mein weiblicher Gothic-Zögling nicht. Dafür haben Kinder und Jugendliche kostenlosen Zutritt - auch zu den Museen in Paris. Das gleicht den dreimal so hohen Preis zumindest etwas aus (Normalpreis für die Katakomben: 9,00 Euro).

Für die Nicht-Anstehen-Tickets, die Restaurantbesuche und das nicht minder überteuerte Disneyland sparen könnt ihr auch über ein Zimmer via Airbnb. 
A prospos Disneyland: Dort vegan satt zu werden, ist nahezu ausgeschlossen. Zum Glück gibt es in Paris ausreichend Bioläden mit veganem Angebot, um sich Brote zu machen und mitzunehmen. Oder auch Nüsse, Trockenfrüchte und ähnliches - sogar unverpackt wie im Bio c 'Bon (17, rue du Faubourg St. Martin, 75010 Paris).




Schreibt, wenn ihr auch in Paris wart. Wie waren eure Erfahrungen? Ich freue mich auf den Austausch.

30-Tage-Challenge: Loslassen-Ausmisten-Reduzieren (#2)

Heute ist mein letzter Urlaubstag, und ich habe ihn für Sport genutzt. Dabei fiel mein Blick auf die Gewichtsweste, die ich mir vor zwei Jahren gekauft hatte. Funktional? Ja! Habe ich sie genutzt? Nein!

Wie so viele Ideen, erweisen sich manche von ihnen als unpraktisch. Leider hatte ich keine Freude daran, meine Übungen mit dieser Art von Gewicht zu machen. Seitdem staubt sie vor sich hin. Sie muss nicht stauben. Sicher gibt es Menschen, die sich gerne nutzen möchten.
Ich gebe dich frei, mein 20-Kilo-Freund.

Bei wem liegen sie noch herum, die Bauchtrainer, All-in-one-Geräte und Zauber-Fitness-Gimmicks, die vor dem Kauf so vielversprechend erschienen?



Sonntag, 1. April 2018

30-Tage-Challenge: Loslassen-Ausmisten-Reduzieren (#1)


Der April ist seit letztem Jahr, seit ich bei Das Experiment Gelber Sack mitmachen durfte, mein Monat für eine 30-Tages-Challenge. Dieses Jahr möchte ich mich 30 Tage lang intensiv der Reduzierung meines Hausrats widmen. Noch schwebt die Idee in meinem Kopf herum, ein Mikrohaus zu beziehen, und das geht schließlich nicht, ohne mich zu reduzieren. Der Plan ist, den ganzen Monat lang täglich etwas auszusortieren. 

Heute habe ich den Anfang gemacht und um meinen Schreibtisch herum begonnen. Er ist mein kreatives Zentrum. Hier schreibe und blogge ich, schneide meine Podcasts und Videos und widme mich meiner Kunst- und Kulturarbeit. Dabei fällt einiges an, was es einfach macht, den ersten Schritt dort zu gehen. Fragt mich nicht warum, denn ich kann mich nicht erinnern, dass ich das, was ich heute aussortiert habe, je gekauft zu haben, geschweige denn, dass ich es in den letzten Jahren - so lange sind die Sachen gewiss schon im Schrank - genutzt hätte:
Acht Schnellhelfer, zwei Sätze farbige Registereinsätze und eine Ordnungsmappe für eine Loseblattsammlung, den Inhalt einer kompletten Schublade meines Druckerschrankes.

Die Sachen kommen jedenfalls in unsere Free-Your-Stuff-Gruppe. Habt ihr auch solche Schränke im Büro, die ein Grab für Ungenutztes sind?

Daily Insta


Nach einer Woche Paris geht es heute nach Hause. Morgen gibt es im Blog einen Reisebericht: Un végétalien en Paris 😊 #paris #frankreich #france #versailles #clouds #schloss #castle #chateau