Freitag, 7. April 2017

Das Experiment Gelber Sack VII

Das zweite Stück Müll ist reif für die Entsorgung, und mit der Platzierung in meiner "Gelber-Sack-Ecke" kommt gleich eine Frage auf. Wie umgehen mit "geschenktem Müll"? In diesem Fall war es ein Zwei-Liter-Beutel selbst gepressten Apfelsafts. Als ich das Geschenk überreicht bekam, dachte ich: "Hmmm! Plastik!", sagte: "Dankeschön! Das sieht lecker aus" und nahm den Beutel an. Tatsächlich sind Wasser und Kaffee die einzigen Getränke, die ich üblicherweise zu Hause trinke. Gut Bier zählt auch dazu, aber das ist ja eher ein Nahrungsmittel als ein Getränk (Smiley). Von daher war der Apfelsaft, an dem ich mich zwei Wochen labte, etwas Besonderes, und ich hatte mich wirklich sehr darüber gefreut. In einer wiederverwendbaren Glasflasche wären allerdings keine Fragen aufgekommen, so aber schon. Wie gehe ich mit Geschenken um, die meinen ökologischen Prinzipien zuwider laufen? Ist es unhöflich, ein Geschenk unter Verweis darauf, keinen Plastikmüll produzieren zu wollen, zurückzuweisen? Kann ich Dinge sagen wie: "In Glas hätte ich es gerne genommen! Dennoch vielen Dank. Ich weiß das zu schätzen"? Wenn ich es kommentarlos annehme, wird der Schenkende nie darüber nachdenken, dass Glasflaschen eine Option gewesen wären. Ich denke also, ich werde künftig plastikummantelte Geschenke ablehnen. Wie seht ihr das?

Doch abgesehen von Fragen dazu, war der Tag sogar noch spannender. OMG! Seit fünf Tagen arbeitet ja mein Sauerteig vor sich hin, mit dem ich den - zugegebenermaßen überschaubaren - Plastikmüll aus der Hefenutzung vermeiden will. Heute habe ich das erste Brot damit gebacken. Das Rezept zur Sauerteigherstellung hatte ich von Smarticular und das zum Brot von Widdersberg.
Den Sauerteig herzustellen funktionierte prima mit der Anleitung. Er rock angenehm säuerlich, und immer wieder stiegen kleine Bläschen hoch, und das obwohl ich ihn nur bei 20 Grad Celsius kultiviert hatte. Vielleicht liegt das daran, dass ich frisch gemahlenes Mehr nehme.
200 Gramm des Sauerteigs nahm ich ab, vermischte ihn mit 300 g Dinkelvollkornmehl und 100 Gramm Mehrkornschrot sowie einem Esslöffel Rohrzucker und einem Teelöffel Meersalz. Nach vier Stunden im ausgeschalteten Backofen, bei dem ich für die nötige Wärme lediglich die Lampe angeschaltet hatte, war das Volumen des Brotes auf das doppelte angewachsen. Anschließend hatte ich die Oberfläche mit einer Wassersprühflasche angefeuchtet, eine Tasse Wasser in den auf 200 Grad Celsius vorgeheizten Backofen gestellt und das Brot auf Permanentbackfolie dazu gegeben. Bin gespannt, wie es schmecken wird. Es ist mein erstes Sauerteigbrot und mein erstes Freigeschobenes  :)

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