Samstag, 14. Juli 2018

Detox für die Psyche: Sieben Tage ohne Smartphone (1)


Manchmal, da muss man sich Gedanken machen, in welche Richtung es gehen soll. Ich habe mich an den Edersee zurückgezogen, um den Kopf frei zu bekommen - vor allem um den zweiten Band von Fionrirs Reise zu finalisieren, damit er auch tatsächlich zum 1. November planmäßig in Kinderhänden sein kann. Ablenkungen kann ich da nicht gebrauchen. Mein Ablenker Nummer eins ist mein Smartphone. Wissend, dass es nichts bringt, es im Flugmodus mitzuführen, war der Plan, mein kleines Backup-Handy für den Notfall mitzunehmen, das ich oft nutze, um abgelenkungsfrei wochenends wandern gehen zu können. Es beherrscht nämlich nur Telefonie und SMS.

Nun beginnt die Misere: Ich bekomme die Mikro-SIM nicht aus meinem Smartphone, da sich der Adapterrahmen verklemmt. Also suche ich meine Zweitkarte mit meiner Privatnummer, die ich seit Jahren nicht genutzt hatte. Natürlich finde ich sie nicht. Folglich bestelle ich bei meinem Anbieter eine neue Karte für diese Nummer. Die Post teilt mir über ihre Sendungsverfolgung mit, dass sie Mittwoch ausliefert. Dasselbe teilt sie auch Donnerstag mit. Und Freitag. Ich fahre also doch mit meinem Smartphone los. Im Flugmodus! Mit dem Auto!

Das ist nicht unkritisch: In zwei Wochen moderiere ich den nächsten Poetry Slam, den ich organisiert habe, was Kommunikation im Vorfeld mit sich bringen könnte. Ich habe gerade Werbung für Fionrirs Reise auf Facebook und Instagram geschaltet, was mich verführen könnte, in beiden Social-Media-Accounts nachzuschauen, wie die Reaktionen sind. Zuletzt habe ich ein paar laufende Emailverkehre zu Workshop-, Auftritts- und Vortragsanfragen, was auch den Reiz mit sich bringen könnte, mal reinzuschauen, ob es Neuigkeiten gibt. Das wollte ich eigentlich verhindern, indem ich das Smartphone zuhause lasse. Dann halt mit purem Willen!

Wie ist der erste Tag verlaufen? Erstaunlich gut. Das Smartphone ist noch immer im Flugmodus. Während ich spazieren war, hatte ich es in meiner Tasche und dem Drang gut widerstanden, "nur mal kurz" zu schauen. Ich räume ein, dass ich kurz versucht war, das leckere Abendessen im Hotel zu fotografieren. Ich blieb hart und stellte überraschend fest, dass ich auch ohne vorher abgelichtet zu haben, vegane Paella essen kann. Wer hätte das gedacht? 

Vier Kapitel habe ich nun final überarbeitet. Währenddessen war das Flugmodus-Gerät weit weg von mir. Sicher ist Sicher! Tag eins habe ich überstanden.

PS Falls sich jemand wundert, weshalb dieser Text auf Facebook ist, obwohl ich doch gar nicht online gewesen sein will: Das passiert ganz automatisch und frei von meinem Zutun. Eure Reaktionen lese ich frühestens in einer Woche ;-)

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